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Difference between revisions of "Panarchismus"

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De Puydt inspirierte sich vom freien wirtschaftlichen Wettbewerb, um einen freien Wettbewerb von Regierungsformen vorzuschlagen. Sein Motto ist „''[[Laissez-faire|laissez faire]], laissez passer''“ auch in Staatspolitik gelten zu lassen. Die Kunden (Bürger) sollen nach persönlicher Weltanschauung und nach finanziellen Kriterien ihre Regierung aussuchen ohne dass es Wahlverlierer gibt oder Revolutionen notwendig wären. Der Fortbestand jeder Regierung würde alleine von ihrer Anhängerzahl und von ihren Finanzen abhängen. De Puydt machte Vergleiche mit der Religion, wo monopolistische Staatsreligionen durch ein friedliches zusammenleben von verschiedenen Religionen ersetzt wurden.
  
Panarchismus wurde von [[Anarchismus|Anarchisten]] wie [[Max Nettlau]]<ref>Max Nettlau: ''Panarchie, eine vergessene Idee von 1860''. In: ''Der Sozialist'', 15.März 1909.</ref>, aber auch manchen [[Sozialismus|Sozialisten]] und [[Libertarismus|Libertären]] gefordert.  
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Panarchismus wurde von [[Anarchismus|Anarchisten]] wie [[Max Nettlau]]<ref>Max Nettlau: ''Panarchie, eine vergessene Idee von 1860''. In: ''Der Sozialist'', 15.März 1909.</ref>, oder [[Kurt Zube]] aber auch manchen [[Sozialismus|Sozialisten]] und [[Libertarismus|Libertären]] gefordert.  
  
 
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[[Bruno Frey]] und [[Reiner Eichenberger]] haben 1997 mit [[Functional Overlapping Competing Jurisdiction]] ein ähnliches Modell vorgeschlagen. Panarchismus hat auch Gemeinsamkeiten mit dem [[Anarchokapitalismus]].
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Panarchismus ist eine politische Philosophie, die von der friedlichen Koexistenz verschiedener politischer Systeme auf dem gleichen Gebiet ausgeht.

Der Begriff wurde 1860 von dem belgischen Botaniker und Wirtschaftstheoretiker Paul Emile de Puydt eingeführt.[1] Der Ausdruck Panarchie setzt sich aus den den griechischer Wortstämmen pan- (alles) und -archie (Regierungsform) zusammen, also eine Regierungsform, die alle Regierungsformen einschließt.

In der Panarchie wäre es allen Individuen gestattet, sich von der bisherigen Regierung loszusagen und in eine neue einzutreten, ohne das Land verlassen zu müssen. Auf einem Gebiet würde mehrere parallele Regierungen existieren, die verschieden organisiert wären (zum Beispiel Monarchie, Republik, etc.), und die Individuen könnten frei aussuchen, welcher sie angehören wollen. Jede Regierung würde von ihren Anhängern Steuern und Abgaben beziehen und ihnen Dienstleistungen bieten. Es geht somit im wesentlichen um ein exterritoriales Sezessionsrecht.

De Puydt inspirierte sich vom freien wirtschaftlichen Wettbewerb, um einen freien Wettbewerb von Regierungsformen vorzuschlagen. Sein Motto ist „laissez faire, laissez passer“ auch in Staatspolitik gelten zu lassen. Die Kunden (Bürger) sollen nach persönlicher Weltanschauung und nach finanziellen Kriterien ihre Regierung aussuchen ohne dass es Wahlverlierer gibt oder Revolutionen notwendig wären. Der Fortbestand jeder Regierung würde alleine von ihrer Anhängerzahl und von ihren Finanzen abhängen. De Puydt machte Vergleiche mit der Religion, wo monopolistische Staatsreligionen durch ein friedliches zusammenleben von verschiedenen Religionen ersetzt wurden.

Panarchismus wurde von Anarchisten wie Max Nettlau[2], oder Kurt Zube aber auch manchen Sozialisten und Libertären gefordert.

Bruno Frey und Reiner Eichenberger haben 1997 mit Functional Overlapping Competing Jurisdiction ein ähnliches Modell vorgeschlagen. Panarchismus hat auch Gemeinsamkeiten mit dem Anarchokapitalismus.

Kategorie:Staat
  1. Paul Emile de Puydt: Panarchie. In: Revue Trimestrielle, Brüssel, Band 27, Juli 1860, S. 222-246. Onlineausgabe auf Google Books
  2. Max Nettlau: Panarchie, eine vergessene Idee von 1860. In: Der Sozialist, 15.März 1909.