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Difference between revisions of "Gender:Seminar Saasen0406:APO-Calypse"

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Diese Seite dient zur Vorbereitung für das Seminar "Sexismus, Zweigeschlechtlichkeit und antisexistische Praxis", welches vom 28.-30. April 2006 in der Projektwerkstatt in Saasen statt findet.
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*Weg- und [http://www.projektwerkstatt.de/pwerk/saasen/fahrplan.html Anfahrtsbeschreibung]
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*Weiterführende [http://www.projektwerkstatt.de/gender/haupt.html Seiten] zu Gender, Antisexismus und Queer
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'''Einladungstext'''
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Von Geburt an werden Menschen darauf zugerichtet, einem der zwei vorgegeben Geschlechtern zu entsprechen und die entsprechende Sexualität zu entwickeln. Wer ohne eindeutige Geschlechtsmerkmale auf die Welt kommt, wird chirurgisch und hormonell angepasst. Solche Gewalt ist allerdings nur selten nötig: Ob Medien, Spielzeug, Wissenschaft oder Stammtischgespräch die zweigeschlechtliche Norm durchzieht Gesellschaft bis in die letzten Winkel. Völlig selbstverständlich reproduzieren (fast) alle Menschen in ihrem Alltag die typischen Rollenlogiken. Diskriminierung, Abwertung und Grenzüberschreitungen sind für Frauen dabei fester Bestandteil dieser Normalität.
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Dieses Seminar will einen kritischen Blick auf diese Geschlechterverhältnisse werfen und grundlegende Aspekte beleuchten:
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*Wurden Menschen schon immer in Männer und Frauen eingeteilt – gibt es Ausnahmen?
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== Programm und Ablauf ==
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Dies ist ein Vorschlag für mögliche Elemente eines Basiswissen-Seminars; statt einem fest definierten Programm ist zu wünschen, dass das Seminar stark von den Interessen der jeweilis beteiligten Menschen lebt.
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'''Vorschlag: Das Seminar startet am Freitag ab 20 Uhr mit einem offenen Brainstorming, um die uns interessierenden Aspekte zu sammeln unt das Programm entlang dieser zu entwickeln. Als Methode ist z.B. das [http://www.projektwerkstatt.de/hoppetosse/hierarchNIE/tuschelrunde.html Tuschelrunden]-Prinzip denkbar.
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*Grundlagen von Zweigeschlechtlichkeit: Diskursive Herrschaft
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*Historische Entstehung von Zweigeschlechtlichkeit
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*Auslöschung von Abweichungen: Intersexualität
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*Alltägliche Reproduktion des zweigeschlechtlichen Systems
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**Selbst-Inszenierung der jeweiligen Rolle
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**Möglichkeiten der Subversion bzw. Veränderung der zweigeschlechtlichen Normierung
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=== Patriarchale Verhältnisse, sexistischer Alltag ===
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*Sexismus in der Sprache
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*Gesprächs- und Redeverhalten
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**Gleichberechtigung durch Verrregelungen? Kritik an Quottierung und ähnlichen 'Hilfsmitteln'
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*Geschlechtsspezifische Rollen(muster), 'typische' Arbeitsteilung
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*Grenzüberschreitungen
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*Medien (Analyse von Zeitungen, Werbeplakaten, Hörspielen, Musikvideos usw.)
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*Bevölkerungspolitik
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=== Feministische Ansätze und Kritik ===
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*Gleichheits- und Differenz-Feminismus
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*Dekonstruktivistischer Feminismus und Queer Theory
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*Feministische Utopien
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*Anarcha-Feminismus
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*Herrschaftskritik und Antisexismus
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**Diskussionspunk: Frauenrechte als Grund für neue Kriege
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**Diskussionspunkt: Starker Staat als Schutz vor Grenzüberschreitungen
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=== 'Moderne' Formen des Patriarchats ===
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*Entgeschlechtliches Patriarchat
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**Aufstiegschancen für 'durchsetzungsstarke' Frauen bei Beibehaltung der patriarchalen Rollen
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**'Weibliche Kompetenzen' als Produktivkraft für kapitalistische Verhältnisse
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=== Antisexistische Praxis ===
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*Zweigeschlechtliche Logiken auf Camps und Konkressen zurück drängen
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*Diskriminierungsfreie Räume
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*Feminismus und Militanz (Beispiel: Rote Zora)
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*Direkte Intervention gegen sexistisches Verhalten
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*Crossdressing
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*Brüche im eigenen Verhalten

Revision as of 15:39, 25 April 2006

Diese Seite dient zur Vorbereitung für das Seminar "Sexismus, Zweigeschlechtlichkeit und antisexistische Praxis", welches vom 28.-30. April 2006 in der Projektwerkstatt in Saasen statt findet.

