Still working to recover. Please don't edit quite yet.

Çatal Hüyük

Aus <a href="http://deu.anarchopedia.org/%C3%83%E2%80%A1atal_H%C3%83%C2%BCy%C3%83%C2%BCk">Anarchopedia</a>, dem offenen Wissensportal für und von AnarchistInnen
Jump to: navigation, search

Çatal Hüyük war eine steinzeitliche Großsiedlung die von 7 300 bis 6 100 v.u.Z. ununterbrochen bewohnt war. Unterschiedliche schätzungen gehen von 2 500 bis 10 000 dauerhaften Bewohnern aus. In Çatal Hüyük bestand und besteht eine ungemein günstige Fundsituation mit aussagekräftigen Artefakten.


Lebenserwartung[edit]

Durch Spurenelementen in den Zähnen und Kollagenanalyse der Knochen konnte u.a. herausgefunden werden, dass die Kindersterblichkeit in Çatal Hüyük um 30% niedriger als in der weiter entwickelten Bronzezeit ca 3 000 Jahre später war. Auch lag die maximale lebenserwartung bis zu zehn Jahre über der der Bronzezeit und das Durchschnittsalter von 32 Jahren konnte in der Arbeiterklasse Europas erst wieder 1750 erreicht werden. Vor 300 Jahren hatte ein Bauer also eine geringere Lebenserwartung als vor 9 000 Jahren.

Gesellschaftsform[edit]

In Çatal Hüyük existierten nach archeologischen Erkenntnissen weder ein Staat, noch eine andere Form der Regierung. Durch das Grundprinzip der Gleichheit war es möglich, dass ein, für diese Zeit, relativ hoher Reichtum für jede_n existierte. In den 1 200 Jahren der Existenz der Siedlung existiert kein Beleg für eine Hungersnot oder eine von einem Menschen ausgehende Gewalteinwirkung mit Todesfolge. Mehr noch. Der einzig existierende Haustyp (es gab ca. 1 500 davon) war so angelegt, dass jedem Menschen zehn bis zwöfl Quadratmeter Wohnfläche zur verfügung stand, zudem befanden sich in jedem Haus Werkstätten, Lager und ein Sakraler Bereich, in dem u.a. die Toten bestattet wurden. Es existierte keine Priesterkaste und dadurch, dass der Mensch bei sich zu hause in der eigenen Werkstatt produzierte, gab es kein Eigentum an Produktionsmitteln, das über den eigenen Bedarf hinausging.
Weiterhin zeigt der gute Erhalt an organischen Materialien wie Decken, Kunstvollen Handwerksarbeiten und menschlichen Überresten sowie bestattungsbeigaben, dass die Stadt trotz der gleichen Gebäude bunt und künstlerisch vielseitig war. An der abnutzung der Knochen lässt sich erkennen, dass die Bewohner Çatal Hüyüks exzessiv tanzten. Nach sozialwissenschaftlichen Schätzungen sollen die Menschen etwa die Hälfte ihrer schlaffreien Zeit gearbeitet (was teilweise weniger ist als die Zeit die uns in dieser technisch "fortschrittlichen" Gesellschaft bleibt) und große Teile ihrer Freizeit beim Feiern auf ihren flachen Dächern, auf denen sich ein Großteil des Sozialen lebens abspielte, verbracht haben.
Durch die wirtschaftliche Gleichheit der Menschen rückte das Individuum in den Mittelpunkt der Gesellschaft. So wurde z.B. ein Mädchen, dass durch einen Oberschenkelbruch zum Krüppel wurde und verstarb, ein ausergewöhnlich großes Begräbnis zu teil. Weiterhin existierten sogar Häuser, die von bei der Ausgrabung anwesenden Medizienern als regelrechte "Krankenhäuser" eingeordnet wurden. Eine Institution, die in Deutschland erst wieder nach der Bismarkschen Sozialgesetzgebung für größere Teile der Bevölkerung zugänglich wurden und die in Çatal Hüyük wahrscheinlich für jede_n verfügbar war.
Es existierte auch kein Patriachart, Frauen und Männer wurden gleichsam mit wertvollen Gegenständen begraben und übten die selben Berufe aus. Genauso wie Frauen mit Waffen und Werkzeugen bestattet wurden, erhielten Männer Schmuck und Malutensilien als Grabbeilagen.

Ethik[edit]

Die soziale Ethik jener Menschen wird am besten durch fehlende Fundstücke belegt. In unzähligen Malereien finden sich keine Darstellungen von Aggression, Konflikt, Kampf, Misshandlung oder Folter, ganz im gegensatz zu anderen funden aus allen anderen Zeiten, in denen solche Malereien klassische Motive sind. Auch fand mensch keine Spuren von Mensch oder Tieropfern, rituellen Verstümmelungen oder wie schon gesagt, vom gewaltsamen Tot durch einen anderen Menschen, Kriegswaffen fehlen in Çatal Hüyük völlig. Es gibt weiterhin auch keinen Beleg dafür, dass irgendwas irgendeine Art von Tauschwert hatte.

Quellenhinweise[edit]