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		<title>Anarchopedia - User contributions [en]</title>
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		<title>August Krcal</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Geboren wurde Krcal 1862 in Deutschbrod (Heute: HavlÃ­ÄkÅ¯v Brod) in BÃ¶hmen.  Schon um 1885 war der junge BÃ¤cker einer der wichtigsten [[Radikalismus|Radikalen]] in [[Wien]].  In der Zeit des Ausnahmezustands sprach er sich deutlich gegen die von Viktor Adler betriebene AnnÃ¤herung von Radikalen und GemÃ¤ÃŸigten aus. In seinem BÃ¼chlein &amp;quot;Zur geschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1894&amp;quot;, erteilte er im Hinblick auf die Anbiederung der sozialdemokratischen Partei an die Fraktionen der Bourgeoisie und der Beobachtung &amp;quot;[...]daÃŸ der denkbar Ã¤rgste Schacher mit Stimmen getrieben wird, daÃŸ die im Elend schmachtenden Massen ihre Stimmen verkaufen, ja, daÃŸ es selbst die FÃ¼hrer der Sozialdemokratie sind, welche die sozialdemokratischen Massen mit &amp;quot;Wahlrecht als Agitationsmittel&amp;quot; kÃ¶derten und kÃ¶dern und diese dann durch allerlei WinkelzÃ¼ge an Bourgeoisparteien ausliefern&amp;quot; (Krcal, Arbeiterbewegung, S. 68) dem Wahlrecht eine deutliche Absage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;''Wir sehen deutlich genug, wohin es [das Wahlrecht] treibt-nicht in die Richtung der [[Freiheit]], sondern der Unfreiheit, einer verbesserten Knechtschaft.Aber Wahlrecht ist ein Recht, und deshalb fordern wir es! so rufen weiter die Sozialdemokraten. Ein Recht? Wo ist das begrÃ¼ndet? Das ist ein vernunftwidriges, knechtisches Recht! Hat die Natur einen Teil Menschen bestimmt, daÃŸ sie die Interessen des anderen Teiles vertreten soll? - daÃŸ es ewig Lenker und Lenkende, ewig Befehlende und Gehorchende geben mÃ¼sse? Hat nicht vielmehr die Mutter Natur jedem menschlichen [[Individuum]] das [[Selbstbestimmung|Selbstbestimmungsrecht]] verliehen, auf daÃŸ es sich selbst lenken soll und demgemÃ¤ÃŸ als Verstandeswesen handelt?'''&lt;br /&gt;
'''Das also nennt ihr &amp;quot;Recht&amp;quot; damit ein Anderer Eure Interessen vertritt? Dokumentiert ihr damit nicht Eure Geistesarmut, indem ihr Euch Euer natÃ¼rlichen Rechte begebt, weil ihr Euch nicht fÃ¼r fÃ¤hig haltet, Eure Interessen selbst zu vertreten, Euren WÃ¼nschen selbst Ausdruck zu verleihen? Und ihr wollt Euch '[[Klassenbewusstsein|klassenbewusste]]' Menschen nennen? SchafskÃ¶pfe seid Ihr!''&amp;quot; (Krcal, Arbeiterbewegung, S. 68)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krcal war auch ein leidenschaftlicher [[Gewerkschaft|Gewerkschafter]] und Redakteur der radikalen â€œBÃ¤ckerzeitungâ€œ. Ende 1887 wurde er festgenommen und aus Wien fortgewiesen. Im Anschluss emigrierte Krcal in die [[USA]], wo er sich fÃ¼r den autonomen â€œ[[Radikaler Arbeiterbund New-York|Radikalen Arbeiterbund New-Yorks]]â€œ engagierte.Im Jahr 1892 kehrte er nach [[Ã–sterreich]] zurÃ¼ck wo er von Graz aus, gemeinsam mit [[Johann RiÃŸmann]] die â€œ[[antiautoritÃ¤re Partei (Ã–sterreich)|antiautoritÃ¤re Partei]]â€œ formte.  Krcal war Mitherausgeber der â€œZukunftâ€œ des neugegrÃ¼ndeten Organs der [[Anarchismus|Anarchisten]]. Die anarchistische Bewegung propagierte strikten [[Zentralismus|Antizentralismus]], weswegen die â€œZukunftâ€œ auch nur als Koordinationspunkt verschiedener [[FÃ¶deralismus|fÃ¶deralistischer]] Gruppen gedacht war; auch eine einheitliche theoretische Linie wurde abgelehnt. Als einzig gemeinsames Prinzip galt die Beseitigung des [[Kapitalismus]]. 1893 war er Leiter des â€œInternationalen Korrespondenzbureausâ€œ der anarchistisch dominierten BÃ¤ckergewerkschaft. Als Autor des BÃ¼chleins â€œGeschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892â€œ, wurde Krcal, gemeinsam mit Johann RiÃŸmann (dem Verfasser des Vorworts) im Juni 1893 in Graz verhaftet. Im August wurde in Wien auch Ferdinand Barth wegen Beteiligung an den Herstellungsarbeiten verhaftet und nach Graz Ã¼berstellt. Die zum Erscheinen fertige Schrift wurde als staatsgefÃ¤hrlich und hochverrÃ¤terisch bezeichnet und seine Herausgabe verhindert.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Prozess]] bekannten sich die Angeklagten als theoretische Anarchisten und erklÃ¤rten in ausfÃ¼hrlichen Reden die GrundsÃ¤tze und Theorien des Anarchismus. Nach sechs Monaten in Untersuchungshaft endete das Gerichtsverfahren mit dem Freispruch sÃ¤mtlicher Angeklagten. &lt;br /&gt;
Allerdings wurde durch die Untersuchungshaft Krcals ohnehin schlechter Gesundheitszustand dermaÃŸen geschwÃ¤cht, dass er nach wenigen Monaten der Freiheit am 18.8.1894 an Tuberkulose verstarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Zur Geschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1894, Monte Verita Verlag, Wien 1985 (Nachdruck der Ausgabe von 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==SekundÃ¤rliteratur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Anna Staudacher, SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten. Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39), Wien 1988.&lt;br /&gt;
*Gerfried Brandstetter, Anarchismus und Arbeiterbewegung in Ã–sterreich 1889 â€“ 1914, phil. Diss. Salzburg 1977, S. 185.&lt;br /&gt;
*Gerfried Brandstetter, Sozialdemokratische Opposition und Anarchismus in Ã–sterreich 1889-1918, in: Karl R. Stadler (Hrsg.), Im Schatten der Arbeiterbewegung. Zur Geschichte des Anarchismus in Ã–sterreich und Deutschland (=Schriftenreihe des Ludwig Boltzmann Instituts fÃ¼r Geschichte der Arbeiterbewegung, Bd. 6), Wien 1977, S. 29-97.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:AnarchistInnen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

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		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;===August Krcal (1862 - 18.8.1894)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
August Krcal&lt;br /&gt;
Geboren wurde Krcal 1862 in Deutschbrod (Heute: HavlÃ­ÄkÅ¯v Brod) in BÃ¶hmen.  Schon um 1885 war der junge BÃ¤cker einer der wichtigsten Radikalen in Wien.  In der Zeit des Ausnahmezustands sprach er sich deutlich gegen die von Viktor Adler betriebene AnnÃ¤herung von Radikalen und GemÃ¤ÃŸigten aus. Im Hinblick auf den Verrat der Sozialdemokratie im Deutschen Reich an ihrer WÃ¤hlerschaft, schrieb August Krcal in seiner Schrift &amp;quot;Geschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892&amp;quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir sehen deutlich genug, wohin es [das Wahlrecht] treibt-nicht in die Richtung der Freiheit, sondern der Unfreiheit, einer verbesserten Knechtschaft.Aber Wahlrecht ist ein Recht, und deshalb fordern wir es! so rufen weiter die Sozialdemokraten. Ein Recht? Wo ist das begrÃ¼ndet? Das ist ein vernunftwidriges, knechtisches Recht! Hat die Natur einen Teil Menschen bestimmt, daÃŸ sie die Interessen des anderen Teiles vertreten soll? - daÃŸ es ewig Lenker und Lenkende, ewig Befehlende und Gehorchende geben mÃ¼sse? Hat nicht vielmehr die Mutter Natur jedem menschlichen Individuum das Selbstbestimmungsrecht verliehen, auf daÃŸ es sich selbst lenken soll und demgemÃ¤ÃŸ als Verstandeswesen handelt?&lt;br /&gt;
Das also nennt ihr &amp;quot;Recht&amp;quot; damit ein Anderer Eure Interessen vertritt? Dokumentiert ihr damit nicht Eure Geistesarmut, indem ihr Euch Euer natÃ¼rlichen Rechte begebt, weil ihr Euch nicht fÃ¼r fÃ¤hig haltet, Eure Interessen selbst zu vertreten, Euren WÃ¼nschen selbst Ausdruck zu verleihen? Und ihr wollt Euch 'klassenbewuÃŸte' Menschen nennen? SchafskÃ¶pfe seid Ihr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krcal war ein leidenschaftlicher Gewerkschafter und Redakteur der radikalen â€œBÃ¤ckerzeitungâ€œ. Ende 1887 wurde er festgenommen und aus Wien fortgewiesen. Im Anschluss emigrierte Krcal in die USA, wo er fÃ¼r den autonomen â€œRadikalen Arbeiterbund New-Yorksâ€œ engagierte.Im Jahr 1892 kehrte er nach Ã–sterreich zurÃ¼ck wo er von Graz aus, gemeinsam mit Johann RiÃŸmann die â€œantiautoritÃ¤re Parteiâ€œ formte.  Krcal war Mitherausgeber der â€œZukunftâ€œ des neugegrÃ¼ndeten Organs der Anarchisten. Die anarchistische Bewegung propagierte strikten Antizentralismus, weswegen die â€œZukunftâ€œ auch nur als Koordinationspunkt verschiedener fÃ¶deralistischer Gruppen gedacht war; auch eine einheitliche theoretische Linie wurde abgelehnt. Als einzig gemeinsames Prinzip galt die Beseitigung des Kapitalismus.  1893 war er Leiter des â€œInternationalen Korrespondenzbureausâ€œ der anarchistisch dominierten BÃ¤ckergewerkschaft. Als Autor des BÃ¼chleins â€œGeschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892â€œ, wurde Krcal, gemeinsam mit Johann RiÃŸmann (dem Verfasser des Vorworts)im Juni 1893 in Graz verhaftet. Im August wurde in Wien auch Ferdinand Barth wegen Beteiligung an den Herstellungsarbeiten verhaftet und nach Graz Ã¼berstellt.Die zum Erscheinen fertige Schrift wurde als staatsgefÃ¤hrlich und hochverrÃ¤terisch bezeichnet und seine Herausgabe verhindert.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Prozess bekannten sich die Angeklagten als theoretische Anarchisten und erklÃ¤rten in ausfÃ¼hrlichen Reden die GrundsÃ¤tze und Theorien des Anarchismus. â€žNach bereits 6 monatiger Untersuchungshaft fand diese AffÃ¤re am 2. Dezember 1893 durch einen sensationellen HochverratsprozeÃŸ, der mit dem Freispruch sÃ¤mtlicher Angeklagten endete, ihren Abschluss.â€œ Allerdings wurde durch die Untersuchungshaft Krcals ohnehin schlechter Gesundheitszustand, dermaÃŸen geschwÃ¤cht, dass er nach wenigen Monaten der Freiheit am 18.8.1894 an Tuberkulose verstarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892, Monte Verita Verlag, Wien 1985 (Nachdruck der Ausgabe von 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''SekundÃ¤rliteratur'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Staudacher, SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten. Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39), Wien 1988.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerfried Brandstetter, Anarchismus und Arbeiterbewegung in Ã–sterreich 1889 â€“ 1914, phil. Diss. Salzburg 1977, S. 185.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerfried Brandstetter, Sozialdemokratische Opposition und Anarchismus in Ã–sterreich 1889-1918, in: Karl R. Stadler (Hrsg.), Im Schatten der Arbeiterbewegung. Zur Geschichte des Anarchismus in Ã–sterreich und Deutschland (=Schriftenreihe des Ludwig Boltzmann Instituts fÃ¼r Geschichte der Arbeiterbewegung, Bd. 6), Wien 1977, S. 29-97.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

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		<title>August Krcal</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;===August Krcal (1862 - 18.8.1894)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
August Krcal&lt;br /&gt;
Geboren wurde Krcal 1862 in Deutschbrod  in BÃ¶hmen.  Schon um 1885 war der junge BÃ¤cker einer der wichtigsten Radikalen in Wien.  In der Zeit des Ausnahmezustands sprach er sich deutlich gegen die von Viktor Adler betriebene AnnÃ¤herung von Radikalen und GemÃ¤ÃŸigten aus. Im Hinblick auf den Verrat der Sozialdemokratie im Deutschen Reich an ihrer WÃ¤hlerschaft, schrieb August Krcal in seiner Schrift &amp;quot;Geschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892&amp;quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir sehen deutlich genug, wohin es [das Wahlrecht] treibt-nicht in die Richtung der Freiheit, sondern der Unfreiheit, einer verbesserten Knechtschaft.Aber Wahlrecht ist ein Recht, und deshalb fordern wir es! so rufen weiter die Sozialdemokraten. Ein Recht? Wo ist das begrÃ¼ndet? Das ist ein vernunftwidriges, knechtisches Recht! Hat die Natur einen Teil Menschen bestimmt, daÃŸ sie die Interessen des anderen Teiles vertreten soll? - daÃŸ es ewig Lenker und Lenkende, ewig Befehlende und Gehorchende geben mÃ¼sse? Hat nicht vielmehr die Mutter Natur jedem menschlichen Individuum das Selbstbestimmungsrecht verliehen, auf daÃŸ es sich selbst lenken soll und demgemÃ¤ÃŸ als Verstandeswesen handelt?&lt;br /&gt;
