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Die Freie Arbeiter Stimme war die langlebigste anarchistische Zeitung in jiddischer Sprache, sowie eine der langlebigsten Publikationen in der jiddischen Sprache überhaupt. Ursprünglich wurde die Zeitung als amerikanisches Gegenstück zu [[Rudolf Rocker]]s Zeitung [[Der Arbeiterfraynd]], aus London, gegründet.
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Die '''Freie Arbeiter Stimme''' (es existieren weitere jiddische Schreibweisen u.a. '''Fraye Arbeter Shtime''') war die langlebigste anarchistische Zeitung in jiddischer Sprache, sowie eine der langlebigsten Publikationen in der jiddischen Sprache überhaupt. Ursprünglich wurde die Zeitung als amerikanisches Gegenstück zu [[Rudolf Rocker]]s Zeitung [[Der Arbeiterfraynd]], aus London, gegründet. Das Ziel der Zeitung war sowohl die Agitation und die gewerkschaftliche Organisierung der jüdischen Immigranten als auch die Erhaltung und Verbreitung der jüdischen Kultur und Literatur (Gedichte, Geschichten, Theaterstücke etc.). Geschrieben wurde in jiddisch mit hebräischen Lettern. Der Titel war sowohl jiddisch in hebräischen Lettern als auch Deutsch und Englisch (''Free Voice of Labor'').Der Abstand der Erscheinungen, wie der LeserInnen, entwickelte sich stetig zurück. Die Zeitung begann mit dem Erscheinen in einem wöchentlichen Rhythmus, später alle zwei Wochen und zur Einstellung der Herausgabe hin nur noch monatlich. Die Auflagensträke betrug 1905 13.000, 1935 5.000 und 1977 nur noch 1.700.
  
Die Veröffentlichung begann 1890 und wurde unter der Leitung von [[Saul Yanovsky]] bis 1923 weiter geführt. Für eine Zeitspanne übernahm [[Mark Mratchny]], ein ukrainischer exil Anarchist und frühere Redakteur bei [[Nabat]] (Der Alarm), dem Organ der anarchistischen Nabat Föderation während dem Friedensvertrag zwischen den Machnowshista und Bolschewisten, die Leitung. Die Zeitung wurde 87 Jahre lang veröffentlicht bis sie schließlich 1977 notgedrungen die Veröffentlichung unter [[Ahrne Thorne]], aufgrund der stark sinkenden und alternde Bevölkerung von sowohl jiddisch Sprechenden und AnarchistInnen in den Vereinten Staaten, einstellen.
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Die Veröffentlichung begann 1890 unter der Redaktur von [[David Edelstedt]] bis zum 29. Mai 1893, unter Edelstedts Leitung wurden 129 Nummern herausgebracht. Daraufhin erschien die Freie Arbeiter Stimme allerdings unregelmäßig und mit einigen Pausen. Unter der Redaktur von [[Saul Yanovsky]] bis 1923 erschien die Zeitung regelmäßig wöchentlich. Nach der bolschewistischen Revolution in Russland fühlten sich viele jüdische AnarchistInnen von den Slogans der Bolschewisten angezogen. Yanovsky erkannte aber damals schon die Lügen der Bolschewisten und das diese ihr Versprechen ''Alle Macht den Räten'' nie einhalten würden und vertrat diese Meinung auch in der Freien Arbeiter Stimme (Frühjahr, Sommer 1918). Daraufhin kehrten viele junge jüdische AnarchistInnen der Freien Arbeiter Stimme den Rücken und bildeten das Rückrat der Kommunistischen Partei der [[USA]].
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Für eine Zeitspanne übernahm [[Mark Mratchny]], ein ukrainischer Anarchist im Exil und frühere Redakteur bei [[Nabat]] (Der Alarm), dem Organ der anarchistischen Nabat Föderation während dem Friedensvertrag zwischen den Machnowtschina und Bolschewisten, die Leitung. Die Zeitung wurde 87 Jahre lang veröffentlicht bis sie schließlich 1977 notgedrungen die Veröffentlichung unter [[Ahrne Thorne]], aufgrund der stark sinkenden und alternde Bevölkerung von sowohl jiddisch Sprechenden und AnarchistInnen in den Vereinten Staaten, einstellen. 1977 hatte die Freie Arbeiter Stimme eine Auflagenstärke von 1.700. Das Abonnement kostete 7$. Die Kosten für Versand und Druck waren aber in etwa doppelt so hoch. Trotzdem konnten die meisten LeserInnen nicht so viel für die Zeitung bezahlen.  
  
 
Autoren waren u.a. [[David Edelstadt]], [[Abba Gordin]], [[Rudolf Rocker]], [[Moishe Shtarkman]] und [[Saul Yanovsky]]. Die Zeitung war auch bekannt dafür Gedichte von di Yunge, jiddischer Dichter von 1910 und 1920, zu veröffentlichen.
 
Autoren waren u.a. [[David Edelstadt]], [[Abba Gordin]], [[Rudolf Rocker]], [[Moishe Shtarkman]] und [[Saul Yanovsky]]. Die Zeitung war auch bekannt dafür Gedichte von di Yunge, jiddischer Dichter von 1910 und 1920, zu veröffentlichen.
  
