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Difference between revisions of "Umsonstladen"

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Revision as of 03:49, 18 February 2007

Das Prinzip des Umsonstladens besteht darin, dass unbenötigte Gebrauchsgegenstände hier abgelegt werden können und jeder Mensch sich alles benötigte mitnehmen kann. Dies dient einerseits finanziell schwachen Menschen und Gemeinschaften, ist aber auch ein Beispiel bzw. Pionierprojekt für ein tausch- und handelsfreies Verteilungssystem. Ferner leisten Umsonstläden einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Müllvermeidung.

Das Spektrum von Umsonstläden ist sehr vielfältig. Dies betrifft sowohl ihre Ausstattung als auch die Motivation zu ihrer Einrichtung. Neben Läden die eher eine karitative oder ökologische Ausrichtung betonen, gibt es solche, die Teil eines größeren Projektes sind und sich als konkreter Ansatz für eine Alternative zur gängigen ökonomisch-sozialen Praxis verstehen. Umsonstläden existieren in allen Größenordnungen: Es gibt Möbellager in Hallen und großen Baracken, Läden in innerstädtischen Einkaufszonen, Umsonstecken in Infoläden, umfunktionierte stillgelegte Telefonzellen bis hin zur Umsonstkiste im Hausflur.

Es gibt auch einen Online-Umsonstladen.

Ein Problem, mit dem Umsonstläden vor allem zu kämpfen haben, ist die Sicherung der Auslagen für Miete und sonstige anfallende Kosten. Meist wird versucht das Problem über diverse Spendenpraktiken zu lösen. Manchmal führt dies dazu, dass Ladennutzer im 'Bezahlsystem' verhaftet bleiben. Das macht deutlich, dass auch ein Umsonstladen sich nur bedingt von der kapitalistischen 'Außenwelt' abkoppeln kann. In dieser Hinsicht muss auch darauf verwiesen werden, dass die Basis der Umsonstläden die Zirkulation von Wohlstandsmüll und nicht die Schaffung alternativer Produktionsbedingungen ist.

Dieser Umstand bestätigt zwar das ökologische Anliegen, scheint die sozial-emanzipatorische Motivation jedoch zu desavouieren und die Potenz der bestehenden Wirtschaftsordnung zu bekräftigen. Auch die Reglementierung der Umsonstlädennutzer durch die Regel, nur drei oder fünf Teile bzw. Sets mitnehmen zu dürfen, wie sie in vielen Läden an der Tagesordnung ist, verweist auf dieses Dilemma. Teilweise werden nämlich von einigen Nutzern Gegenstände gehortet oder auch weiterverkauft, was der eigentlichen Intention der Umsonstläden widerspricht.

Dennoch kann von einem generellen Scheitern der Umsonstladenidee keine Rede sein. Das beweist auch ihre steigende Zahl in Deutschland. Teils werden sie als Bestandteil emanzipatorischer Projekte bewusst genutzt, teils erfahren sie sogar kommunale Förderung. Resümierend kann festgehalten werden, dass man mit einem Umsonstladen die Welt nicht grundsätzlich verändern, aber eine Menge Spaß haben kann. Ähnlich wie z. B. eine Demonstration ist das Betreiben und Nutzen eines Umsonstladens eine soziale Praxis, die verschiedenen Zielen dienen kann. Es kommt darauf an, sich diese Ziele klar zu machen und die innere Gestaltung des Umsonstladens darauf hin auszurichten.

Kritik am Konzept Umsonstladen

Die Kritik des Fetischismus, der die Menschen als gesellschaftliche Wesen den Verhaeltniszen ihrer eigenen Produkte unterordnet, muß konsequenterweise schon auf der Ebene der Warenproduktion ansetzen. Denn vor allem unter den Bedingungen von Warenproduktion für anonyme Maerkte setzen die Akteure der Verwertungsmaschinerie ihre Ressourcen nicht nach einem gemeinsamen Beschlusz für die sinnvolle Reproduktion ihres Lebens ein, sondern sie produzieren isoliert voneinander Waren, die erst durch den Austausch auf dem Markt zu gesellschaftlichen Produkten werden. Dieses grundlegende Problem des warenproduzierenden Systems können Umsonstlaeden daher leider nicht loesen - sie stehen ganz am Ende der Verwertungskette.


Siehe auch

Weblinks

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