Das also nennt ihr &amp;quot;Recht&amp;quot; damit ein Anderer Eure Interessen vertritt? Dokumentiert ihr damit nicht Eure Geistesarmut, indem ihr Euch Euer natÃ¼rlichen Rechte begebt, weil ihr Euch nicht fÃ¼r fÃ¤hig haltet, Eure Interessen selbst zu vertreten, Euren WÃ¼nschen selbst Ausdruck zu verleihen? Und ihr wollt Euch 'klassenbewuÃŸte' Menschen nennen? SchafskÃ¶pfe seid Ihr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krcal war ein leidenschaftlicher Gewerkschafter und Redakteur der radikalen â€œBÃ¤ckerzeitungâ€œ. Ende 1887 wurde er festgenommen und aus Wien fortgewiesen. Im Anschluss emigrierte Krcal in die USA, wo er fÃ¼r den autonomen â€œRadikalen Arbeiterbund New-Yorksâ€œ engagierte.Im Jahr 1892 kehrte er nach Ã–sterreich zurÃ¼ck wo er von Graz aus, gemeinsam mit Johann RiÃŸmann die â€œantiautoritÃ¤re Parteiâ€œ formte.  Krcal war Mitherausgeber der â€œZukunftâ€œ des neugegrÃ¼ndeten Organs der Anarchisten. Die anarchistische Bewegung propagierte strikten Antizentralismus, weswegen die â€œZukunftâ€œ auch nur als Koordinationspunkt verschiedener fÃ¶deralistischer Gruppen gedacht war; auch eine einheitliche theoretische Linie wurde abgelehnt. Als einzig gemeinsames Prinzip galt die Beseitigung des Kapitalismus.  1893 war er Leiter des â€œInternationalen Korrespondenzbureausâ€œ der anarchistisch dominierten BÃ¤ckergewerkschaft. Bekannt wurde er vor allem als Autor des BÃ¼chleins â€œGeschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892â€œ, welche die Geschichte der anderen Arbeiterbewegung Ã–sterreichs aus anarchistischer Sicht darstellt. Wegen der Herausgabe dieser BroschÃ¼re wurde Krcal, gemeinsam mit Johann RiÃŸmann im Juni 1893 in Graz verhaftet. Im August wurde auch Ferdinand Barth wegen Beteiligung an den Herstellungsarbeiten verhaftet und nach Graz Ã¼berstellt.Die zum Erscheinen fertige Schrift wurde als staatsgefÃ¤hrlich und hochverrÃ¤terisch bezeichnet und seine Herausgabe verhindert.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Prozess bekannten sich die Angeklagten als theoretische Anarchisten und erklÃ¤rten in ausfÃ¼hrlichen Reden die GrundsÃ¤tze und Theorien des Anarchismus. â€žNach bereits 6 monatiger Untersuchungshaft fand diese AffÃ¤re am 2. Dezember 1893 durch einen sensationellen HochverratsprozeÃŸ, der mit dem Freispruch sÃ¤mtlicher Angeklagten endete, ihren Abschluss.â€œ Allerdings wurde durch die Untersuchungshaft Krcals ohnehin schlechter Gesundheitszustand, dermaÃŸen geschwÃ¤cht, dass er nach wenigen Monaten der Freiheit am 18.8.1894 an Tuberkulose verstarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892, Monte Verita Verlag, Wien 1985 (Nachdruck der Ausgabe von 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''SekundÃ¤rliteratur'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Staudacher, SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten. Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39), Wien 1988.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerfried Brandstetter, Anarchismus und Arbeiterbewegung in Ã–sterreich 1889 â€“ 1914, phil. Diss. Salzburg 1977, S. 185.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerfried Brandstetter, Sozialdemokratische Opposition und Anarchismus in Ã–sterreich 1889-1918, in: Karl R. Stadler (Hrsg.), Im Schatten der Arbeiterbewegung. Zur Geschichte des Anarchismus in Ã–sterreich und Deutschland (=Schriftenreihe des Ludwig Boltzmann Instituts fÃ¼r Geschichte der Arbeiterbewegung, Bd. 6), Wien 1977, S. 29-97.&lt;/div&gt;</summary>
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				<updated>2008-12-07T21:00:57Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;===August Krcal (1862 - 18.8.1894)===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
August Krcal&lt;br /&gt;
Geboren wurde Krcal 1862 in Deutschbrod  in BÃ¶hmen.  Schon um 1885 war der junge BÃ¤cker einer der wichtigsten Radikalen in Wien.  In der Zeit des Ausnahmezustands sprach er sich deutlich gegen die von Viktor Adler betriebene AnnÃ¤herung von Radikalen und GemÃ¤ÃŸigten aus. Im Hinblick auf den Verrat der Sozialdemokratie im Deutschen Reich an ihrer WÃ¤hlerschaft, schrieb August Krcal in seiner Schrift &amp;quot;Geschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892&amp;quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wir sehen deutlich genug, wohin es [das Wahlrecht] treibt-nicht in die Richtung der Freiheit, sondern der Unfreiheit, einer verbesserten Knechtschaft.Aber Wahlrecht ist ein Recht, und deshalb fordern wir es! so rufen weiter die Sozialdemokraten. Ein Recht? Wo ist das begrÃ¼ndet? Das ist ein vernunftwidriges, knechtisches Recht! Hat die Natur einen Teil Menschen bestimmt, daÃŸ sie die Interessen des anderen Teiles vertreten soll? - daÃŸ es ewig Lenker und Lenkende, ewig Befehlende und Gehorchende geben mÃ¼sse? Hat nicht vielmehr die Mutter Natur jedem menschlichen Individuum das Selbstbestimmungsrecht verliehen, auf daÃŸ es sich selbst lenken soll und demgemÃ¤ÃŸ als Verstandeswesen handelt?&lt;br /&gt;
Das also nennt ihr &amp;quot;Recht&amp;quot; damit ein Anderer Eure Interessen vertritt? Dokumentiert ihr damit nicht Eure Geistesarmut, indem ihr Euch Euer natÃ¼rlichen Rechte begebt, weil ihr Euch nicht fÃ¼r fÃ¤hig haltet, Eure Interessen selbst zu vertreten, Euren WÃ¼nschen selbst Ausdruck zu verleihen? Und ihr wollt Euch 'klassenbewuÃŸte' Menschen nennen? SchafskÃ¶pfe seid Ihr!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krcal war ein leidenschaftlicher Gewerkschafter und Redakteur der radikalen â€œBÃ¤ckerzeitungâ€œ. Ende 1887 wurde er festgenommen und aus Wien fortgewiesen. Im Anschluss emigrierte Krcal in die USA, wo er fÃ¼r den autonomen â€œRadikalen Arbeiterbund New-Yorksâ€œ engagierte.Im Jahr 1892 kehrte er nach Ã–sterreich zurÃ¼ck wo er von Graz aus, gemeinsam mit Johann RiÃŸmann die â€œantiautoritÃ¤re Parteiâ€œ formte.  Krcal war Mitherausgeber der â€œZukunftâ€œ des neugegrÃ¼ndeten Organs der Anarchisten. Die anarchistische Bewegung propagierte strikten Antizentralismus, weswegen die â€œZukunftâ€œ auch nur als Koordinationspunkt verschiedener fÃ¶deralistischer Gruppen gedacht war; auch eine einheitliche theoretische Linie wurde abgelehnt. Als einzig gemeinsames Prinzip galt die Beseitigung des Kapitalismus.  1893 war er Leiter des â€œInternationalen Korrespondenzbureausâ€œ der anarchistisch dominierten BÃ¤ckergewerkschaft. Bekannt wurde er vor allem als Autor des BÃ¼chleins â€œGeschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892â€œ, welche die Geschichte der anderen Arbeiterbewegung Ã–sterreichs aus anarchistischer Sicht darstellt. Wegen der Herausgabe dieser BroschÃ¼re wurde Krcal, gemeinsam mit Johann RiÃŸmann im Juni 1893 in Graz verhaftet. Im August wurde auch Ferdinand Barth wegen Beteiligung an den Herstellungsarbeiten verhaftet und nach Graz Ã¼berstellt.Die zum Erscheinen fertige Schrift wurde als staatsgefÃ¤hrlich und hochverrÃ¤terisch bezeichnet und seine Herausgabe verhindert.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Prozess bekannten sich die Angeklagten als theoretische Anarchisten und erklÃ¤rten in ausfÃ¼hrlichen Reden die GrundsÃ¤tze und Theorien des Anarchismus. â€žNach bereits 6 monatiger Untersuchungshaft fand diese AffÃ¤re am 2. Dezember 1893 durch einen sensationellen HochverratsprozeÃŸ, der mit dem Freispruch sÃ¤mtlicher Angeklagten endete, ihren Abschluss.â€œ Allerdings wurde durch die Untersuchungshaft Krcals ohnehin schlechter Gesundheitszustand, dermaÃŸen geschwÃ¤cht, dass er nach wenigen Monaten der Freiheit am 18.8.1894 an Tuberkulose verstarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werk'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892, Monte Verita Verlag, Wien 1985 (Nachdruck der Ausgabe von 1894). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''SekundÃ¤rliteratur'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Staudacher, SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten. Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39), Wien 1988, S. 3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerfried Brandstetter, Anarchismus und Arbeiterbewegung in Ã–sterreich 1889 â€“ 1914, phil. Diss. Salzburg 1977, S. 185.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerfried Brandstetter, Sozialdemokratische Opposition und Anarchismus in Ã–sterreich 1889-1918, in: Karl R. Stadler (Hrsg.), Im Schatten der Arbeiterbewegung. Zur Geschichte des Anarchismus in Ã–sterreich und Deutschland (=Schriftenreihe des Ludwig Boltzmann Instituts fÃ¼r Geschichte der Arbeiterbewegung, Bd. 6), Wien 1977, S. 29-97.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=August_Krcal&amp;diff=49348</id>
		<title>August Krcal</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=August_Krcal&amp;diff=49348"/>
				<updated>2008-12-07T20:40:23Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;===August Krcal===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
August Krcal&lt;br /&gt;
Geboren wurde Krcal 1862 in Deutschbrod  in BÃ¶hmen.  Schon um 1885 war der junge BÃ¤cker einer der wichtigsten Radikalen in Wien.  In der Zeit des Ausnahmezustands sprach er sich deutlich gegen die von Viktor Adler betriebene AnnÃ¤herung von Radikalen und GemÃ¤ÃŸigten aus.  Krcal hielt auch nichts vom Wahlrecht, wie er selbst in seiner Schrift darlegte:'Aber Wahlrecht ist ein Recht, und deshalb fordern wir es!' so rufen weiter die Sozialdemokraten. EIn Recht? Wo ist das begrÃ¼ndet? Das ist ein vernunftwidriges, knechtisches Recht! Hat die Natur einen Teil Menschen bestimmt, daÃŸ sie die Interessen des anderen Teiles vertreten soll? - daÃŸ es ewig Lenker und Lenkende, ewig Befehlende und Gehorchende geben mÃ¼sse? Hat nicht viemehr die Mutter Natur jedem menschlichen Individuum das Selbstbestimmungsrecht verliehen, auf daÃŸ es sich selbst lenken soll und demgemÃ¤ÃŸ als Verstandeswesen Krcal war ein leidenschaftlicher Gewerkschafter und Redakteur der radikalen â€œBÃ¤ckerzeitungâ€œ.  Ende 1887 wurde er festgenommen und aus Wien fortgewiesen.  Im Anschluss emigrierte handelt?&lt;br /&gt;
Das also nennt ihr &amp;quot;Recht&amp;quot; damitKrcal in die USA, wo er fÃ¼r den autonomen â€œRadikalen Arbeiterbund New-Yorksâ€œ engagierte.  Im Jahr 1892 kehrte er nach Ã–sterreich zurÃ¼ck wo er von Graz aus, gemeinsam mit Johann RiÃŸmann die â€œantiautoritÃ¤re Parteiâ€œ formte.  Krcal war Mitherausgeber der â€œZukunftâ€œ des neugegrÃ¼ndeten Organs der Anarchisten.  Die anarchistische Bewegung propagierte strikten Antizentralismus, weswegen die â€œZukunftâ€œ auch nur als Koordinationspunkt verschiedener fÃ¶deralistischer Gruppen gedacht war; auch eine einheitliche theoretische Linie wurde abgelehnt. Als einzig gemeinsames Prinzip galt die Beseitigung des Kapitalismus.  1893 war er Leiter des â€œInternationalen Korrespondenzbureausâ€œ der anarchistisch dominierten BÃ¤ckergewerkschaft. Bekannt wurde er vor allem als Autor des BÃ¼chleins â€œGeschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892â€œ, welche die Geschichte der anderen Arbeiterbewegung Ã–sterreichs aus anarchistischer Sicht darstellt.  Wegen der Herausgabe dieser BroschÃ¼re wurde Krcal, gemeinsam mit Johann RiÃŸmann im Juni 1893 in Graz verhaftet.  Im August wurde auch Ferdinand Barth wegen Beteiligung an den Herstellungsarbeiten verhaftet und nach Graz Ã¼berstellt. Die zum Erscheinen fertige Schrift wurde als staatsgefÃ¤hrlich und hochverrÃ¤terisch bezeichnet und seine Herausgabe verhindert.  Im Prozess bekannten sich die Angeklagten als theoretische Anarchisten und erklÃ¤rten in ausfÃ¼hrlichen Reden die GrundsÃ¤tze  und Theorien des Anarchismus. â€žNach bereits 6 monatiger Untersuchungshaft fand diese AffÃ¤re am 2. Dezember 1893 durch einen sensationellen HochverratsprozeÃŸ, der mit dem Freispruch sÃ¤mtlicher Angeklagten endete, ihren Abschluss.â€œ  Allerdings wurde durch die Untersuchungshaft Krcals ohnehin schlechter Gesundheitszustand, dermaÃŸen geschwÃ¤cht, dass er nach wenigen Monaten der Freiheit am 18.8.1894 an Tuberkulose verstarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Werk'''&lt;br /&gt;