Die Geschichte der Zeitung wurde in einer Dokumentation von Steve Fischler und Joel Sucher der Pacific Street Film Project: ''Free Voice of Labor: The Jewish Anarchists'' (1980) beschrieben. Der Film wurde massgeblich durch [[Paul Avrich]] unterstützt.
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Außer der Zeitung publizierte der Herausgeberkreis auch als Verlag eine Vielzahl von Übersetzungen libertärer Literatur in die jiddische Sprache.
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Die Geschichte der Zeitung wurde in einer Dokumentation von Steve Fischler und Joel Sucher der Pacific Street Film Project: ''Free Voice of Labor: The Jewish Anarchists'' (1980) beschrieben. Der Film wurde maßgeblich durch [[Paul Avrich]] unterstützt.
  
 
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== Weblinks ==
 
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* ('''eng''') [http://greylodge.org/gpc/?p=646 The Free Voice of Labor: The Jewish Anarchists] (Video/torrent)
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*Die Freie Arbeiter Stimme (Eintrag in der 'Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus/DadA'): [http://projekte.free.de/dada/dada-p/P0001191.HTM]
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*[http://www.iisg.nl/archives/en/files/f/10748879.php Freie Arbeiter Stimme Archiv] des [[IISG]]
  
 
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[[Kategorie:Zeitschriften (historisch)]]
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[[Kategorie:jüdischer Anarchismus]]
 
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400px|thumb|right|Die Freie Arbeiter Stimme Die Freie Arbeiter Stimme (es existieren weitere jiddische Schreibweisen u.a. Fraye Arbeter Shtime) war die langlebigste anarchistische Zeitung in jiddischer Sprache, sowie eine der langlebigsten Publikationen in der jiddischen Sprache überhaupt. Ursprünglich wurde die Zeitung als amerikanisches Gegenstück zu Rudolf Rockers Zeitung Der Arbeiterfraynd, aus London, gegründet. Das Ziel der Zeitung war sowohl die Agitation und die gewerkschaftliche Organisierung der jüdischen Immigranten als auch die Erhaltung und Verbreitung der jüdischen Kultur und Literatur (Gedichte, Geschichten, Theaterstücke etc.). Geschrieben wurde in jiddisch mit hebräischen Lettern. Der Titel war sowohl jiddisch in hebräischen Lettern als auch Deutsch und Englisch (Free Voice of Labor).Der Abstand der Erscheinungen, wie der LeserInnen, entwickelte sich stetig zurück. Die Zeitung begann mit dem Erscheinen in einem wöchentlichen Rhythmus, später alle zwei Wochen und zur Einstellung der Herausgabe hin nur noch monatlich. Die Auflagensträke betrug 1905 13.000, 1935 5.000 und 1977 nur noch 1.700.

Die Veröffentlichung begann 1890 unter der Redaktur von David Edelstedt bis zum 29. Mai 1893, unter Edelstedts Leitung wurden 129 Nummern herausgebracht. Daraufhin erschien die Freie Arbeiter Stimme allerdings unregelmäßig und mit einigen Pausen. Unter der Redaktur von Saul Yanovsky bis 1923 erschien die Zeitung regelmäßig wöchentlich. Nach der bolschewistischen Revolution in Russland fühlten sich viele jüdische AnarchistInnen von den Slogans der Bolschewisten angezogen. Yanovsky erkannte aber damals schon die Lügen der Bolschewisten und das diese ihr Versprechen Alle Macht den Räten nie einhalten würden und vertrat diese Meinung auch in der Freien Arbeiter Stimme (Frühjahr, Sommer 1918). Daraufhin kehrten viele junge jüdische AnarchistInnen der Freien Arbeiter Stimme den Rücken und bildeten das Rückrat der Kommunistischen Partei der USA.

Für eine Zeitspanne übernahm Mark Mratchny, ein ukrainischer Anarchist im Exil und frühere Redakteur bei Nabat (Der Alarm), dem Organ der anarchistischen Nabat Föderation während dem Friedensvertrag zwischen den Machnowtschina und Bolschewisten, die Leitung. Die Zeitung wurde 87 Jahre lang veröffentlicht bis sie schließlich 1977 notgedrungen die Veröffentlichung unter Ahrne Thorne, aufgrund der stark sinkenden und alternde Bevölkerung von sowohl jiddisch Sprechenden und AnarchistInnen in den Vereinten Staaten, einstellen. 1977 hatte die Freie Arbeiter Stimme eine Auflagenstärke von 1.700. Das Abonnement kostete 7$. Die Kosten für Versand und Druck waren aber in etwa doppelt so hoch. Trotzdem konnten die meisten LeserInnen nicht so viel für die Zeitung bezahlen.

Autoren waren u.a. David Edelstadt, Abba Gordin, Rudolf Rocker, Moishe Shtarkman und Saul Yanovsky. Die Zeitung war auch bekannt dafür Gedichte von di Yunge, jiddischer Dichter von 1910 und 1920, zu veröffentlichen.

Außer der Zeitung publizierte der Herausgeberkreis auch als Verlag eine Vielzahl von Übersetzungen libertärer Literatur in die jiddische Sprache.

Die Geschichte der Zeitung wurde in einer Dokumentation von Steve Fischler und Joel Sucher der Pacific Street Film Project: Free Voice of Labor: The Jewish Anarchists (1980) beschrieben. Der Film wurde maßgeblich durch Paul Avrich unterstützt.

siehe auch[edit]

Anarchismus in Israel, Zeitschriften

Weblinks[edit]

Kategorie:Zeitschriften (historisch) Kategorie:jüdischer Anarchismus