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		<title>Anarchopedia - User contributions [en]</title>
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&lt;hr /&gt;
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		<title>Hans-JÃ¼rgen Degen</title>
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		<title>Die vollstÃ¤ndige Liste mit Aktionspunkten zu Berlin findet ihr hier</title>
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&lt;hr /&gt;
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&lt;hr /&gt;
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		<title>Rudolf Rocker</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Rudolf Rocker''' (geboren am 25. MÃ¤rz 1873 in Mainz; gestorben am 19. September 1958 in Mohegan, Maine, [[USA]]) war Buchbinder, Autor und Anarchist. Er war eine wichtige PersÃ¶nlichkeit des deutschen und internationalen [[Anarcho-Syndikalismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Rocker wird am 25. MÃ¤rz 1873 in Mainz als zweiter Sohn des Notendruckers Georg Philipp Rocker und Anna Margaretha Rocker geboren. Das Familienumfeld ist geprÃ¤gt vom liberalen Geist der 1848/49-er Revolution. Bereits mit 14 Jahren ist Rudolf Rocker vollwaise und kommt in ein katholisches Erziehungsheim, wo er sehr schnell mit autoritÃ¤ren Strukturen und Verhaltensmustern konfrontiert wird. Er besucht die Volksschule und beginnt eine Buchbinderlehre. Ãœber die LektÃ¼re von [[Johann Most]] und [[Michael Bakunin]] tritt er der organisierten Arbeiterbewegung bei und wird Mitglied in der [[Sozialdemokratie|sozialdemokratischen]] Partei. Aus Protest gegen den Zentralismus in der Partei und an der zunehmenden VerspieÃŸerung schlieÃŸt Rocker sich zunÃ¤chst der [[Opposition der â€žJungenâ€œ]] innerhalb der Partei an. Auf dem [[Erfurter Parteitag]] 1891 schlieÃŸlich werden zum Anarchismus hin tendierende StrÃ¶mungen ausgeschlossen, weshalb Rocker gezwungen ist, seine organisatorischen und rednerischen AktivitÃ¤ten von der Partei weg zu verlagern, ohne jedoch den Konfrontationen mit dieser aus dem Weg zu gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Exil in London ===&lt;br /&gt;
Staatliche Verfolgung zwingt ihn, 1892 nach Frankreich zu emigrieren, wo er sehr schnell AnschluÃŸ an die dortige Arbeiterbewegung findet und erste Kontakte zu jÃ¼dischen Arbeitern knÃ¼pft. Diese Kontakte erleichtern es ihm, sich ab 1895 in London zurechtzufinden und zu wirken. So sehr er auch nach Deutschland zurÃ¼ckkehren mÃ¶chte, sosehr lehnt er den auf sich zukommenden MilitÃ¤rdienst in Deutschland ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wohnhaft im Londoner east end wÃ¤chst Rocker zur tragenden Figur zunÃ¤chst innerhalb der jÃ¼dischen Londoner Arbeiterbewegung und spÃ¤ter der gesamten Londoner und weit darÃ¼ber hinausgehenden Arbeiterbewegung Englands heran. Dazu befÃ¤higen ihn seine auÃŸerordentliche Rednergabe, sein Organisations- und Schreibertalent und nicht zuletzt, wie sein Biograph Peter Wienand betont, sei Engagement als PÃ¤dagoge. Er ist Mitarbeiter und Redakteur der bedeutendsten Londoner Arbeiterzeitungen, dem [[Der Arbeiterfraynd|Arbeiterfraynd]], was ihn dazu veranlasst, eigens Jiddisch zu lernen, damit seine Texte nicht durch unzulÃ¤ngliche Ãœbersetzungen Schaden nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1897 lebt er mit [[Milly Witkop Rocker|Milly Witkop]] zusammen und wird mehrfacher Vater. Rocker hat maÃŸgeblichen Anteil am Aufbau der organisierten Arbeiterbewegung und am erfolgreichen Kampf gegen den ausgeprÃ¤gten [[Antisemitismus]] innerhalb der Londoner Arbeiterschaft. Nach 17 Jahren Aufbauarbeit inszenieren die Londoner Textilarbeiter/innen einen groÃŸen Streik, dem SolidaritÃ¤tsstreiks anderer Branchen folgen. Mit letzter Kraft erringen die Arbeiter/innen einige Erfolge. Es gelingt ihnen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern und darÃ¼ber hinaus wichtige Erfahrungen im Klassenkampf zu sammeln. Dieser Streik ist nur deshalb erfolgreich, weil die Arbeiterklasse sich u. a. nicht in Juden und Nichtjuden spalten lÃ¤sst. Hauptorganisator (Koordinator) dieses Streiks ist Rudolf Rocker als NichtenglÃ¤nder und Nichtjude.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War Rocker schon in regionalen heimatlichen Kreisen um Mainz schnell bekannt geworden, so steigert sein unermÃ¼dlicher Einsatz seinen Bekanntheitsgrad Ã¼ber die Landesgrenzen hinaus. Mit Kriegsbeginn 1914 wird Rocker als AuslÃ¤nder in verschiedene Internierungslager verbracht, wo er nicht weniger als 139 VortrÃ¤ge hÃ¤lt und Ã¼berall, wo er Auftritt, sofort zu einer anerkannten PersÃ¶nlichkeit wird. Da in dem Lager Menschen aus aller Welt untergebracht sind, gelangen die Nachrichten von seiner PersÃ¶nlichkeit und AktivitÃ¤t in viele Teile der Welt, was seinen Bekanntheitsgrad nochmals enorm steigert. Gelang es ihm schon, den Antisemitismus innerhalb der Londoner Arbeiterbewegung zu bekÃ¤mpfen, so erreicht er zumindest eine hohe Akzeptanz seiner Person als [[Anarcho-Syndikalismus|Anarcho-Syndikalist]] u. a  auch bei vielen der deutschen Nationalisten in den Lagern, welche durch den Krieg reichlich Nahrung erhalten. Rocker Ã¼berzeugt auch hier durch auÃŸerordentliches Redetalent, Organisationsgabe und PÃ¤dagogik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===RÃ¼ckkehr nach Deutschland===&lt;br /&gt;
Mit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. kehrt Rocker schon 1918 auf drÃ¤ngende Einladung der [[Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften]] (FVDG) hin nach Deutschland ([[Berlin]]) zurÃ¼ck, um am Neuanfang der anarcho-syndikalistischen Arbeiterbewegung mitzuwirken. Er wird beauftragt, eine [[PrinzipienerklÃ¤rung des Syndikalismus]] auszuarbeiten, welche auf dem Kongress der FVDG im Dezember 1919 mit leichten Ã„nderungen angenommen wird. Die FVDG benennt sich um in [[Freie Arbeiter Union Deutschlands]] (FAUD) und erreicht bis 1922 reichsweit ca. 150.000 â€“ 180.000 Mitglieder. Rocker wird in die [[Presskommission]] gewÃ¤hlt, gibt das FAUD- Organ â€ž[[Der Syndikalist]]â€œ mit heraus (AuflagenhÃ¶he nach Mitgliederzahl) und hÃ¤lt somit engen Kontakt zu den Mitgliedern der [[GeschÃ¤ftskommission]], darunter [[Augustin Souchy]], [[Helmut RÃ¼diger]] und [[Fritz Kater]]. Rocker ist stÃ¤ndiger Redakteur beim â€žSyndikalistâ€œ. Als GegenstÃ¼ck zur kommunistischen [[Roten Gewerkschaftsinternationale]] und zur [[Kommunistischen Internationale]] (KomIntern), welche im Begriff sind, die anarchistische Arbeiterbewegung in allen LÃ¤ndern systematisch zu unterwandern und zu eliminieren, grÃ¼nden anarcho-syndikalistische Gewerkschaften 1922 in Berlin die [[Internationale Arbeiter Assoziation]] (IAA) in der Tradition der Ersten Internationale von 1864. Auch hierbei ist Rocker der Hauptorganisator. Er arbeitet die Statuten aus und wird zusammen mit Augustin Souchy und [[Alexander Schapiro]] ins IAA- Sekretariat (Berlin) gewÃ¤hlt und arbeitet dort bis 1933. Berlin inklusive Rockers Wohnung wird zu einem der bedeutendsten Zentren des weltweiten Anarcho-Syndikalismus. Bei ihm verkehren u. a so weltbekannte FlÃ¼chtlinge wie [[Nestor Machno]], [[Buenaventura Durruti]] und [[Francisco Ascaso]], da Rocker die ganze Zeit Ã¼ber Fluchthilfe organisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Erneute Flucht aus Deutschland===&lt;br /&gt;
1933 flieht Rocker vor den Nationalsozialisten Ã¼ber die Schweiz in die [[USA]]. Seine Bekanntheit erleichtert ihm das Leben im Exil. Hilfe erfolgt vermittels jÃ¼discher MittelsmÃ¤nner, z.B. auch von [[Albert Einstein]]. Aus Deutschland retten kann er lediglich sein Manuskript fÃ¼r â€žDie Entscheidung des Abendlandesâ€œ (spÃ¤ter: â€ž[[Nationalismus und Kultur]]â€œ) â€“ das IAA-Archiv fÃ¤llt den Nationalsozialisten in die HÃ¤nde. Votierte Rocker im Verlauf des ersten Weltkrieges noch gegen KriegseinsÃ¤tze von jeder Seite und hatte deshalb StreitgesprÃ¤che mit [[Peter Kropotkin]], so kommt er diesem Urvater des Anarchismus nun gleich und bejaht den Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland. Durch den [[Spanischen Krieg]] und den zweiten Weltkrieg versprengt und weitgehend desorganisiert, ist Rocker die wichtigste Anlaufstelle und KontaktbÃ¶rse fÃ¼r die Reste der Anarcho-Syndikalistischen Arbeiterbewegung weltweit. Auch in den USA ist Rocker unermÃ¼dlich tÃ¤tig als Verfasser vieler theoretischer Schriften und begehrter Redner, bis er im September 1958 im Alter von 84 Jahren stirbt. Unter seinen zahlreichen Freundschaften befinden sich so bekannte PersÃ¶nlichkeiten wie [[Peter Kropotkin]], [[Emma Goldman]], [[Alexander Berkman]], [[Diego abad de Santillan]], [[Max Nettlau]] oder [[Erich MÃ¼hsam]]. Er ist Verfasser von Biographien Ã¼ber Max Nettlau, Johann Most und Fritz Kater. Rudolf Rocker steht als Praktiker wie als Theoretiker auf einer Stufe mit [[Pierre Joseph Proudhon]], [[Michael Bakunin]] und Peter Kropotkin. Hervorzuheben ist noch sein Engagement gegen faschistische und kommunistische Diktatur gleichermaÃŸen, welche er nicht als GegensÃ¤tzlichkeiten definiert, sondern als â€žauf dem selben Holz gewachsenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus: H. DÃ¶hring: Der Kampf der Kulturen gegen Macht und Staat in der Geschichte der Menschheit. Eine Ausarbeitung zu Rodolf Rockers Werk &amp;quot;Nationalismus und Kultur&amp;quot;, Bremen 2002, erhÃ¤ltlich bei FAU-MAT: fau-mat@gmx.de&lt;br /&gt;
[http://www.cafe-libertad.de/mat2/assets/s2dmain.html?http://www.cafe-libertad.de/mat2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
*''Wir Anarchisten bekennen uns zur Freiheit des Menschen, zur Befreiung des Menschen durch ihn selbst.''&lt;br /&gt;
*''Ja, wir bekennen uns zur Geistigen Evolution des Menschens.''&lt;br /&gt;
*''Freiheit existiert nur dort, wo sie vom Geiste persÃ¶nlicher Verantwortung getragen wird.''&lt;br /&gt;
*''Die nationale Fahne deckt jedes Unrecht, jede Unmenschlichkeit, jede LÃ¼ge, jede Schandtat, jedes Verbrechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
*[[PrinzipienerklÃ¤rung des Syndikalismus]], 1919&lt;br /&gt;
*[[Der Syndikalismus und seine Aufgaben]], 1924&lt;br /&gt;
*[[Nationalismus und Kultur]], 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*[[Augustin Souchy]]: Rudolf Rocker&lt;br /&gt;
*Peter Wienand: Der 'geborene' Rebell. Rudolf Rocker. Leben und Werk, [[Karin Kramer Verlag]] Berlin 1981&lt;br /&gt;
*Rudolf Rocker: Aus dem Leben eines deutschen Anarchisten, Frankfurt 1973&lt;br /&gt;
*H. DÃ¶hring: Der Kampf der Kulturen gegen Macht und Staat in der Geschichte der Menschheit. Eine Ausarbeitung zu Rodolf Rockers Werk &amp;quot;Nationalismus und Kultur&amp;quot;, Bremen 2002&lt;br /&gt;
*William J. Fishman: &amp;quot;East End Jewish Radicals 1875-1914&amp;quot;, (besonders Kapitel 3:'The Ascendancy of Rudolf Rocker', p.227-310) Nottingham/UK 2004.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==siehe auch:==&lt;br /&gt;
*[[Fritz Kater]]&lt;br /&gt;
*[[Milly Witkop Rocker]]&lt;br /&gt;
*[[FAUD]]&lt;br /&gt;
*[[IAA]]&lt;br /&gt;
*[[Anarcho-Syndikalismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.dadaweb.de/index.php?title=Rocker%2C_Rudolf Hartmut RÃ¼bner: Rudolf Rocker] (Artikel im &amp;quot;Lexikon der Anarchie&amp;quot;)&lt;br /&gt;
*[http://www.fau.org/og/berlin/anarcho_txt.htm ''&amp;quot;Anarchismus und Anarcho-Syndikalismus (1938)&amp;quot;''] ([[FAU]] Berlin)&lt;br /&gt;
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Rocker http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Rocker]&lt;br /&gt;
*FAU-Bremen[http://www.fau-bremen.tk] (groÃŸes Textarchiv)&lt;br /&gt;
*[http://www.anarchismus.at/ auch Textarchiv]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:AnarchistInnen (20. Jh.)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anarcho-SyndikalistInnen]]&lt;br /&gt;
[[fr:Rudolf Rocker]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Ulmer '''Karl Preiss''' (08.10.1882-20.08.1949) war in den zwanziger Jahren ein fÃ¼hrender [[Anarcho-Syndikalismus|Anarcho-Syndikalist]] und beliebter Versammlungsredner im sÃ¼ddeutschen Raum. Organisiert war er sowohl in der [[FAUD]], [[FKAD]] als auch in der [[SAJD]], dort im Vorstand der &amp;quot;[[SÃ¼ddeutschen Agitationskommission]]&amp;quot; (SAK). Er trug im Wesentlichen den Kurs innerhalb der SAJD mit, Jugendliche aus FAUD, FKAD und [[AAU-E]] organisatorisch zu vereinen. [[Erich MÃ¼hsam]] unterstÃ¼tzte er wÃ¤hrend dessen Haftzeit und hatte seit Ende der zwanziger Jahre wesentlichen Anteil am Aufbau der anarcho-syndikalistischen Kulturorganisation &amp;quot;[[Gilde freiheitlicher BÃ¼cherfreunde]]&amp;quot; (GFB). FÃ¼r diese organisierte Preiss Veranstaltungen und hielt VortrÃ¤ge. Ab Mitte der zwanziger Jahre war er selbstÃ¤ndiger Kupferschmied einer wichtigen Spezialwerkstatt im Apparate- und Kesselbau. Auch wenn er sich mehr und mehr aus der Bewegung zurÃ¼ckzog, lobte [[Rudolf Rocker]] ihn in seinen Memoiren als &amp;quot;unermÃ¼dlichen&amp;quot; Aktivisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Helge DÃ¶hring: Syndikalismus im &amp;quot;LÃ¤ndle&amp;quot;. Die Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) in WÃ¼rttemberg 1918 bis 1933, Verlag Edition AV, Lich 2006[http://www.edition-av.de] und Autorenseite[http://www.syndikalismus-im-laendle.tk]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anarcho-SyndikalistInnen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Spanischer_B%C3%83%C2%BCrgerkrieg&amp;diff=36097</id>
		<title>Spanischer BÃ¼rgerkrieg</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der '''Spanische BÃ¼rgerkrieg''' wurde zwischen Juli 1936 und April 1939 zwischen der republikanischen Regierung [[Spanien]]s und den [[Putsch]]isten unter General Francisco Franco ausgetragen. Er endete mit dem Sieg der AnhÃ¤nger Francos und dessen bis 1975 wÃ¤hrender Diktatur, des sogenannten Franquismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ursachen fÃ¼r den Ausbruch des Krieges sind in den extremen sozialpolitischen und kulturellen Verwerfungen in der spanischen Gesellschaft zu finden. Das Land erlitt seit Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche gewalttÃ¤tige Konflikte, die ungelÃ¶st blieben. Sie hÃ¤uften und verschÃ¤rften sich, als nach der Niederlage im Spanisch-Amerikanischen Krieg das Ansehen der alten Institutionen weitgehend verloren gegangen war. Den wenigen AnhÃ¤ngern der Zweiten Republik war es weder gelungen, die gravierenden sozialen MissstÃ¤nde  zu verbessern, noch den Verfechtern einer autoritÃ¤ren Staatsordnung etwas entgegen zu setzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spanien war von mehreren strukturellen BrÃ¼chen betroffen:&lt;br /&gt;
* die vÃ¶llig unterprivilegierte Stellung der Land- und Industriearbeiterschaft, die zum Teil radikale gesellschaftliche UmbrÃ¼che anstrebte &lt;br /&gt;
* die Auseinandersetzung um das kulturelle Monopol der [[Katholische Kirche|Katholischen Kirche]]&lt;br /&gt;
* das auf heftigen Widerstand treffende Bestreben der Basken und Katalanen, sich von Madrid zu emanzipieren&lt;br /&gt;
* die mangelnde Kontrolle des MilitÃ¤rs durch die Regierung, seine Entfremdung von weiten Teilen der Gesellschaft und seine Rolle als &amp;quot;Staat im Staate&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neueren spanischen Geschichte hatten friedliche LÃ¶sungen kaum eine Tradition. So standen sich katholisch-[[Nationalismus|nationalistische]], bÃ¼rgerlich-[[Liberalismus|liberale]] und [[Revolution|sozialrevolutionÃ¤re]] Gruppierungen in langer Feindschaft gegenÃ¼ber. Wegen der wirtschaftlichen Krise in Spanien und der sich verÃ¤ndernden Lage in Europa durch das Aufkommen des [[Faschismus]] verschÃ¤rfte sich die Situation zusehends.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Nach anfÃ¤nglicher Begeisterung verlor die 1931 gegrÃ¼ndete Zweite Republik rasch an UnterstÃ¼tzung. Die traditionellen Eliten zu Zeiten von Diktatur und Monarchie fÃ¼rchteten eine GefÃ¤hrdung ihrer Privilegien und ihres kulturellen SelbstverstÃ¤ndnisses. Die [[Laizismus|laizistische]] Orientierung der ersten Regierung und die Ãœbergriffe gegen kirchliche Einrichtungen bestÃ¤rkten sie in dieser Haltung. Sie wandten sich gegen sÃ¤mtliche Reformen, die eine Verbesserung der allgemeinen LebensumstÃ¤nde in Aussicht stellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rasch wandte sich auch die Arbeiterschaft gegen die Republik. Nachdem sich die sozialen Reformen als nicht durchsetzungsfÃ¤hig erwiesen und  1934 die neue Rechtsregierung einen harten Kurs einschlug, sahen die organisierten Arbeiter in der neuen [[Parlamentarismus|parlamentarischen]] Staatsform nichts weiter als eine Fortsetzung der alten repressiven Politik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[AnarchistInnen]] hatten  fast von Anfang an die Republik bekÃ¤mpft; die zuvor [[Reformismus|reformistische]] sozialistische Gewerkschaft [[UGT]]  schwenkte aus EnttÃ¤uschung Ã¼ber das RegierungsbÃ¼ndnis mit den Republikanern ab 1933 auf einen [[Revolution|revolutionÃ¤ren]] Kurs um und propagierte die [[Diktatur des Proletariats]]. MaÃŸgebliche Teile der sozialistischen Partei [[PSOE]] setzten dagegen weiterhin auf eine Kooperation mit den Liberalen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Republikaner, die sich anschickten, Spanien umzugestalten, setzten viele wichtige Reformen nur halbherzig um. Weite Teile des BÃ¼rgertums fÃ¼rchteten eine Dominanz der Arbeiterschaft und waren  bereit, eine Diktatur zu unterstÃ¼tzen. FÃ¼r viele Spanier waren der [[Antiklerikalismus]] und die Ausschreitungen gegen die katholische Kirche ein entscheidender Grund, die Republik abzulehnen. Hinzu kamen die Bestrebungen des nach Autonomie drÃ¤ngenden katalanischen und baskischen BÃ¼rgertums, den kastilisch dominierten Zentralstaat zu verlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1932 fand ein erster Putsch statt, der nur schlecht ausgefÃ¼hrt und durch einen anarchistischen [[Generalstreik]] vereitelt wurde. Ende 1933 zerbrach die erste Koalition, der eine von den rechten Parteien tolerierte und gewÃ¤hlte Zentrumsregierung nachfolgte. Sie amnestierte die Putschisten, machte die Reformen rÃ¼ckgÃ¤ngig und verschÃ¤rfte die Situation der LohnabhÃ¤ngigen. Die Linken wie auch die Liberalen verstanden dies als KriegserklÃ¤rung. Im Oktober 1934 riefen die radikalen Sozialisten sowie die bÃ¼rgerliche katalanische Regierung den Aufstand aus. Wegen der Absage der Anarchisten  scheiterte dieser Versuch. Allein in Asturien konnte man der Regierung, die das Kriegsrecht ausgerufen hatte, nennenswerten Widerstand leisten. Unter General Francisco Franco wurde die Erhebung allerdings brutal niedergeschlagen. Es gab Ã¼ber 1300 Tote, davon 78% AufstÃ¤ndische. Es folgte eine breite Verhaftungswelle, die auch liberale und sozialistische Spitzenpolitiker erfasste, und eine Zensur, von der die linken Zeitungen betroffen waren. Die CEDA, die katholizistische Sammlungsbewegung, die in Teilen mit dem europÃ¤ischen Faschismus sympathisierte, drÃ¤ngte an die Macht, scheiterte aber am StaatsprÃ¤sidenten. WÃ¤hrenddessen kamen die Offiziere zusammen, um Ã¼ber einen neuen Putsch zu beraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1935 war auch die zweite Koalition wegen interner Querelen und eines Finanzskandals am Ende. Um das Mehrheitswahlrecht diesmal fÃ¼r sich zu nutzen, bildeten Sozialisten, Republikaner, liberale Katalanisten, der [[Stalinismus|stalinistische]] [[PCE]] und die [[Linke Opposition|linkskommunistische]] [[POUM]] ein [[Volksfront]]-BÃ¼ndnis, die ''[[Frente Popular]]''. UnterstÃ¼tzt wurden sie von den baskischen Nationalisten und den Anarchisten, die diesmal keinen Wahlboykott formulierten. Dagegen stand die Nationale Front aus CEDA, Monarchisten, einer Grundbesitzer-Partei und den Karlisten. Dazwischen die Parteien der Mitte, die kaum mehr Bedeutung besaÃŸen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 16. Februar 1936 endeten die Wahlen mit einem knappen Sieg der Volksfront. FÃ¼r Teile der Rechten hatte die Republik damit aufgehÃ¶rt zu existieren. Trotz eines betont moderaten Regierungsprogramms kam es zu spontanen Landbesetzungen. Immer wieder spielten sich aufrÃ¼hrerische Szenen ab, die von den bewaffneten OrdnungskrÃ¤ften teilweise gewaltsam unterdrÃ¼ckt wurden. Die  Streiks hÃ¤uften sich. Die junge faschistische Partei, die Falange, Ã¼bte gezielten Terror aus, gegen den der Staat machtlos blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WÃ¤hrenddessen planten die Offiziere nahezu Ã¶ffentlich den Putsch. Ihre AktivitÃ¤ten wurden von der Regierung, die nur aus Liberalen bestand, weitgehend ignoriert oder nur geringfÃ¼gig geahndet. Bei einem Kampf gegen die Putschisten hÃ¤tte sie die Gewerkschaften bewaffnen mÃ¼ssen, was die Regierung zu verhindern suchte.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem HÃ¶hepunkt der Unruhen wurde am 13. Juli der monarchistische OppositionsfÃ¼hrer Calvo Sotelo durch AngehÃ¶rige der Guardia de Asalto und der Zivilgarde ermordet, was als Racheakt fÃ¼r ein Falange-Attentat auf einen republikanischen Leutnant gedacht war. Sein Tod bewog die Karlisten, den Putsch mit ihren paramilitÃ¤rischen VerbÃ¤nden zu unterstÃ¼tzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Aufstand begann, leisteten vor allem die Arbeiter Widerstand. Wo sie erfolgreich waren, reagierten sie mit einer Revolution, die hauptsÃ¤chlich von den Anarchisten getragen wurde. Dies rettete der Republik vorlÃ¤ufig die Existenz. Aus dem Putsch wurde ein BÃ¼rgerkrieg, der schon bald in das internationale Beziehungsgeflecht Europas geriet, was den Verlauf der Ereignisse entscheidend beeinflussen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== AnfÃ¤nge ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Initiiert durch eine MilitÃ¤rrevolte in Marokko begann am 17. Juli 1936 der MilitÃ¤raufstand gegen die Regierung [[Spanien]]s.&lt;br /&gt;
Die Putschisten stÃ¼tzten sich, neben Teilen des spanischen MilitÃ¤rs auf der iberischen Halbinsel, auf die spanischen Kolonialtruppen in Nordafrika (ein Heer marokkanischer SÃ¶ldner) und hofften, schnell die Kontrolle Ã¼ber die Hauptstadt Madrid und alle wichtigen StÃ¤dte zu erlangen.&lt;br /&gt;
In den darauffolgenden Tagen wurde jeder Soldat vor die Entscheidung gestellt, fÃ¼r welche Seite er kÃ¤mpfen wolle. 80 % des Offizierscorps, die Mehrheit der Unteroffiziere, aber nur 4 DivisionsgenerÃ¤le, entschieden sich fÃ¼r den [[Putsch]]. Francos Neffe, ein Luftwaffenoffizier, wurde fÃ¼r sein Festhalten am Eid auf die Republik von den Putschisten erschossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierungstruppen hatten die Mehrheit der GenerÃ¤le, zwei Drittel der Marine und die HÃ¤lfte der Luftwaffe auf ihrer Seite, doch konnten sie das Fehlen eines intakten Offiziers- und Unteroffizierscorps in den entscheidenden ersten Monaten nicht kompensieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Putschisten errangen bald die Kontrolle Ã¼ber die StÃ¤dte Sevilla, CÃ¡diz, Jerez de la Frontera, CÃ³rdoba, Saragossa, Oviedo sowie Ã¼ber Galicien, Mallorca und das carlistische Navarra; sie scheiterten jedoch in den Provinzen Madrid, Valencia und Barcelona, Sitz von 70 % der spanischen Industrie und an der Mehrheit der BevÃ¶lkerung. Damit war der Putsch faktisch miÃŸlungen. &lt;br /&gt;
Es folgte stattdessen ein sich bis 1939 hinziehender [[BÃ¼rgerkrieg]]. Am 28. MÃ¤rz 1939 zogen Franco-Truppen in Madrid ein; der Krieg wurde am 1. April 1939 offiziell als beendet erklÃ¤rt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
AnfÃ¼hrer des MilitÃ¤rputsches war General Sanjurjo, der bereits 1932 mit einem Putsch gescheitert war und sich deshalb zu jener Zeit im portugiesischen Exil befand. Auf dem RÃ¼ckflug aus dem Exil verunglÃ¼ckte der General tÃ¶dlich, was zu einem Machtvakuum bei den Nationalspaniern fÃ¼hrte. Dieses wurde durch ein Triumvirat der GenerÃ¤le Franco, Mola und Queipo de Llano beendet. Francisco Franco wurde schlieÃŸlich zum provisorischen Staatsoberhaupt und Oberkommandeur (Generalisimo) der StreitkrÃ¤fte bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsparteien ===&lt;br /&gt;
Beide Lager waren in ihrer Zusammensetzung sehr heterogen, was vielfach zu Problemen fÃ¼hrte. Auf Seiten der AufstÃ¤ndischen kÃ¤mpften Teile der Armee, darunter viele maurische SÃ¶ldner, die carlistischen Milizen (RequetÃ©) und die Falange, die bis 1937 noch relativ unabhÃ¤ngige Befehlsstrukturen behielten. &lt;br /&gt;
UnterstÃ¼tzt wurden sie von deutschen und italienischen Materiallieferungen. Die Italiener schickten mit dem C.T.V. auch ein eigenes 80.000 Mann starkes UnterstÃ¼tzungscorps, die deutschen  das Fliegercorps Legion Condor. Entscheidenden EinfluÃŸ besaÃŸen  die deutschen Ausbilder an den Infanterie- und Offizierschulen. Auch aus Portugal, den USA und Irland ([[Katholische Legion]]) erhielten die AufstÃ¤ndischen UnterstÃ¼tzung.&lt;br /&gt;
Ihnen gegenÃ¼ber standen die der Regierung loyal gebliebenen Truppen, Sozialdemokraten, [[Sozialismus|Sozialisten]], [[Kommunismus|Kommunisten]] und [[Anarchosyndikalismus|anarchosyndikalistische]] Gruppen. Eine wesentliche UnterstÃ¼tzung erhielten die Regierungstruppen durch die [[Internationale Brigaden|Internationalen Brigaden]], Freiwillige aus dem Ausland, die oft trotz mangelnder Kampferfahrung kÃ¤mpften und in deren Reihen auch einige berÃ¼hmte Schriftsteller standen.&lt;br /&gt;