Einladungstext

Von Geburt an werden Menschen darauf zugerichtet, einem der zwei vorgegeben Geschlechtern zu entsprechen und die entsprechende Sexualität zu entwickeln. Wer ohne eindeutige Geschlechtsmerkmale auf die Welt kommt, wird chirurgisch und hormonell angepasst. Solche Gewalt ist allerdings nur selten nötig: Ob Medien, Spielzeug, Wissenschaft oder Stammtischgespräch die zweigeschlechtliche Norm durchzieht Gesellschaft bis in die letzten Winkel. Völlig selbstverständlich reproduzieren (fast) alle Menschen in ihrem Alltag die typischen Rollenlogiken. Diskriminierung, Abwertung und Grenzüberschreitungen sind für Frauen dabei fester Bestandteil dieser Normalität.

Dieses Seminar will einen kritischen Blick auf diese Geschlechterverhältnisse werfen und grundlegende Aspekte beleuchten:

  • Wie äußern sich Sexismus oder patriarchale Verhältnisse?
  • Wurden Menschen schon immer in Männer und Frauen eingeteilt – gibt es Ausnahmen?
  • Wo kommen unsere Rollenbilder her – und was ist ‚geschlechtsspezifische Sozialisation'?


Was sollte ich mitbringen?

  • Eigene Vorstellungen und Ideen für den inhaltlichen wie methodischen Ablauf
  • Materialien, die dir als bereichernd für das Seminar erscheinen: Bücher, Anschauungsbeispiele für die Analyse von Sexismen (Hörspiele, Werbungen, Zeitungen, Kinderbücher usw.)
  • Schlafsack

Programm und Ablauf

Dies ist ein Vorschlag für mögliche Elemente eines Basiswissen-Seminars; statt einem fest definierten Programm ist zu wünschen, dass das Seminar stark von den Interessen der jeweilis beteiligten Menschen lebt.

Vorschlag: Das Seminar startet am Freitag ab 20 Uhr mit einem offenen Brainstorming, um die uns interessierenden Aspekte zu sammeln unt das Programm entlang dieser zu entwickeln. Als Methode ist z.B. das Tuschelrunden-Prinzip denkbar.

Mögliche Programmpunkte

  • Weitere Ideen einfach dazu tragen


Zweigeschlechtlichkeit

  • Grundlagen von Zweigeschlechtlichkeit: Diskursive Herrschaft
  • Historische Entstehung von Zweigeschlechtlichkeit
  • Auslöschung von Abweichungen: Intersexualität
  • Alltägliche Reproduktion des zweigeschlechtlichen Systems
    • Geschlechtsspezifische Sozialisation per Erziehung usw.
    • Selbst-Inszenierung der jeweiligen Rolle
    • Möglichkeiten der Subversion bzw. Veränderung der zweigeschlechtlichen Normierung


Patriarchale Verhältnisse, sexistischer Alltag

  • Sexismus in der Sprache
  • Gesprächs- und Redeverhalten
    • Gleichberechtigung durch Verrregelungen? Kritik an Quottierung und ähnlichen 'Hilfsmitteln'
    • Dominazabbau in Gruppen
  • Körpersprache
  • Geschlechtsspezifische Rollen(muster), 'typische' Arbeitsteilung
  • Grenzüberschreitungen
  • Medien (Analyse von Zeitungen, Werbeplakaten, Hörspielen, Musikvideos usw.)
  • Körperbilder, Schönheitsnormen
  • Ehe als Gewaltverhältnis
  • Bevölkerungspolitik
  • Patriarchale Verhältnisse in politischer Bewegung


Feministische Ansätze und Kritik

  • Gleichheits- und Differenz-Feminismus
  • Dekonstruktivistischer Feminismus und Queer Theory
  • Feministische Utopien
  • Anarcha-Feminismus
  • Herrschaftskritik und Antisexismus
    • Diskussionspunk: Frauenrechte als Grund für neue Kriege
    • Diskussionspunkt: Starker Staat als Schutz vor Grenzüberschreitungen


'Moderne' Formen des Patriarchats

  • Entgeschlechtliches Patriarchat
    • Aufstiegschancen für 'durchsetzungsstarke' Frauen bei Beibehaltung der patriarchalen Rollen
  • Gender Mainstreaming
    • 'Weibliche Kompetenzen' als Produktivkraft für kapitalistische Verhältnisse


Antisexistische Praxis

  • Aktionsmöglichkeiten gegen Sexismus und Zweigeschlechtlichkeit
  • Zweigeschlechtliche Logiken auf Camps und Konkressen zurück drängen
  • Diskriminierungsfreie Räume
  • Feminismus und Militanz (Beispiel: Rote Zora)
  • Direkte Intervention gegen sexistisches Verhalten
  • Crossdressing
  • Brüche im eigenen Verhalten