Geschichte der Arbeiterbewegung Oesterreichs 1867-1892&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
SekundÃ¤rliteratur'''&lt;br /&gt;
Anna Staudacher, SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten. Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39), Wien 1988, S. 3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerfried Brandstetter, Anarchismus und Arbeiterbewegung in Ã–sterreich 1889 â€“ 1914, phil. Diss. Salzburg 1977, S. 185.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  Gerfried Brandstetter, Sozialdemokratische Opposition und Anarchismus in Ã–sterreich 1889-1918, in: Karl R. Stadler (Hrsg.), Im Schatten der Arbeiterbewegung. Zur Geschichte des Anarchismus in Ã–sterreich und Deutschland (=Schriftenreihe des Ludwig Boltzmann Instituts fÃ¼r Geschichte der Arbeiterbewegung, Bd. 6), Wien 1977, S. 29-97.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Josef_Peukert&amp;diff=49138</id>
		<title>Josef Peukert</title>
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				<updated>2008-11-21T17:29:23Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Josef Peukert'''&lt;br /&gt;
(*22. JÃ¤nner 1855 Albrechtsdorf, NordbÃ¶hmen, + 3. MÃ¤rz 1910 Chicago), SozialrevolutionÃ¤r und Anarchist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kindheit==&lt;br /&gt;
Josef Peukert kam am 22. JÃ¤nner 1855 in Albrechtsdorf (NordbÃ¶hmen)zur Welt. Sein Vater war GlasblÃ¤ser, seine Mutter starb, als er noch klein war. Nach dem Besuch einer dreijÃ¤hrigen Volksschule arbeitete er in der GlasblÃ¤serei seines Vaters, der sich selbstÃ¤ndig gemacht hatte. Um seine Schulkenntnisse zu erweitern, durfte er zweimal in der Woche am Abend und am Sonntag Stunden bei einem Privatlehrer nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jugend==&lt;br /&gt;
Mit 17 Jahren ging er auf Wanderschaft und kam Ã¼ber Hamburg bis Hannover, wo er bei einem Malermeister in die Lehre ging, Abendkurse besuchte und zum ersten Mal in seinem Leben in Arbeiterversammlungen von Sozialismus reden hÃ¶rte. 1874 kehrte er in seine Heimat zurÃ¼ck, wo sich in der Zwischenzeit die ersten Bildungs-, Fach- und Lesevereine mit sozialdemokratischen Tendenzen gebildet hatten, denen er sich sofort mit jugendlicher Begeisterung anschloss. Zu dieser Zeit fand er auch in einem Direktor einer Flachsspinnerei einen vÃ¤terlichen Freund Berater und Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==In Frankreich==&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des Vaters verlieÃŸ er 1877 Ã–sterreich, hielt sich drei Monate in Metz auf, ging dann &amp;quot;zu FuÃŸ&amp;quot; nach Paris. Nach einigen Monaten zog er weiter nach Bordeaux.&lt;br /&gt;
Peukert hatte mittlerweile so gut FranzÃ¶sisch gelernt, dass er die Klassiker des franzÃ¶sischen FrÃ¼hsozialismus im Original lesen konnte. Dabei fiel ihm auf, dass die Intelligenz der deutschen Sozialdemokratie diese Autoren ausgeschlachtet, verdreht und entstellt hatten. Er wurde auch mit &lt;br /&gt;
einigen Ã¤lteren Mitgliedern der [[Erste Internationale]] bekannt, die ihm Ã¼ber die Ursachen und den Verlauf der Spaltung der IAA ein ganz anderes Bild vermittelten, als es die deutsche sozialdemokratische Literatur darzustellen versuchte.&lt;br /&gt;
Peukert wollte damals die anarchistische Bewegung in Spanien kennenlernen und verlieÃŸ deswegen Bordeaux.Mittlerweile waren aus Paris viele deutsche Genossen ausgewiesen worden, was Peukert veranlasste, nach Paris zurÃ¼ckzukehren, um dort den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; fÃ¼r Deutschland und Ã–sterreich zu Ã¼bernehmen. Mit den meisten Mitarbeitern der &amp;quot;Revolution sociale&amp;quot;, dem Organ der franzÃ¶sischen SozialrevolutionÃ¤re, war er persÃ¶nlich befreundet.&lt;br /&gt;
Er kannte auch den &amp;quot;Revolte&amp;quot;, der damals von Pierre Krapotkin in Genf herausgegeben wurde und groÃŸen Einfluss, auch auf die &amp;quot;Freiheit&amp;quot; ausÃ¼bte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==ZurÃ¼ck in Ã–sterreich==&lt;br /&gt;
Peukert wurde am 30. November aus Paris ausgewiesen, woraufhin er in die Schweiz ging, wo er von sozialrevolutionÃ¤ren Gruppen zum Delegierten fÃ¼r den Londoner Weltkongress (1881) bestimmt wurde. Im Herbst 1881 begab er sich, vermutlich im Auftrag des Londoner Revolutionskomitees nach Ã–sterreich, um hier den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; zu reorganisieren und die geheime Organisation aufzubauen.&lt;br /&gt;
Peukert kam am 5. Dezember nach Wien, schon am 13. wurde er verhaftet und blieb bis zum 6. MÃ¤rz 1882 wegen GeheimbÃ¼ndelei in Untersuchungshaft. Im Juli 1882 Ã¼bernahm er auf Ersuchen der Herausgeber die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot; und hielt VortrÃ¤ge im ABV Wien. &lt;br /&gt;
Zusammen mit anderen FunktionÃ¤ren der radikalen Arbeiterpartei wurde er Ende August im Zusammenhang mit der Merstallinger-AffÃ¤re verhaftet. Seine Haltung in der Voruntersuchung und wÃ¤hrend des Prozesses veranlassten den Staatsanwalt Dr. v. Pelser darauf hinzuweisen, &amp;quot;dass Peukert an Energie, Intelligenz und Zielbewusstsein weitaus alle seine hier angeklagten Genossen Ã¼berragt.&amp;quot; Er wurde am 21. MÃ¤rz 1883 vom Geschworenengericht freigesprochen und Ã¼bernahm wieder die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Im Sommer unternahm er zahlreiche Agitationsreisen in die Provinz, vermutlich um die Konferenz von Langenzersdorf vorzubereiten.&lt;br /&gt;
Um sich gegen die maÃŸlosen VerdÃ¤chtigungen der GemÃ¤ÃŸigten zur Wehr zu setzen, die in einem infamen Artikel zum Ausdruck kamen, der zuerst in der &amp;quot;ThÃ¼ringischen Tagespost&amp;quot; in NÃ¼rnberg erschien und dann von der &amp;quot;Wahrheit&amp;quot; Ã¼bernommen wurde, strebte Peukert einen Ehrenbeleidigungsprozess gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten Karl Grillenberger als verantwortlichen Redakteur des NÃ¼rnberger Parteiblattes an. Hinter Grillenberger stand Ã¼brigen Max Trautner, Konfident des Wiener InformationsbÃ¼ros und des PolizeiprÃ¤sidiums Berlin.&lt;br /&gt;
Peukert wurde Ende JÃ¤nner, also vor der VerhÃ¤ngung des Ausnahmezustands, als Zeuge nach Hanau vorgeladen, wo Stevens-Neve wegen Hochverrats unter Anklage stand.Unterdessen wurde der [[Ausnahmezustand Ã¼ber Wien am 30. JÃ¤nner 1884]] verhÃ¤ngt.Auf seiner RÃ¼ckkehr konnten ihn Genossen dazu Ã¼berreden, vorlÃ¤ufig ins Ausland zu gehen und das Weitere abzuwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die letzten Jahre==&lt;br /&gt;
Auf Umwegen gelangte er Anfang Februar in die Schweiz, Ende MÃ¤rz begab er sich nach London, wo er zuerst den &amp;quot;Rebell&amp;quot;, der nach England verlegt worden war, und dann die &amp;quot;Autonomie&amp;quot; herausgab. Um seine Differenzen mit Johann Most zu bereinigen, entschloss sich Peukert im FrÃ¼hjahr 1889 in die USA zu reisen. Dieses Vorhaben musste er aber um ein Jahr aufschieben, da er an einem schweren Augenleiden erkrankt war. Daher ging er zuerst nach Spanien, wo er geheilt wurde und begab sich dann Ã¼ber Bordeaux, Paris und London in die USA. Anfang Juni 1890 kam er in New York an; die AussÃ¶hnung mit [[Johann Most]] kam jedoch nicht zustande.&lt;br /&gt;
Peukert starb am 3. MÃ¤rz 1910 im Alter von 55 Jahren in Chicago.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Anna Staudacher, Art. &amp;quot;Josef Peukert&amp;quot;, in: SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten.Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld, (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39) Wien 1988, S.311-313.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schriften Josef Peukerts'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erinnerungen eines Proletariers aus der revolutionÃ¤ren Arbeiterbewegung, hrsg. v. Gustav Landauer, Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerechtigkeit in der Anarchie, London 1920.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Josef_Peukert&amp;diff=49137</id>
		<title>Josef Peukert</title>
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				<updated>2008-11-21T17:28:49Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: /* Notes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Josef Peukert'''&lt;br /&gt;
(*22. JÃ¤nner 1855 Albrechtsdorf, NordbÃ¶hmen, + 3. MÃ¤rz 1910 Chicago), SozialrevolutionÃ¤r und Anarchist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kindheit==&lt;br /&gt;
Josef Peukert kam am 22. JÃ¤nner 1855 in Albrechtsdorf (NordbÃ¶hmen)zur Welt. Sein Vater war GlasblÃ¤ser, seine Mutter starb, als er noch klein war. Nach dem Besuch einer dreijÃ¤hrigen Volksschule arbeitete er in der GlasblÃ¤serei seines Vaters, der sich selbstÃ¤ndig gemacht hatte. Um seine Schulkenntnisse zu erweitern, durfte er zweimal in der Woche am Abend und am Sonntag Stunden bei einem Privatlehrer nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jugend==&lt;br /&gt;
Mit 17 Jahren ging er auf Wanderschaft und kam Ã¼ber Hamburg bis Hannover, wo er bei einem Malermeister in die Lehre ging, Abendkurse besuchte und zum ersten Mal in seinem Leben in Arbeiterversammlungen von Sozialismus reden hÃ¶rte. 1874 kehrte er in seine Heimat zurÃ¼ck, wo sich in der Zwischenzeit die ersten Bildungs-, Fach- und Lesevereine mit sozialdemokratischen Tendenzen gebildet hatten, denen er sich sofort mit jugendlicher Begeisterung anschloss. Zu dieser Zeit fand er auch in einem Direktor einer Flachsspinnerei einen vÃ¤terlichen Freund Berater und Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==In Frankreich==&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des Vaters verlieÃŸ er 1877 Ã–sterreich, hielt sich drei Monate in Metz auf, ging dann &amp;quot;zu FuÃŸ&amp;quot; nach Paris. Nach einigen Monaten zog er weiter nach Bordeaux.&lt;br /&gt;
Peukert hatte mittlerweile so gut FranzÃ¶sisch gelernt, dass er die Klassiker des franzÃ¶sischen FrÃ¼hsozialismus im Original lesen konnte. Dabei fiel ihm auf, dass die Intelligenz der deutschen Sozialdemokratie diese Autoren ausgeschlachtet, verdreht und entstellt hatten. Er wurde auch mit &lt;br /&gt;
einigen Ã¤lteren Mitgliedern der [[Erste Internationale]] bekannt, die ihm Ã¼ber die Ursachen und den Verlauf der Spaltung der IAA ein ganz anderes Bild vermittelten, als es die deutsche sozialdemokratische Literatur darzustellen versuchte.&lt;br /&gt;
Peukert wollte damals die anarchistische Bewegung in Spanien kennenlernen und verlieÃŸ deswegen Bordeaux.Mittlerweile waren aus Paris viele deutsche Genossen ausgewiesen worden, was Peukert veranlasste, nach Paris zurÃ¼ckzukehren, um dort den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; fÃ¼r Deutschland und Ã–sterreich zu Ã¼bernehmen. Mit den meisten Mitarbeitern der &amp;quot;Revolution sociale&amp;quot;, dem Organ der franzÃ¶sischen SozialrevolutionÃ¤re, war er persÃ¶nlich befreundet.&lt;br /&gt;
Er kannte auch den &amp;quot;Revolte&amp;quot;, der damals von Pierre Krapotkin in Genf herausgegeben wurde und groÃŸen Einfluss, auch auf die &amp;quot;Freiheit&amp;quot; ausÃ¼bte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==ZurÃ¼ck in Ã–sterreich==&lt;br /&gt;
Peukert wurde am 30. November aus Paris ausgewiesen, woraufhin er in die Schweiz ging, wo er von sozialrevolutionÃ¤ren Gruppen zum Delegierten fÃ¼r den Londoner Weltkongress (1881) bestimmt wurde. Im Herbst 1881 begab er sich, vermutlich im Auftrag des Londoner Revolutionskomitees nach Ã–sterreich, um hier den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; zu reorganisieren und die geheime Organisation aufzubauen.&lt;br /&gt;
Peukert kam am 5. Dezember nach Wien, schon am 13. wurde er verhaftet und blieb bis zum 6. MÃ¤rz 1882 wegen GeheimbÃ¼ndelei in Untersuchungshaft. Im Juli 1882 Ã¼bernahm er auf Ersuchen der Herausgeber die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot; und hielt VortrÃ¤ge im ABV Wien. &lt;br /&gt;