Sie wurden von der [[Sowjetunion]] mit massiven Materiallieferungen unterstÃ¼tzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der internationale Aspekt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Spanische BÃ¼rgerkrieg besaÃŸ einen gewichtigen internationalen Aspekt. Da er die ideologischen Konfliktlinien Europas widerspiegelte und die kontinentale Machtkonstellation in Bewegung brachte, hing der Kriegsverlauf und das Schicksal der Republik entscheidend von der Haltung der anderen europÃ¤ischen MÃ¤chte ab.&lt;br /&gt;
Auf der einen Seite unterstÃ¼tzten die [[Faschismus|faschistischen]] MÃ¤chte Italien und Deutschland offen die Putschisten, wÃ¤hrend die [[liberal|liberalen]] [[Demokratie|Demokratien]] Frankreich und GroÃŸbritannien eine Nichteinmischungspolitik praktizierten und damit den Siegeszug der AufstÃ¤ndischen begÃ¼nstigten. Die [[Sowjetunion]] dagegen belieferte die Republik bis 1938 mit Waffen und Beratern, wobei sie nichts unversucht lieÃŸ, der Regierung ihren Stempel aufzudrÃ¼cken, die Stellung der zuvor unbedeutenden spanischen KP auszubauen und die Soziale Revolution rÃ¼ckgÃ¤ngig zu machen. Letzteres geschah sowohl aus ideologischen als auch strategischen GrÃ¼nden. Man wollte die Gunst der [[liberal|liberalen]] [[Kapitalismus|kapitalistischen]] MÃ¤chte gewinnen, die [[Stalin]] in der zu erwartenden Auseinandersetzung gegen den Faschismus auf seine Seite zu ziehen versuchte.&lt;br /&gt;
So wurde Spanien zu einem militÃ¤rischen und politischen Labor fÃ¼r die schwelende Systemkonkurrenz in Europa, die in den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] mÃ¼ndete. Die gewÃ¤hlte spanische Regierung wurde zu einem frÃ¼hen Opfer der Appeasement-Haltung der fÃ¼hrenden Demokratien, die nicht zuletzt einem [[Antikommunismus|antikommunistischen]] KalkÃ¼l geschuldet war. Die Putschisten wÃ¤ren ohne das Eingreifen Mussolinis und Hitlers nie so weit gekommen, konnten aber ihre vollstÃ¤ndige Instrumentalisierung durch Rom und Berlin vermeiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die faschistischen Staaten ===&lt;br /&gt;
FÃ¼r das NS-Regime war der BÃ¼rgerkrieg ein neues Schlachtfeld im weltweiten Konflikt gegen den &amp;quot;Bolschewismus&amp;quot;. Nach einem dringlichen Hilfegesuch hatte Hitler die Putschisten spontan mit den notwendigen Mitteln unterstÃ¼tzt. Neben der lautstark vorgetragenen ideologischen Komponente taten sich vor allem strategische und militÃ¤rische GrÃ¼nde fÃ¼r das NS-Engagement auf. Spanien sollte von keinem Regime regiert werden, das dem Deutschen Reich feindlich gegenÃ¼berstehen wÃ¼rde. Hier spielten schon Hitlers Kriegsvisionen eine Rolle. Dies vor dem Hintergrund, dass ab Juli 1936 Frankreich ebenfalls eine Volksfront-Regierung besaÃŸ, deren VorgÃ¤ngerin bereits erste AnnÃ¤herungen zur Sowjetunion betrieben hatte - was aber auf britischen und innenpolitischen Druck hin bald ein Ende fand. AuÃŸerdem konnten hier erste technische Erfahrungen mit dem KriegsgerÃ¤t gemacht werden, das man auf dem ganzen Kontinent einsetzen wollte - allem voran die Luftwaffe, die von 1937 an sÃ¤mtliche MilitÃ¤roperationen der Rebellen mit ihren verheerenden Luftangriffen begleitete.&lt;br /&gt;
Hinzu kamen wirtschaftliche Motive: Spanien besaÃŸ eine Reihe von Rohstoffen, die fÃ¼r die RÃ¼stungsindustrie relevant waren und die man sich per Abkommen mit dem Franco-Regime aneignen wollte. Konkurrent hierbei war GroÃŸbritannien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Deutschen Reich mischte sich auch Italien ins spanische Kriegsgeschehen ein, und zwar in weit grÃ¶ÃŸerem Umfang als die deutsche Seite, womit sich fÃ¼r Mussolini neben dem Abessinienkrieg eine zweite BÃ¼hne fÃ¼r militÃ¤rische Kraftproben darbot. Das konnte Hitler nur recht sein, hatte er doch hiermit einen grÃ¶ÃŸeren Spielraum in Mitteleuropa, vor allem in Ã–sterreich. TatsÃ¤chlich beschleunigte die sozialpolitische Blockbildung, die den BÃ¼rgerkrieg auslÃ¶ste, das Zusammengehen der beiden faschistischen Staaten. In Rom hatte man, anders als die Deutschen, schon im Vorfeld Ã¼ber die Absichten der spanischen GenerÃ¤le Bescheid gewusst. Der nicht eingeweihte Mussolini aber zÃ¶gerte zunÃ¤chst mit einer UnterstÃ¼tzung, bis ihm die Reaktionen der anderen MÃ¤chte ein Eingreifen als ungefÃ¤hrlich erscheinen lieÃŸen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die europÃ¤ischen Demokratien ===&lt;br /&gt;
GroÃŸbritannien spielte schon seit Anfang des 18. Jahrhunderts im Mittelmeerraum eine bedeutende Rolle. Aber wegen der Probleme des Empire und der Reduktion seiner militÃ¤rischen Potentiale nach dem Ersten Weltkrieg wollte man sich am Kontinent mÃ¶glichst schadlos halten. Zumal die 1931 gegrÃ¼ndete neue Republik bei den britischen (wie auch US-amerikanischen) [[Elite|Eliten]] nicht sehr angesehen war, da man sie sozialistischer Tendenzen verdÃ¤chtigte und die Ergebnisse der sozialen Revolution die Interessen britischer GeschÃ¤ftsleute unmittelbar berÃ¼hrten. So hegten die konservativen Eliten Sympathien fÃ¼r die Putschisten, da diese die EigentumsverhÃ¤ltnisse unangetastet lieÃŸen.&lt;br /&gt;
Mit der Nichteinmischungspolitik sollte Spanien quasi &amp;quot;neutralisiert&amp;quot;, der Konflikt auf die iberische Halbinsel beschrÃ¤nkt und das Land weder &amp;quot;kommunistisch&amp;quot; noch zu einem militÃ¤rischen Aktivposten der faschistischen Konkurrenten werden, die die kontinentale Ordnung in Frage stellten. Trotz nicht unbedeutender Spannungen intensivierten sich die Handelsbeziehungen zwischen dem Empire und dem Franco-Regime, vor allem nach der Einnahme des Baskenlandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
60 % aller spanischen Auslandsinvestitionen kamen aus Frankreich. Hier herrschte im Juli 1936 auch eine Ã¤hnlich gestaltete Regierung, sodass das Nachbarland sich als BÃ¼ndnispartner fÃ¼r Spanien geradezu anbot. TatsÃ¤chlich war die von einer [[Pazifismus|pazifistischen]] Grundhaltung geprÃ¤gte Dritte Republik ebenso gespalten wie die spanische und darum arg geschwÃ¤cht. Weite Teile des bÃ¼rgerlichen Lagers waren eindeutig auf Seiten der Putschisten, wÃ¤hrend die Linke mit der weltweit als legal anerkannten Regierung sympathisierte. Um den BÃ¼rgerkrieg nicht im eigenen Land austragen zu mÃ¼ssen, wagte Paris nicht, direkte Hilfe zu senden, zumal man sich auÃŸenpolitisch eng an GroÃŸbritannien binden wollte. Die Kontroverse ging quer durch die Regierung und spaltete die gesamte Ã¶ffentliche Meinung. Sie spiegelte - stÃ¤rker noch als in GroÃŸbritannien - die gesellschaftliche Polarisierung im Lande wider. Neben der strategischen SchwÃ¤che machte es diese innere Blockade Paris letztlich unmÃ¶glich, einer benachbarten parlamentarischen Republik zur Hilfe zu kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Sowjetunion ===&lt;br /&gt;
Die Sowjetunion als damals einziger kommunistischer Staat der Welt hatte 1935 seinen Ã¼ber die Komintern in den Westen exportierten Konfrontationskurs vÃ¶llig aufgegeben und strebte nun, in die geostrategische Defensive Ã¼berwechselnd, eine Allianz mit den parlamentarischen Demokratien an. Die offene UnterstÃ¼tzung fÃ¼r die Republik kam darum erst dann ins Rollen, als klar wurde, dass die WestmÃ¤chte sich nicht fÃ¼r die spanische Republik einsetzen wÃ¼rden und die faschistischen Staaten schon lÃ¤ngst ihre Mittel ins Spiel gebracht hatten. Auch spÃ¤tere VorstÃ¶ÃŸe der Sowjets, London und Paris zu einem Vorgehen gegen Italien und das Deutsche Reich zu bewegen, scheiterten und isolierten Moskau zusehends. Diese Entwicklung ist die wichtigste Voraussetzung fÃ¼r das Zustandekommen des so genannten Hitler-Stalin-Paktes von 1939.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ãœber Stalins genauen Motive, in den BÃ¼rgerkrieg einzugreifen, wird immer noch spekuliert. Fest steht, dass die Sowjetunion (neben Mexiko) der einzige potente BÃ¼ndnispartner fÃ¼r Madrid blieb und die Republik somit faktisch in die AbhÃ¤ngigkeit von Moskau geriet. Allerdings waren die Sowjets bei der Vergabe von Krediten sehr viel weniger bereitwillig als die faschistischen MÃ¤chte gegenÃ¼ber den AufstÃ¤ndischen.  &lt;br /&gt;
Das fast exklusive sowjetische Engagement hatte gravierende innenpolitische Konsequenzen fÃ¼r die Republik. Es folgte der Aufstieg der spanischen KP, die der Sozialen Revolution feindlich gesonnen war und vor allem Mitglieder in der Mittelschicht und im [[KleinbÃ¼rgertum]] gewann. Rechtssozialisten und Liberale fanden in der PCE einen BÃ¼ndnispartner. Das MilitÃ¤rwesen wurde von den Kommunisten vÃ¶llig dominiert. Somit verschob sich im Laufe des Krieges das KrÃ¤fteverhÃ¤ltnis im republikanischen Lager weg von der Revolution hin zu einer autoritÃ¤ren Machtkontrolle, die den Niedergang der Zweiten Republik allerdings nicht aufhalten konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Krieg: 1936 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzten Hoffnungen auf ein schnelles Ende wurden am 21. Juli, dem fÃ¼nften Tag des Aufstandes, zerstÃ¶rt, als die Nationalisten die Marinebasis El Ferrol in Nordwestspanien eroberten.&lt;br /&gt;
Das ermutigte die anderen faschistischen LÃ¤nder Europas zur UnterstÃ¼tzung Francos, der bereits am Tag zuvor Kontakt zu Deutschland und Italien aufgenommen hatte.&lt;br /&gt;
Am 26. Juli beschlossen die AchsenmÃ¤chte den Nationalisten beizustehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die AchsenmÃ¤chte leisteten Franco von Anfang an finanzielle Hilfe. Seine nationalistischen KrÃ¤fte errangen mit der Eroberung Toledos am 27. September einen weiteren wichtigen Sieg.&lt;br /&gt;
Zwei Tage spÃ¤ter erklÃ¤rte sich Franco selbst zum ''GeneralÃ­simo'' (Generalissimus) und Caudillo (FÃ¼hrer).&lt;br /&gt;
Die Nationalisten begannen im Oktober eine GroÃŸoffensive Richtung Madrid. Der zunehmende Widerstand durch die Regierung und die Ankunft Freiwilliger aus der [[Sowjetunion]] brachte den Vormarsch aber am 8. November zum Stehen.&lt;br /&gt;
Inzwischen hatte sich die Regierung am 6. November von Madrid, heraus aus der Kampfzone, nach Valencia zurÃ¼ckgezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die AchsenmÃ¤chte erkannten das Francoregime nach der Befreiung der in der Festung von Toledo eingeschlossenen nationalspanischen Soldaten am 18. November offiziell an und am 23. Dezember schickte Italien eigene &amp;quot;Freiwillige&amp;quot;, um fÃ¼r die Nationalisten zu kÃ¤mpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Krieg: 1937 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit durch die italienischen Truppen und Kolonialtruppen aus Marokko verstÃ¤rkten KrÃ¤ften versuchte Franco im Januar und Februar 1937 nochmals Madrid zu erobern, scheiterte jedoch erneut. MÃ¡laga wurde am 8. Februar erobert und am 28. April betraten Francos Truppen Guernica, zwei Tage nach der Bombardierung durch die deutsche Luftwaffe.&lt;br /&gt;
Danach begann aber die Regierung, sich mit steigender Effizienz zu wehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai begann die Regierung eine Kampagne zur RÃ¼ckeroberung Segovias, um Franco zu zwingen, Truppen von der Madridfront abzuziehen und so deren Vormarsch zu stoppen.&lt;br /&gt;
Mola, Francos stellvertretender Kommandeur, wurde am 3. Juni bei einem Flugzeugabsturz getÃ¶tet und Anfang Juli begann die Regierung sogar eine starke Gegenoffensive bei Brunete im Gebiet von Madrid, um die Hauptstadt zu entlasten. Die Nationalspanier konnten diese jedoch mit einigen Schwierigkeiten und unter Einsatz der Legion Condor abweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach konnte Franco die Initiative zurÃ¼ckerlangen.&lt;br /&gt;
Er konnte in AragÃ³n eindringen und eroberte die StÃ¤dte Santander und GijÃ³n, was die Eliminierung der Nordfront bedeutete.&lt;br /&gt;
Am 28. August erkannte der Heilige Stuhl Franco, unter dem Druck Mussolinis, an, und Ende November ging die Regierung, als die Nationalisten bedrohlich nahe an Valencia herankamen, nach Barcelona.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Krieg: 1938 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar und im Februar kÃ¤mpften die beiden Parteien um den Besitz der Stadt Teruel, wobei die Nationalisten sie ab dem 22. Februar endgÃ¼ltig halten konnten.&lt;br /&gt;
Am 14. April brachen die Nationalisten zum Mittelmeer durch, und zwar an der selben Stelle wo die spanische Sagengestalt El Cid einst im Kampf gegen die Mauren das Mittelmeer erreicht haben soll. Das republikanische Gebiet wurde somit in zwei Teile geteilt. Im Mai bat die Regierung um Frieden, doch Franco verlangte die bedingungslose Kapitulation und so ging der Krieg weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierung begann jetzt eine GroÃŸoffensive, um ihre Gebiete wieder miteinander zu verbinden:&lt;br /&gt;
Die Ebroschlacht begann am 24. Juli und dauerte bis zum 26. November.&lt;br /&gt;
Die Offensive war ein Misserfolg und legte den endgÃ¼ltigen Ausgang des Krieges fest.&lt;br /&gt;
Acht Tage vor Jahresende schlug Franco zurÃ¼ck, indem er starke KrÃ¤fte fÃ¼r eine Invasion Kataloniens aufbot.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Krieg: 1939 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nationalisten eroberten innerhalb kÃ¼rzester Zeit Katalonien wÃ¤hrend der ersten zwei Monate des Jahres 1939. Tarragona fiel am 14. Januar, Barcelona am 26. Januar und Girona am 5. Februar.&lt;br /&gt;
FÃ¼nf Tage danach wurde der letzte Widerstand in Katalonien gebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 27. Februar erkannten die Regierungen von GroÃŸbritannien und Frankreich das Francoregime offiziell an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur noch Madrid und einige andere Hochburgen verblieben den RegierungskrÃ¤ften.&lt;br /&gt;
Am 28. MÃ¤rz fiel Madrid, mit Hilfe von Franco-freundlichen KrÃ¤ften (die berÃ¼chtigte &amp;quot;fÃ¼nfte Kolonne&amp;quot;), an Franco.&lt;br /&gt;
Am folgenden Tag gab Valencia ebenfalls auf, das fast zwei Jahre unter dem Beschuss der Nationalisten ausgehalten hatte.&lt;br /&gt;
Als die letzten republikanischen KrÃ¤fte aufgegeben hatten, verkÃ¼ndete Franco am 1. April den Sieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Soziale Revolution ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Augenzeugen Ã¼ber ihre EindrÃ¼cke der sozialen Revolution:&lt;br /&gt;
* â€ž''Und dann, als wir um die Ecke in die Ramblas (die Hauptverkehrsader Barcelonas) einbogen, kam eine gewaltige Ãœberraschung: schlagartig breitete sich die Revolution vor unseren Augen aus. Es war Ã¼berwÃ¤ltigend. Es war, als wÃ¤ren wir auf einem Kontinent gelandet, der sich von allem unterschied, was ich bisher gesehen hatte.''â€œ - Franz Borkenau&lt;br /&gt;
* â€ž''Man hatte das GefÃ¼hl, plÃ¶tzlich in einer Ã„ra der Gleichheit und Freiheit aufgetaucht zu sein. Menschliche Wesen versuchten, sich wie menschliche Wesen zu benehmen und nicht wie ein RÃ¤dchen in der kapitalistischen Maschine.''â€œ - George Orwell&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den von zumeist in der [[CNT]] organisierten [[Anarchist]]en und Anarchistinnen - sowie den 20.000 Frauen der [[Mujeres Libres]], den von POUM AnhÃ¤ngern der Linken Opposition kontrollierten Gebieten (AragÃ³n, Katalonien) fand, zusÃ¤tzlich zu den militÃ¤rischen Erfolgen, eine umfangreiche soziale [[Revolution]] statt.&lt;br /&gt;
ArbeiterInnen und LandarbeiterInnen ersetzten die alte hierarchische Wirtschaftsweise durch eine [[Kollektive Selbstverwaltung#Arbeiterselbstverwaltung in Katalonien (Spanien)|kollektive Selbstverwaltung]], das heiÃŸt, sie kollektivierten Landbesitz und Industrie und setzten [[RÃ¤terepublik|RÃ¤te]] ein - parallel zur (nicht funktionierenden) Regierung.&lt;br /&gt;
Sowohl die PCE als auch die demokratischen Parteien waren gegen diese Revolution.&lt;br /&gt;
Mit dem Fortschreiten des Krieges gelang es der Regierung und der kommunistischen Partei Ã¼ber ihren Zugang zu sowjetischen Waffen die Kontrolle Ã¼ber die kriegswichtige Produktion zurÃ¼ckzuerlangen.&lt;br /&gt;
Dies geschah sowohl diplomatisch als auch mit Gewalt.&lt;br /&gt;
WÃ¤hrend der berÃ¼chtigten Maitage 1937 tÃ¶teten hunderte oder tausende antifaschistischer KÃ¤mpfer einander beim Kampf um die Kontrolle strategischer Punkte in [[Barcelona]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine SchlÃ¼sselfigur der Anarchisten war der Metallarbeiter [[Buenaventura Durruti]], der schon 1936 erschossen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warum Franco? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Kriegsausbruch hÃ¤tte wohl auch im nationalen Lager niemand damit gerechnet, dass General Franco fÃ¼r 39 Jahre dem spanischen Staat vorstehen wÃ¼rde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politischen Ansichten von Katholiken, den beiden monarchistischen StrÃ¶mungen (Alfonsinos, Carlistas), konservativen Republikanern, Falangisten und Kleinbauern waren in der Tat sehr unterschiedlich und deshalb war der Aufstand zunÃ¤chst auch als rein militÃ¤rische Erhebung geplant, ohne Einbeziehung politischer Gruppen. Dies lieÃŸ sich nicht mehr aufrechterhalten, als der Putsch in den BÃ¼rgerkrieg Ã¼berging. Nach dem Tod von General Sanjurjo bildete sich so unter dem Vorsitz der GenerÃ¤le Franco, Mola und Queipo de Llano eine aus MilitÃ¤rs bestehende Verteidigungsjunta mit Sitz in Burgos, wÃ¤hrend Monarchisten und Falange ihre eigenen Kommandostrukturen, Milizeinheiten, Akademien und Propagandaorgane behielten oder neu grÃ¼ndeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies war fÃ¼r die FortfÃ¼hrung des Krieges nicht ungefÃ¤hrlich, denn die konservativen Monarchisten, Katholiken und Agrarier hatten mit der sozialrevolutionÃ¤ren Falange nicht viel gemein und es kam sowohl zu schweren Differenzen in der FÃ¼hrungsebene als auch zu Ausschreitungen gegen die jeweils andere Seite. In dieser Situation entschied sich die Junta, einen provisorischen Staatschef und Oberkommandierenden zu ernennen, General Franco. Um die GegensÃ¤tze zu Ã¼berwinden vereinigte dieser 1937 die Traditionalisten und die Falange zu Falange Espanola Tradicionalista, der spanischen Einheitspartei bis 1975. Wer sich gegen diese Vereinigung aussprach, fand sich nicht selten im Exil oder in einer spanischen Botschaft irgendwo in Lateinamerika wieder.&lt;br /&gt;
Ab 1937 gab es auch eine technische Junta, eine Art Zivildirektorium, welche sich den nicht-militÃ¤rischen Aufgaben widmete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum nun also Franco? General Franco verstand es anders als die Republikspanier, die verschiedenen Parteien auf sich zu vereinigen.&lt;br /&gt;
Auch wenn viele enttÃ¤uscht waren- die Monarchisten wegen des Ausbleibens der Restauration, die Falange wegen der ausbleibenden sozialen Revolution, die konservativen Republikaner wegen der sich abzeichnenden Diktatur- konnte Franco doch alle auf den kleinsten gemeinsamen Nenner vereinigen: Stellenwert der Kirche, Privateigentum, staatlich gelenkter Ausgleich zwischen Arbeitgebern- und nehmern, autoritÃ¤r-korporative Strukturen, TraditionsÃ¼bernahme des Spaniens der katholischen KÃ¶nige&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FÃ¼r dies stand Franco und weitergehende Schritte wÃ¤ren nicht mÃ¶glich gewesen, ohne eine Gruppe, die das nationale Lager unterstÃ¼tzt hatte, zu verprellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Bewertung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die historische Bewertung des spanischen BÃ¼rgerkrieges fÃ¤llt zum Teil sehr unterschiedlich aus. FÃ¼r die Verteidiger der Spanischen Republik mag ein auf spanisch, englisch und franzÃ¶sisch verlesener verzweifelter Hilferuf stehen, den der groÃŸe Cellist Pablo Casals wÃ¤hrend eines Konzerts in Barcelona am 17. Oktober 1938 Ã¼ber das Radio an die demokratischen Staaten der Welt richtete und dessen Hellsicht durch den weiteren Gang der Geschichte aufs Furchtbarste bestÃ¤tigt werden sollte:&lt;br /&gt;
: â€ž''Machen Sie sich nicht des Verbrechens schuldig, dem Mord an der Spanischen Republik tatenlos zuzusehen. Wenn Sie es zulassen, dass Hitler in Spanien siegt, werden Sie die nÃ¤chsten sein, die seinem Wahnsinn zum Opfer fallen werden. Der Krieg wird ganz Europa, wird die ganze Welt erfassen. Kommen Sie unserem Volk zu Hilfe!''â€œ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite stehen Bewertungen wie diejenige des amerikanischen Historikers Stanley G. Payne, dessen Buch &amp;quot;The Spanish Civil War, the Soviet Union and Communism&amp;quot; von Antony Beevor wie folgt zusammengefasst wurde (in: &amp;quot;The Times Literary Supplement&amp;quot; vom 11. MÃ¤rz 2005, zitiert in der &amp;quot;Welt&amp;quot; vom 15. MÃ¤rz 2005):&lt;br /&gt;
: â€ž''[Das Buch liefert eine NeueinschÃ¤tzung des ...] groÃŸen Mythos, nach welchem der spanische BÃ¼rgerkrieg ein Kampf zwischen Demokratie und Faschismus gewesen sei. [...] [Der wichtigste Aspekt...] ist die abschreckende Mahnung, dass viele linke FÃ¼hrer die Aussichten auf einen BÃ¼rgerkrieg begrÃ¼ÃŸt haben. Sie glaubten irrtÃ¼mlich, dass ein Konflikt zu einem wesentlich schnelleren Sieg der Revolution fÃ¼hren wÃ¼rde als der russische BÃ¼rgerkrieg, vor allem, weil sie annahmen, dass sie Hilfe von auÃŸen bekÃ¤men. Waren sie gedankenlos gegenÃ¼ber dem erwartbaren schrecklichen Leiden, oder war es revolutionÃ¤re Besessenheit? Auf jeden Fall war es eine schreckliche FehleinschÃ¤tzung, die zu einer fundamentalen Unehrlichkeit fÃ¼hrte. Der Krieg in Spanien war nie ein Krieg zwischen liberaler Demokratie und Faschismus... Es gab nur zwei MÃ¶glichkeiten: eine stalinistische Diktatur, die all ihre Rivalen innerhalb der Linken zerschmettert hÃ¤tte, oder das grausame - reaktionÃ¤re, militÃ¤rische und klerikale - Regime mit oberflÃ¤chlich faschistischem Putz, das der siegreiche Franco zuwege brachte.''â€œ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus sowjetischer Sicht wurde hier erstmals das Konzept der [[Volksfront]], das die Komintern 1935 beschlossen hatte, angewandt, indem der [[Faschismus]] in Europa gestoppt werden sollte durch die Zusammenarbeit kommunistischer, sozialistischer, sowie nicht-faschistischer bÃ¼rgerlicher KrÃ¤fte unter ZurÃ¼ckstellung der sozialen Revolution bei Ausbau reformerischer Politik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Seiten der AnhÃ¤nger des Anarchosyndikalismus, der linksmarxistischen POUM oder trotzkistischer Gruppen lag gerade darin der Fehler, nicht sofort zur sozialen Revolution Ã¼bergegangen zu sein und stattdessen die partielle Zusammenarbeit mit bÃ¼rgerlichen KrÃ¤ften gesucht zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, ob eine soziale Revolution angesichts der RealitÃ¤t des Faschismus in Spanien und Europa Erfolg gehabt hÃ¤tte, bleibt offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Walter L. Bernecker: &amp;quot;Anarchismus und BÃ¼rgerkrieg. Zur Geschichte der Sozialen Revolution in Spanien 1936-1939&amp;quot;. Hamburg 1978. Neu im [[Verlag Graswurzelrevolution]], Nettersheim 2006, (392 Seiten mit aktuellem Vorwort). ISBN 3-939045-03-9.&lt;br /&gt;
* Walther L. Bernecker: ''Krieg in Spanien 1936 - 39'', Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1936-39, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-08021-1&lt;br /&gt;
* Pierre BouÃ©, Ã‰mile TÃ©mime: ''Revolution und Krieg in Spanien. Geschichte des spanischen BÃ¼rgerkrieges'', Suhrkamp, Frankfurt/M. 1987,&lt;br /&gt;
*# ISBN 3-518-07718-X&lt;br /&gt;
*# ISBN 3-518-27718-9&lt;br /&gt;
* [[Hans Magnus Enzensberger]]: ''Der kurze Sommer der Anarchie. Buenoventura Durrutis Leben und Tod; Roman'', Suhrkamp, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-518-36895-8&lt;br /&gt;
* FAU-Bremen (Hg.): Die CNT als Vortrupp des internationalen Anarcho-Syndikalismus. Die Spanische Revolution 1936 - Nachbetrachtungen und Biographien (mit BeitrÃ¤gen von [[Theodor Bennek]], Helge DÃ¶hring, [[Fritz Linow]], [[JÃ¼rgen MÃ¼mken]], [[Max Nettlau]], [[Helmut RÃ¼diger]], [[Augustin Souchy]], [[B. Traven]] u.a. Ã¼ber [[Paul Czakon]], [[Carl Einstein]], [[George Orwell]], [[Willi Paul]], [[Carlo Rosselli]]), Verlag Edition AV[http://www.edition-av.de], Lich 2006, ISBN: 3-936049-69-6 (ab 2007: 978-3-936049-69-5)&lt;br /&gt;
* Harry Fisher: ''Comrades. Bericht eines US-Interbrigadisten im spanischen BÃ¼rgerkrieg'', Pahl-Rugenstein, Bonn 2001, ISBN 3-89144-284-X&lt;br /&gt;
* Patrik von ZurMÃ¼hlen: ''Spanien war ihre Hoffnung. Die deutsche [[Linke]] im Spanischen BÃ¼rgerkrieg'', Dietz, Berlin, 1985, ISBN 3-8012-3012-0&lt;br /&gt;
* [[George Orwell]]: ''Mein Katalonien. Bericht Ã¼ber den Spanischen BÃ¼rgerkrieg'', Diogenes-Verl., ZÃ¼rich 2000, ISBN 3-257-20214-8&lt;br /&gt;
* [[Heleno SaÃ±a]]: ''Die libertÃ¤re Revolution. Die [[Anarchisten]] im Spanischen BÃ¼rgerkrieg'', [[edition nautilus|Edition Nautilus]], Hamburg, 2001, ISBN 3-89401-378-8&lt;br /&gt;
* Carlos Semprun-Maura: &amp;quot;Revolution und Konterrevolution in Katalonien&amp;quot;, [[Edition Nautilus]], Hamburg 1983.&lt;br /&gt;
* [[Rudolf Rocker]]: &amp;quot;Die spanische TragÃ¶die&amp;quot; [[Karin Kramer Verlag]], Berlin 1976.&lt;br /&gt;
* [[Augustin Souchy]]: ''Nacht Ã¼ber Spanien. [[Anarcho-Syndikalismus|Anarcho-Syndikalisten]] in Revolution und BÃ¼rgerkrieg 1936-39. Ein Tatsachenbericht.'', [[Trotzdem Verlag]]., Grafenau 1992, ISBN 3-922209-51-3&lt;br /&gt;
* Hugh Thomas: ''The Spanish civil war'', Penguin Paperback, London, 2003 (Original von 1961), ISBN 0-14-101161-0&lt;br /&gt;
