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Emma Goldman

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right|thumb|Emma Goldman Emma Goldman (* 27. Juni 1869 in Kaunas, Litauen; gest. 14. Mai 1940 in Toronto, Kanada) war eine US-amerikanische Anarchistin und Friedensaktivistin, die auch unter dem Namen "Rote Emma" bekannt war.

Ihre aktivste Zeit verbrachte sie in den USA mit ihrem Lebensabschnittsgefährten Alexander Berkman, wo sie sich als selbstbewußte und unbeugsame Vorkämpferin des Anarcho-Kommunismus und Feminismus etablierte. Sie gilt auch als herausragende Figur sowohl des US-amerikanischen Anarchismus als auch der frühen US-amerikanischen Friedensbewegung.

Leben

Kindheit

Ihre Kindheit verband sie mit der Autorität ihres Vaters über sie und ihrer Geschwister sowie der Judenprogrome in Litauen, welche die Familie dazu brachte nach St. Petersburg umzusiedeln. Dort lernt sie erstmal revolutionäre und nihilistische Ideen kennen. Mit 17 folgt sie schließlich ihrer Schwester in die USA.

Die ersten Jahre in der USA

Schnell erkennt sie, was an dem Mythos vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten wirklich dran ist: Armut, Elend, Ausbeutung und Diskriminierung der jüdischen Minderheit in Rochester, der Kleinstadt im U.S. Bundesstaat New York, in der ihre Schwester wohnt, prägen Sie. Die Ehe mit dem russischen Immigranten Jacob Kershner dauert nur 3 Jahre an und ruft das Männerbild ihres Vater wieder aus ihrer Kindheit zurück.

Das Haymarket Massaker

Zum 1. Mai 1886 wird die Anarchistin in ihr geweckt: Zu dieser Zeit gab es im ganzem Land viele direkte Aktionen für die 8 Stunden Woche, welche oftmals blutig von der Polizei und angemieteten Armeen der Unternehmen beantwortet werden. Auf einer Demonstration in Chicago, welche massgeblich von AnarchistInnen organisiert wurde, gegen die Ermordung eines Arbeiters am Tag zuvor, explodiert schließlich eine Bombe in den Reihen der Polizei, während diese versucht die Demonstration aufzulösen. Dies wurde zum Anlass genommen 11 ArbeiterInnen zu ermorden und acht anarchistische Arbeiterführer zu verhaften, die mit der Explosion in Verbindung gebracht wurden. Vier von ihnen werden schließlich gehängt, einer begeht in Haft Selbstmord. Dieser Tag sollte als Haymarket Massaker in die Geschichte eingehen und ihr ganzes Leben eine wichtige Rolle spielen.

Bis Heute ist nicht klar, von welcher Seite die Bombe geworfen wurde. Die Verurteilten wurden nachträglich freigesprochen.

Die Rote Emma

Emma Goldman beginnt sich mit den Ideen zu beschäftigen, für die die Männer aus Chicago starben. Sie nimmt Kontakt zu Johann Most auf und lernt später ihren langjährigen Lebensgefährten Alexander Berkman kennen.

Schnell wird sie im ganzen Land als die Rote Emma bekannt. Infolgedessen startet die Presse mehrere Hetzkampagnen gegen sie. Wann immer es möglich ist, versucht der Staat sie zu verurteilen. So wurde sie unter anderem wegen Anstiftung zum Aufruhr, Propagierung öffentlicher Geburtenkontrolle und Agitation gegen die Wehrpflicht inhaftiert. Im Jahre 1901 wurde sie unter dem Verdacht der Anstiftung zum Attentat auf den amerikanischen Präsidenten William McKinley verhaftet. Der Attentäter Leon Czolgosz gab an durch verschiedene Reden Emma Goldmans zur Tat inspiriert geworden zu sein. Ab 1906 gab sie mit Alexander Berkman die Zeitschrift "Mother Earth" heraus.