Zusammen mit anderen FunktionÃ¤ren der radikalen Arbeiterpartei wurde er Ende August im Zusammenhang mit der Merstallinger-AffÃ¤re verhaftet. Seine Haltung in der Voruntersuchung und wÃ¤hrend des Prozesses veranlassten den Staatsanwalt Dr. v. Pelser darauf hinzuweisen, &amp;quot;dass Peukert an Energie, Intelligenz und Zielbewusstsein weitaus alle seine hier angeklagten Genossen Ã¼berragt.&amp;quot; Er wurde am 21. MÃ¤rz 1883 vom Geschworenengericht freigesprochen und Ã¼bernahm wieder die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Im Sommer unternahm er zahlreiche Agitationsreisen in die Provinz, vermutlich um die Konferenz von Langenzersdorf vorzubereiten.&lt;br /&gt;
Um sich gegen die maÃŸlosen VerdÃ¤chtigungen der GemÃ¤ÃŸigten zur Wehr zu setzen, die in einem infamen Artikel zum Ausdruck kamen, der zuerst in der &amp;quot;ThÃ¼ringischen Tagespost&amp;quot; in NÃ¼rnberg erschien und dann von der &amp;quot;Wahrheit&amp;quot; Ã¼bernommen wurde, strebte Peukert einen Ehrenbeleidigungsprozess gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten Karl Grillenberger als verantwortlichen Redakteur des NÃ¼rnberger Parteiblattes an. Hinter Grillenberger stand Ã¼brigen Max Trautner, Konfident des Wiener InformationsbÃ¼ros und des PolizeiprÃ¤sidiums Berlin.&lt;br /&gt;
Peukert wurde Ende JÃ¤nner, also vor der VerhÃ¤ngung des Ausnahmezustands, als Zeuge nach Hanau vorgeladen, wo Stevens-Neve wegen Hochverrats unter Anklage stand.Unterdessen wurde der [[Ausnahmezustand Ã¼ber Wien am 30. JÃ¤nner 1884]] verhÃ¤ngt.Auf seiner RÃ¼ckkehr konnten ihn Genossen dazu Ã¼berreden, vorlÃ¤ufig ins Ausland zu gehen und das Weitere abzuwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die letzten Jahre==&lt;br /&gt;
Auf Umwegen gelangte er Anfang Februar in die Schweiz, Ende MÃ¤rz begab er sich nach London, wo er zuerst den &amp;quot;Rebell&amp;quot;, der nach England verlegt worden war, und dann die &amp;quot;Autonomie&amp;quot; herausgab. Um seine Differenzen mit Johann Most zu bereinigen, entschloss sich Peukert im FrÃ¼hjahr 1889 in die USA zu reisen. Dieses Vorhaben musste er aber um ein Jahr aufschieben, da er an einem schweren Augenleiden erkrankt war. Daher ging er zuerst nach Spanien, wo er geheilt wurde und begab sich dann Ã¼ber Bordeaux, Paris und London in die USA. Anfang Juni 1890 kam er in New York an; die AussÃ¶hnung mit [[Johann Most]] kam jedoch nicht zustande.&lt;br /&gt;
Peukert starb am 3. MÃ¤rz 1910 im Alter von 55 Jahren in Chicago.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Anna Staudacher, Art. &amp;quot;Josef Peukert&amp;quot;, in: SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten.Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld, (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39) Wien 1988, S.311-313.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schriften Josef Peukerts'''&lt;br /&gt;
Erinnerungen eines Proletariers aus der revolutionÃ¤ren Arbeiterbewegung, hrsg. v. Gustav Landauer, Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerechtigkeit in der Anarchie, London 1920.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

	<entry>
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		<title>Josef Peukert</title>
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				<updated>2008-11-21T17:26:40Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: /* Notes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Josef Peukert'''&lt;br /&gt;
(*22. JÃ¤nner 1855 Albrechtsdorf, NordbÃ¶hmen, + 3. MÃ¤rz 1910 Chicago), SozialrevolutionÃ¤r und Anarchist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kindheit==&lt;br /&gt;
Josef Peukert kam am 22. JÃ¤nner 1855 in Albrechtsdorf (NordbÃ¶hmen)zur Welt. Sein Vater war GlasblÃ¤ser, seine Mutter starb, als er noch klein war. Nach dem Besuch einer dreijÃ¤hrigen Volksschule arbeitete er in der GlasblÃ¤serei seines Vaters, der sich selbstÃ¤ndig gemacht hatte. Um seine Schulkenntnisse zu erweitern, durfte er zweimal in der Woche am Abend und am Sonntag Stunden bei einem Privatlehrer nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jugend==&lt;br /&gt;
Mit 17 Jahren ging er auf Wanderschaft und kam Ã¼ber Hamburg bis Hannover, wo er bei einem Malermeister in die Lehre ging, Abendkurse besuchte und zum ersten Mal in seinem Leben in Arbeiterversammlungen von Sozialismus reden hÃ¶rte. 1874 kehrte er in seine Heimat zurÃ¼ck, wo sich in der Zwischenzeit die ersten Bildungs-, Fach- und Lesevereine mit sozialdemokratischen Tendenzen gebildet hatten, denen er sich sofort mit jugendlicher Begeisterung anschloss. Zu dieser Zeit fand er auch in einem Direktor einer Flachsspinnerei einen vÃ¤terlichen Freund Berater und Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==In Frankreich==&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des Vaters verlieÃŸ er 1877 Ã–sterreich, hielt sich drei Monate in Metz auf, ging dann &amp;quot;zu FuÃŸ&amp;quot; nach Paris. Nach einigen Monaten zog er weiter nach Bordeaux.&lt;br /&gt;
Peukert hatte mittlerweile so gut FranzÃ¶sisch gelernt, dass er die Klassiker des franzÃ¶sischen FrÃ¼hsozialismus im Original lesen konnte. Dabei fiel ihm auf, dass die Intelligenz der deutschen Sozialdemokratie diese Autoren ausgeschlachtet, verdreht und entstellt hatten. Er wurde auch mit &lt;br /&gt;
einigen Ã¤lteren Mitgliedern der [[Erste Internationale]] bekannt, die ihm Ã¼ber die Ursachen und den Verlauf der Spaltung der IAA ein ganz anderes Bild vermittelten, als es die deutsche sozialdemokratische Literatur darzustellen versuchte.&lt;br /&gt;
Peukert wollte damals die anarchistische Bewegung in Spanien kennenlernen und verlieÃŸ deswegen Bordeaux.Mittlerweile waren aus Paris viele deutsche Genossen ausgewiesen worden, was Peukert veranlasste, nach Paris zurÃ¼ckzukehren, um dort den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; fÃ¼r Deutschland und Ã–sterreich zu Ã¼bernehmen. Mit den meisten Mitarbeitern der &amp;quot;Revolution sociale&amp;quot;, dem Organ der franzÃ¶sischen SozialrevolutionÃ¤re, war er persÃ¶nlich befreundet.&lt;br /&gt;
Er kannte auch den &amp;quot;Revolte&amp;quot;, der damals von Pierre Krapotkin in Genf herausgegeben wurde und groÃŸen Einfluss, auch auf die &amp;quot;Freiheit&amp;quot; ausÃ¼bte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==ZurÃ¼ck in Ã–sterreich==&lt;br /&gt;
Peukert wurde am 30. November aus Paris ausgewiesen, woraufhin er in die Schweiz ging, wo er von sozialrevolutionÃ¤ren Gruppen zum Delegierten fÃ¼r den Londoner Weltkongress (1881) bestimmt wurde. Im Herbst 1881 begab er sich, vermutlich im Auftrag des Londoner Revolutionskomitees nach Ã–sterreich, um hier den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; zu reorganisieren und die geheime Organisation aufzubauen.&lt;br /&gt;
Peukert kam am 5. Dezember nach Wien, schon am 13. wurde er verhaftet und blieb bis zum 6. MÃ¤rz 1882 wegen GeheimbÃ¼ndelei in Untersuchungshaft. Im Juli 1882 Ã¼bernahm er auf Ersuchen der Herausgeber die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot; und hielt VortrÃ¤ge im ABV Wien. &lt;br /&gt;
Zusammen mit anderen FunktionÃ¤ren der radikalen Arbeiterpartei wurde er Ende August im Zusammenhang mit der Merstallinger-AffÃ¤re verhaftet. Seine Haltung in der Voruntersuchung und wÃ¤hrend des Prozesses veranlassten den Staatsanwalt Dr. v. Pelser darauf hinzuweisen, &amp;quot;dass Peukert an Energie, Intelligenz und Zielbewusstsein weitaus alle seine hier angeklagten Genossen Ã¼berragt.&amp;quot; Er wurde am 21. MÃ¤rz 1883 vom Geschworenengericht freigesprochen und Ã¼bernahm wieder die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Im Sommer unternahm er zahlreiche Agitationsreisen in die Provinz, vermutlich um die Konferenz von Langenzersdorf vorzubereiten.&lt;br /&gt;
Um sich gegen die maÃŸlosen VerdÃ¤chtigungen der GemÃ¤ÃŸigten zur Wehr zu setzen, die in einem infamen Artikel zum Ausdruck kamen, der zuerst in der &amp;quot;ThÃ¼ringischen Tagespost&amp;quot; in NÃ¼rnberg erschien und dann von der &amp;quot;Wahrheit&amp;quot; Ã¼bernommen wurde, strebte Peukert einen Ehrenbeleidigungsprozess gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten Karl Grillenberger als verantwortlichen Redakteur des NÃ¼rnberger Parteiblattes an. Hinter Grillenberger stand Ã¼brigen Max Trautner, Konfident des Wiener InformationsbÃ¼ros und des PolizeiprÃ¤sidiums Berlin.&lt;br /&gt;
Peukert wurde Ende JÃ¤nner, also vor der VerhÃ¤ngung des Ausnahmezustands, als Zeuge nach Hanau vorgeladen, wo Stevens-Neve wegen Hochverrats unter Anklage stand.Unterdessen wurde der [[Ausnahmezustand Ã¼ber Wien am 30. JÃ¤nner 1884]] verhÃ¤ngt.Auf seiner RÃ¼ckkehr konnten ihn Genossen dazu Ã¼berreden, vorlÃ¤ufig ins Ausland zu gehen und das Weitere abzuwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die letzten Jahre==&lt;br /&gt;
Auf Umwegen gelangte er Anfang Februar in die Schweiz, Ende MÃ¤rz begab er sich nach London, wo er zuerst den &amp;quot;Rebell&amp;quot;, der nach England verlegt worden war, und dann die &amp;quot;Autonomie&amp;quot; herausgab. Um seine Differenzen mit Johann Most zu bereinigen, entschloss sich Peukert im FrÃ¼hjahr 1889 in die USA zu reisen. Dieses Vorhaben musste er aber um ein Jahr aufschieben, da er an einem schweren Augenleiden erkrankt war. Daher ging er zuerst nach Spanien, wo er geheilt wurde und begab sich dann Ã¼ber Bordeaux, Paris und London in die USA. Anfang Juni 1890 kam er in New York an; die AussÃ¶hnung mit [[Johann Most]] kam jedoch nicht zustande.&lt;br /&gt;
Peukert starb am 3. MÃ¤rz 1910 im Alter von 55 Jahren in Chicago.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Notes==&lt;br /&gt;
Alle Informationen zu diesem wiki stammen aus folgendem Buch: Anna Staudacher, Art. &amp;quot;Josef Peukert&amp;quot;, in: SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten.Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld, (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39)Wien 1988, S.311-313.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schriften Josef Peukerts===&lt;br /&gt;
Erinnerungen eines Proletariers aus der revolutionÃ¤ren Arbeiterbewegung, hrsg. v. Gustav Landauer, Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerechtigkeit in der Anarchie, London 1920.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Josef_Peukert&amp;diff=49135</id>
		<title>Josef Peukert</title>
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				<updated>2008-11-21T17:25:59Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: /* Die letzten Jahre */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Josef Peukert'''&lt;br /&gt;
(*22. JÃ¤nner 1855 Albrechtsdorf, NordbÃ¶hmen, + 3. MÃ¤rz 1910 Chicago), SozialrevolutionÃ¤r und Anarchist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kindheit==&lt;br /&gt;
Josef Peukert kam am 22. JÃ¤nner 1855 in Albrechtsdorf (NordbÃ¶hmen)zur Welt. Sein Vater war GlasblÃ¤ser, seine Mutter starb, als er noch klein war. Nach dem Besuch einer dreijÃ¤hrigen Volksschule arbeitete er in der GlasblÃ¤serei seines Vaters, der sich selbstÃ¤ndig gemacht hatte. Um seine Schulkenntnisse zu erweitern, durfte er zweimal in der Woche am Abend und am Sonntag Stunden bei einem Privatlehrer nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jugend==&lt;br /&gt;
Mit 17 Jahren ging er auf Wanderschaft und kam Ã¼ber Hamburg bis Hannover, wo er bei einem Malermeister in die Lehre ging, Abendkurse besuchte und zum ersten Mal in seinem Leben in Arbeiterversammlungen von Sozialismus reden hÃ¶rte. 1874 kehrte er in seine Heimat zurÃ¼ck, wo sich in der Zwischenzeit die ersten Bildungs-, Fach- und Lesevereine mit sozialdemokratischen Tendenzen gebildet hatten, denen er sich sofort mit jugendlicher Begeisterung anschloss. Zu dieser Zeit fand er auch in einem Direktor einer Flachsspinnerei einen vÃ¤terlichen Freund Berater und Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==In Frankreich==&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des Vaters verlieÃŸ er 1877 Ã–sterreich, hielt sich drei Monate in Metz auf, ging dann &amp;quot;zu FuÃŸ&amp;quot; nach Paris. Nach einigen Monaten zog er weiter nach Bordeaux.&lt;br /&gt;