* Pierre Vilar: ''Der Spanische BÃ¼rgerkrieg 1936-1939'', Wagenbach, Berlin, 2002 (Original unter dem Titel ''La guerre d'Espagne 1936-1939'' erstmals 1986 erschienen), ISBN 3-80312-334-8&lt;br /&gt;
* Boris Pawlowski: &amp;quot;Die Rhetorik des Vorurteils - Sprachkritische Untersuchungen zur deutschen Literatur Ã¼ber den Spanischen BÃ¼rgerkrieg 1936 - 1939&amp;quot;, elektronische Dissertation, Kiel, 2001, einsehbar unter: http://e-diss.uni-kiel.de/diss_471/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kunst ==&lt;br /&gt;
* ''Guernica'' von [[Pablo Picasso]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* ''Land  and Freedom'' (1995) von Ken Loach&lt;br /&gt;
* &amp;quot;[[Vivir la Utopia]]&amp;quot; (1997) von Juan Gamero Dokumentarfilm mit Interviews von 30 anarchistischen KÃ¤mpfern (lief auch auf Arte).&lt;br /&gt;
* ''FÃ¼nf PatronenhÃ¼lsen'' (1960) von Frank Beyer&lt;br /&gt;
* ''The Spanish Earth'' (1937) von Joris Ivens&lt;br /&gt;
* ''La lengua de las mariposas'' (1999) von JosÃ© Luis Cuerda&lt;br /&gt;
* ''El Perro Negro: Stories from the Spanish Civil War'' (2004) von PÃ©ter ForgÃ¡cs&lt;br /&gt;
* ''Sierra de Teruel'' (1939, 1945 neu erschienen unter dem Titel ''L'Espoir'') von AndrÃ© Malraux&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Am Rio Jarama]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.glasnost.de/autoren/behrend/spanien.html &amp;quot;In Spanien stand's um unsre Sache schlecht...&amp;quot;] - Text Ã¼ber die BarrikadenkÃ¤mpfe in Barcelona und ihre Ursachen&lt;br /&gt;
* [http://www.library.brandeis.edu/specialcollections/SpanishCivilWar/posters.html Spanish Civil War Posters] - Sammlung von Plakaten aus dem spanischen BÃ¼rgerkrieg&lt;br /&gt;
* [http://www.english.uiuc.edu/maps/scw/links.htm Linksammlung] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://lacucaracha.info/ La Cucaracha - the spanish civil war 1936 - 1939] - u. a. ein Tagebuch zum Kriegsverlauf, Lieder (englisch, teilweise deutsch)&lt;br /&gt;
* [http://mitglied.lycos.de/jpmarat/spanien/index.html Erlebnisse in Spanien] - Eine illegale BroschÃ¼re Ã¼ber den spanischen BÃ¼rgerkrieg&lt;br /&gt;
* [http://webdoc.gwdg.de/edoc/p/fundus/html/heft_3.html 60 Jahre Spanischer BÃ¼rgerkrieg] - BeitrÃ¤ge zu einer Vortragsreihe (PDF)&lt;br /&gt;
* [http://www.anarchismus.at/spanien.htm Textarchiv zur Sozialen Revolution in Spanien] (aus anarchistischer Sicht)&lt;br /&gt;
* [http://www.anarchismus.at/galerien/spanien1.html Buch mit Fotos und erlÃ¤uternden Text zur Sozialen Revolution und BÃ¼rgerkrieg in Spanien]&lt;br /&gt;
* [http://www.harryfisher.net Harry Fisher] - Seite zu Ehren des Veteranen der Abraham Lincoln Brigade im Spanischen BÃ¼rgerkrieg&lt;br /&gt;
* [http://users.erols.com/mwhite28/spain_cw.htm Darstellung der Entwicklung der Frontlinien wÃ¤hrend des Spanischen BÃ¼rgerkriegs]&lt;br /&gt;
* [http://www.russadir.net/musica/militares/plantilla.html Lieder des Spanischen BÃ¼rgerkriegs] (span.)&lt;br /&gt;
*[http://taibo.podspot.de/files/Ethel+McDonald.mp3 radio chiflado] Ã¼ber [[Ethel McDonald]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spanien (1936-39)|!Spanischer BÃ¼rgerkrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia-Clone]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Syndikalismus_im_L%C3%83%C2%A4ndle&amp;diff=36096</id>
		<title>Syndikalismus im LÃ¤ndle</title>
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				<updated>2007-05-07T20:04:19Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''[[Syndikalismus]] im LÃ¤ndle''' ist der Titel eines im April 2006 erschienen Buches. Es behandelt die Geschichte der &amp;quot;Freien Arbeiter Union Deutschlands&amp;quot; [[FAUD]] in WÃ¼rttemberg. Die Forschung die diesem Buch zugrunde liegt bezieht sich auf die Jahre zwischen 1918 und 1933. Der Verfasser ist der Bremer Historiker und organisierte Anarchosyndikalist [[Helge DÃ¶hring]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Buchbesprechung von Nante GÃ¶tze ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Buchbesprechung: Helge DÃ¶hring: â€žSyndikalismus im â€žLÃ¤ndleâ€œ â€“ Die Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) in WÃ¼rttemberg 1918 bis 1933â€œ'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sozialistische [[Arbeiterbewegung]] in Deutschland bestand seit der ideellen und organisatorischen Trennung von der Sozialdemokratie aus verschiedenen eigenstÃ¤ndigen StrÃ¶mungen. Die grÃ¶ÃŸte davon wuchs sich aus dem Spartakusbund zur Kommunistischen Partei aus. Das es zur gleichen Zeit eine revolutionÃ¤re Arbeiterbewegung in Form einer selbstorganisierten, klassenkÃ¤mpferischen [[Gewerkschaft]] gab, ist dagegen kaum bekannt. Nun ist ein Buch erschienen, das sich in einer Lokalstudie dieser Gewerkschaft, der Freien Arbeiter Union Deutschlands (FAUD) annimmt und ihre Spuren, AktivitÃ¤ten und Personen in [[WÃ¼rttemberg]] zum Gegenstand hat.&lt;br /&gt;
Das 224 Seiten starke Werk besticht durch die fundierte Erarbeitung der Spuren dieser [[Anarcho-Syndikalismus|anarchosyndikalistischen]] Bewegung in WÃ¼rttemberg, zu deren geistigen VÃ¤tern unter anderem [[Rudolf Rocker]] und [[Peter Kropotkin]] zÃ¤hlten. In 11 Kapiteln wird den Spuren des organisierten [[Syndikalismus]] nachgegangen. Dabei werden die zentralen Fragestellungen erÃ¶rtert, unter welchen Bedingungen die syndikalistische Bewegung sich entwickeln konnte und welche Faktoren sie an ihrer Entfaltung hinderten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Syndikalisten entstanden aus den lokal organisierten GewerkschaftsverbÃ¤nden der â€žLokalistenâ€œ. Im Jahr 1919 vereinigten sie sich mit weiteren unabhÃ¤ngigen Gewerkschaftsgruppen zur â€žFreien Arbeiter Union Deutschlands (FAUD â€“ Syndikalisten)â€œ. &lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den konkurrierenden Gewerkschaftszentralen, die von einem Vorstand angeleitet wurden, der auch die Kontrolle Ã¼ber KÃ¤mpfe und Aktionen ausÃ¼bte, bestimmten in den syndikalistischen Ortsvereinen der FAUD die Arbeiter eigenstÃ¤ndig Ã¼ber Streiks und weitere Kampfformen. Entscheidungen wurden an der Basis von den Mitgliedern getroffen. Das Ziel der Syndikalisten gibt die â€ž[[PrinzipienerklÃ¤rung des Syndikalismus]]â€œ wieder. So heiÃŸt es dort:â€œ Die Syndikalisten...sind prinzipielle Gegner jeder Monopolwirtschaft. Sie erstreben die Vergesellschaftung des Bodens, der Arbeitsinstrumente, der Rohstoffe und aller sozialen ReichtÃ¼mer; die Reorganisation des gesamten Wirtschaftslebens auf der Basis des freien, d.h. des staatenlosen Kommunismus, der in der Devise: &amp;quot;jeder nach seinen FÃ¤higkeiten, jeder nach, seinen BedÃ¼rfnissen!&amp;quot; seinen Ausdruck findet.â€œ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In logischer Konsequenz dieses â€žSozialismus von untenâ€œ fÃ¼hrte die PrinzipienerklÃ¤rung deutlich aus, das die â€žSyndikalisten der Ãœberzeugung sind, daÃŸ die Organisation einer sozialistischen Wirtschaftsordnung nicht durch RegierungsbeschlÃ¼sse und Dekrete geregelt werden kann, sondern nur durch den ZusammenschluÃŸ aller Kopf- und Handarbeiter in jedem besonderen Produktionszweige: durch die Ãœbernahme der Verwaltung jedes einzelnen Betriebes durch die Produzenten selbst und zwar in der Form, daÃŸ die einzelnen Gruppen, Betriebe und Produktionszweige selbstÃ¤ndige Glieder des allgemeinen Wirtschaftsorganismus sind, die auf Grund gegenseitiger und freier Vereinbarungen die Gesamtproduktion und die allgemeine Verteilung planmÃ¤ÃŸig gestalten im Interesse der Allgemeinheit.â€œ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit standen sie auch im politischen Gegensatz und Kampf mit den autoritÃ¤ren StrÃ¶mungen der Arbeiterbewegung, wie der SPD und der KPD. Die â€žPrinzipienerklÃ¤rungâ€œ sagt weiter: â€žDie Syndikalisten sind der Meinung, daÃŸ politische Parteien, welchem Ideenkreis sie auch angehÃ¶ren, niemals imstande sind, den sozialistischen Aufbau durchfÃ¼hren zu kÃ¶nnen, sondern daÃŸ diese Arbeit nur von den wirtschaftlichen Kampforganisationen der Arbeiter geleistet werden kann. Aus diesem Grunde erblicken sie in der Gewerkschaft keineswegs ein vorÃ¼bergehendes Produkt der kapitalistischen Gesellschaft, sondern die Keimzelle der zukÃ¼nftigen sozialistischen Wirtschaftsorganisation. In diesem Sinne erstreben die Syndikalisten schon heute eine Form der Organisation, die sie befÃ¤higen soll, ihrer groÃŸen historischen Mission und in derselben Zeit dem Kampfe fÃ¼r die tÃ¤glichen Verbesserungen der Lohn- und ArbeitsverhÃ¤ltnisse gerecht zu werden.â€œ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu ihren organisatorischen HÃ¶chstzeiten umfasste, die sich spÃ¤ter als anarcho-syndikalistisch definierende Bewegung, Ã¼ber 150 000 Mitglieder, die z.B. auch einen Ã¼berdurchschnittlichen Anteil der KÃ¤mpfer im Ruhrgebiet gegen den rechtsextremen Kapp-Putsch stellten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Die FAUD in WÃ¼rttemberg'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von der Beschreibung der Rahmenbedingungen fÃ¼r den Aufstieg des Syndikalismus zur Massenbewegung nach 1918, beschreibt der Bremer Historiker Helge DÃ¶hring die Demographische Entwicklung und Industrialisierung und befasst sich dann mit der Revolution 1918/19 in WÃ¼rttemberg sowie dem Generalstreik im â€žLÃ¤ndleâ€œ von 1920. &lt;br /&gt;
Kern der Arbeit sind aber zweifelsohne die detailliert herausgearbeiteten AktivitÃ¤ten der lokalen FAUD-Gruppen WÃ¼rttembergs. Helge DÃ¶hring hat hier Pionierarbeit geleistet, in dem er â€“ nach einer kurzen Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstands Ã¼ber den Syndikalismus und [[Anarchismus]] in WÃ¼rttemberg vor 1918 â€“ auf die einzelnen wÃ¼rttembergischen OrtsverbÃ¤nde eingeht. Dabei zeichnet er die jahrelange Existenz und Arbeit der Gruppen entsprechend der umfassend ausgeschÃ¶pften Quellenlage nach. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit bildet dabei die FAUD in Stuttgart, die in ihrer â€ž[[ArbeiterbÃ¶rse]]â€œ sowohl die FÃ¶derationen der Transportarbeiter, Bauarbeiter, Metall- und Industriearbeiter als auch die â€ž[[Vereinigung aller Berufe]]â€œ vereinte. &lt;br /&gt;
Detaillierte Beschreibungen finden sich auch zu weiteren Orten WÃ¼rttembergs. So konnte eine starke AktivitÃ¤t der FAUD in Heilbronn nachgewiesen werden. Vor Ort bestanden anarcho-syndikalistische GewerkschaftsfÃ¶derationen der Bau- und Metallarbeiter, sowie eine â€žVereinigung aller Berufeâ€œ, in der sich LohnabhÃ¤ngige anderer Branchen organisierten. Ãœber das deutsche Reich hinaus bekannte Anarchosyndikalisten hielten in Heilbronn VortrÃ¤ge, unter ihnen der SekretÃ¤r der FAUD GeschÃ¤ftskommission und spÃ¤tere SpanienkÃ¤mpfer [[Augustin Souchy]] sowie [[Rudolf Geist]] und Rudolf Rocker. Die Stadt BÃ¶ckingen wird in der Untersuchung eigenstÃ¤ndig behandelt, da BÃ¶ckingen erst 1930 zu Heilbronn eingemeindet wurde. Hier existierte seit 1911 ein aktiver Verband syndikalistischer Arbeiter. Zum Heilbronner [[Emil Gerlach]] findet sich ein PortrÃ¤t.&lt;br /&gt;
Auch unter dem Hohenstaufen, in GÃ¶ppingen war die FAUD eine bekannte und aktive Kraft der Arbeiterbewegung. Neben der Wahrnehmung gewerkschaftlicher Aufgaben waren ihre Mitglieder in der anarcho-syndikalistischen Buch- und Kulturgemeinschaft â€ž[[Gilde freiheitlicher BÃ¼cherfreunde]]â€œ aktiv, deren Kopf der Metallarbeiter [[Karl Dingler]] war. Ãœber den weit Ã¼ber die Organisations- und Stadtgrenzen hinaus bekannten und geschÃ¤tzten Dingler findet sich im Anhang ein Nachruf [[Helmut RÃ¼digers]] aus dem Jahre 1950.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Kapitel finden sich zu Dettenhausen, Eislingen, Eltingen, zu den heutigen Stuttgarter Stadtteilen Feuerbach und Gablenberg, zu Leonberg, Esslingen, Pliezhausen, Reutlingen, Ulm und Wendlingen. Die Stadt Tuttlingen nimmt bei der Untersuchung eine besondere Stellung ein. So fÃ¼hrt der Verfasser Ã¼ber den Tuttlinger Ortsverein der FAUD aus: â€žDie FAUD Tuttlingen nahm in WÃ¼rttemberg nicht nur geographisch, sondern auch organisatorisch eine Sonderstellung ein...die lokale Organisierung verlief offensichtlich grundsÃ¤tzlich in konspirativen Bahnen, wofÃ¼r ... die Ã¼ber Jahre anhaltenden schweren ArbeitskÃ¤mpfe und handfesten Auseinandersetzungen  zwischen Arbeiterschaft und Unternehmen/Polizei sprechen.â€œ (S.165) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EigenstÃ¤ndiger Untersuchungsgegenstand ist auch die anarcho-syndikalistische und anarchistische Jugendbewegung WÃ¼rttembergs. Die verschiedenen Vorstellungen, nach denen die Jugend entweder in erster Linie eine Kulturbewegung sein sollte â€“ inklusive Nacktkultur und individualistischer Betrachtungen des eigenen ich, oder aber eine proletarische, betriebliche  Kampforganisation, entschieden die BefÃ¼rworter des Klassenkampfes schlieÃŸlich fÃ¼r sich. Aus ihren Reihen gingen dann auch mehrheitlich die anarcho-syndikalistischen Arbeiterwehren, die â€ž[[Schwarzen Scharen]]â€œ hervor, die u.a. Veranstaltungen der Bewegung gegen StÃ¶rungen durch [[Nazis]] und [[Parteikommunisten]] verteidigten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits beim GÃ¶ppinger Beispiel angefÃ¼hrt, legten die schwÃ¤bischen [[Anarcho-Syndikalismus|Anarcho-Syndikalisten]], bedingt auch durch eine bestÃ¤ndige Marginalisierung, einen Schwerpunkt ihrer TÃ¤tigkeit in die AufklÃ¤rung durch kulturelle und bildende AktivitÃ¤ten. So finden sich im Buch detaillierte Beschreibungen Ã¼ber die â€žGilde freiheitlicher BÃ¼cherfreundeâ€œ, sowie die â€ž[[Gemeinschaft proletarischer Freidenker]]â€œ . Die geschlechtsspezifische Organisation der Frauen wird anhand des â€ž[[Syndikalistischen Frauenbundes]]â€œ behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EinflÃ¼sse des organisierten Anarcho-Syndikalismus gab es in WÃ¼rttemberg darÃ¼ber hinaus auch in anderen Bewegungen, welchen der Autor ebenfalls nachgegangen ist. So finden sich freiheitliche Spuren in [[Siedlungsprojekten]] und der [[Vagabundenbewegung]]. Dem Stuttgarter â€žVagabundenkÃ¶nigâ€œ [[Gregor Gog]] ist ein PortrÃ¤t gewidmet. Interessant ist auch die Abhandlung Ã¼ber den BegrÃ¼nder der Anthroposophie [[Rudolf Steiner]] zu lesen, der sich der revolutionÃ¤ren syndikalistischen Bewegung angebiedert hatte, von diesen aber einen Korb erhielt und sich dann vermÃ¶genderen Kreisen zuwandte. Sehr schÃ¶n zu Lesen ist weiterhin das Kapitel Ã¼ber die KÃ¼nstlerkolonie in Bad Urach, in der so bekannte Schriftsteller wie [[Theodor Plivier]] und [[Erich MÃ¼hsam]] verkehrten. &lt;br /&gt;
Das 7. Kapitel ist der Auseinandersetzung mit den FunktionÃ¤ren der kommunistischen Bewegung gewidmet. An einigen Beispielen wird hier das oftmals sehr gespannte VerhÃ¤ltnis zwischen den Anarcho-Syndikalisten und Mitgliedern der [[KPD]] nachgezeichnet. So wurde am 27.April 1927 eine Veranstaltung mit Rudolf Rocker in Stuttgart von anwesenden Kommunisten gestÃ¶rt, woraufhin der Referent in seinem Schlusswort darauf hinwies, das diese sich lieber einen â€žhohen Grad an Wissen aneignen sollten, statt in der Parteipolitik ihr Heilâ€œ zu erblicken. Der Stuttgarter [[Karl VÃ¶lker]] lehnte eine Zusammenarbeit mit den Kommunisten sogar generell ab, da diese â€ždie Parteiinteressen Ã¼ber die Klasseninteressen der Arbeiterâ€œ stellten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Spuren der FAUD in Baden'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Forschung heraus konnte der Verfasser auch Spuren der FAUD in Baden feststellen. In einem kleinen Kapitel werden somit auch die FAUD Ortsvereine in Gottmadingen, Konstanz, Rheinau und Singen analysiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Fazit der Untersuchung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem SchluÃŸkapitel schlieÃŸlich wertet Helge DÃ¶hring die Ergebnisse seiner Untersuchung aus. Er kommt dabei zu dem Ergebnis das fÃ¼r das â€žGedeihen des Syndikalismus immer der Industrialisierungsgrad entscheidend war, unabhÃ¤ngig davon, ob es sich bei jenen Orten um (GroÃŸ-)StÃ¤dte oder DÃ¶rfer handelte.â€œ Und weiter. â€žDie Chancen lagen immer dort, wo eine Ortschaft noch in den AnfÃ¤ngen der Industrialisierung und damit der organisatorischen Orientierung der Arbeiterschaft stand.â€œ Damit erklÃ¤rt er die Marginalisierung der organisierten anarcho-syndikalistischen Arbeiter in StÃ¤dten wie Stuttgart, Heilbronn oder GÃ¶ppingen, allesamt StÃ¤dte mit Ã¼ber langen ZeitrÃ¤umen hinweg kontinuierlich arbeitenden FAUD-Gruppen. Denn: â€žDas Ende syndikalistischer Entwicklung war immer dort erreicht, wo die Arbeiterschaft bereits in den ZentralverbÃ¤nden und politischen Parteien organisiert war.â€œ Auch handelte es sich bei der FAUD um eine originÃ¤re Arbeiterorganisation, wie umfangreich nachgewiesen werden konnte. Somit werden auch die verbreiteten Vorurteile, nach denen es sich bei den Anarcho-Syndikalisten um â€žkleinbÃ¼rgerliche Elementeâ€œ handeln wÃ¼rde, zurÃ¼ckgewiesen. Durch das hier zusammengetragene Material ergibt sich auch eine neue Beurteilung der Geschichte der Arbeiterbewegung in WÃ¼rttemberg, speziell fÃ¼r die Lokalgeschichte einiger StÃ¤dte. Die lokale Geschichtsschreibung einiger dieser StÃ¤dte wird nicht mehr umhin kommen die Anarcho-Syndikalisten als eigenstÃ¤ndigen, aktiven und kontinuierlich arbeitenden Strang der Arbeiterbewegung zu behandeln.  Helge DÃ¶hring hat mit seinem Werk Pionierarbeit geleistet, eine vergessene Bewegung und ihre Protagonisten aus dem Vergessen gerissen und ihre Geschichte nachgezeichnet. Dabei liest sich das Buch trotz der vielen Informationen hervorragend, man spÃ¼rt das es mit dem Herzblut verfasst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZusÃ¤tzlichen Gebrauchswert erhÃ¤lt das Buch durch ein angefÃ¼gtes, knapp zweihundert  Personen umfassendes Namens â€“ sowie ein umfangreiches Orts Register, das bestens fÃ¼r eigene Nachforschungen geeignet ist. AusgewÃ¤hlte Abbildungen runden den hervorragenden Gesamteindruck ab. AngefÃ¼gt ist weiterhin ein Nachwort von [[Martin Veith]], in welchem dieser unter anderem auf einen Erich-MÃ¼hsam Platz in GÃ¶ppingen hinweist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helge DÃ¶hring hat hier ein gut lesbares und brauchbares Standartwerk zum Anarcho-Syndikalismus in WÃ¼rttemberg verfasst, das ich uneingeschrÃ¤nkt allen an der Geschichte der revolutionÃ¤ren Arbeiterbewegung interessierten empfehlen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nante GÃ¶tze, Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Buchbesprechung von Sebastian Meyler ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ãœber die Geschichte des Anarchosyndikalismus ist wenig bekannt. Es gibt nur ein paar gute BÃ¼cher zur Entstehung und Arbeit der Anarchosyndikalisten. Ãœber ihre regionale TÃ¤tigkeit ist noch weniger bekannt. Dem wird mit dem Buch â€œSyndikalismus im 'LÃ¤ndle'â€ von Helge DÃ¶hring Abhilfe geleistet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Buch versucht, die Entwicklung des Anarchosyndikalismus in WÃ¼rttemberg seit den Jahren 1918 und 1919 bis zur Zerschlagung im &amp;quot;Dritten Reich&amp;quot; darzustellen. Obwohl WÃ¼rttemberg nicht zu den stÃ¤rksten Gebieten der Anarchosyndikalisten zÃ¤hlte, entfaltete die anarchosyndikalistische Freie Arbeiter Union Deutschlands (FAUD) an vielen Orten eine rege TÃ¤tigkeit. Diese beschrÃ¤nkte sich nicht nur auf gewerkschaftliche Arbeit, sondern umfasste auch eine Menge kultureller, politischer und gesellschaftlicher AktivitÃ¤ten. Der Grund dafÃ¼r, dass die FAUD sich nicht nur auf die gewerkschaftliche Arbeit beschrÃ¤nkte, war ihre Ablehnung der bÃ¼rgerlichen Trennung von Politik (Partei) und Ã–konomie (Gewerkschaft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel fÃ¼r die kulturelle Arbeit der FAUD ist der Verlag â€œGilde freiheitlicher BÃ¼cherfreundeâ€, der viele Schriften bekannter Anarchisten und Anarchosyndikalisten wie Rudolf Rocker verlegte. Innerhalb der FAUD gab es verschiedene AnsÃ¤tze, gesellschaftliche VerÃ¤nderung erreichen zu wollen. Es gab zum Beispiel in den 1920ern eine Siedlungsbewegung, die versuchte, in anarchistischen Siedlungen ein Leben jenseits kapitalistischer Moral und gesellschaftlicher ZwÃ¤nge zu leben - ein befreites Leben nach anarchistischen Idealen. Die Siedlungsbewegung von damals ist mit einigen Kommunen der heutigen Zeit vergleichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf all diese AnsÃ¤tze wird in diesem Buch eingegangen. AuÃŸerdem wird die Geschichte vieler FAUD-Ortsvereine beschrieben. Wer sich fÃ¼r die Geschichte einzelner Orte interessiert, wird hier also fÃ¼ndig. Wer zu einzelnen Menschen forschen will, fÃ¼r den ist das Personen-Register der FAUD am Ende des Buches sehr nÃ¼tzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt kann &amp;quot;Syndikalismus im 'LÃ¤ndle'&amp;quot; empfohlen werden. Es liefert einen wichtigen Beitrag zur linken Geschichtsschreibung, die gerade jenseits von universitÃ¤ren HÃ¶rsÃ¤len wichtig ist. Denn das Wissen Ã¼ber die KÃ¤mpfe der Vergangenheit bietet uns eine inspirierende Quelle, und wir kÃ¶nnen aus den Fehlern vergangener Bewegungen lernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sebastian Meyler, Freiburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Helge DÃ¶hring'''  ''Syndikalismus im â€žLÃ¤ndleâ€œ â€“ Die Freie Arbeiter-Union Deutschlands in WÃ¼rttemberg'', 224 Seiten, 16 Euro, Verlag Edition AV, 2006, ISBN 3-936049-59-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homepage zum Buch &amp;quot;Syndikalismus im LÃ¤ndle&amp;quot; [http://www.syndikalismus-im-laendle.tk]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homepage des Verlages Edition AV [http://www.edition-av.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:BÃ¼cher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:FAUD]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anarcho-Syndikalismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Die_%C3%83%E2%80%9Erzte&amp;diff=36059</id>
		<title>Die Ã„rzte</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Die_%C3%83%E2%80%9Erzte&amp;diff=36059"/>
				<updated>2007-05-06T23:01:17Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: Liedtext verlinkt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Bandgeschichte==&lt;br /&gt;
Die Ã„rzte wurden 1982 von [[Farin Urlaub]] (Jan Ulrich Max Vetter), [[Bela B.]] (Dirk Felsenheimer) und [[Sahnie]] (Hans Runge) gegrÃ¼ndet.&lt;br /&gt;
Ihr erstes Konzert hielten sie Ende 1982, in einem besetzten Haus in West-Berlin.&lt;br /&gt;
Die erste Mini-LP &amp;quot;Uns geht's prima...&amp;quot; kam 1984 heraus. Daraufhin wurde eine Plattenfirma auf &amp;quot;Die Ã„rzte&amp;quot; aufmerksam und nahm sie unter Vertrag. Ein Jahr nachdem sie ihr zweites Studioalbum &amp;quot;Im Schatten der Ã„rzte&amp;quot; 1985 verÃ¶ffentlicht hatten, wurde Sahnie aus der Band geschmissen, weil er Farin sagte, das er eigentlich das Musik machen hasst und das ganze nur wegen der jungen MÃ¤dchen, die dann auf ihn stehen, und des Geldes wegen macht.&lt;br /&gt;
Die nÃ¤chsten zwei Alben machten nur mehr Farin und Bela mit ''The incredible Hagen'' ([[Hagen Liebing]]) am Bass, wobei dieser das Bass nur auf den Konzerten spielte, nicht auf den Alben.&lt;br /&gt;
1987 kamen die Ã„rzte mit der BundesprÃ¼fstelle fÃ¼r JugendgefÃ¤hrdende Schriften in Kontakt, wegen der Lieder &amp;quot;Schlaflied&amp;quot;, &amp;quot;Claudia hat 'nen SchÃ¤ferhund&amp;quot; und &amp;quot;Geschwisterliebe&amp;quot;, durch die dann das Album Debil indiziert wurde. DÃ„ missachteten diese Indizierung aber auf einem Konzert und bekamen dann sogleich eine Klage.                                                                                       &lt;br /&gt;
Nach dem Album &amp;quot;Das ist nicht die ganze Wahrheit&amp;quot; und dem Abschieds-Livealbum &amp;quot;Nach uns die Sintflut&amp;quot;lÃ¶sten sich die Ã„rzte auf.&lt;br /&gt;
Nach der AuflÃ¶sung erschien noch das Album &amp;quot;Die Ã„rzte frÃ¼her!- der Ausverkauf geht weiter&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 4 Jahren saÃŸ Farin 1993 mit einem Freund in der Pause eines St.Pauli Spiels zusammen. Dort wurden Lieder gespielt, unter anderem die live Version von Westerland. Das ganze Publikum sang begeistert mit, das rÃ¼hrte Farin so, daÃŸ er beschloss einen Brief an Bela zu schreiben und ihn darin zu fragen, ob sie die Ã„rzte nicht wiedervereinigen wollen. Bela war anfangs sekptisch, aber da es die Ã„rzte heute gibt, hat man ihn wohl Ã¼berzeugt. Dieses mal wurde Rod ([[Rodrigo GonzÃ¡les]]) Bassist, der zuvor schon mit Bela in Depp Jones gespielt hatte. Es folgte gleich ein Album mit Namen &amp;quot;Die Bestie in Menschengestalt&amp;quot;, auf der das vielleicht bekannteste Lied der Ã„rzte, &amp;quot;Schrei nach Liebe&amp;quot; zu finden ist. Es folgten weitere: das erfolgreiche Album &amp;quot;Planet Punk&amp;quot; und das Konzeptalbum &amp;quot;Le Frisur&amp;quot;.                                                                                    &lt;br /&gt;
1998 kam &amp;quot;13&amp;quot; heraus mit &amp;quot;MÃ¤nner sind Schweine&amp;quot;, ebenfalls eines der berÃ¼hmteren Lieder der Ã„rzte. Seit damals schreiben sie sich auch klein und mit drei Ã„-Strichen bzw. -Punkten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
http://www.coasterland.de/mediac/400_0/media/DIR_109/aerzte~logo~ganz~schwarz.JPG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1999 kam das Livealbum &amp;quot;Wir wollen nur deine Seele&amp;quot;.&lt;br /&gt;
