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Malthusanismus

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pessimistische Bevölkerungstheorie, die Thomas Malthus (1766 - 1837) in seiner Streitschrift "An essay on the principle of population" (1798; Versuch über das Bevölkerungsgesetz) veröffentlichte.

Nach dieser Theorie tendiert die Bevölkerung dazu, schneller zu wachsen als das Nahrungsangebot, das für ihre Ernährung benötigt wird. Wann immer in der Nahrungsmittelproduktion ein Vorsprung im Verhältnis zum Bevölkerungswachstum erzielt wird, hat dies einen noch schnelleren Anstieg des Bevölkerungswachstums zur Folge. Wenn jedoch die Bevölkerung im Verhältnis zur Nahrungsmittelproduktion zu schnell wächst, wird dieses übermässige Wachstum durch Hungersnöte, Krankheiten und Kriege korrigiert.


Kein Ausweg aus der Bevölkerungsfalle

Anders als andere Denker seiner Zeit glaubte Malthus nicht an die Problemlösungsfähigkeit der Marktwirtschaft. Er plädierte zunächst für Heiratskontrollen, um das Bevölkerungswachstum in den Griff zu bekommen, aber auch für Bildungsinvestitionen als Instrument zur Senkung der Geburtenrate.

Sein Zeitgenosse David Ricardo kritisierte Malthus direkt, indem er ihm vorwarf, er gebe "den Reichen eine sehr erfreuliche Formel, die Missgeschicke der Armen zu ertragen". Eine Kritik, die später auch Karl Marx und andere teilten.

Neo-Malthusianismus

Die Entwicklungstheorie des Neo-Malthusianismus argumentiert, dass die Fruchtbarkeit einer Population steigt, wenn die Population nicht durch Ressourcenknappheit begrenzt ist. Wenn man mehrere Gruppen mit unterschiedlicher Fruchtbarkeit annimmt, dann wird die Fruchtbarkeit der Gesamtheit sich der am schnellsten wachsenden Gruppe annähern.

Anders ausgedrückt sagt die Neo-Malthusianische Theorie, dass Gruppen in einer Population, die eine höhere Fruchtbarkeit aufweisen (z. B. weil sie Verhütungsmittel ablehnen oder resistent gegen sie sind) evolutionär begünstigt sind, weil sie mehr Kinder haben, so dass sie einen immer größeren Anteil an der Gesamtbevölkerung stellen und sich die Fruchtbarkeit der Gesamtbevölkerung schließlich angleicht, also erhöht.

Situation in Entwicklungsländern

In den meisten Entwicklungsländern gibt es schon seit Jahrzehnten große Wachstumsraten. Malthusianer sehen im rasanten Bevölkerungswachstum aufgrund geringerer Sterberaten (wegen besserer Gesundheitsversorgung und Ernährungslage) und hoher Geburtenraten den Hauptgrund für wirtschaftliche Stagnation.

Dieser Zusammenhang wird manchmal fälschlich als "Neo-Malthusianismus" bezeichnet. In Wahrheit handelt es sich jedoch um die klassische Theorie, dergegenüber Neo-Malthusianismus eher auf die Situation in den Industrieländern abzielt.

Da die Mehrheit der Weltbevölkerung heute in Entwicklungsländern lebt, sei das Thema nach wie vor eines der drängendsten der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. In manchen Ländern wie z. B. China wird mit den schon von Malthus empfohlenen Instrumenten dagegen vorgegangen: Geburtenkontrolle und Bildungsförderung in den unteren Gesellschaftsschichten, in den meisten anderen Entwicklungsländern wird das Problem nach wie vor ignoriert.


Kategorie:Ökonomie