Peukert hatte mittlerweile so gut FranzÃ¶sisch gelernt, dass er die Klassiker des franzÃ¶sischen FrÃ¼hsozialismus im Original lesen konnte. Dabei fiel ihm auf, dass die Intelligenz der deutschen Sozialdemokratie diese Autoren ausgeschlachtet, verdreht und entstellt hatten. Er wurde auch mit &lt;br /&gt;
einigen Ã¤lteren Mitgliedern der [[Erste Internationale]] bekannt, die ihm Ã¼ber die Ursachen und den Verlauf der Spaltung der IAA ein ganz anderes Bild vermittelten, als es die deutsche sozialdemokratische Literatur darzustellen versuchte.&lt;br /&gt;
Peukert wollte damals die anarchistische Bewegung in Spanien kennenlernen und verlieÃŸ deswegen Bordeaux.Mittlerweile waren aus Paris viele deutsche Genossen ausgewiesen worden, was Peukert veranlasste, nach Paris zurÃ¼ckzukehren, um dort den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; fÃ¼r Deutschland und Ã–sterreich zu Ã¼bernehmen. Mit den meisten Mitarbeitern der &amp;quot;Revolution sociale&amp;quot;, dem Organ der franzÃ¶sischen SozialrevolutionÃ¤re, war er persÃ¶nlich befreundet.&lt;br /&gt;
Er kannte auch den &amp;quot;Revolte&amp;quot;, der damals von Pierre Krapotkin in Genf herausgegeben wurde und groÃŸen Einfluss, auch auf die &amp;quot;Freiheit&amp;quot; ausÃ¼bte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==ZurÃ¼ck in Ã–sterreich==&lt;br /&gt;
Peukert wurde am 30. November aus Paris ausgewiesen, woraufhin er in die Schweiz ging, wo er von sozialrevolutionÃ¤ren Gruppen zum Delegierten fÃ¼r den Londoner Weltkongress (1881) bestimmt wurde. Im Herbst 1881 begab er sich, vermutlich im Auftrag des Londoner Revolutionskomitees nach Ã–sterreich, um hier den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; zu reorganisieren und die geheime Organisation aufzubauen.&lt;br /&gt;
Peukert kam am 5. Dezember nach Wien, schon am 13. wurde er verhaftet und blieb bis zum 6. MÃ¤rz 1882 wegen GeheimbÃ¼ndelei in Untersuchungshaft. Im Juli 1882 Ã¼bernahm er auf Ersuchen der Herausgeber die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot; und hielt VortrÃ¤ge im ABV Wien. &lt;br /&gt;
Zusammen mit anderen FunktionÃ¤ren der radikalen Arbeiterpartei wurde er Ende August im Zusammenhang mit der Merstallinger-AffÃ¤re verhaftet. Seine Haltung in der Voruntersuchung und wÃ¤hrend des Prozesses veranlassten den Staatsanwalt Dr. v. Pelser darauf hinzuweisen, &amp;quot;dass Peukert an Energie, Intelligenz und Zielbewusstsein weitaus alle seine hier angeklagten Genossen Ã¼berragt.&amp;quot; Er wurde am 21. MÃ¤rz 1883 vom Geschworenengericht freigesprochen und Ã¼bernahm wieder die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Im Sommer unternahm er zahlreiche Agitationsreisen in die Provinz, vermutlich um die Konferenz von Langenzersdorf vorzubereiten.&lt;br /&gt;
Um sich gegen die maÃŸlosen VerdÃ¤chtigungen der GemÃ¤ÃŸigten zur Wehr zu setzen, die in einem infamen Artikel zum Ausdruck kamen, der zuerst in der &amp;quot;ThÃ¼ringischen Tagespost&amp;quot; in NÃ¼rnberg erschien und dann von der &amp;quot;Wahrheit&amp;quot; Ã¼bernommen wurde, strebte Peukert einen Ehrenbeleidigungsprozess gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten Karl Grillenberger als verantwortlichen Redakteur des NÃ¼rnberger Parteiblattes an. Hinter Grillenberger stand Ã¼brigen Max Trautner, Konfident des Wiener InformationsbÃ¼ros und des PolizeiprÃ¤sidiums Berlin.&lt;br /&gt;
Peukert wurde Ende JÃ¤nner, also vor der VerhÃ¤ngung des Ausnahmezustands, als Zeuge nach Hanau vorgeladen, wo Stevens-Neve wegen Hochverrats unter Anklage stand.Unterdessen wurde der [[Ausnahmezustand Ã¼ber Wien am 30. JÃ¤nner 1884]] verhÃ¤ngt.Auf seiner RÃ¼ckkehr konnten ihn Genossen dazu Ã¼berreden, vorlÃ¤ufig ins Ausland zu gehen und das Weitere abzuwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die letzten Jahre==&lt;br /&gt;
Auf Umwegen gelangte er Anfang Februar in die Schweiz, Ende MÃ¤rz begab er sich nach London, wo er zuerst den &amp;quot;Rebell&amp;quot;, der nach England verlegt worden war, und dann die &amp;quot;Autonomie&amp;quot; herausgab. Um seine Differenzen mit Johann Most zu bereinigen, entschloss sich Peukert im FrÃ¼hjahr 1889 in die USA zu reisen. Dieses Vorhaben musste er aber um ein Jahr aufschieben, da er an einem schweren Augenleiden erkrankt war. Daher ging er zuerst nach Spanien, wo er geheilt wurde und begab sich dann Ã¼ber Bordeaux, Paris und London in die USA. Anfang Juni 1890 kam er in New York an; die AussÃ¶hnung mit [[Johann Most]] kam jedoch nicht zustande.&lt;br /&gt;
Peukert starb am 3. MÃ¤rz 1910 im Alter von 55 Jahren in Chicago.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Notes==&lt;br /&gt;
Alle Informationen zu diesem wiki stammen aus folgendem Buch: Anna Staudacher, Art. &amp;quot;Josef Peukert&amp;quot;, in: SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten.Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld, (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39), Wien 1988, S.311-313.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schriften Josef Peukerts===&lt;br /&gt;
Erinnerungen eines Proletariers aus der revolutionÃ¤ren Arbeiterbewegung, hrsg. v. Gustav Landauer, Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerechtigkeit in der Anarchie, London 1920.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Josef_Peukert&amp;diff=49134</id>
		<title>Josef Peukert</title>
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				<updated>2008-11-21T17:23:23Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: /* In Frankreich */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Josef Peukert'''&lt;br /&gt;
(*22. JÃ¤nner 1855 Albrechtsdorf, NordbÃ¶hmen, + 3. MÃ¤rz 1910 Chicago), SozialrevolutionÃ¤r und Anarchist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kindheit==&lt;br /&gt;
Josef Peukert kam am 22. JÃ¤nner 1855 in Albrechtsdorf (NordbÃ¶hmen)zur Welt. Sein Vater war GlasblÃ¤ser, seine Mutter starb, als er noch klein war. Nach dem Besuch einer dreijÃ¤hrigen Volksschule arbeitete er in der GlasblÃ¤serei seines Vaters, der sich selbstÃ¤ndig gemacht hatte. Um seine Schulkenntnisse zu erweitern, durfte er zweimal in der Woche am Abend und am Sonntag Stunden bei einem Privatlehrer nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jugend==&lt;br /&gt;
Mit 17 Jahren ging er auf Wanderschaft und kam Ã¼ber Hamburg bis Hannover, wo er bei einem Malermeister in die Lehre ging, Abendkurse besuchte und zum ersten Mal in seinem Leben in Arbeiterversammlungen von Sozialismus reden hÃ¶rte. 1874 kehrte er in seine Heimat zurÃ¼ck, wo sich in der Zwischenzeit die ersten Bildungs-, Fach- und Lesevereine mit sozialdemokratischen Tendenzen gebildet hatten, denen er sich sofort mit jugendlicher Begeisterung anschloss. Zu dieser Zeit fand er auch in einem Direktor einer Flachsspinnerei einen vÃ¤terlichen Freund Berater und Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==In Frankreich==&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des Vaters verlieÃŸ er 1877 Ã–sterreich, hielt sich drei Monate in Metz auf, ging dann &amp;quot;zu FuÃŸ&amp;quot; nach Paris. Nach einigen Monaten zog er weiter nach Bordeaux.&lt;br /&gt;
Peukert hatte mittlerweile so gut FranzÃ¶sisch gelernt, dass er die Klassiker des franzÃ¶sischen FrÃ¼hsozialismus im Original lesen konnte. Dabei fiel ihm auf, dass die Intelligenz der deutschen Sozialdemokratie diese Autoren ausgeschlachtet, verdreht und entstellt hatten. Er wurde auch mit &lt;br /&gt;
einigen Ã¤lteren Mitgliedern der [[Erste Internationale]] bekannt, die ihm Ã¼ber die Ursachen und den Verlauf der Spaltung der IAA ein ganz anderes Bild vermittelten, als es die deutsche sozialdemokratische Literatur darzustellen versuchte.&lt;br /&gt;
Peukert wollte damals die anarchistische Bewegung in Spanien kennenlernen und verlieÃŸ deswegen Bordeaux.Mittlerweile waren aus Paris viele deutsche Genossen ausgewiesen worden, was Peukert veranlasste, nach Paris zurÃ¼ckzukehren, um dort den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; fÃ¼r Deutschland und Ã–sterreich zu Ã¼bernehmen. Mit den meisten Mitarbeitern der &amp;quot;Revolution sociale&amp;quot;, dem Organ der franzÃ¶sischen SozialrevolutionÃ¤re, war er persÃ¶nlich befreundet.&lt;br /&gt;
Er kannte auch den &amp;quot;Revolte&amp;quot;, der damals von Pierre Krapotkin in Genf herausgegeben wurde und groÃŸen Einfluss, auch auf die &amp;quot;Freiheit&amp;quot; ausÃ¼bte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==ZurÃ¼ck in Ã–sterreich==&lt;br /&gt;
Peukert wurde am 30. November aus Paris ausgewiesen, woraufhin er in die Schweiz ging, wo er von sozialrevolutionÃ¤ren Gruppen zum Delegierten fÃ¼r den Londoner Weltkongress (1881) bestimmt wurde. Im Herbst 1881 begab er sich, vermutlich im Auftrag des Londoner Revolutionskomitees nach Ã–sterreich, um hier den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; zu reorganisieren und die geheime Organisation aufzubauen.&lt;br /&gt;
Peukert kam am 5. Dezember nach Wien, schon am 13. wurde er verhaftet und blieb bis zum 6. MÃ¤rz 1882 wegen GeheimbÃ¼ndelei in Untersuchungshaft. Im Juli 1882 Ã¼bernahm er auf Ersuchen der Herausgeber die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot; und hielt VortrÃ¤ge im ABV Wien. &lt;br /&gt;
Zusammen mit anderen FunktionÃ¤ren der radikalen Arbeiterpartei wurde er Ende August im Zusammenhang mit der Merstallinger-AffÃ¤re verhaftet. Seine Haltung in der Voruntersuchung und wÃ¤hrend des Prozesses veranlassten den Staatsanwalt Dr. v. Pelser darauf hinzuweisen, &amp;quot;dass Peukert an Energie, Intelligenz und Zielbewusstsein weitaus alle seine hier angeklagten Genossen Ã¼berragt.&amp;quot; Er wurde am 21. MÃ¤rz 1883 vom Geschworenengericht freigesprochen und Ã¼bernahm wieder die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Im Sommer unternahm er zahlreiche Agitationsreisen in die Provinz, vermutlich um die Konferenz von Langenzersdorf vorzubereiten.&lt;br /&gt;
Um sich gegen die maÃŸlosen VerdÃ¤chtigungen der GemÃ¤ÃŸigten zur Wehr zu setzen, die in einem infamen Artikel zum Ausdruck kamen, der zuerst in der &amp;quot;ThÃ¼ringischen Tagespost&amp;quot; in NÃ¼rnberg erschien und dann von der &amp;quot;Wahrheit&amp;quot; Ã¼bernommen wurde, strebte Peukert einen Ehrenbeleidigungsprozess gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten Karl Grillenberger als verantwortlichen Redakteur des NÃ¼rnberger Parteiblattes an. Hinter Grillenberger stand Ã¼brigen Max Trautner, Konfident des Wiener InformationsbÃ¼ros und des PolizeiprÃ¤sidiums Berlin.&lt;br /&gt;
Peukert wurde Ende JÃ¤nner, also vor der VerhÃ¤ngung des Ausnahmezustands, als Zeuge nach Hanau vorgeladen, wo Stevens-Neve wegen Hochverrats unter Anklage stand.Unterdessen wurde der [[Ausnahmezustand Ã¼ber Wien am 30. JÃ¤nner 1884]] verhÃ¤ngt.Auf seiner RÃ¼ckkehr konnten ihn Genossen dazu Ã¼berreden, vorlÃ¤ufig ins Ausland zu gehen und das Weitere abzuwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die letzten Jahre==&lt;br /&gt;
Auf Umwegen gelangte er Anfang Februar in die Schweiz, Ende MÃ¤rz begab er sich nach London, wo er zuerst den &amp;quot;Rebell&amp;quot;, der nach England verlegt worden war, und dann die &amp;quot;Autonomie&amp;quot; herausgab. Um seine Differenzen mit Johann Most zu bereinigen, entschloss sich Peukert im FrÃ¼hjahr 1889 in die USA zu reisen. Dieses Vorhaben musste er aber um ein Jahr aufschieben, da er an einem schweren Augenleiden erkrankt war. Daher ging er zuerst nach Spanien, wo er geheilt wurde und begab sich dann Ã¼ber Bordeaux, Paris und London in die USA. Anfang Juni 1890 kam er in New York an; die AussÃ¶hnung mit Johann Most kam jedoch nicht zustande.&lt;br /&gt;