2000- 2004 erschienen weitere 4 Alben, darunter auch das MTV-Unplugged Album &amp;quot;Rock'n'roll Realschule&amp;quot; das 2002 herauskam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2006 erschien das Best-of Album &amp;quot;BÃ¤st-of&amp;quot; und am 31. Dezember fand das 4-stÃ¼ndige Ã„rzte-Konzert &amp;quot;Die Ã„rzte statt BÃ¶ller&amp;quot; statt. Dort kÃ¼ndigten sie ein weiteres Ã„rzte-Album im Herbst 2007 an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Texte==&lt;br /&gt;
*[[Die Ã„rzte/ Schrei nach Liebe]]&lt;br /&gt;
*[[Die Ã„rzte/MÃ¤nner sind Schweine]]&lt;br /&gt;
*[[Die Ã„rzte/Deine Schuld]]&lt;br /&gt;
*[[Die Ã„rzte/KopfÃ¼ber in die HÃ¶lle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== VerÃ¶ffentlichungen ==&lt;br /&gt;
=== EPs ===&lt;br /&gt;
* 1983: Zu schÃ¶n, um wahr zu sein!&lt;br /&gt;
* 1984: Uns geht's prima...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== SonderverÃ¶ffentlichungen ===&lt;br /&gt;
* 1994: 1, 2, 3, 4 â€“ Bullenstaat! (nur auf Konzerten und im Fanclub zu erwerben)&lt;br /&gt;
* 1995: Rod loves you (Promo-Single nur fÃ¼r Radiostationen und Fanclub-Mitglieder)&lt;br /&gt;
* 2000: Satanische Pferde (nur fÃ¼r Fanclub-Mitglieder)&lt;br /&gt;
* 2001: 5, 6, 7, 8 â€“ Bullenstaat! (auf Konzerten und im Fanclub zu erwerben, sowie [http://bademeister.com/discografie/bullenstaat.php offizieller Download])&lt;br /&gt;
* 2001: MÃ¤nner haben kein Gehirn ([http://bademeister.com/discografie/lesetour-cd.php nur offizieller Download])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Studioalben ===&lt;br /&gt;
* 1984: Debil&lt;br /&gt;
* 1985: Im Schatten der Ã„rzte&lt;br /&gt;
* 1986: Die Ã„rzte&lt;br /&gt;
* 1988: Das ist nicht die ganze Wahrheit...&lt;br /&gt;
* 1993: Die Bestie in Menschengestalt&lt;br /&gt;
* 1995: Planet Punk&lt;br /&gt;
* 1996: Le Frisur&lt;br /&gt;
* 1998: 13&lt;br /&gt;
* 2000: Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer!&lt;br /&gt;
* 2003: GerÃ¤usch&lt;br /&gt;
* 2005: Devil &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzertalben ===&lt;br /&gt;
*1988: Nach uns die Sintflut&lt;br /&gt;
*1999: Wir wollen nur deine Seele&lt;br /&gt;
*2002: Rock'n'Roll Realschule (MTV Unplugged)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kompilationen ===&lt;br /&gt;
*1987: Ist das alles? - 13 HÃ¶hepunkte mit den Ã„rzte (teilweise Best-Of)&lt;br /&gt;
*1987: Ab 18 (Mini-LP, teilweise Best-Of)&lt;br /&gt;
*1989: Die Ã„rzte frÃ¼her! - Der Ausverkauf geht weiter!&lt;br /&gt;
*1994: Das Beste von kurz nach frÃ¼her bis jetzt (Best-Of)&lt;br /&gt;
*2001: die Ã¤rzte (Best-Of fÃ¼r japanischen Markt)&lt;br /&gt;
*2006: BÃ¤st of&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Singles ===&lt;br /&gt;
* 1984: Paul&lt;br /&gt;
* 1985: Zu spÃ¤t&lt;br /&gt;
* 1985: Original Ã„rztesoundtrack zum Film â€žRichy Guitarâ€œ&lt;br /&gt;
* 1985: Wegen dir&lt;br /&gt;
* 1986: Du willst mich kÃ¼ssen&lt;br /&gt;
* 1986: FÃ¼r immer&lt;br /&gt;
* 1986: Ist das alles?&lt;br /&gt;
* 1987: Gehn wie ein Ã„gypter&lt;br /&gt;
* 1987: 2000 MÃ¤dchen&lt;br /&gt;
* 1988: Radio brennt&lt;br /&gt;
* 1988: Ich ess' Blumen&lt;br /&gt;
* 1988: Westerland&lt;br /&gt;
* 1988: Zu spÃ¤t (Hit Summer Mix '88)&lt;br /&gt;
* 1989: Teenager Liebe&lt;br /&gt;
* 1989: Bitte bitte&lt;br /&gt;
* 1993: Schrei nach Liebe&lt;br /&gt;
* 1993: Mach die Augen zu&lt;br /&gt;
* 1994: Friedenspanzer&lt;br /&gt;
* 1994: Quark&lt;br /&gt;
* 1995: Ein Song namens Schunder&lt;br /&gt;
* 1995: Hurra&lt;br /&gt;
* 1995: 3-Tage-Bart&lt;br /&gt;
* 1996: Mein Baby war beim FrisÃ¶r&lt;br /&gt;
* 1998: Ein Schwein namens MÃ¤nner&lt;br /&gt;
* 1999: Goldenes Handwerk&lt;br /&gt;
* 1999: 1/2 Lovesong&lt;br /&gt;
* 1999: Rebell&lt;br /&gt;
* 1999: Elke (live)&lt;br /&gt;
* 2000: Wie es geht&lt;br /&gt;
* 2000: Manchmal haben Frauen...&lt;br /&gt;
* 2001: Yoko Ono&lt;br /&gt;
* 2001: Rock'n'Roll-Ãœbermensch&lt;br /&gt;
* 2002: Komm zurÃ¼ck / Die Banane (unplugged)&lt;br /&gt;
* 2003: Unrockbar&lt;br /&gt;
* 2003: Dinge von denen&lt;br /&gt;
* 2004: Nichts in der Welt&lt;br /&gt;
* 2004: Deine Schuld&lt;br /&gt;
* 2004: Die klÃ¼gsten MÃ¤nner der Welt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kollaborationen ===&lt;br /&gt;
* 1996: â€žRockgiganten vs. StraÃŸenkÃ¶terâ€œ mit [[Terrorgruppe]], Single, jede Band covert 2 Songs der anderen&lt;br /&gt;
* 1997: â€žSie hacken auf mir rumâ€œ mit Thomas D, auf dessen Album â€žSoloâ€œ &lt;br /&gt;
* 1999: â€žPunk ist ...â€œ mit der GÃ¶tz Alsmann Band, auf der DÃ„-Single â€žRebellâ€œ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Videos und Filme ==&lt;br /&gt;
* 1985: Richy Guitar&lt;br /&gt;
* 1988: Die Beste Band Der Welt (... und zwar live) I &lt;br /&gt;
* 1989: Die Beste Band Der Welt (... und zwar live) II &lt;br /&gt;
* 1996: Gefangen im Schattenreich von Die Ã„rzte &lt;br /&gt;
* 1996: Noch mehr gefangen im Schattenreich von Die Ã„rzte &lt;br /&gt;
* 1999: Killer &lt;br /&gt;
* 2002: Unplugged: Rock'n'Roll Realschule &lt;br /&gt;
* 2003: Vollkommen Gefangen im Schattenreich von die Ã¤rzte &lt;br /&gt;
* 2004: Die Band, die sie Pferd nannten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Markus Karg: ''Die Ã„rzte â€“ Ein Ã¼berdimensionales Meerschwein frisst die Erde auf''. Schwarzkopf &amp;amp; Schwarzkopf, Berlin, Januar 2001, ISBN 3-89602-369-1&lt;br /&gt;
* Hagen Liebing: ''The Incredible Hagen: Meine Jahre mit Die Ã„rzte''. Schwarzkopf &amp;amp; Schwarzkopf, Berlin, MÃ¤rz 2003, ISBN 3-89602-426-4&lt;br /&gt;
* Murielle Martin: ''Die Ã„rzte â€“ Auf den Spuren der Kult-Band zwischen Charts und Provokation''. Dirk Lehrach Verlag, DÃ¼sseldorf, 2001, ISBN 3-9806151-5-4&lt;br /&gt;
* Die Ã„rzte: ''Die Ã„rzte â€“ Songbook''. Bosworth Music GmbH, September 2004, ISBN 3-937041-46-X&lt;br /&gt;
* Die Ã„rzte: ''Die Ã„rzte â€“ Notenfreund''. Bosworth Music GmbH, Februar 2006, ISBN 3-86543-036-8&lt;br /&gt;
* Rote Gourmet Fraktion: ''Kochen fÃ¼r Rockstars''. Kiepenheuer &amp;amp; Witsch, MÃ¤rz 2004, ISBN 3-462-03397-2&lt;br /&gt;
* ''Angriff der Fett-Teenager''. Schwarwel, MÃ¤rz 2001, ISBN 3-932552-74-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.bademeister.com Homepage der Ã„rzte]&lt;br /&gt;
* [http://www.farin-urlaub.de Homepage von Farin]&lt;br /&gt;
* [http://www.bela-b.de Homepage von Bela]&lt;br /&gt;
* [http://www.rodarmy.org Homepage von Rod]&lt;br /&gt;
* [http://www.daeof.de DEN DIE Ã„RZTE IHR OFIZIELLE FANCLUB]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Punkrock]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Berlin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Kommunistischer_Anarchismus&amp;diff=36058</id>
		<title>Kommunistischer Anarchismus</title>
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&lt;hr /&gt;
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		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<title>FÃ¶deration deutschsprachiger AnarchistInnen</title>
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&lt;hr /&gt;
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		<title>Sozial-Revolutionismus</title>
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&lt;div&gt;#REDIRECT [[Plattformismus]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Anarchokapitalisten</title>
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&lt;div&gt;#Redirect [[LibertÃ¤rer Kapitalismus]]&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[LibertÃ¤rer Kapitalismus]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Syndikat_A&amp;diff=36048</id>
		<title>Syndikat A</title>
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&lt;div&gt;#REDIRECT [[Syndikat-A]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Ã–AF-FdA</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[Ã–kologisch-Anarchistisches Forum/GrÃ¼ndungsaufruf]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Events_2006_4_23&amp;diff=36046</id>
		<title>Events 2006 4 23</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[Ã–kologisch-Anarchistisches Forum/GrÃ¼ndungsaufruf]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<title>Talk:Events 2006 4 23</title>
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				<updated>2007-05-06T22:18:48Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[Diskussion:Ã–kologisch-Anarchistisches Forum/GrÃ¼ndungsaufruf]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Anarchopedia:Administratoren&amp;diff=36044</id>
		<title>Anarchopedia:Administratoren</title>
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				<updated>2007-05-06T22:17:25Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[Anarchopedia:AdministratorInnen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Talk:Frischen&amp;diff=25799</id>
		<title>Talk:Frischen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Talk:Frischen&amp;diff=25799"/>
				<updated>2006-10-11T23:16:57Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Kennt sich wer mit der rechtlichen Seite des Frischens aus?Ist das Diebstahl oda Mundraub oder gilt das eigentlich dann nicht wenn der Krams so gut zugÃ¤nglich wie in diesem Fall rumsteht?&lt;br /&gt;
::Mundraub als solchen, gibt es rechtlich nicht mehr. Heute geht es nicht mehr um die '''Art''', sondern um den '''Wert''' der gestohlenen Sachen. Diebstahl von Sachen geringeren Wertes (Wert unter 50 â‚¬, um den es sich beim Frischen handeln dÃ¼rfte, zumindest solange man das Zeug nicht kistenweise wegschleppt) ist nur strafbar wenn ein Strafantrag erfolgt (durch den Marktleiter oder durch den Staatsanwalt bei besonderen Ã¶ffentlichen Interesse). Ansonsten wird es nicht verfolgt. Geregelt imm Â§ 248a StGB:Der Diebstahl und die Unterschlagung geringwertiger Sachen werden in den FÃ¤llen der Â§Â§ 242 und 246 nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daÃŸ die StrafverfolgungsbehÃ¶rde wegen des besonderen Ã¶ffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen fÃ¼r geboten hÃ¤lt. --Firebird 23:16, 11. Okt 2006 (UTC)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Zentralismus&amp;diff=25357</id>
		<title>Zentralismus</title>
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				<updated>2006-10-03T00:08:07Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der '''Zentralismus''' ist ein gegenteiliges Konzept zur [[Basisdemokratie]] und zum [[Anarchosyndikalismus]]. Alles wird - am besten noch in einem Einheits-[[Staat]], der in Verwaltungsbezirke ohne Entscheidungsbefugnis unterteilt ist - von einem Punkt aus gesteuert. [[Diktatur]]en wie z.B. [[Monarchie]]n, [[Parteidiktatur|Partei]]- und [[MilitÃ¤rdiktatur]]en sind typischerweise zentralistisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diktaturen finden sich heute z.B. noch in [[China]], [[Saudi-Arabien]], ...&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein Staat mit starken zentralistischen Strukturen ist u.a. [[Frankreich]]. Im Gegensatz dazu sind Staaten wie die [[USA]] und die [[BRD]] fÃ¶deralistisch organisiert. FÃ¶deralismus, die politische Staatsform, bei der die einzelnen Glieder (Regionen. LÃ¤nder) einen Teil ihrer Selbstbestimmung an eine Ã¼bergeordnete Gesamtheit abgeben, ist hier nicht mit fÃ¶deral oder denkbarem anarchistischen [[FÃ¶deralismus]] ''(siehe auch: [[Solidarischer Anarchismus]])''  zu verwechseln. Auch die [[IAA]] ist fÃ¶deralistisch organisiert. Ihre einzelnen Mitgliedsgruppen kÃ¶nnen nur insoweit agieren, als dass die Ã¼bergeordneten Prinzipien und Bestimmungen nicht verletzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anarchistische Gegenentwurf ist die [[Dezentralisierung]] und die freie [[FÃ¶deration]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Anarchistische FÃ¶deration]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antagonistische Theorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staat]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Schwarzbuch_Kapitalismus&amp;diff=25356</id>
		<title>Schwarzbuch Kapitalismus</title>
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				<updated>2006-10-03T00:00:12Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: /* Einführung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Das '''Schwarzbuch Kapitalismus''' ist ein 1999 erschienenes Buch von [[Robert Kurz]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistischen Staaten der Gegenwart und der Vergangenheit werden als ein â€žSystem der totalitÃ¤ren Weltmarkt-Demokratienâ€œ, als â€žtotalitÃ¤rer [[Markt]]â€œ, â€žsozialÃ¶konomischer Totalitarismusâ€œ beschrieben. Die kapitalistischen [[Diktatur]]en und Demokratien sind nach Aussage des Autors nicht die Ãœberwindung des [[Totalitarismus]] sondern seine Vollendung, der â€žfreie Marktâ€œ totalitÃ¤rer als der totalitÃ¤re Staat, welcher nur williger ErfÃ¼llungsgehilfe der Marktwirtschaft sei.&lt;br /&gt;
Der [[Kapitalismus]] zerstÃ¶re sich selbst, da er alles der â€ž[[Entfremdung|entfremdeten]] Arbeit, dem Geldeinkommen und Warenkonsum unterordnetâ€œ und da er zur â€žEntzivilisierung der Weltâ€œ fÃ¼hre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des Buch fordert der Autor auf, aufzustehen â€žgegen die kapitalistische Krisenverwaltung jeglicher Couleur mit ihrer trostlosen Perspektive von demokratischer [[Zwangsarbeit]] und Billiglohn-Sklavereiâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==EinfÃ¼hrung==&lt;br /&gt;
Der Autor zÃ¤hlt die Opfer des Kapitalismus auf - die Opfer der [[Krieg]]e, von Hunger, [[Armut]]skrankheiten und UmweltzerstÃ¶rung. Die soziale Marktwirtschaft der Nachkriegszeit sei â€žnur die Vollendung des [[Faschismus]] mit anderen, gemeineren Mitteln&amp;quot;. Auch die Staatswirtschaft der sozialistischen Staaten bezeichnet er als Kapitalismus, da sich die dortigen [[BÃ¼rokrat]]en in Wahrheit nach den Richtlinien und Dogmen des kapitalistischen Weltsystems verhielten und nach dessen Kriterien den westlichen Kapitalismus Ã¼berflÃ¼geln wollten - durch hÃ¶here [[ArbeitsproduktivitÃ¤t]], mittels [[Zins]]wirtschaft und hÃ¶herer [[Effizienz]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den [[Ideologe]]n der Marktwirtschaft, des [[Neoliberalismus]] und Kapitalismus (unter anderem auch den Autoren des â€ž[[Schwarzbuch des Kommunismus]]&amp;quot;) wirft er vor, einseitig die russischen, chinesischen und antikapitalistischen [[RevolutionÃ¤r]]e wegen Gewaltanwendung zu verurteilen, nicht jedoch ihre Gegner, den [[Zarismus]] und die kapitalistischen [[Tyrannei]]en - und nicht die prokapitalistischen bÃ¼rgerlichen Revolutionen in England (1648), in Frankreich (1789) und den USA (1777), wo es sich um blutige Gemetzel gehandelt habe, wie in der Analyse des Autors die Geschichte der Durchsetzung und der Herrschaft des Kapitalismus Ã¼berhaupt mit Hunderten Millionen Todesopfern, mit [[Folter]], [[Elend]], hoher Kindersterblichkeit, Armutkrankheiten, Massenmorden, [[Terror]], Zwang, Unfreiheit, Kriegen, Menschenhandel, Zwangsarbeit, Zwangs- und Kinderprostitution, Obdachlosigkeit, Massenenteignung und HungersnÃ¶ten begleitet ist. Er wirft auch dem gegenwÃ¤rtigen Kapitalismus - der â€žfreien Welt&amp;quot; und der [[Marktwirtschaft]] - vor, durchaus gleiche bzw. weitaus hÃ¶here Opferzahlen als der Kommunismus zu produzieren, z.B. innerhalb  der â€žDritten Welt&amp;quot; pro Tag Ã¼ber 100.000 [[Hunger]]tote, jÃ¤hrlich 7 Millionen verhungerte Kinder, in beiden [[Weltkrieg]]en etwa 75 Millionen Kriegstote. Dagegen und gegen die SÃ¤ulen, Verteidiger und ReprÃ¤sentanten des Kapitalismus gewaltsam vorgegangen zu sein, kÃ¶nne nach Meinung des Autors kein Vorwurf sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Robert Kurz schlÃ¤gt vor, die ReichtÃ¼mer der Erde, die BodenschÃ¤tze, die Landwirtschaft und die Maschinen so einzusetzen, â€ždass allen Menschen ein gutes, genussvolles Leben frei von Armut und Hunger gewÃ¤hrleistet ist&amp;quot;. Als ersten Schritt rÃ¤t er, â€žsich der [[GehirnwÃ¤sche]] durch den Kapitalismus/Wirtschafts[[Liberalismus|liberalismus]] zu entziehen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--Zitate anderer Autoren im Buch: &lt;br /&gt;
*&amp;quot;Entsetzt sehen wir, dass der Kapitalismus, seitdem sein Bruder, der Sozialismus, fÃ¼r tot erklÃ¤rt wurde, vom GrÃ¶ÃŸenwahn bewegt ist und sich ungehemmt auszutoben begonnen hat&amp;quot;. ([[GÃ¼nter Grass]] in seiner Nobelpreisrede)--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
=== Prolog===&lt;br /&gt;
Der Ausgangspunkt des Buches bildet die Feststellung Kurz', dass das kapitalistische Gesellschaftssystem sich so absolut gesetzt habe â€žwie noch kein Gesellschaftssystem in der menschlichen Geschichteâ€œ vor ihm. Dies drÃ¼cke sich nicht nur durch eine VerfÃ¤lschung, sondern durch den Versuch einer vollkommenen AuslÃ¶schung seiner  Geschichte aus. Es wolle so einen â€žhomo oeconomicusâ€œ schaffen, der quasi â€žim Zeithorizont eines kleinen Kindes; nÃ¤mlich in einer ewigen Gegenwart von Markthandlungenâ€œ lebe. Um in diesem Kontext eine neue Alternative wieder denken zu kÃ¶nnen, mÃ¼sse zuerst der scheinbar â€žahistorisch gewordene Kapitalismusâ€œ historisiert werden. Erst dann sei eine â€žÃœberwindung der Marktwirtschaftâ€œ und der Beginn einer â€žanderen Geschichteâ€œ mÃ¶glich. Diese Historisierung durchzufÃ¼hren ist Kurzâ€™ Anliegen auf den folgenden knapp 800 Seiten des Buches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 1: Modernisierung und Massenarmut ===&lt;br /&gt;
Im ersten Kapitel versucht Kurz anhand verschiedener empirischer Beispiele eine seiner Grundthesen zu belegen, dass der Kapitalismus bezÃ¼glich der Wohlfahrtssteigerung  eine â€žverheerendeâ€œ Gesamtbilanz aufweise. Kurz konzidiert zwar, dass durch den Kapitalismus â€ždie Entwicklung der ProduktivkrÃ¤fte verwissenschaftlicht und ihre Entwicklung ungeheuer beschleunigtâ€œ wurde. Eine â€žSteigerung der Wohlfahrt war damit jedoch merkwÃ¼rdigerweise immer nur zeitweilig verbunden, begrenzt auf bestimmte soziale Segmente und Weltregionenâ€œ.&lt;br /&gt;
Der Kapitalismus sei niemals imstande gewesen, â€ždie von ihm hervorgebrachten Potenzen fÃ¼r eine Verbesserung des Lebens aller Menschen anzuwenden, die er unter sein Gesetz gezwungen hat. Dieses Defizit ist bis heute nicht kleiner, sondern im Gegenteil hinsichtlich der gesamten WeltbevÃ¶lkerung immer grÃ¶ÃŸer geworden. Deshalb kann es sich dabei um keinen bloÃŸ zufÃ¤lligen, Ã¤uÃŸerlichen Zusammenhang handeln, sondern es muÃŸ zum Wesen der Marktwirtschaft gehÃ¶ren, daÃŸ sie mit ihren eigenen Potenzen nichts Besseres anzufangen weiÃŸâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|border=&amp;quot;1&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;2&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;1&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; empty-cells:show; margin-right:15px; clear:right&amp;quot; width=&amp;quot;180px&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;70%&amp;quot; |'''Zeit'''||width=&amp;quot;30%&amp;quot;|'''Reallohn'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1301-1350|| 94,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1401-1450|| 155,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1601-1650|| 48,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1701-1750|| 94,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1751-1800|| 79,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1801-1850|| 94,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!colspan=&amp;quot;2&amp;quot; align=&amp;quot;left&amp;quot; |&amp;lt;small&amp;gt;Abb.1: Entwicklung des Reallohns eines engl. Zimmermanns (kg Weizen/Tag) nach [[Immanuel Wallerstein|Wallerstein]]&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz behauptet, es sei â€žder groÃŸen Mehrzahl der Menschheit [...] sowohl in der kapitalistischen FrÃ¼hgeschichte seit dem 16. Jahrhundert als auch in dem Vierteljahrtausend von 1750 bis heute in nahezu jeder Hinsicht schlechter gegangen als im 14. und 15. Jahrhundertâ€œ (vgl. Abb.1).  Er vergleicht das frÃ¼hkapitalistische Europa mit einer â€ž[[Dante]]schen HÃ¶lle der Verelendung [..], die in ihrer Dichte und Ausdehnung historisch beispiellos war und nur mit den ZustÃ¤nden im heutigen Afrika (ebenfalls einem Schreckensprodukt des Kapitalismus) vergleichbar istâ€œ. Die fremdbestimmte Arbeitszeit der Massen sei wÃ¤hrend der Modernisierungsgeschichte im Vergleich zu allen vorkapitalistischen Gesellschaften exorbitant erhÃ¶ht worden. Der Lebensstandard im industrialisierten 19. Jahrhundert hatte gerade einmal wieder â€ždas Niveau des hohen Mittelalters [erreicht], ohne auch nur im entferntesten an den  spÃ¤tmittelalterlichen Standard des 15. Jahrhunderts heranzukommenâ€œ.&lt;br /&gt;
Die gesamte Geschichte des [[FrÃ¼hkapitalismus]] sei durch einen steilen Absturz des Lebensniveaus gekennzeichnet. Selbst heute noch wÃ¼rde das Lebensniveau in vielen LÃ¤ndern der Dritten Welt weit unter dem ihrer vorkolonialen und vorkapitalistischen Geschichte liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz betrachtet den Kapitalismus bzw. Liberalismus als ein Produkt â€žaus dem Geist des [[Absolutismus]]â€œ. Beide â€žgehÃ¶ren derselben historischen Entfesselungsbewegung des Geldes und der â€š[[abstrakte Arbeit|abstrakten Arbeit]]â€˜ anâ€œ. Der Liberalismus enthalte wie der Absolutismus ein totalitÃ¤res Moment, einen â€žTotalitarismus des Marktesâ€œ, dem sich die Menschen bedingungslos unterwerfen sollen. Die spÃ¤tere Wendung des Liberalismus gegen die autoritÃ¤re staatsabsolutistische Doktrin - wie z.B. in der [[FranzÃ¶sische Revolution|FranzÃ¶sischen Revolution]] - sei â€žwie so oft in der Geschichte - bloÃŸ ein  Vatermord innerhalb derselben historisch-gesellschaftlichen Konstellationâ€œ gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 2: Die schwarze Utopie der totalen Konkurrenz ===&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des 17. Jh. sicherte sich das aufstrebende marktwirtschaftliche Unternehmertum â€žeine starke gesellschaftliche Stellung, war jedoch gleichzeitig nicht mehr an die traditionelle Struktur der autoritÃ¤ren Hierarchie gebundenâ€œ. Zur Legitimierung seiner spezifischen Interessen sah es sich daher genÃ¶tigt, seine eigene Herrschaftsideologie hervor zu bringen. Es folgte einer â€žFormulierung einer WelterklÃ¤rung und eines  umfassendes Bild des Menschen, wie es seither fÃ¼r das gesamte westliche Denken der Moderne bis zum heutigen Tag hegemonial werden sollte und gegenwÃ¤rtig dominierender ist als jemals zuvorâ€œ. Kurz'  Anliegen ist es nun, anhand zentraler Gestalten der europÃ¤ischen Geistesgeschichte â€ždie historischen Wurzeln dieser marktwirtschaftlichen Ideologie des sogenannten Liberalismus freizulegenâ€œ. Dieser Abschnitt hat eine SchlÃ¼sselbedeutung im weiteren Gedankengang des Buches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Thomas Hobbes====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der â€žgroÃŸe Stammvater des Liberalismusâ€œ ist fÃ¼r Kurz [[Thomas Hobbes]]. Hobbes fasse den Menschen als ein prinzipiell egoistisches Wesen auf, das â€žvon Natur ausâ€œ einsamer als ein Tier ist und das um seine individuelle Selbsterhaltung kÃ¤mpft. Der Naturzustand des Menschengeschlechts sei der â€žKrieg aller gegen alleâ€œ (â€ž[[bellum omnium contra omnes]]â€œ), der in Reinkultur Ã¼berall dort vorzufinden ist, wo es noch keine institutionelle ZÃ¤hmung gibt. â€žFreiheitâ€œ bestehe fÃ¼r Hobbes darin, â€žzu kaufen und zu verkaufen und miteinander Handel zu treibenâ€œ, nicht etwa darin, sich nach eigenen BedÃ¼rfnissen und Vereinbarungen kooperativ zu verhalten. Die menschliche Gesellschaft werde von ihm als â€žeine Gesellschaft von Ungeheuernâ€œ betrachtet, weswegen es einer Ã¼bergeordneten Macht, des Staates, bedÃ¼rfe, der den â€žmenschlichen Raubaffen zur negativen Gesellschaftlichkeit zÃ¤hmen sollteâ€œ. Dieser Rechtfertigungsgedanke des â€žabsoluten Staatesâ€œ aufgrund der missratenen â€žmenschlichen Naturâ€œ findet sich laut Kurz bis heute; er versucht dies an Texten von [[Ralf Dahrendorf]], [[Vaclav Havel]] und [[Antje Vollmer]] zu belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bernard Mandeville ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wendung des Konkurrenzstrebens zu einer positiven Eigenschaft - was Kurz als â€žUmwertung aller Werteâ€œ bezeichnet - wurde durch [[Bernard Mandeville]] vorgenommen. Der Mensch werde von ihm im Prinzip als faul, egoistisch und geldgierig betrachtet; durch die gegenseitige Konkurrenz kÃ¶nnten aber diese unschÃ¶nen Eigenschaften eine Gesellschaft im Endresultat zu einer â€žblÃ¼henden Gemeinschaftâ€œ machen. Bei ihm werde erstmals eine MentalitÃ¤t deutlich, dass sich die â€žVertreter bÃ¼rgerlicher Ehrbarkeitâ€œ bis heute als zu etwas Besserem und zu HÃ¶herem berufen fÃ¼hlten, â€žwÃ¤hrend es eine minderbemittelte Masse von Menschenmaterial geben muss, das zur â€šArbeitâ€™ schicksalhaft ausersehen, jedoch auf eine uneinsichtige und geradezu â€šunmoralischeâ€™ Weise stÃ¶rrisch und von Natur aus faul ist und einer starken Hand bedarfâ€œ. Im Umgang mit den Armen und Schwachen werde das â€žMit-FÃ¼hlen und Mit-Leiden bei UnglÃ¼ck und Elend andererâ€œ zu einem GefÃ¼hl der â€žschwÃ¤chlichsten GemÃ¼terâ€œ, vor allem der Frauen und Kinder erklÃ¤rt, dem die MÃ¤nner des Marktes nicht nachgeben dÃ¼rften.  Nach Mandeville gÃ¤lte es, â€žselbst noch die Alten, Kranken und Schwachen, die Blinden und Lahmen in die Verwertungsmaschine des Kapitals einzuspannen und das Letzte an Reserven aus ihnen herauszuholenâ€œ; dies sei eine â€žQuelle, aus der ein [[Ronald Reagan]] und eine[[ Margaret Thatcher]], ein [[Newt Gingrich]] oder ein [[Otto Graf Lambsdorff|Graf Lambsdorff]] heute immer noch schÃ¶pfenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Donatien de Sade ====&lt;br /&gt;