1919 wurde sie gemeinsam mit Alexander Berkman und weiteren 247 Linksradikalen aus den USA deportiert; beide gingen ins revolutionäre Russland, nach zwei Jahren verließen sie bitter enttäuscht die neu entstandene Diktatur und bereisten anschließend Europa auf Vortragsreisen. Zu ihren zeitweiligen Aufenthaltsorten wurde Schweden, Deutschland, England, Frankreich dort vor allem die Cote d'Azur und Kanada. Um in England bleiben zu können heiratete sie 1926 den walisischen Minenarbeiter James Colton. 1934 wurde ihr eine Vortragsreise zu literarischen Themen in die USA genehmigt, allerdings nur mit einem 90-Tage-Visum und mit allerlei Schikanen seitens des FBI. Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs ging Emma nach Barcelona und versuchte – wie Augustin Souchy in Frankreich –, die Interessen der CNT-FAI in England zu vertreten.

Emma Goldman erlitt im Alter von 70 Jahren im Februar 1940 einen Schlaganfall in Toronto, an dessen Folgen sie am 14. Mai 1940 starb; nach einer Memorial-Feier am 31.Mai in New York wurde sie auf dem Waldheim Cemetary in Chicago (USA), in der Nähe der Märtyrer von Chicago, beigesetzt. Harry Weinberger hielt eine Rede, in der er sie "willkommen zurück in den USA" hieß. "We had hoped to welcome you back in life - but we welcome you back in death." Tausende Trauergäste begleiteten den Blumen beladenen Sarg der mit der schwarzroten Flagge der CNT-FAI bedeckt war.

Emma Goldmans Kontakt zu Deutschland

Emma Goldman sprach als Muttersprache Deutsch und Russisch. Nach ihrer Auswanderung 1885 in die USA lernte sie mehrere deutsche und österreichische Anarchisten kennen, darunter Johann Most, Max Baginski, Max Metzkow, Josef Peukert, Ed Brady und Fritz Oerter. Bereits während der Kaiserzeit bereiste sie Deutschland und Österreich, hielt Vorträge und veröffentliche Artikel, u.a. in Erkenntnis und Befreiung und im Freien Arbeiter. Ab 1895 wurde sie geheimdienstlich überwacht, ihre Fotos wurden an sämtliche Poizeistellen deutscher Großstädte versandt. Nachdem sie 1921 wegen ihrer Enttäuschung über die Revolution in Russland die Sowjetunion verließ, hielt sich Emma Goldman mehr als zwei Jahre (vom 24.4.1922 bis zum 24.7.1924) in Deutschland auf, hauptsächlich in Berlin. Gelegentlich benutzte sie den Decknamen E.G. Kerschner. Während dieser Jahre arbeitete sie eng mit der FAUD zusammen und veröffentlichte Artikel im Der Syndikalist. Zusammen mit anderen aus Russland deportierten Anarchisten organisierte sie eine Hilfsaktion für Anarchisten in sowjetischen Gefängnissen. Engen Kontakt pflegte sie zu Milly Witkop-Rocker, Rudolf Rocker, Max Nettlau, Mark Mratschny, Augustin Souchy, Rudolf Grossmann (Pierre Ramus) und Fritz Kater. Während ihres Deutschlandaufenthalts wurde sie ständig vom State Department der USA und der deutschen Polizei geheimdienstlich überwacht. Von ihrem Aufenthaltsort St. Tropez in Frankreich schrieb sie am 26.07.1931 an Milly und Rudolf Rocker, ob nicht die deutschen Anarchosyndikalisten eine Vortragsreise in Deutschland organisieren wollten? Die Geschäftskommision der FAUD plante die Reise so, dass Emma Goldman an wichtigen Treffen der FAUD teilnehmen konnte, so z.B. am 1.3.1932 am Treffen des anarchosyndikalistischen Frauenbunds und am 3.3.1932 am Treffen der Berliner FAUD. Vermutlich von Januar bis März 1932 machte Emma Goldman für die FAUD und die Gilde freiheitlicher Bücherfreunde der FAUD eine Vortragsreise durch mehrere deutsche Städte. Belegt sind Vorträge ab dem 24. Februar durch eine Liste, die Reinhold Busch zusammenstellte. Ein Brief Goldmans berichtet aber von einem Vortrag am 19.2. in Braunschweig, so dass ein erster Teil in Norddeutschland vermutlich ab Januar stattfand, zumindest scheint sie auch in Bremen und Hamburg gewesen zu sein. Die Treffen in Berlin wären deshalb als Pause anzusehen, bevor es nach Mitteldeutschland und Süddeutschland (Hessen, Württemberg und Bayern) weiterging. Sicher bereiste sie Breslau, Berlin, Dresden, Naumburg, Zella Mehlis, Sömmerda, Suhl, Erfurt, Leipzig, Darmstadt, Schweinfurt, Fürth, Nürnberg, Stuttgart, Heilbronn und Göppingen. Die Themen ihrer Reden variierten: Moderne Erziehung in Freien Schulen, Frauenemanzipation und Frauenarbeit, Arbeitslosigkeit, neue Literatur etc. Die Kontaktleute waren jeweils aus der FAUD. Eine weitere Rundreise, die für 1933 auf Einladung des deutschen Verbands für Geburtenregelung und Sexualhygiene geplant war, konnnte nach Hitlers Machtergreifung nicht mehr durchgeführt werden, stattdessen bereiste sie im Januar 1933 Holland. Augustin Souchy lud Emma Goldman 1936 nach Barcelona ein. Sie kam mit Hanns-Erich Alperine Kaminski und seiner Frau Anita Karfunkel. Auf Initiative Helmut Rüdigers, damaliger Sekretär der IAA im Pariser Büro, wurde Emma Goldman Vertreterin der CNT/FAI in Großbritannien.