Peukert starb am 3. MÃ¤rz 1910 im Alter von 55 Jahren in Chicago.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Notes==&lt;br /&gt;
Alle Informationen zu diesem wiki stammen aus folgendem Buch: Anna Staudacher, Art. &amp;quot;Josef Peukert&amp;quot;, in: SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten.Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld, (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39), Wien 1988, S.311-313.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schriften Josef Peukerts===&lt;br /&gt;
Erinnerungen eines Proletariers aus der revolutionÃ¤ren Arbeiterbewegung, hrsg. v. Gustav Landauer, Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerechtigkeit in der Anarchie, London 1920.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Ausnahmezustand_%C3%83%C2%BCber_Wien_am_30._J%C3%83%C2%A4nner_1884&amp;diff=49133</id>
		<title>Ausnahmezustand Ã¼ber Wien am 30. JÃ¤nner 1884</title>
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				<updated>2008-11-21T17:16:49Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Nach dem Attentat von Anton Kammerer auf den Polizeikonzipisten Hlubek und jenem von Hermann Stellmacher auf den Detektiven BlÃ¶ch in Wien, richtete die Ã¶sterreichische Regierung all ihre zur VerfÃ¼gung stehenden Mittel gegen die AnfÃ¼hrer der Radikalen Arbeiterpartei (RAP).&lt;br /&gt;
Die Ausnahmeverordnung die ursprÃ¼nglich zur UnterdrÃ¼ckung der Ultramontanen und Tschechen konzipiert wurde, erhielt neue Geltung.&lt;br /&gt;
Am 30. JÃ¤nner 1884 wurde nun Ã¼ber Wien, Wiener Neustadt und Korneuburg eine Art Belagerungszustand verhÃ¤ngt, unter dem der Polizei das Recht gegeben wurde, ohne BegrÃ¼ndung Zeitungen zu verbieten, Personen die sich in einer dieser drei StÃ¤dte aufhielten auszuweisen, Vereine und Versammlungen zu verbieten, Briefe zu Ã¶ffnen u.v.a.m.&lt;br /&gt;
Eine weitere Ministerialverordnung hob die Wirksamkeit von Geschworenengerichten in Strafsachen auf, denen die auf anarchistischen, auf gewaltsamen Umsturz der herrschenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtete AktivitÃ¤ten zu Grunde lagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Signal zu einer Massenverfolgung nach &amp;quot;berÃ¼chtigten&amp;quot; RevolutionÃ¤ren und Sozialisten hatte begonnen. Es folgten Verhaftungen auf Verhaftungen, und innerhalb weniger Tage waren die aktivsten FunktionÃ¤re der RAP, ungefÃ¤hr 500 Leute, aus Wien, Wiener Neustadt und Korneuburg vertrieben.&lt;br /&gt;
Die meisten dieser Leute waren FamilienvÃ¤ter, die nun ihre Familien im Elend zurÃ¼cklassen mussten, um zu versuchen in anderen Gegenden Arbeit zu finden.&lt;br /&gt;
Polizei und Gendarmerie folgten diesen AusgestoÃŸenen nach und versuchten zu verhindern, dass diese Arbeit fanden und lieÃŸen sich auch andere Schikanen einfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele emigrierten daraufhin in die Schweiz, Frankreich, England und die USA. Dies war aber noch nicht alles. Die Regierung unterdrÃ¼ckte &amp;quot;Die Zukunft&amp;quot; und die tschechische Arbeiterzeitung &amp;quot;Delnicke Listy&amp;quot;, lÃ¶ste unliebsame Vereine auf und verfolgte jede noch so kleine sozialistische Regung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Folgen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nur durch die VerhÃ¤ngung des Ausnahmezustands vom 30. JÃ¤nner 1884 konnte der stÃ¤ndig wachsende Einfluss der RAP auf die gesamte Ã¶sterreichische Arbeiterbewegung gebrochen werden. Er ermÃ¶glichte die Zerschlagung ihrer Organisationen, die Verhaftung und Ausweisung ihrer einflussreichsten FunktionÃ¤re.&lt;br /&gt;
Dadurch konnten die GemÃ¤ÃŸigten, [die zu dieser Zeit vergleichsweise bedeutungslos waren], an Einfluss gewinnen und sich auf dem Einigungsparteitag von Hainfeld, dem GrÃ¼ndungsparteitag der Ã¶sterreichischen Sozialdemokratie durchsetzen.&amp;quot; (Anna Staudacher, SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten. Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd.39), Verlag fÃ¼r Gesellschaftskritik, Wien 1988, Klappentext RÃ¼ckseite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
August Krcal, Geschichte der Arbeiter-Bewegung Ã–sterreichs 1867-1894.Eine kritische Darlegung. Nachdruch der Erstausgabe von 1894,Verlag Monte Verita, Wien 1985. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Staudacher, SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten. Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd.39), Verlag fÃ¼r Gesellschaftskritik, Wien 1988.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerhard Botz/ Gerfried Brandstetter/ Michael Pollak, Im Schatten der Arbeiterbewegung. Zur Geschichte des Anarchismus in Ã–sterreich und Deutschland (=Schriftenreihe des Ludwig Boltzmann Instituts fÃ¼r Geschichte der Arbeiterbewegung, Bd. 6), hrsg. v. Karl R. Stadler, Europaverlag, Wien 1977.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Ausnahmezustand_%C3%83%C2%BCber_Wien_am_30._J%C3%83%C2%A4nner_1884&amp;diff=49132</id>
		<title>Ausnahmezustand Ã¼ber Wien am 30. JÃ¤nner 1884</title>
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				<updated>2008-11-21T17:15:22Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Nach dem Attentat von Anton Kammerer auf den Polizeikonzipisten Hlubek und jenem von Hermann Stellmacher auf den Detektiven BlÃ¶ch in Wien, richtete die Ã¶sterreichische Regierung all ihre zur VerfÃ¼gung stehenden Mittel gegen die AnfÃ¼hrer der Radikalen Arbeiterpartei (RAP).&lt;br /&gt;
Die Ausnahmeverordnung die ursprÃ¼nglich zur UnterdrÃ¼ckung der Ultramontanen und Tschechen konzipiert wurde, erhielt neue Geltung.&lt;br /&gt;
Am 30. JÃ¤nner 1884 wurde nun Ã¼ber Wien, Wiener Neustadt und Korneuburg eine Art Belagerungszustand verhÃ¤ngt, unter dem der Polizei das Recht gegeben wurde, ohne BegrÃ¼ndung Zeitungen zu verbieten, Personen die sich in einer dieser drei StÃ¤dte aufhielten auszuweisen, Vereine und Versammlungen zu verbieten, Briefe zu Ã¶ffnen u.v.a.m.&lt;br /&gt;
Eine weitere Ministerialverordnung hob die Wirksamkeit von Geschworenengerichten in Strafsachen auf, denen die auf anarchistischen, auf gewaltsamen Umsturz der herrschenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtete AktivitÃ¤ten zu Grunde lagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Signal zu einer Massenverfolgung nach &amp;quot;berÃ¼chtigten&amp;quot; RevolutionÃ¤ren und Sozialisten hatte begonnen. Es folgten Verhaftungen auf Verhaftungen, und innerhalb weniger Tage waren die aktivsten FunktionÃ¤re der RAP, ungefÃ¤hr 500 Leute, aus Wien, Wiener Neustadt und Korneuburg vertrieben.&lt;br /&gt;
Die meisten dieser Leute waren FamilienvÃ¤ter, die nun ihre Familien im Elend zurÃ¼cklassen mussten, um zu versuchen in anderen Gegenden Arbeit zu finden.&lt;br /&gt;
Polizei und Gendarmerie folgten diesen AusgestoÃŸenen nach und versuchten zu verhindern, dass diese Arbeit fanden und lieÃŸen sich auch andere Schikanen einfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele emigrierten daraufhin in die Schweiz, Frankreich, England und die USA. Dies war aber noch nicht alles. Die Regierung unterdrÃ¼ckte [[&amp;quot;Die Zukunft&amp;quot;]] und die tschechische Arbeiterzeitung &amp;quot;Delnicke Listy&amp;quot;, lÃ¶ste unliebsame Vereine auf und verfolgte jede noch so kleine sozialistische Regung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Folgen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nur durch die VerhÃ¤ngung des Ausnahmezustands vom 30. JÃ¤nner 1884 konnte der stÃ¤ndig wachsende Einfluss der RAP auf die gesamte Ã¶sterreichische Arbeiterbewegung gebrochen werden. Er ermÃ¶glichte die Zerschlagung ihrer Organisationen, die Verhaftung und Ausweisung ihrer einflussreichsten FunktionÃ¤re.&lt;br /&gt;
Dadurch konnten die GemÃ¤ÃŸigten, [die zu dieser Zeit vergleichsweise bedeutungslos waren], an Einfluss gewinnen und sich auf dem Einigungsparteitag von Hainfeld, dem GrÃ¼ndungsparteitag der Ã¶sterreichischen Sozialdemokratie durchsetzen.&amp;quot; (Anna Staudacher, SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten. Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd.39), Verlag fÃ¼r Gesellschaftskritik, Wien 1988, Klappentext RÃ¼ckseite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
August Krcal, Geschichte der Arbeiter-Bewegung Ã–sterreichs 1867-1894.Eine kritische Darlegung. Nachdruch der Erstausgabe von 1894,Verlag Monte Verita, Wien 1985 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Staudacher, SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten. Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd.39), Verlag fÃ¼r Gesellschaftskritik, Wien 1988.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerhard Botz/ Gerfried Brandstetter/ Michael Pollak, Im Schatten der Arbeiterbewegung. Zur Geschichte des Anarchismus in Ã–sterreich und Deutschland (=Schriftenreihe des Ludwig Boltzmann Instituts fÃ¼r Geschichte der Arbeiterbewegung, Bd. 6), hrsg. v. Karl R. Stadler, Europaverlag, Wien 1977.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Josef_Peukert&amp;diff=49131</id>
		<title>Josef Peukert</title>
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				<updated>2008-11-21T17:12:07Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: /* Zurück in Österreich */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Josef Peukert'''&lt;br /&gt;
(*22. JÃ¤nner 1855 Albrechtsdorf, NordbÃ¶hmen, + 3. MÃ¤rz 1910 Chicago), SozialrevolutionÃ¤r und Anarchist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kindheit==&lt;br /&gt;
Josef Peukert kam am 22. JÃ¤nner 1855 in Albrechtsdorf (NordbÃ¶hmen)zur Welt. Sein Vater war GlasblÃ¤ser, seine Mutter starb, als er noch klein war. Nach dem Besuch einer dreijÃ¤hrigen Volksschule arbeitete er in der GlasblÃ¤serei seines Vaters, der sich selbstÃ¤ndig gemacht hatte. Um seine Schulkenntnisse zu erweitern, durfte er zweimal in der Woche am Abend und am Sonntag Stunden bei einem Privatlehrer nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jugend==&lt;br /&gt;
Mit 17 Jahren ging er auf Wanderschaft und kam Ã¼ber Hamburg bis Hannover, wo er bei einem Malermeister in die Lehre ging, Abendkurse besuchte und zum ersten Mal in seinem Leben in Arbeiterversammlungen von Sozialismus reden hÃ¶rte. 1874 kehrte er in seine Heimat zurÃ¼ck, wo sich in der Zwischenzeit die ersten Bildungs-, Fach- und Lesevereine mit sozialdemokratischen Tendenzen gebildet hatten, denen er sich sofort mit jugendlicher Begeisterung anschloss. Zu dieser Zeit fand er auch in einem Direktor einer Flachsspinnerei einen vÃ¤terlichen Freund Berater und Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==In Frankreich==&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des Vaters verlieÃŸ er 1877 Ã–sterreich, hielt sich drei Monate in Metz auf, ging dann &amp;quot;zu FuÃŸ&amp;quot; nach Paris. Nach einigen Monaten zog er weiter nach Bordeaux.&lt;br /&gt;
Peukert hatte mittlerweile so gut FranzÃ¶sisch gelernt, dass er die Klassiker des franzÃ¶sischen FrÃ¼hsozialismus im Original lesen konnte. Dabei fiel ihm auf, dass die Intelligenz der deutschen Sozialdemokratie diese Autoren ausgeschlachtet, verdreht und entstellt hatten. Er wurde auch mit &lt;br /&gt;
einigen Ã¤lteren Mitgliedern der Ersten Internationale bekannt, die ihm Ã¼ber die Ursachen und den Verlauf der Spaltung der IAA ein ganz anderes Bild vermittelten, als es die deutsche sozialdemokratische Literatur darzustellen versuchte.&lt;br /&gt;
Peukert wollte damals die anarchistische Bewegung in Spanien kennenlernen und verlieÃŸ deswegen Bordeaux.Mittlerweile waren aus Paris viele deutsche Genossen ausgewiesen worden, was Peukert veranlasste, nach Paris zurÃ¼ckzukehren, um dort den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; fÃ¼r Deutschland und Ã–sterreich zu Ã¼bernehmen. Mit den meisten Mitarbeitern der &amp;quot;Revolution sociale&amp;quot;, dem Organ der franzÃ¶sischen SozialrevolutionÃ¤re, war er persÃ¶nlich befreundet.&lt;br /&gt;