Ãœbertroffen werde dieser Zynismus nur noch von [[de Sade]], der die Ideologie vom â€žRecht des StÃ¤rkerenâ€œ in einer radikalisierten Gestalt bis hin zum Mord vertrete. Im Umgang mit den Armen und Schwachen steigere sich de Sade geradezu in eine Art â€žexistentiellen Hassâ€œ hinein, indem er selbst noch gegen die kÃ¼mmerlichste StaatsfÃ¼rsorge der ArmenhÃ¤user hetze. FÃ¼r Kurz formuliert de Sade bereits die Gedanken voraus, â€ždie erst der Sozialdarwinismus an der Schwelle des 20. Jahrhunderts systematisieren und schlieÃŸlich auf deutschem Boden in die gesellschaftliche Mordtat umsetzen sollteâ€œ. Jegliches soziale Mitleid werde von ihm als eine negative â€žNatureigenschaftâ€œ der Frau gebrandmarkt. Die Frau werde von de Sade â€žals HÃ¼ndin des Mannesâ€œ und als Sexmaschine herabgewÃ¼rdigt, wobei die SexualitÃ¤t auf einen puren physiologischen Akt reduziert werde, um sie von allen gefÃ¤hrlichen emotionalen Elementen zu reinigen und sie â€žgewissermaÃŸen in einen (analog zum kapitalistischen Produktionsprozess) maschinellen Vollzug zu verwandelnâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Immanuel Kant und Adam Smith ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Immanuel Kant]] schlieÃŸlich werde die Konkurrenz egoistischer Einzelner als Entwicklungsgesetz der Menschheit schlechthin genommen und auf ein geradezu gÃ¶ttliches Gesetz zurÃ¼ckgefÃ¼hrt. Kant betrachte den Mechanismus des weltumspannenden Kapitals â€žals ein Werk der â€šHand Gottesâ€˜â€œ, als â€žResultat eines von gÃ¶ttlicher Vorsehung bestimmten&lt;br /&gt;
Gesamtzusammenhangs, einer â€šhÃ¶heren Naturâ€˜ des Systemsâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gedanke des â€žweisen SchÃ¶pfersâ€œ bei Kant fÃ¼hre zu dem der â€žunsichtbaren Handâ€œ in der Theorie von [[Adam Smith]]. Noch wichtiger als deren â€žangeblich wohltÃ¤tige  Wirkungenâ€œ sei fÃ¼r Smith â€ždie Anbetung dieses sÃ¤kularisierten Gottes, der keinen anderen neben sich duldetâ€œ. Das Bild von der â€žunsichtbaren Handâ€œ zeige, â€žwie das Weltbild der modernen Ã–konomie systematisch auf dem der mechanischen Physik aufbautâ€œ. Smith beteuere, dass â€ždurch den besessenen Aktivismus der kapitalistischen â€šMacherâ€˜ die grÃ¶ÃŸtmÃ¶gliche Verbesserung und die bestmÃ¶gliche Verteilung (die dennoch ganz selbstverstÃ¤ndlich die Existenz von Bettlern einschlieÃŸt!) erzielt werde, so dass sich jede Kritik erÃ¼brigeâ€œ. Die Bedeutung der Befriedigung der sinnlichen BedÃ¼rfnisse werde herabgesetzt, â€žum die unabhÃ¤ngige und fÃ¼r sich seiende â€šSchÃ¶nheit der Ordnungâ€˜ und den Glanz der Ã¶konomischen â€šMaschineâ€˜, â€šder regelmÃ¤ÃŸigen und harmonischen Bewegung des Systemsâ€˜ zu verherrlichenâ€œ. Smith habe das Weltbild der modernen Ã–konomie entwickelt, das letztlich auf dem der mechanischen Physik aufbaue. Dies sei die Geburtsstunde der  NationalÃ¶konomie, das â€žein historisches Wahnsystem der Menschheit mit dem Anspruch der Naturwissenschaft erforscht und gleichzeitig dessen Existenznotwendigkeit stets aufs neue â€šbeweistâ€˜â€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Jeremy Bentham ==== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als letzten â€žStammideologenâ€œ des Liberalismus sieht Kurz [[Jeremy Bentham]]. Bentham propagiere das ethische Prinzip des â€žgrÃ¶ÃŸtmÃ¶glichen GlÃ¼cks fÃ¼r die grÃ¶ÃŸtmÃ¶gliche Zahlâ€œ. Dieses Prinzip interpretiere den Kapitalismus als eine Gesellschaft, â€ždie jedem Menschen das Recht gibt bzw. geben sollte, â€šsein GlÃ¼ck zu machenâ€˜â€œ wie es auch in der Formel des â€žpursuit of happinessâ€œ (Streben nach GlÃ¼ck) der [[UnabhÃ¤ngigkeitserklÃ¤rung der USA|UnabhÃ¤ngigkeitserklÃ¤rung der Vereinigten Staaten von Amerika]] Eingang gefunden habe. MaÃŸstab, wie dieser Nutzen objektiv gemessen werden kÃ¶nne, sei bei Bentham letztlich das Geld. Das Prinzip der allgemeinen GlÃ¼cksmaximierung dÃ¼rfe bei Bentham aber nicht dazu fÃ¼hren, dass das Eigentumsrecht in irgendeiner Weise angetastet werde; die Umverteilung nach unten sei von Ãœbel und gehe an die Substanz des Reichtums. Die Akkumulationsbewegung des Kapitals dÃ¼rfe auf keinen Fall gestÃ¶rt werden und â€žselbst ein bescheidenes Wohlstandsverlangen des kapitalistischen Menschenmaterials [kÃ¶nnte] als verderbliche â€šGleichmachereiâ€™ erscheinenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 3: Die Geschichte der Ersten industriellen Revolution ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Durchsetzung des betriebswirtschaftlichen KalkÃ¼ls ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Robert Kurz betrachtet den Durchbruch des Liberalismusâ€™ in der Ersten industriellen Revolution als einen â€žVatermordâ€œ am Absolutismus. Nach seiner Etablierung hatte es die â€žkapitalistische AufklÃ¤rungsvernunft eilig gehabt, â€žmit der groÃŸen Gesellschaftstheorie zum Schluss zu kommen, um die erreichten Grundlagen nicht mehr zu gefÃ¤hrdenâ€œ. [[Hegel]] erklÃ¤rte den Weltgeist in seiner Person und dem konstitutionellen preuÃŸischen Staat fÃ¼r â€žzu sich gekommenâ€œ. Die Gedanken neuer UmwÃ¤lzungen wurden aufgegeben und man machte sich daran, das warenproduzierende System â€žauszubauen,   zu   versittlichen   und die   Einsicht   in   ihre   Notwendigkeit   zu verallgemeinernâ€œ. Die â€žkapitalistische Selbstzweck-Maschineâ€œ wurde â€žals selbstverstÃ¤ndlich vorausgesetztâ€œ und das bÃ¼rgerliche Denken â€žverlegte seinen Schwerpunkt zunehmend auf die Organisations-  und  Naturwissenschaftâ€œ.  Die â€žMÃ¤ngel und Fehlerâ€œ in der â€žbesten aller mÃ¶glichen Weltenâ€œ ([[Leibniz]]) sollten â€ždurch technokratische Intelligenzâ€œ behoben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der grÃ¶ÃŸer werdenden Anzahl kapitalistischer Unternehmen â€žmachte sich die Konkurrenz als â€š[[stummer Zwang]]â€™ (Marx) geltendâ€œ. â€žDie Marktteilnehmer wurden zu einer permanenten â€š[[Produktivkraft]]entwicklungâ€™ genÃ¶tigt, um das eigene Angebot marktfÃ¤hig zu halten. In demselben MaÃŸe, wie der Motor der Konkurrenz ansprang, wurde der Durchbruch der Ersten industriellen Revolution unvermeidlichâ€œ. Mit dem Konkurrenzprinzip begann bereits zu Anfang der Industrialisierung ein Kampf um die Preise und eine Art â€žStandortdebatteâ€œ um die gÃ¼nstigsten ArbeitslÃ¶hne. â€žDie durchaus realen ZwÃ¤nge der beginnenden internationalen Konkurrenz wurden als Mittel der sozialen Erpressung benutzt, um die Textilarbeiter auf ein noch tieferes Armutsniveau  zu  setzen.  Nicht  die  Unhaltbarkeit  der  kapitalistischen  Produktionsweise  war  die SchluÃŸfolgerung, sondern die Hoffnung auf eine naturwissenschaftlich-technische ErlÃ¶sung, die doch irgendwann einmal aus den MaschinenkrÃ¤ften selber kommen sollteâ€œ. Der noch kaum als solcher identifizierte Kapitalismus wurde als â€žgesellschaftliches  Naturereignisâ€œ betrachtet. Er stand vor dem Paradoxon, dass er einerseits eine â€žbis dahin niemals fÃ¼r mÃ¶glich gehaltene Arbeitsersparnis durch das Maschinenwesenâ€œ erreichte, diese aber andererseits â€žnicht als Steigerung der gesellschaftlichen Wohlfahrt und als LÃ¶sung der sozialen Probleme in Erscheinung tretenâ€œ konnte. Der ProduktivitÃ¤tsgewinn wurde â€žrestlos  fÃ¼r  die  Konkurrenz verausgabt, â€žum  zusÃ¤tzliche Marktanteile zu gewinnen bzw. bestehende zu haltenâ€œ. Kurz fÃ¼hrt dies auf die â€žVernunftâ€œ der Betriebswirtschaft zurÃ¼ck, die nur auf den Konkurrenzvorteil bedacht sei. Dies bewirke, â€ždass die einen gÃ¤nzlich â€šarbeitslosâ€™ und von allen Subsistenzmitteln abgeschnitten werden,  wÃ¤hrend  fÃ¼r  die   anderen,  vermeintlich  GlÃ¼cklicheren,  die  ihre â€šArbeitsplÃ¤tzeâ€™ behalten, sich umgekehrt die Arbeitszeit sogar verlÃ¤ngern und die ArbeitsintensitÃ¤t erhÃ¶hen kannâ€œ. Die kapitalistische Produktionsweise gerate dadurch in einen â€žunlÃ¶sbaren logischen Selbstwiderspruchâ€œ, da sie einerseits die â€ž[[abstrakte  Arbeit]]â€œ in Ã¶konomische Werte verwandeln wolle, andererseits menschliche Arbeit fortlaufend â€ždurch technisch-wissenschaftliche Agenzienâ€œ ersetze und so die Substanz der â€žWertschÃ¶pfungâ€œ selbst aushÃ¶hle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz sieht diese â€žinnere Krisenpotenz des Kapitalismusâ€œ als â€žQuittung dafÃ¼r, dass die menschliche Kommunikation in gesellschaftlichen Institutionen durch eine paradoxe Kommunikation der Waren und ihrer Preise untereinander auf dem anonymen Markt ersetzt worden istâ€œ. [[Produzent]]en und [[Konsument]]en seien bis auf die Ebene des Individuums hinab nicht mehr identisch und vertrÃ¤ten gegensÃ¤tzliche Interessen. Der daraus entstehende Systemprozess fÃ¼hre â€žmit logischer Konsequenz immer wieder in dasselbe Dilemma, weil er immer nur dasselbe eingebaute Programm abspulen kannâ€œ. Die Konsequenz daraus sei, dass die Steigerung der technisch-wissenschaftlichen Potenzen â€žauf diese Weise im allgemeinen VerdrÃ¤ngungskampf der Konkurrenzen verschleudertâ€œ werde, â€žwÃ¤hrend die Menschen durch die blinde Gesamtresultante ihres eigenen beschrÃ¤nkten, Ã¶konomisch ungesellschaftlichen Ego-KalkÃ¼ls sich gegenseitig in eine groteske SelbstschÃ¤digung treibenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Opfer ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz schildert im weiteren Verlauf des Kapitels die Auswirkungen dieses betriebswirtschaftlichen KalkÃ¼ls wÃ¤hrend der Ersten industriellen Revolution. Bereits zu Beginn kam es â€žzu einer ersten  technologisch forcierten, strukturellen [[Massenarbeitslosigkeit]]â€œ, die vor allem â€ždie untergehenden handwerklichen Produzentenâ€œ betraf. â€žSowohl in England selbst als auch in ganz Europa wurde das gesamte [[Textilindustrie|Textilhandwerk]] durch die billige englische Fabrikware ruiniertâ€œ. â€žDas  gesamte  [[Verlagssystem|Verlagswesen]]  und  damit  die  abhÃ¤ngige Heimindustrie schmolzen dahin und wurden durch [[Fabrik]]en mit groÃŸen, immer hÃ¤ufiger dampfgetriebenen  Maschinenaggregaten ersetzt.  Aus  der  von  den  Verlegern  ausgepressten  â€žarbeitenden Armutâ€œ nach dem Muster der schlesischen und bÃ¶hmischen Webersiedlungen wurde die vollstÃ¤ndige Arbeitslosigkeit und die soziale VerÃ¶dung ganzer Landstricheâ€œ.&lt;br /&gt;
Nur ein Teil der arbeitslosen ehemaligen Textilproduzenten fand im entstehenden Fabriksystem eine neue Existenz. â€žDie vÃ¶llig entwurzelten Menschen muÃŸten sich um jeden Preis verkaufen und wurden Arbeitsformen unterworfen, die jeder Beschreibung spottenâ€œ. Es entstand eine neue Kategorie von â€žarbeitenden Armenâ€œ: das Fabrikproletariat. Das betriebswirtschaftliche KalkÃ¼l â€žerzwang gerade durch die arbeitssparenden Maschinen ein drakonisches Arbeitsregime, das bis zur totalen physischen Auspowerung der Arbeitenden gingâ€œ. In vielen FÃ¤llen wurden erwachsene MÃ¤nner arbeitslos, wÃ¤hrend Kinder und Frauen zu NiedriglÃ¶hnen in den industriellen Fabriken beschÃ¤ftigt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Revolten ====&lt;br /&gt;
Diese â€žOpfer der Ersten industriellen Revolutionâ€œ wurden aber nicht widerstandslos hingenommen. Kurz geht ausfÃ¼hrlich auf die [[Revolte]]n ein, deren Spuren â€žin den GeschichtsbÃ¼chern und Epochenbegriffen sorgfÃ¤ltigst gelÃ¶schtâ€œ wurden. Den Kern der sozialen Revolten bildete die seit der Ersten industriellen Revolution von England  ausgehende  neue  Bewegung  der  â€žMaschinenstÃ¼rmerâ€œ oder â€ž[[Ludditen]]â€œ â€“ v.a. in den Hauptzentren [[Nottingham]] und [[Yorkshire]]. Ihre Mittel waren Streiks, Demonstrationen, Brandstiftungen, PlÃ¼nderungen, Drohbriefe und die ZerstÃ¶rung von Maschinen und Fabrikeinrichtungen. Kurz beurteilt die Ludditen als zwar einerseits rÃ¼ckwÃ¤rtsgewandt, da sie die  alte  handwerkliche  Lebenswelt  und  damit  teilweise  auch  deren  soziale  BeschrÃ¤nktheit wiederherstellen wollten. Auf der anderen Seite klagten sie aberr â€želementare und universelle Bedingungen menschlicher  Freiheit ein, die durch das  kapitalistische Markt- und Fabriksystem von Grund auf zerstÃ¶rt wurdenâ€œ: â€žÃ¼berlieferte Dorfrechteâ€œ, â€žrechtliche Gleichheitsvorstellungenâ€œ, ein kulturelles Muster, â€ždas einen â€šRhythmus von Arbeit und MuÃŸeâ€™ ebenso einschloÃŸ wie die Vorstellung  eines  â€šgerechten  Preisesâ€˜  und  eines  â€šangemessenen  Lohnesâ€˜â€œ, was â€žvÃ¶llig unvereinbar war mit den blind-mechanistischen Gesetzen eines sogenannten Arbeitsmarktes.â€œ Die Ludditen waren dabei â€žnur die Speerspitze einer in ganz Europa verbreiteten fundamentalen Oppositionshaltung der Produzentenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BezÃ¼glich der Stellung der [[Frau]]en hÃ¤lt Kurz es fÃ¼r â€žeine grobe IrrefÃ¼hrung, den Aufstieg der Marktwirtschaft als Bedingung der weiblichen [[Emanzipation]] darzustellenâ€œ. Wenn auch die bÃ¤uerlich-handwerkliche Produktionsweise im Kern patriarchalisch gewesen sei, bedeutete dies â€žjedoch keineswegs eine Recht- und vor allem auch keine Machtlosigkeit der Frauen, denn aufgrund ihres eigenen Platzes in der Produktion konnten sie durchaus mitreden. Wie eine selbstbestimmte Produktivkraftentwicklung nicht grundsÃ¤tzlich ausgeschlossen war, so war auch eine Beteiligung und Mitbestimmung der Frauen daran im Prinzip denkbar.â€œ Erst der Kapitalismus habe den Frauen einen eigenstÃ¤ndigen Platz in der â€žoffiziellenâ€œ Gesellschaft abgesprochen, â€žum sie auf ein Hausfrauendasein zu verpflichten, das sie einerseits zur Mutterschaft und andererseits zur â€šSexmaschineâ€™ im Sinne von de Sade degradierteâ€œ. Kurz hÃ¤lt es fÃ¼r mÃ¶glich, dass â€ždie Frauen der Unterschichten in jener Umbruchphase, als der Kapitalismus noch auf den Massenwiderstand sozialer Revolten stieÃŸ, einer Emanzipation viel nÃ¤her [standen] als in den spÃ¤teren Domestizierungs- und Anpassungsprozessen der â€šModernisierungâ€™â€œ, was sich schon daran zeige, dass â€žin der ganzen FrÃ¼hgeschichte der Industrialisierung [..] Frauen als Anstifterinnen von Unruhenâ€œ aufgetreten seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Kontinent waren die sozialen Revolten hauptsÃ¤chlich durch die sog. â€ž[[Brotunruhen]]â€œ gekennzeichnet, die durch Handwerker, Fabrik- und Manufakturarbeiter und Teile der LandbevÃ¶lkerung getragen wurden. Beispiel hierfÃ¼r ist der sogenannte â€žKartoffelaufstandâ€œ in Berlin vom April 1847. Diese Ereignisse spielten sich in einer Epoche ab, die spÃ¤ter in Deutschland â€ž[[Biedermeier]]â€œ genannt wurde, ein Begriff, der fÃ¼r Kurz die soziale Ignoranz der bÃ¼rgerlichen Gesellschaft in Deutschland ausdrÃ¼ckt: er stelle eine â€žKrisenverdrÃ¤ngungâ€œ und â€žVernebelung der wirklichen Geschichteâ€œ dar, â€žin der die Realexistenz des sozialen Kriegs- und Belagerungszustands  zum  RandphÃ¤nomen  der  â€šnotwendigenâ€™ Modernisierungsopfer degradiertâ€œ wurde. An dieser â€žMentalitÃ¤t des deutschen Mittelstandsâ€œ, â€žnoch auf jede Krise seiner marktwirtschaftlichen Religion und ihrer HeiligtÃ¼mer einerseits mit beinharter Besitzstandswahrung, andererseits mit sentimentaler Verniedlichung und VerdrÃ¤ngungâ€œ zu reagieren, habe sich bis heute nichts geÃ¤ndert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das BevÃ¶lkerungsgesetz von Malthus ==== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschwellenden Massenarmut und Massenarbeitslosigkeit wurde als permanente Bedrohung und Anklage gegen die Marktwirtschaft empfunden. Die â€žEndlÃ¶sungâ€œ des Problems  kam aus England, in Gestalt des wirtschaftsliberalen Pfarrers [[Thomas Robert Malthus]] (1766-1834). Malthus erfand das sogenannte [[BevÃ¶lkerungsgesetz]], um â€žder marktwirtschaftlich-kapitalistischen Welt eine neue furchtbare Rechtfertigung zu liefernâ€œ. â€žUnd wieder einmal musste dabei die Natur bzw. â€šNatÃ¼rlichkeitâ€™ der kapitalistischen VerhÃ¤ltnisse als wissenschaftliche BegrÃ¼ndung herhaltenâ€œ â€“ ein Rechtfertigungsmuster, das sich fÃ¼r Kurz wÃ¤hrend der gesamten Geschichte des Kapitalismusâ€™ durchhÃ¤lt. Malthus machte â€žden ersten groÃŸen Schritt zur Biologisierung der gesellschaftlichen  Krise, darin  die  Phantasien  des  Marquise  de  Sade  fortfÃ¼hrendâ€œ. Malthus habe aus der biologischen Natur â€žwillkÃ¼rlich die â€šdauernde Neigung aller Lebewesen, sich weit Ã¼ber das MaÃŸ der fÃ¼r sie bereitgestellten Nahrungsmittel zu vermehrenâ€™â€œ entnommen und diese auf den Menschen Ã¼bertragen. Wenn diese Neigung nicht gehemmt werde, â€žverdoppele sich die BevÃ¶lkerung alle 25 Jahre und nehme somit in geometrischer Progression zu, wÃ¤hrend die Lebensmittel bestenfalls in arithmetischer Reihe vermehrt werden kÃ¶nntenâ€œ. Er habe damit â€ždie kapitalistisch erzeugte kÃ¼nstliche Armut, ja sogar â€žÃœberflÃ¼ssigkeitâ€œ von Menschen auf die Ebene von Karnickeln oder Bibern zu bringen [versucht], die sich unter bestimmten Bedingungen â€šzu stark vermehrenâ€™â€œ. Malthus habe zwar zugegeben, â€ždass sein Konstrukt nur unter kapitalistischen Bedingungen giltâ€œ, diese jedoch als â€žnatÃ¼rlichâ€œ und â€žunabÃ¤nderlichâ€œ betrachtet. Trotzdem habe Malthus â€žjede Form der SexualitÃ¤t ohne Kinderwunsch als â€šim hohen Grade unnatÃ¼rlich, unsittlichâ€™ und als â€šverabscheuungswÃ¼rdigâ€™â€œ gebrandmarkt und â€žstattdessen den â€šÃ¼berflÃ¼ssigenâ€™ Massen allen Ernstes ein Leben in â€šsittlicher Enthaltsamkeitâ€™â€œ vorgeschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Begriff der Nation ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der im 19. Jh. entstehende [[Nationalismus]] in Deutschland hatte Kurz zufolge seine Ursache darin, dass der Liberalismus â€žeine identitÃ¤tsstiftende Konstruktionâ€œ suchte,  eine â€žvermeintlich zugrundeliegende historische Substanz oder EntitÃ¤tâ€œ. Er â€žfand die sogenannte [[Nation]]â€œ, ein Begriff fÃ¼r  einen â€žnirgends eindeutig definierbaren Zusammenhang, der bestimmte geografische Einheiten und kulturelle Gemeinsamkeiten wie die Sprache in einer vorher nicht bekannten Art und Weise als primÃ¤res Aktionsfeld und Ã¤uÃŸere Begrenzung fÃ¼r die â€šschÃ¶ne Maschineâ€™ und ihren staatlichen Moderator absteckteâ€œ.  Kurz interpretiert die [[MÃ¤rzrevolution|Revolution von 1848]] als â€žZweifrontenkriegâ€œ des liberalen BÃ¼rgertums â€žsowohl gegen den scheinbar ungebrochenen Absolutismus der fÃ¼rstlichen Kleinstaaterei als auch gegen die flackernde Sozialrevolte von untenâ€œ. Die Zielrichtung der Studentenschaft ging â€žauf Mitbeteiligung und Mitsprache an der Politik, auf Freiheitsrechte und Ausbau der Verfassung - soziale Verantwortung verspÃ¼rten sie nichtâ€œ. Kurz trifft in diesem Zusammenhang die generelle Aussage, dass â€ždie deutsche Linke immer wieder in den liberal-aufklÃ¤rerischen Heimatstall zurÃ¼ckgetrottet ist, bevor sie die Frage der sozialen Emanzipation ernsthaft auch nur zu denken bereit warâ€œ. Sie ist fÃ¼r ihn letztlich â€žimmer nur der â€šlinke FlÃ¼gelâ€™ des Liberalismus [gewesen] und deshalb in der antikapitalistischen Konsequenz gelÃ¤hmtâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sozialdemokratie und Sozialismus ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die â€žhistorische Niederlage des Liberalismus gegen den deutschen Absolutismusâ€œ in der â€žMÃ¤rz-Revolutionâ€œ war fÃ¼r Kurz der maÃŸgebliche Grund, der dazu beitrug, â€ždie entstehende Linke (bzw. den spÃ¤teren [[Sozialismus]]) fÃ¼r immer an die Probleme des Liberalismus zu fesseln und in eine lange historische Sackgasse hineinlaufen zu lassenâ€œ.  Der moderne Sozialismus entstand â€žaus den kreuzbraven Reformgruppen der unterbÃ¼rgerlichen Schichten, organisiert in sogenannten [[Arbeiterverein]]enâ€œ, die Kurz als â€žeine Art sozialpolitische [[Sonntagsschule]] der bÃ¼rgerlichen [[Philanthropie]]â€œ bezeichnet.  Sie wurden meist â€žvon freisinnigen BÃ¼rgern guten Willens gefÃ¼hrtâ€œ und verfolgten letztlich den Zweck,  â€žauf die unterbÃ¼rgerlichen Schichten [...] Einfluss zu nehmen, sie auch auÃŸerhalb der Fabriken zu â€šerziehenâ€™, ihnen [...] Grundbegriffe der â€šVolkswirtschaftslehreâ€™ beizubringen, die Sozialrevolte zu verhindern oder zu dÃ¤mpfen und die WidersprÃ¼che und Restriktionen  des Kapitalismus einseitig auf den absolutistischen Konservatismus zurÃ¼ckzufÃ¼hrenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige dieser â€žliberalen Intellektuellenâ€œ wurden allerdings â€ždurch ihre Erfahrungen â€šumgedrehtâ€™â€œ - allen voran [[Karl Marx]] und [[Friedrich Engels]]. Die historische Alternative, die sich aus der Verbindung dieser neuen revolutionÃ¤ren Intellektuellen mit den â€žgefÃ¤hrlichen Klassenâ€œ ergeben konnte, wurde jedoch verpasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx habe sich zwar â€žstets  mit  Sympathie  fÃ¼r  soziale AufstÃ¤nde geÃ¤uÃŸert, aber sein negatives Urteil Ã¼ber das BewuÃŸtsein der â€žMaschinenstÃ¼rmerâ€œ zeige doch, â€ždass er deren Impuls im wesentlichen als eine Verirrung gegen â€šdie ProduktivkrÃ¤fteâ€™ betrachteteâ€œ.  Kurz wirft an dieser Stelle dem [[Marxismus]] die Ãœbernahme des â€ž[[Positivismus|positivistischen]], technisch-naturwissenschaftlich verkÃ¼rzten Fortschrittsbegriff des Liberalismusâ€œ vor. Dies habe letztlich zur Folge gehabt, dass â€žauch der abstrakte   Arbeitsbegriff   des   Liberalismus   weitgehend   Ã¼bernommenâ€œ wurde. Kurz resÃ¼miert, dass eine radikale Kritik an der Modernisierungsgeschichte und ihres gewandelten Arbeitsbegriffs bis heute ausgeblieben sei. Mit dem â€žStandpunkt der â€ž[[Arbeiterklasse]] [â€¦] wurde in Wahrheit ein Standpunkt innerhalb der bÃ¼rgerlichen, kapitalistischen Welt und ihrer permanenten, bewusstlosen Modernisierung eingenommenâ€œ. Nach Ansicht Kurz' war die Sozialdemokratie â€žÃ¼berhaupt nicht mehr in der Lage, ihren positiven Arbeitsbegriff von dem des Liberalismus abzugrenzenâ€œ. Er bezeichnet sie bzw. den Sozialismus als den â€žlinken FlÃ¼gel des Liberalismusâ€œ, der â€žauf die formale, nationalstaatsbÃ¼rgerliche â€šBefreiungâ€™ gegen den Absolutismus fixiertâ€œ gewesen sei. Sie sei â€žin eine auf sich selbst rÃ¼ckgekoppelte [...] historische Zeitschleifeâ€œ eingeschlossen, in der â€žendlos â€šdie Moderneâ€™ als â€šein unvollendetes Projektâ€™ ([[JÃ¼rgen Habermas|Habermas]])â€œ wiederholt werde, â€žohne doch je zum Ziel eines herrschaftsfreien â€š[[kommunikatives Handeln|kommunikativen Handelns]]â€™ zu gelangen, das a priori vereitelt wird durch die fetischistischen Formen des Kapitals und der â€šabstrakten Arbeitâ€™â€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 4: Das System der nationalen Imperien ===&lt;br /&gt;
Gegen Ende des 19. Jahrhundert hatte die Geschichte der Ersten industriellen Revolution â€“ nach einem â€žlangen Anlauf der marktwirtschaftlichen Objektivierung durch die absolutistischen Regimes, das Aufkommen des Liberalismus und die Kampagnen der Disziplinierungâ€œ - â€žeine neue kapitalistische â€šWeltordnungâ€™ heraufgefÃ¼hrt: das System der nationalstaatlichen Imperien. An die â€žStelle der dynastischen  BÃ¼rokratienâ€œ waren  â€žbÃ¼rgerliche [[Nationalstaat]]en auf der Grundlage eines weitverzweigten industriellen Privatkapitalismus getretenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz attestiert einen â€žeigenartigen Prozess der Homogenisierungâ€œ in  den bÃ¼rgerlichen Nationalstaaten, den â€žBezug aller sozialen Gruppen auf ein gemeinsames   System   abstrakter   Ã¶konomischer   â€šInteressenâ€™, die  bereits die   kapitalistischen Kategorien als gesellschaftliche Naturgrundlage voraussetzten und nun durch das ebenso abstrakte Ã¼bergeordnete Bezugssystem der Nation und des Nationalstaats jenseits  der alten dynastischen Strukturen komplettiert wurdenâ€œ. Eine Entwicklung, die den â€žzunehmend verblassten und ohnehin niemals unversÃ¶hnlichen Gegensatz von liberalem Unternehmertum und ehemals absolutistischen Staatsapparaten [â€¦] vollends verschwindenâ€œ lieÃŸ. Der Industriekapitalismus â€žwar bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts Ã¼berall gleichermaÃŸen zur fÃ¼hrenden und dynamischen Kraft, zum Leitsektor der Gesellschaft geworden, der die weitere Entwicklung bestimmen sollteâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analog zur VerselbstÃ¤ndigung der â€žStruktur der Geldverwertung als gesellschaftliche&lt;br /&gt;