Werke

  • Die Ursachen des Niedergangs der Russischen Revolution, Vorwort v. Rudolf Rocker, 77S., Verlag Der Syndikalist, Berlin 1922
  • Frauen in der Revolution, Emma Goldman, Karin Kramer Verlag, Berlin 1977
  • Widerstand, 55 S., Anarchistische Vereinigung Norddeutschalnd, 1978
  • Gelebtes Leben, Eine Biographie, 3 Bände, Karin Kramer Verlag, Berlin Band 1: 1978, Band 2: 1979, Band 3: 1980
  • Niedergang der russischen Revolution, Karin Kramer Verlag, Berlin
  • Das tragische an der Emanzipation der Frau, Karin Kramer Verlag, Berlin
  • Vision on Fire. Emma Goldman on the Spanish Revolution, Commonground Press, New York 1985
  • Emma Goldman. Exhibit Notes, University of California at Berkeley, 1989

Staatsschutz

Staatsarchiv Potsdam, Sanssouci-Orangerie, 1571 Potsdam: Emma Goldman; Bestand Rep.30, Polizeipräsidium Berlin C, Nr. 16179; enthält eine Akte mit 123 Seiten, Spitzelberichte von 1895-1917, Fotos

Literatur

  • Erik Knudsen: Röde Emma, Theaterstück (dänisch), Gyldendals Teater 1982
  • Liebe und Anarchie & Emma Goldman. Ein erotischer Briefwechsel. Eine Biographie, Candace Falk, Karin Kramer Verlag
  • Emma Goldman, Leben und Werk, Heiner Becker Id-Verlag (1992)
  • Bonnie Haaland: Emma Goldman - Sexuality and the Impurity of the State, Black Rose Books, Montréal 1993
  • Ben L. Reitman: Boxcar Bertha, Rowohlt TB, Hamburg 1994

Zitate

  • Wenn man Liebe nicht bedingungslos geben und nehmen kann, ist es keine Liebe, sondern ein Handel.
  • Die Liebe ist eine Verächterin aller Gesetze, aller Vorschriften (...). Wenn die Welt jemals Gleichheit und Einigkeit hervorbringen wird, wird es nicht mehr die Ehe, sondern nur noch liebe geben!
  • Wenn ich nicht dazu tanzen kann, ist es nicht meine Revolution!

Texte von Emma Goldman

Siehe auch

Web Links

Videos

Kategorie:AnarchafeministInnen Kategorie:AnarchokommunistInnen