Er kannte auch den &amp;quot;Revolte&amp;quot;, der damals von Pierre Krapotkin in Genf herausgegeben wurde und groÃŸen Einfluss, auch auf die &amp;quot;Freiheit&amp;quot; ausÃ¼bte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==ZurÃ¼ck in Ã–sterreich==&lt;br /&gt;
Peukert wurde am 30. November aus Paris ausgewiesen, woraufhin er in die Schweiz ging, wo er von sozialrevolutionÃ¤ren Gruppen zum Delegierten fÃ¼r den Londoner Weltkongress (1881) bestimmt wurde. Im Herbst 1881 begab er sich, vermutlich im Auftrag des Londoner Revolutionskomitees nach Ã–sterreich, um hier den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; zu reorganisieren und die geheime Organisation aufzubauen.&lt;br /&gt;
Peukert kam am 5. Dezember nach Wien, schon am 13. wurde er verhaftet und blieb bis zum 6. MÃ¤rz 1882 wegen GeheimbÃ¼ndelei in Untersuchungshaft. Im Juli 1882 Ã¼bernahm er auf Ersuchen der Herausgeber die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot; und hielt VortrÃ¤ge im ABV Wien. &lt;br /&gt;
Zusammen mit anderen FunktionÃ¤ren der radikalen Arbeiterpartei wurde er Ende August im Zusammenhang mit der Merstallinger-AffÃ¤re verhaftet. Seine Haltung in der Voruntersuchung und wÃ¤hrend des Prozesses veranlassten den Staatsanwalt Dr. v. Pelser darauf hinzuweisen, &amp;quot;dass Peukert an Energie, Intelligenz und Zielbewusstsein weitaus alle seine hier angeklagten Genossen Ã¼berragt.&amp;quot; Er wurde am 21. MÃ¤rz 1883 vom Geschworenengericht freigesprochen und Ã¼bernahm wieder die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Im Sommer unternahm er zahlreiche Agitationsreisen in die Provinz, vermutlich um die Konferenz von Langenzersdorf vorzubereiten.&lt;br /&gt;
Um sich gegen die maÃŸlosen VerdÃ¤chtigungen der GemÃ¤ÃŸigten zur Wehr zu setzen, die in einem infamen Artikel zum Ausdruck kamen, der zuerst in der &amp;quot;ThÃ¼ringischen Tagespost&amp;quot; in NÃ¼rnberg erschien und dann von der &amp;quot;Wahrheit&amp;quot; Ã¼bernommen wurde, strebte Peukert einen Ehrenbeleidigungsprozess gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten Karl Grillenberger als verantwortlichen Redakteur des NÃ¼rnberger Parteiblattes an. Hinter Grillenberger stand Ã¼brigen Max Trautner, Konfident des Wiener InformationsbÃ¼ros und des PolizeiprÃ¤sidiums Berlin.&lt;br /&gt;
Peukert wurde Ende JÃ¤nner, also vor der VerhÃ¤ngung des Ausnahmezustands, als Zeuge nach Hanau vorgeladen, wo Stevens-Neve wegen Hochverrats unter Anklage stand.Unterdessen wurde der [[Ausnahmezustand Ã¼ber Wien am 30. JÃ¤nner 1884]] verhÃ¤ngt.Auf seiner RÃ¼ckkehr konnten ihn Genossen dazu Ã¼berreden, vorlÃ¤ufig ins Ausland zu gehen und das Weitere abzuwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die letzten Jahre==&lt;br /&gt;
Auf Umwegen gelangte er Anfang Februar in die Schweiz, Ende MÃ¤rz begab er sich nach London, wo er zuerst den &amp;quot;Rebell&amp;quot;, der nach England verlegt worden war, und dann die &amp;quot;Autonomie&amp;quot; herausgab. Um seine Differenzen mit Johann Most zu bereinigen, entschloss sich Peukert im FrÃ¼hjahr 1889 in die USA zu reisen. Dieses Vorhaben musste er aber um ein Jahr aufschieben, da er an einem schweren Augenleiden erkrankt war. Daher ging er zuerst nach Spanien, wo er geheilt wurde und begab sich dann Ã¼ber Bordeaux, Paris und London in die USA. Anfang Juni 1890 kam er in New York an; die AussÃ¶hnung mit Johann Most kam jedoch nicht zustande.&lt;br /&gt;
Peukert starb am 3. MÃ¤rz 1910 im Alter von 55 Jahren in Chicago.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Notes==&lt;br /&gt;
Alle Informationen zu diesem wiki stammen aus folgendem Buch: Anna Staudacher, Art. &amp;quot;Josef Peukert&amp;quot;, in: SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten.Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld, (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39), Wien 1988, S.311-313.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schriften Josef Peukerts===&lt;br /&gt;
Erinnerungen eines Proletariers aus der revolutionÃ¤ren Arbeiterbewegung, hrsg. v. Gustav Landauer, Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerechtigkeit in der Anarchie, London 1920.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Ausnahmezustand_%C3%83%C2%BCber_Wien_am_30._J%C3%83%C2%A4nner_1884&amp;diff=49130</id>
		<title>Ausnahmezustand Ã¼ber Wien am 30. JÃ¤nner 1884</title>
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				<updated>2008-11-21T16:29:53Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: Die Seite wurde neu angelegt: Nach dem Attentat von Anton Kammerer auf den Polizeikonzipisten Hlubek und jenem von Hermann Stellmacher auf den Detektiven Blöch in Wien, richtete die österreichisch...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Nach dem Attentat von Anton Kammerer auf den Polizeikonzipisten Hlubek und jenem von Hermann Stellmacher auf den Detektiven BlÃ¶ch in Wien, richtete die Ã¶sterreichische Regierung all ihre zur VerfÃ¼gung stehenden Mittel gegen die AnfÃ¼hrer der Radikalen Arbeiterpartei (RAP).&lt;br /&gt;
Die Ausnahmeverordnung die ursprÃ¼nglich zur UnterdrÃ¼ckung der Ultramontanen und Tschechen konzipiert wurde, erhielt neue Geltung.&lt;br /&gt;
Am 30. JÃ¤nner 1884 wurde nun Ã¼ber Wien, Wiener Neustadt und Korneuburg eine Art Belagerungszustand verhÃ¤ngt, unter dem der Polizei das Recht gegeben wurde, ohne BegrÃ¼ndung Zeitungen zu verbieten, Personen die sich in einer dieser drei StÃ¤dte aufhielten auszuweisen, Vereine und Versammlungen zu verbieten, Briefe zu Ã¶ffnen u.v.a.m.&lt;br /&gt;
Eine weitere Ministerialverordnung hob die Wirksamkeit von Geschworenengerichten in Strafsachen auf, denen die auf anarchistischen, auf gewaltsamen Umsturz der herrschenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtete AktivitÃ¤ten zu Grunde lagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Signal zu einer Massenverfolgung nach &amp;quot;berÃ¼chtigten&amp;quot; RevolutionÃ¤ren und Sozialisten hatte begonnen. Es folgten Verhaftungen auf Verhaftungen, und innerhalb weniger Tage waren die aktivsten FunktionÃ¤re der RAP, ungefÃ¤hr 500 Leute, aus Wien, Wiener Neustadt und Korneuburg vertrieben.&lt;br /&gt;
Die meisten dieser Leute waren FamilienvÃ¤ter, die nun ihre Familien im Elend zurÃ¼cklassen mussten, um zu versuchen in anderen Gegenden Arbeit zu finden.&lt;br /&gt;
Polizei und Gendarmerie folgten diesen AusgestoÃŸenen nach und versuchten zu verhindern, dass diese Arbeit fanden und lieÃŸen sich auch andere Schikanen einfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele emigrierten daraufhin in die Schweiz, Frankreich, England und die USA. Dies war aber noch nicht alles. Die Regierung unterdrÃ¼ckte die &amp;quot;Zukunft&amp;quot; und die tschechische Arbeiterzeitung &amp;quot;Delnicke Listy&amp;quot;, lÃ¶ste unliebsame Vereine auf und verfolgte jede noch so kleine sozialistische Regung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Folgen==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Nur durch die VerhÃ¤ngung des Ausnahmezustands vom 30. JÃ¤nner 1884 konnte der stÃ¤ndig wachsende Einfluss der RAP auf die gesamte Ã¶sterreichische Arbeiterbewegung gebrochen werden. Er ermÃ¶glichte die Zerschlagung ihrer Organisationen, die Verhaftung und Ausweisung ihrer einflussreichsten FunktionÃ¤re.&lt;br /&gt;
Dadurch konnten die GemÃ¤ÃŸigten, [die zu dieser Zeit vergleichsweise bedeutungslos waren], an Einfluss gewinnen und sich auf dem Einigungsparteitag von Hainfeld, dem GrÃ¼ndungsparteitag der Ã¶sterreichischen Sozialdemokratie durchsetzen.&amp;quot; (Anna Staudacher, SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten. Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd.39), Verlag fÃ¼r Gesellschaftskritik, Wien 1988, Klappentext RÃ¼ckseite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
August Krcal, Geschichte der Arbeiter-Bewegung Ã–sterreichs 1867-1894.Eine kritische Darlegung. Nachdruch der Erstausgabe von 1894,Verlag Monte Verita, Wien 1985 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Staudacher, SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten. Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd.39), Verlag fÃ¼r Gesellschaftskritik, Wien 1988.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerhard Botz/ Gerfried Brandstetter/ Michael Pollak, Im Schatten der Arbeiterbewegung. Zur Geschichte des Anarchismus in Ã–sterreich und Deutschland (=Schriftenreihe des Ludwig Boltzmann Instituts fÃ¼r Geschichte der Arbeiterbewegung, Bd. 6), hrsg. v. Karl R. Stadler, Europaverlag, Wien 1977.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Josef_Peukert&amp;diff=49086</id>
		<title>Josef Peukert</title>
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				<updated>2008-11-18T18:50:04Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: /* In Frankreich */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Josef Peukert'''&lt;br /&gt;
(*22. JÃ¤nner 1855 Albrechtsdorf, NordbÃ¶hmen, + 3. MÃ¤rz 1910 Chicago), SozialrevolutionÃ¤r und Anarchist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kindheit==&lt;br /&gt;
Josef Peukert kam am 22. JÃ¤nner 1855 in Albrechtsdorf (NordbÃ¶hmen)zur Welt. Sein Vater war GlasblÃ¤ser, seine Mutter starb, als er noch klein war. Nach dem Besuch einer dreijÃ¤hrigen Volksschule arbeitete er in der GlasblÃ¤serei seines Vaters, der sich selbstÃ¤ndig gemacht hatte. Um seine Schulkenntnisse zu erweitern, durfte er zweimal in der Woche am Abend und am Sonntag Stunden bei einem Privatlehrer nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jugend==&lt;br /&gt;
Mit 17 Jahren ging er auf Wanderschaft und kam Ã¼ber Hamburg bis Hannover, wo er bei einem Malermeister in die Lehre ging, Abendkurse besuchte und zum ersten Mal in seinem Leben in Arbeiterversammlungen von Sozialismus reden hÃ¶rte. 1874 kehrte er in seine Heimat zurÃ¼ck, wo sich in der Zwischenzeit die ersten Bildungs-, Fach- und Lesevereine mit sozialdemokratischen Tendenzen gebildet hatten, denen er sich sofort mit jugendlicher Begeisterung anschloss. Zu dieser Zeit fand er auch in einem Direktor einer Flachsspinnerei einen vÃ¤terlichen Freund Berater und Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==In Frankreich==&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des Vaters verlieÃŸ er 1877 Ã–sterreich, hielt sich drei Monate in Metz auf, ging dann &amp;quot;zu FuÃŸ&amp;quot; nach Paris. Nach einigen Monaten zog er weiter nach Bordeaux.&lt;br /&gt;
Peukert hatte mittlerweile so gut FranzÃ¶sisch gelernt, dass er die Klassiker des franzÃ¶sischen FrÃ¼hsozialismus im Original lesen konnte. Dabei fiel ihm auf, dass die Intelligenz der deutschen Sozialdemokratie diese Autoren ausgeschlachtet, verdreht und entstellt hatten. Er wurde auch mit &lt;br /&gt;
einigen Ã¤lteren Mitgliedern der Ersten Internationale bekannt, die ihm Ã¼ber die Ursachen und den Verlauf der Spaltung der IAA ein ganz anderes Bild vermittelten, als es die deutsche sozialdemokratische Literatur darzustellen versuchte.&lt;br /&gt;
Peukert wollte damals die anarchistische Bewegung in Spanien kennenlernen und verlieÃŸ deswegen Bordeaux.Mittlerweile waren aus Paris viele deutsche Genossen ausgewiesen worden, was Peukert veranlasste, nach Paris zurÃ¼ckzukehren, um dort den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; fÃ¼r Deutschland und Ã–sterreich zu Ã¼bernehmen. Mit den meisten Mitarbeitern der &amp;quot;Revolution sociale&amp;quot;, dem Organ der franzÃ¶sischen SozialrevolutionÃ¤re, war er persÃ¶nlich befreundet.&lt;br /&gt;
Er kannte auch den &amp;quot;Revolte&amp;quot;, der damals von Pierre Krapotkin in Genf herausgegeben wurde und groÃŸen Einfluss, auch auf die &amp;quot;Freiheit&amp;quot; ausÃ¼bte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==ZurÃ¼ck in Ã–sterreich==&lt;br /&gt;
Peukert wurde am 30. November aus Paris ausgewiesen, woraufhin er in die Schweiz ging, wo er von sozialrevolutionÃ¤ren Gruppen zum Delegierten fÃ¼r den Londoner Weltkongress (1881) bestimmt wurde. Im Herbst 1881 begab er sich, vermutlich im Auftrag des Londoner Revolutionskomitees nach Ã–sterreich, um hier den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; zu reorganisieren und die geheime Organisation aufzubauen.&lt;br /&gt;