â€šMaschineâ€™â€œ sieht Kurz im 19. Jh. nun die  VerselbstÃ¤ndigung einer â€žkomplementÃ¤ren Struktur  der  staatlichen  Regulationâ€œ im Gange. Es begann ein Konkurrenzkampf â€žder staatlich zusammengefaÃŸten Nationenâ€œ untereinander. Der Staat und seine  Apparate gewannen â€žgerade dadurch eine neue Bedeutung, dass die industrialisierte kapitalistische Marktwirtschaft sich derart dynamisch ausgedehnt hatteâ€œ. Die  Ã¶konomischen Probleme der industriellen Expansion selbst, ihre Bedingungen und Folgeprozesse, â€žmachten sogar den Liberalismus mehr und mehr geneigt, dem Staat Ã¼ber seine Schreckensfunktion als [[Leviathan]] hinaus auch wieder soziale und Ã¶konomische Eingriffe zuzugestehenâ€œ. Liberalismus und [[Konservatismus]] verschmolzen ineinander, was zu einer â€žVerflachungâ€œ der â€žstrengen Doktrin der freien MÃ¤rkteâ€œ fÃ¼hrte. â€žDas Zeitalter der industriellen nationalen Imperien wurde fÃ¼r ein volles Jahrhundert auch zur Epoche  eines  neuen,  auf  die  industrielle  Konkurrenz  bezogenen  Staats[[interventionismus]],  der  in mehreren Wellen ansteigen sollteâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rolle des Staates ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz konstatiert fÃ¼r die zweite HÃ¤lfte des 19. Jh. eine vorÃ¼bergehend konsolidierte gesellschaftliche Situation. Der â€žÃ¶konomische Zusammenbruch [war] durch die Entfesselung des industriellen Schneeballsystemsâ€œ vorest abgewendet,  die â€žarbeitenden Armenâ€œ hatte man â€žendlich disziplinarisch im Griff der â€šabstrakten Arbeitâ€™â€œ. So â€žkonnten sich die kapitalistischen Eliten neue Gedanken Ã¼ber die â€šsoziale Frageâ€™ machenâ€œ. Der Liberalkonservatismus nach 1850 wollte bei mÃ¶glichen zukÃ¼nftigen Krisen nicht wieder in eine Ã¤hnliche Lage wie zu Beginn des Jahrhunderts mit seinen sozialen Revolten geraten und war â€žgeneigt, dem Staat eine gewisse soziale Verantwortung zu Ã¼bertragen - selbstverstÃ¤ndlich in seiner Eigenschaft als Leviathan, also untrennbar vermengt und verbunden mit seiner Repressionsfunktionâ€œ. Kurz bezeichnet dies als â€žWiederverheiratung des Liberalismus mit dem industriekapitalistisch gelÃ¤uterten ehemals absolutistischen Apparat  und seinen konservativen ReprÃ¤sentantenâ€œ.  Diese â€žVerschmelzungâ€œ fand zwar â€žin allen wichtigen LÃ¤ndern Europasâ€œ stat, â€žam meisten aber in Deutschland, wo die verspÃ¤tete Konstitution des bÃ¼rgerlichen Nationalstaats ja  â€švon obenâ€™, also formell durch die alte dynastische Macht selbst vollzogen worden war. Das [[Wilhelminismus|Wilhelminische deutsche Kaiserreich]] mauserte sich daher zur Avantgarde in  der neuen kapitalistischen Sicht des Staates. Der Leviathan sollte kÃ¼nftig Krisen verhindern und die [[Helot]]en des Kapitals einigermaÃŸen sozial befriedenâ€œ.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die  â€žblanke  Naturgesetzlichkeit  des  Marktesâ€œ,  der  man  â€žinsgeheim nicht mehr vÃ¶llig vertrauen mochteâ€œ, sollte durch â€žstaatlich gemanagtes Sozialwesenâ€œ ergÃ¤nzt werden. In der Sprache [[Bismarck]]s sah man sich genÃ¶tigt, â€ždem Staate ein paar Tropfen socialen Oeles im Rezepte beizusetzenâ€œ. Kurz zufolge entstand so ein neuer â€žPaternalismusâ€œ,  der nicht mehr die Rolle eines Leviathans spielte, sondern â€žnun als â€šVater Staatâ€™zu firmierenâ€œ begann. Bismarck fuhr â€žeine klassische Doppelstrategie: Parallel zum Verbotsdruck nach alter leviathanischer  Manier  machte  seine   Regierung  in  einer  â€šklassischâ€™ gewordenen  Weise  mit  den [[Paternalismus|paternalistischen]] sozialstaatlichen Ãœberlegungen des Liberalkonservatismus ernst und brachte eine Art â€š[[weiÃŸe Revolution]]â€™ von oben in der [[Sozialgesetzgebung]] hervor, die zum Prototyp des modernen [[Wohlfahrtsstaat]]es im 20. Jahrhundert werden sollteâ€œ.&lt;br /&gt;
Bismarck wurde bei seiner Sozialgesetzgebung nach Ansicht Kurzâ€™ â€žselbstverstÃ¤ndlich weniger von philanthropischen ErwÃ¤gungen als vielmehr von machtpolitischem KalkÃ¼l geleitet. Schon 1880 hatte er festgestellt, seine geplante Sozialgesetzgebung solle â€šin der groÃŸen Masse der Besitzlosen die konservative Gesinnung erzeugen, welche das GefÃ¼hl der Pensionsberechtigung mit sich bringtâ€™â€œ. Dabei lÃ¶ste aber â€ždie  Bismarcksche  Sozialgesetzgebung  alle  AnsÃ¤tze  einer  selbstbestimmten  und emanzipatorisch selbstverwalteten â€šgegenseitigen Hilfeâ€™ der Lohnarbeiter abâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz bezweifelt die Wirksamkeit der AnfÃ¤nge des modernen Sozialstaats, â€žzumindest  wenn man MaÃŸstÃ¤be einer ernsthaften Besserstellung der â€˜arbeitenden Armenâ€™anlegtâ€œ. Es sei â€žlediglich der Schritt vom beispiellosen Massenelend zu einer â€šnormalisiertenâ€™ Massenarmut [â€¦] â€šgelungenâ€™â€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====GrÃ¼nderschwindel und GroÃŸe Depression====&lt;br /&gt;
Die â€žstaatsinterventionistische  Wende der kapitalistischen Eliten nach 1870â€œ hatte fÃ¼r Kurz eine wesentliche Ursache in ihrer â€žtiefsitzenden Furcht vor Verelendung und Aufstand einer BevÃ¶lkerung, die blinden Wachstums- und Krisenzyklen ausgeliefert wurdeâ€œ.  Nach 1850 hatte v.a. im Deutschen Reich ein Aktienboom eingesetzt. Dieser erreichte in der   sog. [[GrÃ¼nderzeit]] (1871 - 73) seinen HÃ¶hepunkt. â€žDie immer hektischer und unseriÃ¶ser werdenden Aktiengesellschaften schossen wie die Pilze aus dem Bodenâ€œ.  Die Eisenbahn- und Immobilien[[Spekulation (Wirtschaft)|spekulation]] nahm absurde Dimensionen an.  â€žAls Folge stieg die Wohnungsnot in StÃ¤dten wie Berlin dramatisch an; die Kluft zwischen obszÃ¶nem Spekulationsreichtum und  wieder zunehmender Massenarmut wurde immer grÃ¶ÃŸer. Die â€žspekulative MentalitÃ¤t [ging] quer durch alle Schichten, auch wenn sie insgesamt nur jenen kleinen Teil der BevÃ¶lkerung erfassen konnte, der Ã¼berhaupt Ã¼ber liquide Mittel verfÃ¼gteâ€œ.  Die â€žkleinen Leuteâ€œ trugen â€žihr Erspartes zu den Ã¼berall aufkommenden BÃ¶rsenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žEs kam, was kommen muÃŸte, nÃ¤mlich der groÃŸe â€š[[GrÃ¼nderkrach]]â€™ von 1873, eingeleitet durch den Zusammenbruch der Wiener Kreditanstaltâ€œ. â€žZahlreiche Familien wurden vollstÃ¤ndig ruiniert, darunter auch solche der alteingesessenen â€šguten Gesellschaftâ€™â€œ. Rund â€žein Drittel des deutschen NationalvermÃ¶gens [war] verlorengegangen. In Berlin standen Zehntausende Wohnungen leer, und unzÃ¤hlige Hausbesitzer konnten ihre Bankkredite nicht mehr zurÃ¼ckzahlenâ€œ. Zahlreiche Banken gingen pleite. Der Zusammenbruch war breiter als in allen frÃ¼heren Finanzkrisen, aber er schnitt noch nicht so tief in das gesellschaftliche Leben ein, â€žweil Deutschland und Ã–sterreich als Zentren des europaweiten Bebens ja noch immer zu groÃŸen Teilen agrarisch strukturiert waren und der Industriekapitalismus erst einen Teil des gesellschaftlichen Territoriums besetzt hatteâ€œ. In ganz Europa ging die stÃ¼rmische Industrialisierung â€žfÃ¼r nahezu zwei Jahrzehnte bis Anfang der 90er Jahre in eine schleichende Stagnation Ã¼ber, die  spÃ¤ter als â€š[[GroÃŸe Depression]]â€™ [â€¦] bezeichnet wurdeâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das Gesetz der zunehmenden StaatstÃ¤tigkeit====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der â€žGrÃ¼nderkrachâ€œ veranlasste nach Meinung von Kurz â€žimmer  mehr  kapitalistische  Wirtschaftssubjekte nach dem Staat zu rufenâ€œ. Es folgte eine RÃ¼ckkehr zum [[Schutzzoll]]-System und zu einer zunehmenden StaatstÃ¤tigkeit. Diese ergab sich â€žnicht bloÃŸ aus dem wachsenden Rechts-, Verwaltungs- und Exekutivbedarfâ€œ.  Vielmehr fordert fÃ¼r Kurz der  industrielle  Kapitalismus generell â€žlogistische  Strukturen, die  nicht  selbst  wieder kapitalistisch nach den Gesetzen rein betriebswirtschaftlicher RationalitÃ¤t betrieben werden kÃ¶nnen, weil sie sonst ihre Aufgabe als gesamtgesellschaftliche Voraussetzung der Produktionsweise als solcher nicht mehr erfÃ¼llen wÃ¼rdenâ€œ. Die Infrastruktur der Marktwirtschaft sei â€žetwas anderes als die Marktwirtschaft selbst, weil sie weder partikular als isoliertes Unternehmen darstellbar ist noch den konjunkturellen Schwankungen und Kapitalbewegungen unterworfen werden darf, sondern flÃ¤chendeckend, permanent und ohne Fluktuationen zur VerfÃ¼gung stehen mussâ€œ. Da der Staat â€žim liberalkonservativen VerstÃ¤ndnis selber kein gewinnproduzierender â€šUnternehmerâ€˜ mehr sein konnte, sondern diese Funktion der â€šschÃ¶nen Maschineâ€™ den Privaten Ã¼berlassen hatte, entstand logischerweise ein â€šFinanzierungsproblemâ€™ seiner wachsenden Aufgaben in der industriellen Marktwirtschaftâ€œ. Unter den Bedingungen der Industrialisierung wuchs der Geldbedarf des Staates, wobei als einzige  MÃ¶glichkeit die Besteuerung von â€žMarkteinkommenâ€œ blieb, â€žum Investitionen und Konsum als Motoren des Wachstums nicht zu ruinierenâ€œ.  So blieb â€ždem neu entstandenen industriekapitalistischen Regulationsstaat nichts anderes Ã¼brig, als sich Ã¼ber seine regulÃ¤ren Einnahmen hinaus zu verschuldenâ€œ. Diese Tatsache formulierte der zeitgenÃ¶ssische Ã–konom [[Adolph Wagner]] als das [[Wagnersches Gesetz|Gesetz der zunehmenden StaatstÃ¤tigkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Sozialistischer Absolutismus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Situation der â€žEntfesselung des industriellen Schneeballsystemsâ€œ â€žwuchs die Sozialdemokratie in der Epoche der nationalen Imperien zur gesellschaftlichen Kraft anâ€œ. Sie entfaltete fÃ¼r Kurz den ihr eigenen inneren Widerspruch: â€žnÃ¤mlich einerseits abstrakt die soziale Emanzipation gegen die â€šUngerechtigkeitenâ€™ des Kapitalismus zu propagieren und andererseits diese Emanzipation in den blind Ã¼bernommenen kapitalistischen Kategorien selbst vollziehen zu wollenâ€œ. Ein wichtiger Grund ist fÃ¼r Kurz die Herkunft der Sozialdemokratie aus dem Liberalismus. Von groÃŸer Bedeutung sei aber auch der â€žqualitative Wandel in der Massenbewegungâ€œ  gewesen. Die liberalen Arbeitervereine, aus denen die Sozialdemokratie entstammt, hÃ¤tten sich nicht mehr â€žgegen die kapitalistischen  Zumutungen  als  solche  gerichtetâ€œ, wie dies noch in den Massenrevolten in den AnfÃ¤ngen der Industrialisierung gewesen sei. Kurz bezeichnet die Arbeitervereine daher â€žals Hilfstruppen der bÃ¼rgerlichen Modernisierer gegen den Absolutismusâ€œ. Als die Sozialdemokratie in der Zeit von 1850 bis zum l. Weltkrieg allmÃ¤hlich eine Massenbasis gewann, konnten â€ždie Arbeiterpopulationen, die nun bereits in zweiter oder dritter Generation im Fabriksystem arbeiteten, keine kollektive Erinnerung an relativ bessere vorkapitalistische bzw. vorindustrielle ZustÃ¤nde mehr imaginativ besetzenâ€œ. Sie hatten â€žsich weitgehend an die Fabrikdisziplin gewÃ¶hntâ€œ, was sich selbst â€žbis in die Organisation der â€šFreizeitâ€™ hineinâ€œ ausgewirkt habe. Kurz bezeichnet die Arbeiterschaft daher als â€žvom  Kapitalismus â€šverhausschweinteâ€™ Arbeiterklasseâ€œ. Der â€žals Fernziel angestrebte sozialistische Staatâ€œ, der  ein â€žvermeintlich ganz andererâ€œ sein sollte, rÃ¼ckte dabei in â€žeine ferne und unwirkliche Zukunftâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Panzerkreuzer und Raubnationalismus====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das neue VerhÃ¤ltnis von Staatsapparat und Ã–konomie konnte fÃ¼r Kurz â€žnicht auf die inneren VerhÃ¤ltnisse der entstandenen NationalÃ¶konomien beschrÃ¤nkt bleibenâ€œ. Es entstand ein â€žÃ¶konomischer Konkurrenzkampf der Nationenâ€œ, der â€ždie staatliche AuÃŸenpolitik zu einem Ã¶konomischen Parameterâ€œ machte.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat wurde â€žzum politisch-Ã¶konomischen GroÃŸsubjekt der Konkurrenz nach auÃŸenâ€œ - in der Sprache von Marx zu einem â€žideellen Gesamtkapitalistenâ€œ. In ihm fielen â€ždie Momente der politischen SouverÃ¤nitÃ¤t und der Ã¶konomischen Konkurrenzâ€œ nahezu zusammen. Er fungierte als â€žHilfs-, Garantie- und Durchsetzungsmachtâ€œ â€žseiner Unternehmenâ€œ. Die zwischenstaatlichen und auÃŸenwirtschaftlichen VerhÃ¤ltnisse wurden â€žzur  â€šfreien  Wildbahnâ€™ der  leviathanischen Raubmonsterâ€œ, der Krieg zur â€žFortsetzung der Politik mit anderen Mittelnâ€œ  ([[Carl von Clausewitz]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žDie imperiale RivalitÃ¤t der europÃ¤ischen GroÃŸmÃ¤chte forderte zu einem neuen RÃ¼stungswettlauf heraus, der alle frÃ¼heren militÃ¤rischen Anstrengungen bei weitem Ã¼bertreffen sollteâ€œ. Die â€žforcierte RÃ¼stung fand nun auf der technologischen HÃ¶he des Industriekapitalismus statt, der neue oder  â€šverbesserteâ€™ Vernichtungstechniken  und  Waffensysteme  hervorbrachteâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz erwÃ¤hnt die Erfindung des Dynamits durch den schwedischen Chemiker [[Alfred Nobel]]. Die â€žzutiefst symbolische Tatsache, dass der renommierteste internationale Wissenschafts- und sogar der â€š[[Friedensnobelpreis|Friedenspreis]]â€™, der auf der ganzen Welt mit Ehrfurcht betrachtet wird, vom grÃ¶ÃŸten Sprengstoffkonzern gestiftet und nach einem RÃ¼stungsindustriellen benannt istâ€œ, ist fÃ¼r Kurz ein Beispiel fÃ¼r den â€žZynismus  der kapitalistischen Modernisierungszivilisationâ€œ.  Kurz ist der Ansicht, dass der â€žim wahrsten Sinne des Wortes â€širreâ€™ Aufwandâ€œ  fÃ¼r die AufrÃ¼stung und Kolonialisierung sich nicht â€žgelohntâ€œ habe â€“ ein Faktum, das â€žgerade die marxistische Imperialismustheorie niemals wahrhabenâ€œ wollte. Die â€žkoloniale Expansion ebenso wie die maritime RÃ¼stungspolitikâ€œ seien nur als irrationale Fortsetzung  der â€žwahnhaftenâ€œ Struktur  der â€žabstrakten  Arbeitâ€œ  auf dem Gebiet der AuÃŸenpolitik zu begreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Faktum, dass â€žam Ende nicht einmal ein gesamtkapitalistisch profitables Resultat herauskamâ€œ, erscheine dadurch, â€ždass im Namen der rÃ¤uberischen kolonialen Eroberungspolitik  Millionen  von  Menschen  umgebracht,  verstÃ¼mmelt  und  erniedrigt,  ganze  LÃ¤nder verwÃ¼stet und durch Raubbau ruiniert wurdenâ€œ ,  â€žnur in einem um so grelleren Lichtâ€œ. &lt;br /&gt;
Kurz bezeichnet den Versuch, Kolonialismus und Imperialismus â€žals bloÃŸen â€šhistorischen Irrtumâ€™, als eine dem Kapitalismus Ã¤uÃŸerliche und eigentlich fremde Erscheinung und womÃ¶glich als fatales Residuum absolutistischer und vordemokratischer Denkweisenâ€œ zu begreifen,  als â€žverharmlosendâ€œ und â€žapologetischâ€œ. Dies zeige sich empirirsch schon daran, dass â€ždie postkoloniale formal gleichberechtigte Teilnahme der spÃ¤teren â€šDritte Weltâ€™-Regimes am Weltmarkt den Prozess der&lt;br /&gt;
Verelendung und Erniedrigung fÃ¼r die Mehrheit der Menschen in diesen LÃ¤ndern nicht etwa gestoppt, sondern quantitativ und strukturell sogar noch forciertâ€œ habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FÃ¼r Kurz ist  der â€žirrationale Raubnationalismusâ€œ eng mit der â€žinneren Logik des Kapitalsâ€œ verknÃ¼pft.  Der Austausch auf dem Markt unterscheide sich zwar seiner Natur nach vom gewaltsamen Raub, da er ein â€žRechtsverhÃ¤ltnis und die Ã„quivalenz der getauschten GÃ¼terâ€œ voraussetze. Der â€žZweck der Veranstaltungâ€œ sei aber - im Unterschied zu vormodernen MÃ¤rkten â€“ â€žeben nicht der Austausch von beiderseits benÃ¶tigten GÃ¼ternâ€œ, sondern  â€žder irrationale Selbstzweck der â€šschÃ¶nen Maschineâ€™, unaufhÃ¶rlich Geld (Ã¶konomischen Wert, Quanten â€šabstrakter Arbeitâ€™) aufzuhÃ¤ufenâ€œ. Die Marktwirtschaft sei â€žnur eine sekundÃ¤re FunktionssphÃ¤re der kapitalistischen Selbstzweck-Produktionâ€œ.  Dieser Selbstzweck sei zwar nicht identisch mit einfachem Raub, seine GewaltÃ¤tigkeit zeige sich aber in dem â€žmit Ã¤uÃŸerster BrutalitÃ¤t durchgesetzten â€šstummen Zwang der VerhÃ¤ltnisseâ€™ (Marx)â€œ  und  in den  â€žApparaten der bÃ¼rokratischen Menschenverwaltung und der offenen Repressionâ€œ, die â€žbereitstehen, um sofort jeden Versuch des Menschenmaterials im Keim zu ersticken, sich den â€šMÃ¼hlen des Teufelsâ€™ zu entziehenâ€œ. Auch â€ždirekt mit Gewalt erzwungene Sklavenarbeit fÃ¼r den Weltmarktâ€œ gehÃ¶re â€žzur Aufstiegsgeschichte des Kapitalismusâ€œ und â€žsogar der vermeintlich freie Austausch auf dem Markt kann mit vorgehaltener  Waffe  erzwungen  werden,  wenn  sich  die  â€šTauschpartnerâ€™ nicht  zu  kapitalistischen Formen des Austauschs und zu den Konditionen der westlichen LÃ¤nder bequemen wollenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hintergrund â€ždieses rÃ¤uberischen und gewaltsames Elementâ€œ  sei dass der â€žStandpunkt des Gesamtkapitalsâ€œ â€žvon keiner Instanz praktisch eingenommen wird; auf dieser Ebene findet auch keine praktisch relevante Kostenrechnung statt, denn diese ist auf die partikulare betriebswirtschaftliche Ebene beschrÃ¤nkt, und die RechnungsfÃ¼hrung des Staates kann ebenfalls keine gesamtkapitalistische sein, sondern beschrÃ¤nkt sich auf seine eigenen Einnahmen und Ausgabenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Rolle der Arbeiterbewegung ==== &lt;br /&gt;
Kurz wirft auch der [[Arbeiterbewegung]] vor, dass sie â€žin kapitalistischen Erwerbskategorienâ€œ gedacht habe  und auf die â€žbÃ¼rgerlichen Formen der Nation und der Demokratie fixiertâ€œ gewesen sei, â€žwomit sie schon den Keim des Sozialimperialismus in sichâ€œ getragen habe. Die deutsche Sozialdemokratie habe zwar im Reichstag regelmÃ¤ÃŸig gegen das Budget fÃ¼r den Flottenbau gestimmt, doch rÃ¼hrte dies hauptsÃ¤chlich daher, dass â€ždie  sozialistischen und gewerkschaftlichen Apparate von den imperialistischen Eliten weiterhin aus der staatlichen Mitverwaltung ausgegrenzt wurden, und weniger aus einer wirklich prinzipiellen Gegnerschaftâ€œ. Die Arbeiterbewegung habe den â€žHurra-Nationalismusâ€œ  â€žsozusagen mit der linksliberalen Muttermilch aufgesogenâ€œ. Im [[Deutsch-FranzÃ¶sischer Krieg|Deutsch-FranzÃ¶sischen Krieg]] von 1870/71 sei â€žschon nahezu ein halbes Jahrhundert vor dem Ersten Weltkrieg deutlich geworden, wo die Sozialisten beiderseits des Rheins wirklich standen, nÃ¤mlich auf der Seite ihres jeweiligen kapitalistischen â€šVaterlandesâ€™- bereit zum Brudermordâ€œ.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz bezeichnet es als â€žUrformel aller linken â€šRealpolitikerâ€™ bis heute, dass zu den an sich und eigentlich â€šverdammenswertenâ€™ ScheuÃŸlichkeiten  des  Kapitalismus  keine  â€šrein  verneinende  Haltungâ€™ eingenommen werden kÃ¶nne, und so mÃ¼sse man leider das genaue Gegenteil von dem praktisch tun, was man theoretisch (angeblich) fÃ¼r richtig halteâ€œ. &lt;br /&gt;
Die â€žoffiziell â€šantimilitaristischeâ€™ Sozialdemokratieâ€œ sei in allen  kapitalistischen LÃ¤ndern hinter  den Kulissen schon Jahrzehnte vor dem Ersten Weltkrieg integraler Bestandteil  eines  &lt;br /&gt;
von  der  Basis  getragenenen â€žâ€švolkstÃ¼mlichenâ€™ Militarismusâ€œ gewesen.  â€žDie preuÃŸische TÃ¼chtigkeitsideologie mit ihrer Verherrlichung der sogenannten SekundÃ¤rtugenden wie Disziplin, PÃ¼nktlichkeit usw. als  moralische Werte â€šan sichâ€™ war nicht nur in den Massen der Lohnarbeiter nach einer langen Epoche der Eintrichterung und GehirnwÃ¤sche durch Fabriksystem und â€šVolkspÃ¤dagogikâ€™ tief verwurzelt, sondern schloÃŸ auch wie selbstverstÃ¤ndlich die Armee als â€šSchule der Nationâ€™einâ€œ.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hinsichtlich des Kolonialismus sei â€ždas leviathanische Erbe des Liberalismusâ€œ immer stÃ¤rker zum Durchbruch gekommen. Die offizielle sozialistische Ablehnungspolitik habe sich â€žmehr aus dem Frust Ã¼ber die Ausgrenzung aus der Herrschaft und ihrer Verwaltung als aus einer prinzipiellen Gegnerschaftâ€œ gespeist. â€žHinter der Fassade des offiziellen Antikolonialismus kamen daher in allen wichtigen sozialistischen Parteien Europas immer stÃ¤rkere Signale einer AnnÃ¤herung  des Interesses an die imperialistische Expansion, die von einer stÃ¤rker werdenden Minderheit bei den internationalen Sozialistenkongressen offen befÃ¼rwortet wurdeâ€œ.&lt;br /&gt;
â€žGroÃŸe Teile der Sozialdemokratie betrachteten den Kolonialismus nicht als grundsÃ¤tzlich verdammenswert,  sondern  eher  im  Gegenteil  als  Moment  jener  â€šzivilisatorischen  Missionâ€™ des Kapitalismus, von der Marx in ganz anderem Zusammenhang gesprochen hatteâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 5: Die Biologisierung der Weltgesellschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zentrale Entwicklung im 19.  Jh. ist fÃ¼r Kurz der Darwinismus und die daraus folgende â€žBiologisierung der Weltgesellschaftâ€œ. Dabei sei  [[Charles Darwin]]  â€žbiologistische WelterklÃ¤rungâ€œ den typischen Charakter der  Leistungen der modernen Naturwissenschaft: â€žEine wirkliche groÃŸe Entdeckung verschmolz vollstÃ¤ndig mit einem irrationalen ideologischen Impuls und unreflektierten Interessen des kapitalistischen Fetisch-Systems, um sich schlieÃŸlich mit einer enormen ZerstÃ¶rungskraft aufzuladenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Kampf ums Dasein ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz sieht Darwin in der Tradition der AufklÃ¤rung und ihrem Programm der â€žVernaturwissenschaftlichungâ€œ  und â€žEntzauberungâ€œ der Welt.  Dieses  war fÃ¼r Kurz â€žin Wahrheit alles andere als befreiendâ€œ, weil sie lÃ¤ngst an die Stelle des christlichen Gottes die Selbstzweckhaftigkeit des Kapitals gesetzt habe, was er als â€žVergÃ¶ttlichung der schÃ¶nen Maschineâ€œ  bezeichnet, die in einem â€žsÃ¤kularisierten quasi-religiÃ¶sen BewuÃŸtseinâ€œ verehrt wurde.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
In diesem Prozess der Entzauberung bestand nach Meinung von Kurz ein â€žWiderspruch zwischen naturwissenschaftlicher Freigeisterei und konservativ-klerikaler Gesinnungâ€œ, der aber bloÃŸ ein â€žFamilienzwist innerhalb des Liberalismus und seiner herrschenden Elitenâ€œ gewesen sei.  Die Freigeister hatten keine echte AufklÃ¤rung im Sinne gehabt. Sie â€žwollten entweder die naturwissenschaftliche Scheinaufhebung der Religion fÃ¼r die Eliten reservieren, wÃ¤hrend â€šdas Volkâ€˜ aus disziplinarischen GrÃ¼nden weiterhin mit christlicher Glaubensdemut gefÃ¼ttert werden sollteâ€œ.  Oder die Ersetzung der Religion durch die Naturwissenschaft sollte â€ždie rohe Form einer Ã¤uÃŸerlichen GÃ¤ngelung der Massen durch die raffiniertere Form einer massenhaften Selbst-Disziplinierung ablÃ¶sen, nunmehr nach angeblich â€šnaturwissenschaftlichenâ€™ und sogar biologischen GesetzmÃ¤ÃŸigkeitenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In letzterem Sinne sei auch die Lehre Darwinis zu verstehen. Darwin glaubte, den Mechanismus fÃ¼r die Evolution der Arten darin gefunden zu haben, â€ždass die jeweils â€šzu groÃŸeâ€™ Anzahl der Lebewesen einer Art einen â€šKampf ums Daseinâ€™ fÃ¼hrt, aus dem nur die LebenstÃ¼chtigsten als Sieger hervorgehen und somit durch â€šAusleseâ€™ (Selektion) eine allmÃ¤hliche VerÃ¤nderung und HÃ¶herentwicklung bewirkenâ€œ.   Der Schritt, diese Lehre â€žauf die Gesellschaft zurÃ¼ckzuprojizieren und darin eine wunderbare â€šnaturwissenschaftlicheâ€™  Rechtfertigung fÃ¼r die kapitalistische Konkurrenz und ihre existenz- und lebensvernichtende Wirkung zu erkennenâ€œ habe  keiner groÃŸen theoretischen Anstrengungâ€œ  mehr bedurft.  Dieser â€“ bereits bei Darwin grundgelegte - â€ž[[Sozialdarwinismus]]â€œ entwickelte sich dann sehr bald zu einem Instrument, das von â€žimperialistischen Ideologen wie [[Friedrich Naumann]], [[Walter Rathenau]] oder [[Max Weber]]â€œ benutzt wurde, um â€ždie deutschen WeltmachtansprÃ¼cheâ€œ zu  formulieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Menschenzucht und Fortpflanzungshygiene====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FÃ¼r Kurz verbinden sich Darwinismus und Kapitalismus in dem Gedanken  der â€žbiologischen&lt;br /&gt;
[[Sozialtechnologie]]â€œ, einer Methode, â€žder Natur auf die SprÃ¼nge zu helfen und die gesellschaftlich-soziale â€šZuchtwahlâ€™ bewuÃŸt zu beschleunigen und gewissermaÃŸen zu vollstreckenâ€œ. Sie habe sich vor dem Hintergrund des Imperialismus zu einer â€žFlut sozialdarwinistischer Ideen und Organisationen zur Utopie der â€šMenschenzÃ¼chtungâ€™  fÃ¼r den kapitalistischen â€šKampf ums Daseinâ€™ und zwecks ÃœberlebensfÃ¤higkeit der eigenen Nation gesteigertâ€œ.  Diese Bewegungen hatten sich unter dem Namen â€ž[[Eugenik]]â€œ  als â€žmenschenzÃ¼chterische Bewegungen fÃ¼r â€šnationale Erbgesundheitâ€™ vor allem in den angelsÃ¤chsischen LÃ¤ndern und in Deutschlandâ€œ gebildet und â€žbis weit ins 20. Jahrhundert hinein Bestandâ€œ gehabt.  In den USA habe es z.B. dazu in der Zwischenkriegszeit unter dem Titel â€žFitter Familiesâ€œ sogar Wettbewerbe gegeben; auf MÃ¤rkten â€“ â€žwo sonst besonders wohlgeratene Schweine und KÃ¼rbisse mit Preisen bedacht wurdenâ€œ, seien â€ž Familien mit ausgezeichnetem Erbgut prÃ¤miertâ€œ worden.  Die â€žWissenschaft menschlicher Zuchtwahl [sollte] nach den Prinzipien der wissenschaftlichen Landwirtschaftâ€œ entwickelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr rasch haben sich â€“ so Kurz â€“ â€žauch die entsprechenden Vorstellungen einer negativen Selektionâ€œ gebildet, wozu bereits Darwin in seinem Buch Ã¼ber die â€žAbstammung des Menschenâ€œ  die Stichworte geliefert habe.  Grundlage dieser Vorstellung sei die Auffassung einer biologischen Determination sozial-moralischer Eigenschaften gewesen. Diese fÃ¼hrte dazu, dass â€ždie Sieger im erbÃ¤rmlichen Wettkampf der Ã¶konomischen Konkurrenz sich als die auch biologisch hÃ¶herwertigen Menschen, geradezu als von der Natur selbst determinierte â€šÃœbermenschenâ€™ definieren konnten; ein Terminus, den nicht zufÃ¤llig [[Friedrich Nietzsche|Nietzsche]] in derselben Zeit erfandâ€œ.  GemÃ¤ÃŸ dieser Anschauung waren â€ždie â€šArbeitsscheuenâ€™ und Delinquenten dann auf eine ebenso biologisch prÃ¤destinierte Weise grundsÃ¤tzlich unverbesserlich und durch moralisierende PÃ¤dagogik gar nicht zu erreichen; sie konnten nur irgendwie aus der Geschichte ausgeschaltet werdenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sozialdarwinismus forderte nun â€žfÃ¼r die Ausschaltung der â€šbiologisch Minderwertigenâ€™ einen bewussten naturwissenschaftlichen Selektionsmechanismus der Gesellschaft einâ€œ.  Das betraf zum einen die â€žKriminellenâ€œ, indem es nun erlaubt war, â€ždie sozialen Wurzeln der KriminalitÃ¤t wegzulÃ¼genâ€œ  und sie nicht mehr mit den â€žkapitalistischen Zumutungenâ€œ  in Verbindung zu bringen. Die KriminalitÃ¤t wurde â€žjetzt mit naturwissenschaftlicher Weihe bequemerweise als biologische Erbeigenschaft definiertâ€œ.  So entwickelte sich z.B.  die  sogenannten â€ž[[Phrenologie]]â€œ, wonach physiognomische Besonderheiten â€žfÃ¼r charakterliche Eigenschaften, vor allem negative, verantwortlich und Ã¼berhaupt im menschlichen Hirn soziale Verhaltensweisen lokalisierbar und je nach Ausdehnung messbar seienâ€œ. &lt;br /&gt;
Zum anderen betraf das Problem der biologischen Selektion â€žalle kÃ¶rperlich oder geistig&lt;br /&gt;
Behinderten, chronisch Kranken, VerkrÃ¼ppelten usw., mit einem Wort alle im kapitalistischen&lt;br /&gt;
Sinne ArbeitsunfÃ¤higenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sozialbiologismus verweist nach Kurzâ€™ Ansicht zum einen â€žauf den irrationalen Kern der modernen Naturwissenschaften selbst, die eben keineswegs bloÃŸ Ã¤uÃŸerlich vom abstrakten und destruktiven Selbstzweck der kapitalistischen Produktionsweise befallen sindâ€œ. Zum anderen  stelle er eine â€žReaktionsbildung auf die verinnerlichten Anforderungen der kapitalistischen Konkurrenz in allen ihren Erscheinungsformen darâ€œ. Wenn man ihn kritisieren wolle, mÃ¼sse man letztlich das Konkurrenzprinzip  selbst und damit den  â€žzugrundeliegenden fetischistischen Mechanismus der â€šschÃ¶nen Maschineâ€™â€œ kritisieren. Seine  Ideen seien â€žnicht irrationaler als der Kapitalismus und seine Marktwirtschaft selbst; sie kÃ¶nnen sich in ihren mÃ¶rderischen Konsequenzen stets auf den real mÃ¶rderischen Charakter des kapitalistischen â€šKampfes ums Daseinâ€™ berufenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ansicht Kurzâ€™ bot  der Sozialbiologismus in der Vorkriegszeit â€ždie bequemste&lt;br /&gt;
Legitimationsideologie fÃ¼r die imperialistische Expansionspolitik und die innere kapitalistische Krisenverwaltungâ€œ. Er stellte gleichzeitig eine auf den â€žselbstzerstÃ¶rerischen â€šKampfâ€™ ausgerichtete negative Integrationsleistung in Gestalt einer monstrÃ¶sen Kompensationsideologie fÃ¼r die gedemÃ¼tigten [â€¦] Massenâ€œ dar, â€ždie ihre bedingungslose Selbstunterwerfung unter den Verwertungsprozess damit aggressiv maskieren durftenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die â€žEugenikâ€œ lief â€žzunÃ¤chst auf eine biologistische BevÃ¶lkerungspolitik hinaus, die sich als&lt;br /&gt;
â€šFortpflanzungshygieneâ€™ definierte. WÃ¤hrend die â€šMinderwertigenâ€™ und â€šEntartetenâ€™ notfalls gesetzlich und mit Polizeigewalt daran gehindert werden sollten, sich fortzupflanzen, galt es&lt;br /&gt;
andererseits als gesellschaftspolitisches Ziel, â€šerbgesundesâ€™  Menschenmaterial nach landwirtschaftlichen Gesichtspunkten zusammenzufÃ¼hrenâ€œ.  Im Zusammenhang mit dem Eugenik-Programm â€žerfand der Sozialdarwinismus in einem Aufwasch gleich den â€šphysiologischen Schwachsinn des Weibesâ€™, so der Titel einer im Jahr 1900 erschienenen [â€¦] Abhandlung des berÃ¼chtigten wilhelminischen Neurologen [[Paul Julius MÃ¶bius]]â€œ.  Kurz stellt die These auf, dass der Kapitalismus - â€žvon Haus aus eine MÃ¤nnerveranstaltungâ€œ â€“ immer schon â€ždie Idee einer gewissen UnzuverlÃ¤ssigkeit und gleichzeitigen InferioritÃ¤t des weiblichen Menschenmaterials gehegt [habe], das wegen seiner Bereitstellung fÃ¼r die â€šabgespaltenenâ€™, von der Kapitallogik nicht voll zu erfassenden Bereiche eben auch weniger in den Kriterien der kapitalistischen Weltmaschine aufgehen konnteâ€œ.  Es war verbreitete Auffassung, dass die Frau auf die Stufe des Tieres und â€žgewissermaÃŸen â€šphysiologischâ€™ in einer Linie mit den â€šEntartetenâ€™â€œ zu stellen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Rassenkampf und WeltverschwÃ¶rung ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Darwinismus verband sich auÃŸerdem der moderne Rassenwahn. Dieser war â€žbis dahin noch eher kulturtheoretisch motiviertâ€œ und erhielt nun nach Kurz â€žmit dem Kriterium der Hautfarbe bereits ein biologistisches Merkmalâ€œ.&lt;br /&gt;
Schon â€ždie groÃŸen AufklÃ¤rungsphilosophen mit Kant an der Spitzeâ€œ waren AnhÃ¤nger einer Rassenideologie. So mussten bei Kant â€žunter dem Aspekt der Kampagne gegen die â€šFaulheitâ€™ zwecks â€šVerfleiÃŸigungâ€™ (Industrialisierung) des Menschenmaterials [â€¦] â€šdie Negerâ€™ als Negativexempel herhaltenâ€œ.  Es herrschte die Auffassung vor, dass â€ždie Afrikaner aber auch zu gar nichts zu gebrauchen seien und von Natur aus kujoniert werden mÃ¼ÃŸtenâ€œ.  Bei Hegel wurde â€ždie Kultur der â€šNegerâ€™ als die unterste, vorzivilisatorische Phase des entÃ¤uÃŸerten â€šWeltgeistesâ€™â€œ abgestempelt.  In Frankreich kreierte [[Auguste Comte]]  eine â€žeinschlÃ¤gige [[Drei-Stadien-Gesetz|Stadientheorie]] der Menschheit, die von der angeblichen Menschenfresserei der â€šWildenâ€™ bis zu den â€šAuserwÃ¤hlten oder [...] den Vortrab der Menschheitâ€™ reicht, der â€šden grÃ¶ÃŸeren Teil der weiÃŸen Rasse oder die europÃ¤ischen Nationen (umfaÃŸt)â€™â€œ. Daran anschlieÃŸend erfand der franzÃ¶sische Diplomat und Publizist Joseph Arthur Graf de [[Gobineau]] den â€ž Mythos der â€š[[Arier|arischen]] Edelrasseâ€™â€œ.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Verschmelzung mit dem Darwinismus nahm laut Kurz â€ždie Rassentheorie einen unmittelbar&lt;br /&gt;
biologistischen Charakter an, der ihren von Haus aus wahnhaften und destruktiven Charakter&lt;br /&gt;
gewissermaÃŸen verdoppelteâ€œ.  [[Houston Stewart Chamberlain]] lieferte mit seinem Bestseller â€žDie Grundlagen des XIX. Jahrhundertsâ€œ eine Interpretation der  â€žgesamten Geschichte einschlieÃŸlich der Kunstformen nach â€šrassischenâ€™ Gesichtspunktenâ€œ.  â€žDer Kampf um die â€žRassenreinheit avancierte so zum ideologischen Zielkorridor fÃ¼r das beginnende 20. Jahrhundert, mit mehr oder weniger tiefgreifendem EinfluÃŸ in ausnahmslos allen kapitalistischen LÃ¤ndern und Modernisierungsgesellschaften.â€œ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Verbindung von Darwinismus, und Rassenwahn bildete sich nach Kurz â€žeine dualistische Rangordnung des imperial-kapitalistischen Systems auf allen Ebenen heraus: biologisch elitÃ¤re Herrenmenschen, â€šweiÃŸe Rasseâ€™, â€šerbgesundeâ€™ Normalos, kampfkrÃ¤ftige MÃ¤nner auf der einen Seite; zu beherrschendes und biologisch inferiores Menschenmaterial, â€šEntarteteâ€™ und Kranke, geborene Verbrecher, Frauen, â€šfarbige Rassenâ€™ auf der anderen Seiteâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Die VerkÃ¶rperung des BÃ¶sen ===== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FÃ¼r Kurz entwickelte sich eine Gesellschaft des â€ždarwinistischen und rassistischen&lt;br /&gt;
Wahnsâ€œ, die â€žsich ihrer selbst nicht bewusstâ€œ war und â€žsich in pseudo-naturgesetzlichen, selbstzweckhaften Denk- und Handlungsformenâ€œ bewegte. Sie benÃ¶tigte daher â€ždie Idee eines als fremd und Ã¤uÃŸerlich gedachten â€šBÃ¶senâ€™, um die verdrÃ¤ngten, nicht ins BewuÃŸtsein integrierten Momente des eigenen Selbst zu bannenâ€œ.  Diese Funktion konnte nicht durch die â€žinferioren Menschenkategorienâ€œ, also die â€ž Entartetenâ€œ,  â€žFrauenâ€œ, â€žFarbigenâ€œ oder als â€žUntermenschenâ€œ betrachteten Gruppen eingenommen werden, da diese dafÃ¼r â€žnicht satisfaktionsfÃ¤hig genugâ€œ waren.  FÃ¼r die â€žVerkÃ¶rperung seiner eigenen NegativitÃ¤tâ€œ benÃ¶tigte das â€žreif werdende  kapitalistische Systemâ€œ vielmehr â€žeine â€šbÃ¶se Gegenrasseâ€™ von â€šnegativen [[Ãœbermensch]]enâ€™ - und diese fand sich in Gestalt der [[Juden]]â€œ. Kurz verweist an dieser Stelle auf die â€žlange Traditionâ€œ einer solchen Interpretation des BÃ¶sen bis ins Mittelalter, wo â€ždie jÃ¼dischen Gemeinden als â€šChristusmÃ¶rderâ€™ aberwitzigen Phantasien (z. B. dem Verdacht kannibalistischer [[Ritualmord]]e an Christenkindern) und periodischen Verfolgungen ausgesetzt gewesenâ€œ waren.  Dieser â€žreligiÃ¶se Affekt des Mittelalters wandelte sich zum modernen [[Antisemitismus]], der diesen Affekt auf das sÃ¤kularisierte, quasi-religiÃ¶se Bezugssystem der kapitalistischen Weltmaschine Ã¼bertrug und die NegativitÃ¤t der Verwertung des Werts als â€šjÃ¼disches Wesenâ€™ definierte: Was schlecht ist an der Herrschaft des Geldes, das muÃŸ â€šjÃ¼dischâ€˜ seinâ€œ. In der Verschmelzung des Antisemitismusâ€™ mit dem Darwinismus erschien nun  â€ždie postulierte NegativitÃ¤t des JÃ¼dischen, seine Definition als Macht des Unheimlichen in der Moderne [â€¦] als biologische â€žRasseneigenschaftâ€œ.  Es verbreitete sich die Paranoia  einer â€žphantastischen â€šjÃ¼dischen WeltverschwÃ¶rungâ€™â€œ - exemplarisch bei Houston Stewart Chamberlain. Dieser habe â€ždas â€šfremde jÃ¼dische Wesenâ€™ [â€¦] in die unentrinnbare ObjektivitÃ¤t der â€šdÃ¤monischen Gegenrasseâ€œ verwandelt, â€žderen Mitglieder nicht subjektiv zu tadeln sind, da sie nur ihrer biologischen Natur gemÃ¤ÃŸ handelnâ€œ. Gerade diese â€žpseudo-naturwissenschaftliche â€šAnerkennungâ€™ des imaginierten â€šRassengegnersâ€™â€œ lasse â€žletzten Endes nur noch die Logik der physischen Vernichtung offen, da eine menschliche VerstÃ¤ndigung mit den stummen â€žGesetzen des (fremden) Blutesâ€œ nicht mehr mÃ¶glich istâ€œ. Hier bestehe eine â€žAnalogie zu den stummen, nicht verhandelbaren Gesetzen von Markt und Konkurrenzâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz erwÃ¤hnt in diesem Zusammenhang das â€žMotiv des jÃ¼dischen Selbsthassesâ€™â€œ. Dieser Ã¤uÃŸerte sich darin, dass â€žsich jÃ¼dische BÃ¼rger in fast allen kapitalistischen LÃ¤ndern selber Elemente dieser Wahnideen zu eigen machten und entsprechende Ã„uÃŸerungen in bestimmter Weise mittrugenâ€œ.   So wurde z.B. â€žin den Synagogen von Paris sogar fÃ¼r die Gesundheit [[Alexander III. (Russland)|Alexanders III.]], des offen antisemitischen â€šZaren der Pogromeâ€™, gebetet [..], weil er ein VerbÃ¼ndeter Frankreichs warâ€œ. Ã„hnliche Verhaltensweisen und Ã„uÃŸerungen lassen â€žsich bei vielen bekannten jÃ¼dischen Literaten und Theoretikern bis in die Zeit des Hitler-Regimes hinein feststellenâ€œ. Dies sei ein bis heute weitgehend verdrÃ¤ngter Tatbestand, was sich darauf zurÃ¼ckfÃ¼hren lasse, dass auch die â€žlinke und demokratische Intelligenziaâ€œ â€žvor den Konsequenzen der Kritik zurÃ¼ckscheutâ€œ:  die Einsicht, dass sich die rassistischen und antisemitischen Motive letztlich â€žbis auf die groÃŸen Geister der AufklÃ¤rung wie [[Voltaire]], [[Jean-Jacques Rousseau|Rousseau]], Kant usw. zurÃ¼ckverfolgenâ€œ lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sozialismus der hÃ¶heren Wirbeltiere ==== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz untersucht in diesem Kapitel â€ždie Frage nach dem Beitrag des Sozialismus und der Arbeiterbewegung an der Biologisierung von Gesellschaftstheorie und sozialen Konfliktenâ€œ.  Die entscheidende Schnittmenge von Sozialismus und Rassismus/Antisemitismus war fÃ¼r Kurz â€žder positiv besetzte Begriff der â€šArbeitâ€™â€œ.  â€žIn dem MaÃŸe, wie die sozialistische Arbeiterbewegung das Kategorie der MuÃŸe, die fÃ¼r die alten Sozialrevolten noch zentral gewesen sei, durch die â€žLeistungskategorie der â€šArbeitâ€™â€œ  ersetzte, die sie vom Liberalismus  Ã¼bernahm, â€žmuÃŸte sie auch anfÃ¤llig werden fÃ¼r Ressentiments gegen Leistungsschwache, â€šUnglÃ¤ubigeâ€™ in Sachen Religion der â€šArbeitâ€™ und vermeintliche â€šNichtarbeiterâ€™â€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die â€žArbeitâ€œ  wurde â€žgegen die vermeintliche â€šNichtarbeitâ€™ in Szene gesetzt, gegen das â€šarbeitslose Einkommenâ€™ der Kapitalisten, die sich â€šden Mehrwert aneignenâ€™â€œ.  Da aber leicht nachzuweisen war, â€ždaÃŸ die sogenannten Kapitalisten auch selbst â€šarbeitetenâ€™, wenn auch in anderen FunktionsbezÃ¼gen, [â€¦] konnten eigentlich der wie auch immer â€šmitarbeitendeâ€™ Privatkapitalist und der sogar selber nur angestellte Manager nicht so ohne weiteres unter die Kategorie der â€šNichtarbeitâ€™ subsumiert werdenâ€œ. Die  â€žabstrakte Arbeitâ€œ  konnte so â€žnicht insgesamt als Bestandteil des Kapitals dechiffriert werdenâ€œ, weshalb der Begriff der â€žNichtarbeitâ€œ verengt wurde â€žentweder auf den Handel, der â€šnichts herstelltâ€™ und sich angeblich bloÃŸ parasitÃ¤r zwischen Produzenten und Konsumenten schiebt, oder auf die (wie Friedrich Engels sich ausdrÃ¼ckte) â€šKuponschneiderâ€™, die reinen Geldkapitalisten, die anscheinend wirklich ohne jeden eigenen Handschlag in Form des Zinses â€šarbeitsloses Einkommenâ€™ beziehenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unmittelbare TÃ¤tigkeit in der Umformung des Naturstoffs bei der Produktion von GÃ¼tern erschien als positive â€žproduktiveâ€œ TÃ¤tigkeit und als die â€žguteâ€œ, konkrete Seite  und die kapitalistische Vermittlungsfunktion von Handel oder Banken als die negative â€žunproduktiveâ€œ TÃ¤tigkeit und als die â€žschlechteâ€œ, abstrakte (weil unmittelbar auf das Geld bezogene) Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese verkÃ¼rzte, moralisierende Kapitalismuskritik in den unaufgehobenen kapitalistischen Kategorien selbst passte gemÃ¤ÃŸ Kurz gut auf jene Verhaltensweisen, wie sie den Juden zugeschrieben wurden, als dass sie eine antisemitische Schlagseite hÃ¤tte vermeiden kÃ¶nnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Der sozialistische Antisemitismus=====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen sozialistischen Antisemitismus macht Kurz bereits bei den utopischen [[FrÃ¼hsozialist]]en der ersten HÃ¤lfte des 19. Jahrhunderts aus. So sei  [[Charles Fourier]]  â€žfranzÃ¶sischer Nationalistâ€œ gewesen  und â€žvon einer dumpfen Fremdenfeindlichkeitâ€œ. Er wÃ¤hnte â€ždie kapitalistische Ausbeutung vor allem durch Handel und Wucher&lt;br /&gt;
verursachtâ€œ. Er sei schon 1808 in seiner Schrift â€žTheorie des quatre mouvementsâ€œ  durch die entsprechenden Zuschreibungen in ein krass antisemitisches Weltbild verfallen und habe  sogar â€žgegen BÃ¼rgerrechte fÃ¼r Judenâ€œ geeifert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pierre-Joseph Proudhon]], einer der BegrÃ¼nder des Anarchismus, â€žreduzierte den Begriff des Kapitalismus auf das zinstragende Kapital der reinen Geldverleiher, dessen â€šBedingung der MÃ¶glichkeitâ€˜ er im Charakter des Geldes als einer privilegierten Ware angelegt sah, die demzufolge â€šdeprivilegiertâ€™ werden mÃ¼sseâ€œ. Er â€žwollte deshalb ein sogenanntes â€šArbeitsgeldâ€™ einfÃ¼hren, das auf der direkten Verrechnung von Arbeitsquanten beruhen und den â€šarbeitslosenâ€™ Zinsgewinn von Geldkapitalisten unmÃ¶glich machen sollteâ€œ.  Proudhon sei nicht in der Lage gewesen, â€ždie â€šabstrakte Arbeitâ€™ des warenproduzierenden Systems [..] als Kern des Kapitals selber [zu] erkennenâ€œ. Seine Theorie kritisierte â€žden Kapitalismus nur so weit, wie es die antisemitische Umdeutung der inneren WidersprÃ¼che dieser Gesellschaftsform erlaubtâ€œ und sei daher auch  immer wieder â€žin die hetzerische Sprache des Wahns vom eingeborenen jÃ¼dischen Geldmenschen und WeltverschwÃ¶rerâ€œ verfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ausschlieÃŸliche HaÃŸ gegen die â€žZinsknechtschaftâ€œ sei  untrennbar verbunden gewesen mit einer antisemitischen Hetze, die â€žbis tief in die Arbeiterbewegung hineinâ€œ ihre Wirkung gezeigt hÃ¤tte. Kurz erwÃ¤hnt an dieser Stelle [[Rudolf Steiner]] und [[Silvio Gesell]], die er als Teil  einer â€žantisemitisch-zinskritische Schnittmengeâ€œ bezeichnet, aus der â€žschlieÃŸlich der Nationalsozialismus aufschieÃŸen sollteâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei Marx macht  Kurz eine â€žantisemitische Schieflageâ€œ aus. Er und der marxistische Hauptstrom der Arbeiterbewegung nach 1848 wollte zwar â€žnicht mehr bloÃŸ das zinstragende Leih- und das Handelskapital, sondern den Kapitalismus als Produktionsweise insgesamt kritisierenâ€œ.  â€žAber weil dabei trotzdem der positive Begriff der â€šabstrakten Arbeitâ€™ beibehalten und nur das privatkapitalistische industrielle Regiment durch ein&lt;br /&gt;
staatsbÃ¼rokratisches ersetzt werden sollte, blieb die Haltung gegenÃ¼ber dem antisemitischen Syndrom&lt;br /&gt;
notwendigerweise ambivalentâ€œ.  Marx habe zwar  - im Unterschied zum Arbeiterbewegungs-Marxismus â€“â€žtheoretisch ein widersprÃ¼chliches und streckenweise kritisches VerhÃ¤ltnis zur Kategorie der â€šArbeitâ€™â€œ gehabt und â€ždie Fixierung auf das zinstragende Kapital als Volksvorurteil und Ausdruck des Kapitalfetischs bezeichnetâ€œ, doch habe er  â€žimmer wieder in Richtung einer Identifikation von â€šGeld Ã¼berhauptâ€™&lt;br /&gt;
oder â€šSchacherâ€™ und â€šWucherâ€™ mit dem â€šjÃ¼dischen Wesenâ€™â€œ polemisiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Unterschied zu Fourier und Proudhon habe  Marx allerdings â€žden Judenâ€œ als bloÃŸe â€žMetapherâ€œ fÃ¼r die Geldherrschaft genommen  und diese nicht auf ihn zurÃ¼ckgefÃ¼hrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz wirft dem â€žGroÃŸteil der Linkenâ€œ vor, dass sie â€ždaraus bis heute nichts gelerntâ€œ habe. Sie halte nach wie vor â€žan ihren falschen Begriffen festâ€œ wie â€ž Affirmation der â€šArbeitâ€™â€œ  und damit an allen â€žGrundkategorien des Kapitalismusâ€œ und an der â€žVorstellung von der an sich â€šgutenâ€™, weil zu irgendeiner historischen Mission eigens vom Weltgeist geschaffenen â€šArbeiterklasseâ€™â€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 6: Die Geschichte der Zweiten industriellen Revolution ===&lt;br /&gt;
Der Beginn des 20. Jahrhunderts ist fÃ¼r Kurz charakterisiert durch eine  â€žeigentÃ¼mliche schizophrene Mischung aus FortschrittsglÃ¤ubigkeit und Untergangsphantasie, technokratischem Machbarkeitsdenken und biologistischer â€šVeterinÃ¤rphilosophieâ€™, StaatsrÃ¤son und Marktkonkurrenz, individuellen AnsprÃ¼chen und wahnhafter KollektivsubjektivitÃ¤t von â€šNationâ€™ und â€šRasseâ€™â€œ . Diese Mischung sollte nun zur Entladung â€žder unbeherrschbar gewordenen Spannungen in und zwischen den imperialen MÃ¤chten drÃ¤ngenâ€œ.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus der Agrargesellschaft Ã¼berkommenen traditionellen BindekrÃ¤fte der Gesellschaft lÃ¶sten sich immer schneller auf, was â€žRatlosigkeit und irrationale Unrastâ€œ zurÃ¼cklies. Die Ideen und Programme der sozialistischen Arbeiterbewegung wurden â€žhohl und als vermeintliche historische Alternative unglaubwÃ¼rdigâ€œ, da sie von Grund auf â€žmit den kapitalistischen Denkformen, Handlungsmustern und Interessenkategorien kontaminiertâ€œ waren.  Quer durch das politische Spektrum und die sozialen Klassen des Industriekapitalismus flackerten â€žbizarre Ideen und Bewegungen auf, die auf die Unbegreiflichkeit der VerÃ¤nderungen, die in weiterhin zunehmendem Tempo mit den Menschen einfach geschahen, in einer geradezu hinterhÃ¤ltig naiven Weise reagiertenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žDas dumpfe GefÃ¼hl, daÃŸ â€šetwasâ€™ geschehen mÃ¼sse, ohne daÃŸ anzugeben war, was es denn sein&lt;br /&gt;
solle, mÃ¼ndete in die falsche Unmittelbarkeit von vielfÃ¤ltigen einzelnen und scheinbar zusammenhanglosen Ideenâ€œ.  Es entstanden â€žBewegungen zur â€šLebensreformâ€™, Vegetarierclubs und Nudistenvereineâ€œ, Jugend- und Wanderbewegungen.  Ihr Ziel war nicht die â€žkritische Reflexion der Gesellschaftâ€œ, sondern â€žeine Art LÃ¤uterung durch kulturelle Ersatzhandlungen, habituelle&lt;br /&gt;
Maskerade und eine intellektuell inferiore Lagerfeuer-Romantik, die das vordergrÃ¼ndig in seinen Lebensformen angegriffene SpieÃŸbÃ¼rgertum an nationalistischem Fanatismus noch Ã¼berbotâ€œ. â€žEs ging dabei weder um MuÃŸe noch um GenuÃŸ, weder um real lebbare Erotik noch um eine ungezwungenere Lebensweise. Die Zivilisationskritik richtete sich nur gegen die sowieso abblÃ¤tternde kapitalistische Fassade des 19. Jahrhunderts, nicht aber gegen die destruktive&lt;br /&gt;
gesellschaftliche Dynamik selbst [...]â€œ.  Der zentrale ideologische Begriff war der der â€žReinheitâ€œ. Diesem Begriff wurde eine â€žgeradezu mystische Bedeutungâ€œ beigemessen und auf den GesellschaftskÃ¶rper Ã¼bertragen.  Kurz bezeichnet dies als Traum â€žvon einer sittlichen und kulturellen Waschung [..], mit der die himmelschreienden WidersprÃ¼che des Kapitalismus womÃ¶glich durch eine Art Kneipp-Kur weggespÃ¼lt werden kÃ¶nntenâ€œ. Der â€žhygienische Blickâ€œ richtete sich  dann auch folgerichtig â€žnach innen, auf die â€šReinheit des Blutesâ€™, wie sie in den darwinistisch-sozialbiologischen Ideen verfochten wurdeâ€œ. â€žDer wahre, neue und â€šreineâ€™ Mensch sollte eben auch mÃ¶glichst ein â€šreinrassigerâ€™ sein, was immer darunter jeweils zu verstehen warâ€œ. Die Ã¶sterreichischen und groÃŸe Teile der deutschen [[Wandervogelbewegung]] schlossen Juden dann auch folgerichtig als Mitglieder aus oder zwangen sie, eigene und getrennte Gruppen zu bilden; fÃ¼r dieses Vorgehen wurde das Wort â€žjudenreinâ€œ geprÃ¤gt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz spricht in diesem Zusammenhang von der â€žUnruhe einer bevorstehenden HÃ¤utung des Kapitalismus, dessen massenindustrielles und massendemokratisches Entwicklungsstadium heraufdÃ¤mmerteâ€œ. Das gleichzeitige â€žFehlen jeder ernsthaften emanzipatorischen Initiative gegen das System der abstrakten â€šArbeitâ€™ lieÃŸen im gesellschaftlichen BewuÃŸtsein Momente einer aggressiven und zynischen Katastrophensehnsucht aufflackernâ€œ. Diese sollte â€žalsbald durch die letzte â€šReinigungâ€™ von Bein und Fleisch im â€šStahlbadâ€™ des Weltkriegs befriedigt werdenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts ==== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Entfesselung des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] begann fÃ¼r Kurz - in Anlehnung an [[George F. Kennan]] - die  â€ž[[Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts]]â€œ.  â€žAls die Explosion erfolgte, waren sich die wenigsten darÃ¼ber im klaren, zu welch einschneidenden gesellschaftlichen VerÃ¤nderungen diese bis dahin grÃ¶ÃŸte Katastrophe der an Krisen und gesellschaftlichen GesamtunfÃ¤llen reichen Modernisierungsgeschichte fÃ¼hren wÃ¼rdeâ€œ. Die erste Reaktion war eine ungeheure Begeisterungswelle. Die Explosion wurde â€žwie eine ErlÃ¶sung empfunden - so unertrÃ¤glich war die Spannung im gesellschaftlichen BewuÃŸtsein unter dem blinden Diktat der kapitalistischen Weltmaschine angestiegenâ€œ.  Kurz interpretiert dies als â€žHoffnung auf grundsÃ¤tzliche und positive VerÃ¤nderungen, auf eine Erneuerung und VerjÃ¼ngung der Weltâ€œ, die sich â€žnicht mehr anders als in der Form einer nationalen Kriegsbegeisterung Ã¤uÃŸern konnteâ€œ; dies zeige â€žden Grad der Demoralisierung und geistigen Verkommenheit an, den die menschliche Gesellschaft durch ihre Unterwerfung unter die Gesetze der Konkurrenz bereits erreicht hatteâ€œ.  â€žDas ganze Wutpotential einer von Grund auf repressiven Gesellschaftsordnung, das die nationalisierten Massen in sich hineingefressen hatten, durfte sich nun entladen - nach auÃŸenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso heftiger musste nach Kurz nun â€ždie â€šinnere Einheitâ€œ der â€šnationalen Schicksalsgemeinschaftâ€™ beschworen werdenâ€œ. So erklÃ¤rte [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Wilhelm II.]] am 1. August 1914 : â€žIch kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutscheâ€œ.  FÃ¼r die Liberalen â€žbedurfte es eines solchen Appells natÃ¼rlich gar nichtâ€œ, da diese â€žallesamt die imperialistische Konkurrenzpolitik aus tiefstem Herzen selber propagiert und sogar konzeptionell ausgearbeitetâ€œ hatten.  Der Aufruf war v.a. an â€ždie jÃ¼dischen StaatsbÃ¼rger und die Sozialdemokratieâ€œ gerichtet. Deren â€žalte Politik der Anpassung und Selbstverleugnungâ€œ schlug nun um â€žin den offenen Wahnsinn der Beteiligung an den wechselseitigen HaÃŸtiradenâ€œ.  &lt;br /&gt;
Die â€žMehrzahl der jÃ¼dischen Oberschicht, der Akademiker, Wissenschaftler und FÃ¼hrungskrÃ¤fte der Wirtschaft [trat] die nationalistische Flucht nach vorn anâ€œ. Auch die Arbeiterbewegung und die Sozialdemokratie stimmten â€žin das schauerliche nationale Kriegs- und Einheitsgeheul einâ€œ â€“ unter dem der  Vorwand eines â€žâ€šVerteidigungskriegesâ€™ gegen â€šAggressorenâ€™â€œ.  Es â€žmuÃŸte nun das Zarenregime von [[Nikolaus II. (Russland)|Nikolaj II.]] herhalten, um eine Bedrohung des demokratischen Wahlrechts und der deutschen Arbeiterbewegung â€švon auÃŸenâ€™ behaupten und den SchulterschluÃŸ mit dem wilhelminischen Kapitalismus legitimieren zu kÃ¶nnenâ€œ.  â€žDie [[Kriegskredit]]e wurden bewilligt und die wenigen Abweichler des Ã¤uÃŸersten linken FlÃ¼gels mit der 1916 ins GefÃ¤ngnis geworfenen jÃ¼dischen Marxistin [[Rosa Luxemburg]] an der Spitze verfemtâ€œ. Nur eine Handvoll Intellektueller lieÃŸ sich â€ždurch den allgemeinen Wahn nicht mitreiÃŸen und versuchte von unterschiedlichsten Positionen aus eine Opposition gegen den Krieg literarisch zu formulieren â€“ wie z.B. [[Karl Kraus]], [[Ricarda Huch]], [[Stefan Zweig]]  und [[Franz Werfel]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz bezeichnet den Krieg als â€žnegative Produktion von Kapitalâ€œ, was auch in der Metapher vom â€žWalzwerk der Frontâ€œ in [[Ernst JÃ¼nger]]s  Kriegsbuch â€ž[[In Stahlgewittern]]â€œ  immer wiederkehre.  WÃ¤hrend des Krieges beschleunigte sich die technische Entwicklung v.a. â€žin der chemischen Industrie ([[Giftgas]]produktion), im Flugzeugbau und in der Automobilproduktionâ€œ. â€žIn den Schrecken der Materialschlacht deutete sich eine neue Stufe des Industriekapitalismus an, damit aber auch eine neue Gestalt der abstrakten â€šArbeitâ€˜, die sich zuerst auf dem Schlachtfeld manifestierteâ€œ. Im [[Gaskrieg]] â€žwurde endlich auch die Metapher vom menschlichen Ungeziefer buchstÃ¤blich wahr gemacht: Die Kriegshelden auf beiden Seiten verwandelten&lt;br /&gt;