Peukert kam am 5. Dezember nach Wien, schon am 13. wurde er verhaftet und blieb bis zum 6. MÃ¤rz 1882 wegen GeheimbÃ¼ndelei in Untersuchungshaft. Im Juli 1882 Ã¼bernahm er auf Ersuchen der Herausgeber die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot; und hielt VortrÃ¤ge im ABV Wien. &lt;br /&gt;
Zusammen mit anderen FunktionÃ¤ren der radikalen Arbeiterpartei wurde er Ende August im Zusammenhang mit der Merstallinger-AffÃ¤re verhaftet. Seine Haltung in der Voruntersuchung und wÃ¤hrend des Prozesses veranlassten den Staatsanwalt Dr. v. Pelser darauf hinzuweisen, &amp;quot;dass Peukert an Energie, Intelligenz und Zielbewusstsein weitaus alle seine hier angeklagten Genossen Ã¼berragt.&amp;quot; Er wurde am 21. MÃ¤rz 1883 vom Geschworenengericht freigesprochen und Ã¼bernahm wieder die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Im Sommer unternahm er zahlreiche Agitationsreisen in die Provinz, vermutlich um die Konferenz von Langenzersdorf vorzubereiten.&lt;br /&gt;
Um sich gegen die maÃŸlosen VerdÃ¤chtigungen der GemÃ¤ÃŸigten zur Wehr zu setzen, die in einem infamen Artikel zum Ausdruck kamen, der zuerst in der &amp;quot;ThÃ¼ringischen Tagespost&amp;quot; in NÃ¼rnberg erschien und dann von der &amp;quot;Wahrheit&amp;quot; Ã¼bernommen wurde, strebte Peukert einen Ehrenbeleidigungsprozess gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten Karl Grillenberger als verantwortlichen Redakteur des NÃ¼rnberger Parteiblattes an. Hinter Grillenberger stand Ã¼brigen Max Trautner, Konfident des Wiener InformationsbÃ¼ros und des PolizeiprÃ¤sidiums Berlin.&lt;br /&gt;
Peukert wurde Ende JÃ¤nner, also vor der VerhÃ¤ngung des Ausnahmezustands, als Zeuge nach Hanau vorgeladen, wo Stevens-Neve wegen Hochverrats unter Anklage stand.Unterdessen wurde Ã¼ber Wien der Ausnahmezustand verhÃ¤ngt.Auf seiner RÃ¼ckkehr konnten ihn Genossen dazu Ã¼berreden, vorlÃ¤ufig ins Ausland zu gehen und das Weitere abzuwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die letzten Jahre==&lt;br /&gt;
Auf Umwegen gelangte er Anfang Februar in die Schweiz, Ende MÃ¤rz begab er sich nach London, wo er zuerst den &amp;quot;Rebell&amp;quot;, der nach England verlegt worden war, und dann die &amp;quot;Autonomie&amp;quot; herausgab. Um seine Differenzen mit Johann Most zu bereinigen, entschloss sich Peukert im FrÃ¼hjahr 1889 in die USA zu reisen. Dieses Vorhaben musste er aber um ein Jahr aufschieben, da er an einem schweren Augenleiden erkrankt war. Daher ging er zuerst nach Spanien, wo er geheilt wurde und begab sich dann Ã¼ber Bordeaux, Paris und London in die USA. Anfang Juni 1890 kam er in New York an; die AussÃ¶hnung mit Johann Most kam jedoch nicht zustande.&lt;br /&gt;
Peukert starb am 3. MÃ¤rz 1910 im Alter von 55 Jahren in Chicago.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Notes==&lt;br /&gt;
Alle Informationen zu diesem wiki stammen aus folgendem Buch: Anna Staudacher, Art. &amp;quot;Josef Peukert&amp;quot;, in: SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten.Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld, (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39), Wien 1988, S.311-313.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schriften Josef Peukerts===&lt;br /&gt;
Erinnerungen eines Proletariers aus der revolutionÃ¤ren Arbeiterbewegung, Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerechtigkeit in der Anarchie, London 1920.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Josef_Peukert&amp;diff=49085</id>
		<title>Josef Peukert</title>
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				<updated>2008-11-18T18:47:44Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Wolke: image +image&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Josef Peukert'''&lt;br /&gt;
(*22. JÃ¤nner 1855 Albrechtsdorf, NordbÃ¶hmen, + 3. MÃ¤rz 1910 Chicago), SozialrevolutionÃ¤r und Anarchist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kindheit==&lt;br /&gt;
Josef Peukert kam am 22. JÃ¤nner 1855 in Albrechtsdorf (NordbÃ¶hmen)zur Welt. Sein Vater war GlasblÃ¤ser, seine Mutter starb, als er noch klein war. Nach dem Besuch einer dreijÃ¤hrigen Volksschule arbeitete er in der GlasblÃ¤serei seines Vaters, der sich selbstÃ¤ndig gemacht hatte. Um seine Schulkenntnisse zu erweitern, durfte er zweimal in der Woche am Abend und am Sonntag Stunden bei einem Privatlehrer nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jugend==&lt;br /&gt;
Mit 17 Jahren ging er auf Wanderschaft und kam Ã¼ber Hamburg bis Hannover, wo er bei einem Malermeister in die Lehre ging, Abendkurse besuchte und zum ersten Mal in seinem Leben in Arbeiterversammlungen von Sozialismus reden hÃ¶rte. 1874 kehrte er in seine Heimat zurÃ¼ck, wo sich in der Zwischenzeit die ersten Bildungs-, Fach- und Lesevereine mit sozialdemokratischen Tendenzen gebildet hatten, denen er sich sofort mit jugendlicher Begeisterung anschloss. Zu dieser Zeit fand er auch in einem Direktor einer Flachsspinnerei einen vÃ¤terlichen Freund Berater und Lehrer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==In Frankreich==&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des Vaters verlieÃŸ er 1877 Ã–sterreich, hielt sich drei Monate in Metz auf, ging dann &amp;quot;zu FuÃŸ&amp;quot; nach Paris. Nach einigen Monaten zog er weiter nach Bordeaux.&lt;br /&gt;
Peukert hatte mittlerweile so gut FranzÃ¶sisch gelernt, dass er die Klassiker des franzÃ¶sischen FrÃ¼hsozialismus im Original lesen konnte. Dabei fiel ihm auf, dass die Intelligenz der deutschen Sozialdemokratie diese Autoren ausgeschlachtet, verdreht und entstellt hatten. Er wurde auch mit &lt;br /&gt;
einigen Ã¤lteren Mitgliedern der Ersten Internationale bekannt, die ihm Ã¼ber die Ursachen und den Verlauf der Spaltung der IAA ein ganz anderes Bild vermittelten, als es die deutsche sozialdemokratische Literatur darzustellen versuchte.&lt;br /&gt;
Peukert wollte damals die anarchistische Bewegung in Spanien kennenlernen und verlieÃŸ deswegen Bordeaux.Mittlerweile waren aus Paris viele deutsche Genossen ausgewiesen worden, was Peukert veranlasste, nach Paris zurÃ¼ckzukehren, um dort den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; fÃ¼r Deutschland und Ã–sterreich zu Ã¼bernehmen. Mit den meisten Mitarbeitern der &amp;quot;Revolution sociale&amp;quot;, dem Organ der franzÃ¶sischen SozialrevolutionÃ¤re, war er persÃ¶nlich befreundet.&lt;br /&gt;
Er kannte auch die &amp;quot;Revolte&amp;quot;, die damals von Pierre Krapotkin in Genf herausgegeben wurde und groÃŸen Einfluss, auch auf die &amp;quot;Freiheit&amp;quot; ausÃ¼bte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==ZurÃ¼ck in Ã–sterreich==&lt;br /&gt;
Peukert wurde am 30. November aus Paris ausgewiesen, woraufhin er in die Schweiz ging, wo er von sozialrevolutionÃ¤ren Gruppen zum Delegierten fÃ¼r den Londoner Weltkongress (1881) bestimmt wurde. Im Herbst 1881 begab er sich, vermutlich im Auftrag des Londoner Revolutionskomitees nach Ã–sterreich, um hier den Vertrieb der &amp;quot;Freiheit&amp;quot; zu reorganisieren und die geheime Organisation aufzubauen.&lt;br /&gt;
Peukert kam am 5. Dezember nach Wien, schon am 13. wurde er verhaftet und blieb bis zum 6. MÃ¤rz 1882 wegen GeheimbÃ¼ndelei in Untersuchungshaft. Im Juli 1882 Ã¼bernahm er auf Ersuchen der Herausgeber die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot; und hielt VortrÃ¤ge im ABV Wien. &lt;br /&gt;
Zusammen mit anderen FunktionÃ¤ren der radikalen Arbeiterpartei wurde er Ende August im Zusammenhang mit der Merstallinger-AffÃ¤re verhaftet. Seine Haltung in der Voruntersuchung und wÃ¤hrend des Prozesses veranlassten den Staatsanwalt Dr. v. Pelser darauf hinzuweisen, &amp;quot;dass Peukert an Energie, Intelligenz und Zielbewusstsein weitaus alle seine hier angeklagten Genossen Ã¼berragt.&amp;quot; Er wurde am 21. MÃ¤rz 1883 vom Geschworenengericht freigesprochen und Ã¼bernahm wieder die Redaktion der &amp;quot;Zukunft&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Im Sommer unternahm er zahlreiche Agitationsreisen in die Provinz, vermutlich um die Konferenz von Langenzersdorf vorzubereiten.&lt;br /&gt;
Um sich gegen die maÃŸlosen VerdÃ¤chtigungen der GemÃ¤ÃŸigten zur Wehr zu setzen, die in einem infamen Artikel zum Ausdruck kamen, der zuerst in der &amp;quot;ThÃ¼ringischen Tagespost&amp;quot; in NÃ¼rnberg erschien und dann von der &amp;quot;Wahrheit&amp;quot; Ã¼bernommen wurde, strebte Peukert einen Ehrenbeleidigungsprozess gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten Karl Grillenberger als verantwortlichen Redakteur des NÃ¼rnberger Parteiblattes an. Hinter Grillenberger stand Ã¼brigen Max Trautner, Konfident des Wiener InformationsbÃ¼ros und des PolizeiprÃ¤sidiums Berlin.&lt;br /&gt;
Peukert wurde Ende JÃ¤nner, also vor der VerhÃ¤ngung des Ausnahmezustands, als Zeuge nach Hanau vorgeladen, wo Stevens-Neve wegen Hochverrats unter Anklage stand.Unterdessen wurde Ã¼ber Wien der Ausnahmezustand verhÃ¤ngt.Auf seiner RÃ¼ckkehr konnten ihn Genossen dazu Ã¼berreden, vorlÃ¤ufig ins Ausland zu gehen und das Weitere abzuwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die letzten Jahre==&lt;br /&gt;
Auf Umwegen gelangte er Anfang Februar in die Schweiz, Ende MÃ¤rz begab er sich nach London, wo er zuerst den &amp;quot;Rebell&amp;quot;, der nach England verlegt worden war, und dann die &amp;quot;Autonomie&amp;quot; herausgab. Um seine Differenzen mit Johann Most zu bereinigen, entschloss sich Peukert im FrÃ¼hjahr 1889 in die USA zu reisen. Dieses Vorhaben musste er aber um ein Jahr aufschieben, da er an einem schweren Augenleiden erkrankt war. Daher ging er zuerst nach Spanien, wo er geheilt wurde und begab sich dann Ã¼ber Bordeaux, Paris und London in die USA. Anfang Juni 1890 kam er in New York an; die AussÃ¶hnung mit Johann Most kam jedoch nicht zustande.&lt;br /&gt;
Peukert starb am 3. MÃ¤rz 1910 im Alter von 55 Jahren in Chicago.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Notes==&lt;br /&gt;
Alle Informationen zu diesem wiki stammen aus folgendem Buch: Anna Staudacher, Art. &amp;quot;Josef Peukert&amp;quot;, in: SozialrevolutionÃ¤re und Anarchisten.Die andere Arbeiterbewegung vor Hainfeld, (=Ã–sterreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 39), Wien 1988, S.311-313.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schriften Josef Peukerts===&lt;br /&gt;
Erinnerungen eines Proletariers aus der revolutionÃ¤ren Arbeiterbewegung, Berlin 1913.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerechtigkeit in der Anarchie, London 1920.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Wolke</name></author>	</entry>

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		<title>Josef Peukert</title>
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&lt;div&gt;'''Josef Peukert''' &lt;br /&gt;
(*22. JÃ¤nner 1855 Albrechtsdorf, + 3. MÃ¤rz 1910 Chicago)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kindheit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Josef Peukert kam am 22. JÃ¤nner 1855 in Albrechtsdorf zur Welt. Sein Vater war GlasblÃ¤ser, seine Mutter starb, als er noch klein war. Nach dem Besuch einer dreijÃ¤hrigen Volksschule arbeitete er in der GlasblÃ¤serei seines Vaters, der sich selbstÃ¤ndig gemacht hatte. Um seine Schulkenntnisse zu erweitern, durfte er zweimal in der Woche am Abend und am Sonntag Stunden bei einem Privatlehrer nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wander-und Lehrjahre==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 17 Jahren ging er auf Wanderschaft und kam Ã¼ber Hamburg bis hannover, wo er bei einem Malermeister in die Lehre ging, Abendkurse besuchte und zum ersten Mal in seinem Leben in Arbeiterversammlungen von Sozialismus reden hÃ¶rte&lt;/div&gt;</summary>
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