sich in menschliche Laborratten, in das Testmaterial der chemischen Industrieâ€œ.  Es entstand â€žeine neue QualitÃ¤t der kapitalistischen Zumutungen und eine Verdichtung der â€šArbeitâ€™, die sich zunÃ¤chst in der Zuspitzung der quasi â€šbetriebswirtschaftlichenâ€™ Disziplinierung in den SchÃ¼tzengrÃ¤ben ankÃ¼ndigteâ€œ. Dabei â€žzahlte sich die sozialdemokratische Verinnerlichung der Fabrik- und BÃ¼rodisziplin als ideeller Wert der Arbeiterbewegung fÃ¼r das Funktionieren der&lt;br /&gt;
Kriegsmaschine ausâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der  Erste Weltkrieg bewirkte nach Kurz ein AufblÃ¼hen des â€žSozialdemokratismusâ€œ. â€žEndlich war er bei sich und zu sich gekommen, durfte mitmischen und die â€šGÃ¶tterdÃ¤mmerung der bÃ¼rgerlichen Weltâ€™ ([[August Bebel|Bebel]]) als seinen eigenen lang ersehnten demokratischen Eintritt in eben diese Welt mit Blutorgien feiernâ€œ.  Weil die Sozialdemokraten ihren â€žBlutzoll treu entrichtet und sich als Fleisch vom Fleische der kapitalistischen Welt bewiesen hatten, wurde ihnen nun der lang ersehnte Eintritt in die Zentren der Macht oder doch wenigstens in deren Vorhallen und HinterhÃ¶fe gewÃ¤hrt[...]. Die bislang ausgegrenzten SozialistenfÃ¼hrer mutierten zu staatsmÃ¤nnischen Juniorpartnern der â€šschÃ¶nenâ€™ Maschine, die sie bis heute geblieben sindâ€œ.  In Frankreich und Belgien â€žtraten fÃ¼hrende FunktionÃ¤re der Arbeiterbewegung als Minister in die Kriegskabinette einâ€œ; in Deutschland war die Mehrheitssozialdemokratie â€žim informellen Beratungsgremium des â€šInterfraktionellen Ausschussesâ€™ [â€¦] gerngesehenes und eifriges Mitgliedâ€œ.  So formte sich die Idee des Sozialismus als â€žKapitalismus plus sozialistische Teilhabe in leviathanischen Formenâ€œ weiter aus. Sie â€žvermengte sich mit dem, was in Deutschland allgemein â€šdie Ideen von 1914â€™ genannt wurdeâ€œ: eine â€žebenso vage wie irrationale Kriegsgemeinschafts-Ideologie, die den â€šdeutschen Reichsgedankenâ€™ gegen das â€šperfide [[Albion]]â€™ (GroÃŸbritannien) und gegen die westeuropÃ¤ischen â€šKrÃ¤merseelenâ€™ propagierteâ€œ. Darin war ein  â€žstarkes antisemitisches Elementâ€œ enthalten und â€žjene spezifische Schizophrenie der deutschen nachholenden Nationsbildung seit dem frÃ¼hen 19. Jahrhundertâ€œ. Dieses â€žKonstrukt verschmolz nun mit den kriegswirtschaftlichen â€šNotwendigkeitenâ€™, der BeschwÃ¶rung der â€šinneren&lt;br /&gt;
Einheitâ€™ und der Akzeptanz oder sogar Verherrlichung der abstrakten â€šArbeitâ€™ unter den Bedingungen des industriellen Weltkriegs zu jenen â€šIdeen von 1914â€™, die einen irrationalen und offen oder implizit antisemitischen Staatssozialismus neuen Typs einschlossenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz erwÃ¤hnt die Beteiligung der Gewerkschaften und der SPD â€žan den Debatten Ã¼ber die Kriegsziele bis hin zur Forderung nach Annexionen, neuen Kolonien, Deutscher Suprematie in Europa, ja sogar einer Art Weltherrschaft des Deutschen Reiches. Gewerkschaftsgelder wurden in groÃŸem Umfang in Kriegsanleihen angelegtâ€œ. In der Sozialdemokratie sprach man von der â€žBedrohung der deutschen Weltmarktinteressen durch GroÃŸbritannien, dessen kriegspolitischer â€šHauptzweckâ€™, wie viele GewerkschaftsfunktionÃ¤re meinten, â€šdie wirtschaftliche SchÃ¤digung Deutschlandsâ€™ seiâ€œ. Dies interpretiert Kurz als logische Konsequenz der Ãœbernahme der â€žabstrakten Arbeitâ€œ als positiven Wert durch den Sozialismus. Nachdem â€žauf dieser Grundlage die â€šArbeiterinteressenâ€™ nationalÃ¶konomisch und staatssozialistisch definiert worden waren, muÃŸte notwendigerweise auch das nationale Konkurrenzinteresse nach auÃŸen [â€¦] zur eigenen Sache gemacht werdenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sozialisten, Liberale und Rechtskonservative entwickelten nach Kurz â€žgemeinsam die Idee der â€šVolksgenossenschaftâ€™ fÃ¼r einen â€šnationalen Arbeitsstaatâ€™â€œ. Es kÃ¶nne deshalb â€žkaum verwundern, daÃŸ dabei auch die von Friedrich Naumanns Linksliberalen erstmals verwendete Bezeichnung eines â€šnationalen Sozialismusâ€™ in sozialdemokratisch-gewerkschaftlichen Texten als â€šNationalsozialismusâ€™  (vulgo â€šKriegssozialismusâ€™) wieder erschien: Nahezu das gesamte Basis-Vokabular der Nazi-Partei wurde wÃ¤hrend des Ersten Weltkriegs unter aktiver Mitwirkung von Sozialdemokratie und Gewerkschaften â€šschÃ¶pferischâ€™ in die Welt gesetzt. Und das waren keine bloÃŸ zufÃ¤lligen Namensgleichheiten, sondern es handelte sich um eine enge Verwandtschaft (um nicht zu sagen IdentitÃ¤t) der Ideen, getrennt nur durch hauchdÃ¼nne ScheidewÃ¤nde Ã¤uÃŸerer Organisationsfeindschaft und unterschiedlicher ideologischer Traditionenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Henry Ford und die Geburt der Auto-Gesellschaft ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erste Weltkrieg hatte bewirkt, dass â€ždie letzten Ã¤uÃŸeren Schranken sozialer und kultureller Art [â€¦] niedergerissen worden&amp;quot; waren. Um die die kapitalistische Produktionsweise auch in â€žFriedenszeitenâ€œ zu einem â€žgesellschaftlich flÃ¤chendeckenden Systemâ€œ zu machen musste der Ãœbergang in eine â€žeine neue Stufe der kapitalistischen Systementwicklungâ€œ  vollzogen werden: â€žzu bisher nicht dagewesenen Formen der Massenproduktion und des Massenkonsumsâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies stellte Kurz zufolge eine schwere â€žHÃ¼rdeâ€œ fÃ¼r den Kapitalismus dar, dessen â€žinnere Strukturâ€œ nicht auf  die â€žProduktion von Konsumtionsmittelnâ€œ, sondern auf â€žInvestitionenâ€œ ausgerichtet sei â€“ wesentlich bedingt durch seine â€žmentalitÃ¤tsgeschichtliche Wurzelâ€œ im [[Protestantismus]].  Dieser gebot â€ždem um seine Rechtfertigung vor Gott besorgten Menschen, einerseits buchstÃ¤blich wie ein BlÃ¶der zu malochen und SchÃ¤tze aufzuhÃ¤ufen zum Zeichen seiner GotteserwÃ¤hltheit, andererseits aber diese FrÃ¼chte nicht sÃ¼ndhaft zu genieÃŸen, sondern sie in verkniffener dÃ¼nnlippiger Knauserigkeit aufzusparen und in Mittel neuer Selbstzweck-â€šArbeitâ€™ auf hÃ¶herer Stufenleiter zu verwandeln - ad infinitumâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Automobil]] eignete sich nun nach Kurz' Auffassung am ehesten, â€žden Konsum in einen strukturell verselbstÃ¤ndigten Selbstzweck zu verwandeln und damit der Logik der Weltmaschine anzugleichenâ€œ;  denn im â€žUnterschied zu den meisten GegenstÃ¤nden des sinnlichen oder kulturellen Genusses konnte dieser Konsum nÃ¤mlich nicht im Gebrauch seiner Inhalte aufgehen, sondern erforderte eine derart flÃ¤chendeckende materielle, organisatorische und soziale Logistik, daÃŸ er geeignet war, sich zu einer zwanghaften und verinnerlichten Benthamschen â€šVerhaltensspurâ€™ zu entwickeln, die das System der Disziplinierungen in bis dahin unbekannte Dimensionen auszuweiten versprach. Zweitens war die mechanisierte MobilitÃ¤t von allen Formen des Konsums dem Charakter eines Investitionsgutes am Ã¤hnlichsten und von daher auch im Ã¶konomischen Sinne das am meisten geeignete Mittel, um den Menschen selbst noch im Konsum jede Eigensinnigkeit auszutreiben und sie zum Werkzeug ihres Werkzeugs zu machenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden â€žlegendÃ¤ren  Figurenâ€œ waren dabei â€žder berÃ¼hmte Automobilfabrikant [[Henry Ford]] und der kaum weniger berÃ¼hmte Rationalisierungs-Ingenieur [[Frederick Winslow Taylor]]â€œ. Beide waren â€žnicht zufÃ¤llig US-Amerikanerâ€œ. Die Gesellschaft der USA hatte zu diesem Zeitpunkt einen â€žgewissermaÃŸen kapitalistisch â€šjungfrÃ¤ulicheâ€™ Charakterâ€œ, da sie â€žnach der weitgehenden Ausrottung der Ureinwohner keine vormodernen kulturellen und sozialen Schranken mehr zu Ã¼berwinden hatte, sondern sich ohne solche Friktionen direkt auf dem Boden der abstrakten â€šArbeitâ€™ entwickeln konnteâ€œ. Zum anderen erlaubte die â€žschiere GrÃ¶ÃŸeâ€œ ihres kontinentalen Binnenmarktes, â€žProduktionskapazitÃ¤ten und technologische Umstrukturierungen in einer ganz anderen Dimension [..], als sie fÃ¼r die relativ kleinen und bornierten europÃ¤ischen NationalÃ¶konomien mÃ¶glich warenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem Henry Ford war â€žmehr als ein ordinÃ¤rer Kapitalistâ€œ. â€žMit Ford ging die liberale, ideologische und vor allem industriell-praktische FÃ¼hrung von GroÃŸbritannien auf die USA Ã¼ber, lange bevor der politische Weltmachtwechsel vollzogen warâ€œ. â€žWÃ¤hrend â€šweit hinten in Europa die VÃ¶lker aufeinanderpralltenâ€™ [â€¦], fÃ¼hrte der noch unbekannte Prophet in seiner 1903 gegrÃ¼ndeten â€šFord Motor Companyâ€™ jene entscheidenden Neuerungen ein, die den Industriekapitalismus des 20. Jahrhunderts prÃ¤gen solltenâ€œ.  FÃ¼r Ford â€žging es einzig und allein darum, im Interesse seiner Weiterentwicklung die WidersprÃ¼che von Investitionslogik und Konsumlogik, Massenproduktion und relativer Unterkonsumtion mangels Kaufkraft aufzulÃ¶senâ€œ. Er wollte mittels Kostensenkung den â€žâ€šlagâ€™ zwischen produktiver Potenz und Massenkaufkraftâ€œ Ã¼berwinden, â€žohne die selbstzweckhafte Akkumulationslogik des Kapitals zu beeintrÃ¤chtigenâ€œ.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ford richtete â€ždie Aufmerksamkeit der betriebswirtschaftlichen RationalitÃ¤t auf einen bisher vernachlÃ¤ssigten Bereich [..]: die Arbeitsorganisation selbst und die FluÃŸgeschwindigkeiten innerhalb ihres Ablaufsâ€œ. Auf keine Arbeit sollte â€žmehr Kraft als absolut notwendigâ€œ verwendet werden. Das bedeutete â€žeine geradezu ungeheuerliche Verdichtung der Arbeit weit Ã¼ber den bisherigen Verdichtungsgrad durch das Maschinensystem hinaus. Das â€šphilanthropische Wunderâ€˜ einer gleichzeitigen Verbilligung der Produkte, ErhÃ¶hung der LÃ¶hne und VerkÃ¼rzung der Arbeitszeit erklÃ¤rt sich also allein daraus, daÃŸ den Arbeiterinnen in Wahrheit wesentlich mehr Lebensenergie abgezapft wird, als sie in Form der konsumistischen â€šWohltatenâ€™ an Gratifikationen zurÃ¼ckerhaltenâ€œ. Um der â€žâ€šDrÃ¼ckebergereiâ€™ zu Leibe zu rÃ¼cken und genaues Datenmaterial zu sammeln, fÃ¼hrt Taylor die schÃ¶nen Begriffe der â€šZeit- und Bewegungsstudienâ€™ ein: Mit der seither berÃ¼chtigt gewordenen Stoppuhr werden alle TÃ¤tigkeiten in TeilablÃ¤ufe zerlegt und genau durchgecheckt, um â€šdie Unwissenheit der Arbeitgeber bezÃ¼glich der zur Verrichtung [...] mindestens erforderlichen Zeitâ€™ [..] zu beenden und die â€šCharakterschwÃ¤cheâ€™ der Lohnarbeiter durch wissenschaftliche ObjektivitÃ¤t zu brechenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ford erfand die â€žMontagebahnâ€œ oder, wie es spÃ¤ter genannt wurde, das â€žberÃ¼chtigte [[FlieÃŸband]]â€œ. â€žVÃ¶llig neu war diese Einrichtung keineswegs. Ford hatte das Prinzip bezeichnenderweise den SchlachthÃ¶fen von [[Chicago]] abgeschaut; er selbst sagt, daÃŸ sein FlieÃŸband â€šden Schiebebahnen (Ã¤hnelte), deren sich die Chicagoer Fleischpacker bei der Zerlegung der Rinder bedienenâ€˜â€œ. â€žDie neue QualitÃ¤t des FlieÃŸbands bei Ford bestand allerdings darin, daÃŸ die FlieÃŸfertigung nicht fÃ¼r sich stand, sondern eingebaut war in das umfassende Konzept der â€šarbeitswissenschaftlichenâ€˜ Rationalisierung der gesamten Produktionâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weltwirtschaftskrise ====&lt;br /&gt;
Die 20er Jahre schienen eine â€žneue Epoche eines weltweiten Kapitalismus von Massenproduktion und Massenkonsum hervorbringenâ€œ. â€žDie Lockung des â€šweiÃŸen Sozialismusâ€˜ von Ford schlug sich in einer beginnenden kommerziellen Massenkultur niederâ€œ. â€žDas an den Fronten des Weltkriegs â€šeingeschmolzeneâ€˜ Menschenmaterial begann in den â€š[[Roaring Twenties]]â€˜ gewissermaÃŸen, sich in seine neue Gestalt als vollkapitalistischer Warenmensch einzuÃ¼benâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der strukturelle Umbruch der Zweiten industriellen Revolution wurde aber â€žÃ¼berlagert von der bis dahin grÃ¶ÃŸten und verheerendsten sozialÃ¶konomischen Transformationskriseâ€œ. In einer erstmals wirklich globalen Dimension â€žwalzte die Weltwirtschaftskrise alle konsumistischen Hoffnungen niederâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz erklÃ¤rt den Ausbruch der Krise mit dem â€žunversÃ¶hnlichen inneren Selbstwiderspruch des Kapitalismus, der niemals Ã¼berwunden werden konnte und jetzt einen neuen Kulminationspunkt der Krise ansteuerte: der immergleiche Widerspruch zwischen dem Selbstzweck der AnhÃ¤ufung abstrakter â€šArbeitsquantaâ€™ einerseits und dem von der Konkurrenz erzwungenen Drang, â€šArbeitâ€™ Ã¼berflÃ¼ssig zu machen, andererseitsâ€œ.  â€žDas Schneeballsystem fiel vÃ¶llig in sich zusammen, und auf die erste politisch-militÃ¤rische folgte die zweite, nÃ¤mlich Ã¶konomische â€šUrkatastrophe des 20. Jahrhundertsâ€™â€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Inflation =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der entstandene [[Fordismus]] konnte noch nicht nahtlos an die Erste industrielle Revolution anschlieÃŸen. â€žSo lagen StraÃŸenbau, Energieversorgung, technologische Netzwerke fÃ¼r die neuen Medien und den Automobilismus weit hinter den Produktionsmethoden Fords zurÃ¼ck, und die dafÃ¼r notwendigen gesamtgesellschaftlichen Investitionskosten konnten weder von der Privatwirtschaft noch von den durch die Kriegskosten erschÃ¶pften Staaten rasch genug aufgebracht werden. Nicht zuletzt benÃ¶tigte der Fordismus einen intakten Weltmarkt und eine weitergehende internationale Verflechtung, um die KapazitÃ¤ten einer durchrationalisierten Industrie durch weltweite AbsatzmÃ¤rkte flexibel ausnutzen zu kÃ¶nnen, statt auf nationale BinnenmÃ¤rkte beschrÃ¤nkt zu bleibenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Krise konnte â€žin weitaus geringerem Umfang als etwa noch in der â€šgroÃŸen Depressionâ€™ der GrÃ¼nderzeit durch einen â€šRÃ¼ckzug auf das Landâ€™, durch Subsistenzproduktion fÃ¼r den Eigenbedarf oder wenigstens entsprechende Hilfen mittels noch funktionierender Verwandtschaftsbeziehungen zwischen lÃ¤ndlicher und stÃ¤dtisch-industrieller BevÃ¶lkerung aufgefangen werden [..]. Inzwischen stand nicht nur die Masse der enorm angewachsenen stÃ¤dtischen IndustriebevÃ¶lkerung in keinem entsprechenden VerhÃ¤ltnis zur LandbevÃ¶lkerung mehr, weder von den persÃ¶nlichen Bindungen her noch rein zahlenmÃ¤ÃŸig, sondern auch der zunehmend kapitalistische Charakter der Landwirtschaft selbst [â€¦], die immer stÃ¤rker auf den Weltmarkt ausgerichtet wurde, machte das flache Land als â€šPufferâ€™ der Krise wirkungslosâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dieser â€žinneren Dynamik der Kriseâ€œ kamen â€ždie Kriegslasten und Kriegsfolgen hinzu, die das Desaster der ersten â€šUrkatastropheâ€˜ des 20. Jahrhunderts hinterlassen hatteâ€œ. Kurz ist allerdings der Ansicht, dass der Faktor der Kriegsfolgen nicht als â€žauÃŸerÃ¶konomischerâ€œ interpretiert werden kÃ¶nne, da â€žder Weltkrieg gerade aus der â€šFortsetzung der Konkurrenz mit anderen Mittelnâ€˜ zwischen den kapitalistischen NationalÃ¶konomien hervorgegangenâ€œ sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Weltkrieg â€žso ungeheure Mittel verschlungen [hatte], daÃŸ sie schon nach wenigen Monaten in keinem kriegfÃ¼hrenden Land mehr aus regulÃ¤ren Staatseinnahmen [...]finanziert werden konntenâ€œ, wurde â€ždie Gold-Bindung der WÃ¤hrungen gekapptâ€œ. Es wurde â€žder Weg von Anleihen und staatlicher Kreditaufnahme in einer bisher unbekannten Dimension beschrittenâ€œ. Aber auch â€ždie ungeheuren Staatsanleihen reichten bei weitem nicht aus, um die industrielle Kriegsmaschine zu finanzierenâ€œ. â€žDie in groÃŸem MaÃŸstab abgekoppelte GeldschÃ¶pfung ohne â€šDeckungâ€˜ durch die kapitalistische Realakkumulation konnte nur zu einer Entwertung des Geldes selber fÃ¼hren - ein als [[Inflation]] bezeichneter Vorgangâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der â€žfinanziell ruinierte Staat [versuchte] die ungeheuren Schulden bei seinen BÃ¼rgern (und teilweise auch im â€šbefreundetenâ€˜ Ausland) durch hemmungsloses Anwerfen der Notenpresse zu bedienen suchte, um den Schein eines geordneten Kreditwesens aufrechtzuerhalten. Dem stand ein durch die Kriegslasten drastisch vermindertes ziviles Warenangebot (bis hin zu einem Mangel an elementaren Lebensmitteln) gegenÃ¼berâ€œ. â€žDer â€šmonetÃ¤re RÃ¼ckstauâ€˜ verwandelte sich in eine Flut des irregulÃ¤ren Geldes, die Ã¼ber die Gesellschaft hereinbrach und die Warenpreise immer schneller in die HÃ¶he trieb. Die im Lauf des 19. Jahrhunderts mit seiner allgemeinen Goldbindung der WÃ¤hrungen selbst in der Wirtschaftswissenschaft vergessene inflationÃ¤re Krise des Geldes erfaÃŸte nahezu ganz Europa und andere Teile der Welt; am wenigsten die USA, die relativ problemlos zum Goldstandard zurÃ¼ckkehren konntenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland stiegen die â€žPreise stiegen bis in groteske Dimensionen anâ€œ.  Die Folge war â€žeine vÃ¶llige ZerrÃ¼ttung des Geldsystems. Die tiefe IrrationalitÃ¤t des Kapitalismus brach in seiner geheiligten Grundform hervor und machte den Fetischismus dieses Gesellschaftssystems bis zur LÃ¤cherlichkeit sichtbar. Wie in einem verrÃ¼ckten MÃ¤rchen wurden plÃ¶tzlich alle MillionÃ¤re und MilliardÃ¤re, aber gerade dadurch ruiniert. Ein BrÃ¶tchen kostete Tausende, schlieÃŸlich Millionen und Milliarden Mark. Auf dem HÃ¶hepunkt der Inflation wurde das Geld schubkarrenweise ausgezahlt und mitgefÃ¼hrtâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žBesonders in Deutschland drohte die SelbstzerstÃ¶rung des Geldes bei weiterhin geltenden kapitalistischen Produktionsbedingungen in die offene Hungerkatastrophe der groÃŸen StÃ¤dte zu fÃ¼hren, weil die Bauern sich zunehmend weigerten, Lebensmittel gegen wertloses Geld zu liefern und andererseits der Naturaltausch zwischen Stadt und Land nur begrenzt funktionieren konnteâ€œ. â€žDie Vernichtung eines GroÃŸteils der bÃ¼rgerlichen GeldvermÃ¶gen fÃ¼hrte zu einem beispiellosen Massenruin der bisher â€šstaatstragendenâ€™ mittelstÃ¤ndischen Schichten und Milieusâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žWÃ¤hrend die Massen und groÃŸe Teile des Mittelstands verelendeten, spreizte sich eine kleine Schicht von spekulativen Krisengewinnlern in der obszÃ¶nen PrÃ¤sentation ihres luftigen Reichtums; und gerade diese Schicht von Neureichen war es, die mitten im Massenelend die AnfÃ¤nge des technokulturellen â€šKonsumismusâ€™ am weitestgehenden realisieren konnte und die Imaginationen des Zeitgeistes bestimmteâ€œ.&lt;br /&gt;
Nirgendwo â€žgab es eine emanzipatorische Alternative gegen das aberwitzige kapitalistische&lt;br /&gt;
System; die sozialistischen und kommunistischen Parteien waren und blieben ja weiterhin den kapitalistischen Grundkategorien verhaftet. Statt dessen blÃ¼hten die Ressentiments, niedrigen Instinkte und irrationalen KrisenerklÃ¤rungen auf wie im Treibhaus. Nicht emanzipatorische Kritik an den Grundlagen der kapitalistischen Produktionsweise war die Folge, sondern eine populistische â€šSpekulantenhetzeâ€™ quer durch das Parteienspektrumâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žBesonders in Deutschland mit seiner einschlÃ¤gigen Tradition weckte die Mischung aus Krisenangst, phantasmagorischen Projektionen und Spekulantenhatz den alten, tiefsitzenden DÃ¤mon des Antisemitismusâ€œ. â€žZum ersten Mal in der Modernisierungsgeschichte entstand in Gestalt der â€š[[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei]]â€™ (NSDAP) eine rechtsradikale Massenbewegung mit fundamental antisemitischer Selbstlegitimation, die den linken sozialistischkommunistischen Parteien nicht nur Konkurrenz machte, sondern sie sogar Ã¼berflÃ¼geln konnteâ€œ. &lt;br /&gt;
â€ž[[Adolf Hitler]] [...]griff die antisemitische deutsche Ideologiebildung seit den Zeiten der AufklÃ¤rung, die rassischen Wahnideen der Chamberlain, Treitschke, Wagner usw. nicht nur auf&amp;quot;, sondern fÃ¼hrte die Kriegsniederlage und Krise in seinem 1925 erschienenen Buch â€ž[[Mein Kampf]]â€œ â€ždirekt auf die â€šjÃ¼dische Blutvergiftungâ€™ des â€šdeutschen Volkesâ€™ zurÃ¼ckâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tortz ihres irrationalen Charakters konnte diese Geschichts- und Krisendeutung â€žin Deutschland das MassenbewuÃŸtsein ergreifenâ€œ.  â€žDie groÃŸe Krise lieÃŸ in der ganzen Welt antisemitische, rassistische und sozialdarwinistische Stimmungen emporkommen, deren ideelle Grundlagen ja seit AufklÃ¤rungszeiten von den liberalen StammvÃ¤tern selbst gelegt worden waren; aber nur in Deutschland formierte sich eine politische Massenpartei mit genuin antisemitischer Legitimation, die durch demokratische Wahlen zur Macht gelangen konnte. Nicht nur groÃŸe Teile des von der Inflation ruinierten deutschen BÃ¼rgertums griffen blindlings das antisemitische Deutungsmuster auf, sondern quer durch alle Klassen und Schichten pflanzte sich dieses bÃ¶sartige Phantasma fort. TatsÃ¤chlich kam es die ganzen 20er Jahre hindurch [...] zu antisemitischen StraÃŸenkrawallen â€švon untenâ€™ und ohne massive Gegenbewegungâ€œ.  Juden wurden â€žauf der StraÃŸe zusammengeschlagen und jÃ¼dische GeschÃ¤fte geplÃ¼ndert. Die Nazis konnten auf der Welle eines gesellschaftlich weitverbreiteten Antisemitismus schwimmenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Spekulationswelle und deflationÃ¤re Krise ===== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesem Zeitpunkt gelang es â€žden Regierungen, mit drastischen SparmaÃŸnahmen (um den Preis eines AbwÃ¼rgens der â€šInflationskonjunkturâ€™), mit WÃ¤hrungsreformen (um den Preis der endgÃ¼ltigen Vernichtung groÃŸer VermÃ¶gensmassen) und mit einer teilweisen RÃ¼ckkehr zum Goldstandard (um den Preis einer eingeschrÃ¤nkten HandlungsfÃ¤higkeit des Kreditsystems) die Inflation erst einmal zurÃ¼ckzudrÃ¤ngen. Allgemein war das Ziel die RÃ¼ckkehr zum Goldstandard und damit vermeintlich zur Vorkriegs-â€šNormalitÃ¤tâ€™â€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese â€žNormalisierungâ€œ lief â€ždarauf hinaus, daÃŸ sich die Staaten bei ihren BÃ¼rgern als GlÃ¤ubigern gewaltsam entschuldeten und damit einen gewaltigen Verarmungsschub auslÃ¶stenâ€œ. So war in Deutschland â€ždas Realeinkommen auf die HÃ¤lfte von 1913 gefallenâ€œ. &lt;br /&gt;
Es wurde eine beispiellose Spekulationswelle auf den â€žAktien- und ImmobilienmÃ¤rktenâ€œ ausgelÃ¶st.  Dieser â€žspekulative historische Optimismus [machte sich] vor allem in den USA breit, die ja offenbar alle Voraussetzungen hatten, um zur â€šLokomotiveâ€™ einer Weltkonjunktur der Zweiten industriellen Revolution zu werdenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žUm diesen Spekulationspool sammelte sich ein wachsendes Heer von Kleinspekulanten [â€¦]. Zwar konnte selbst in den USA nach wie vor nur ein Teil der BevÃ¶lkerung auf Erspartes zurÃ¼ckgreifen; aber das genÃ¼gte, um eine allgemeine spekulative MentalitÃ¤t zu erzeugen und das Zocken an der BÃ¶rse zum â€šVolkssportâ€™ zu machen, zumal es mÃ¶glich war, daran bei mangelnder eigener LiquiditÃ¤t mit Hilfe von Krediten teilzunehmenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese spekulative Welle war aber nach Ansicht Kurzâ€™ â€žnur ein Anzeichen dafÃ¼r, daÃŸ in Wirklichkeit die realen GroÃŸinvestitionen in die unausgereiften Strukturen der Zweiten industriellen Revolution ausblieben und das Geldkapital statt dessen in die FinanzmÃ¤rkte drÃ¤ngte. Statt eines gesamtgesellschaftlichen Investitionsbooms in Maschinen, FlieÃŸbÃ¤nder, Fabriken usw. wurde kurzerhand die imaginÃ¤re Zukunft selber direkt auf den AktienmÃ¤rkten kapitalisiertâ€œ.  Diese â€žBlase des â€šfiktiven Kapitalsâ€™ [platzte] ebenso wie 1873 - nur der Knall war lauter und die Folgen verheerender. Der berÃ¼hmte â€š[[Schwarzer Freitag|Schwarze Freitag]]â€™ [â€¦] sah den Zusammenbruch der New Yorker BÃ¶rse. Es war der bis heute grÃ¶ÃŸte [[BÃ¶rsenkrach|Crash]] in der Geschichteâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žDer Spekulationswelle folgte eine beispiellose Selbstmordwelle, die jahrelang anhielt. Der aus dem Fenster springende ruinierte Spekulant wurde zu einer Art mythischer Figur im BewuÃŸtsein der Zeitzeugen und der Nachweltâ€œ.  â€žDie einst von Adam Smith als segensreich gepriesene â€šunsichtbare Handâ€™ des Marktes schlug wie ein auÃŸer Kontrolle geratener Roboter das gesellschaftliche Leben kurz und klein. Denn der Ruin der Spekulanten nach dem â€šSchwarzen Freitagâ€™ war nur der Auftakt zur bislang grÃ¶ÃŸten Depression der kapitalistischen Geschichte. Die vom Crash schwer getroffenen US-Banken muÃŸten reihenweise ihre Geldanlagen aus dem Ausland zurÃ¼ckziehen, besonders natÃ¼rlich aus Europa. Damit rissen die internationalen Kreditketten. UrplÃ¶tzlich erwiesen sich immer mehr Kredite als â€šfaulâ€™, weil die GlÃ¤ubiger, Sparer und Anleger um ihr Geld fÃ¼rchteten und es schnellstmÃ¶glich einzutreiben versuchten, wÃ¤hrend umgekehrt die Schuldner ihre Kredite durch Spekulationsverluste und rasch zurÃ¼ckgehende reale Produktion nicht mehr bedienen konntenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ProzeÃŸ der AbwÃ¤rtsspirale â€žverlief in mehreren SchÃ¼ben, jedesmal durch neue ZusammenbrÃ¼che von Banken eingeleitet [â€¦]. Besonders betroffen vom Abzug auslÃ¤ndischer Gelder war Deutschland, dessen Nettoinvestitionen in den Jahren vor 1929 zu fÃ¼nfzig Prozent mit auslÃ¤ndischen, vor allem US-amerikanischen Krediten finanziert worden waren [â€¦]. Reihenweise bankrottierten Industrieunternehmen oder fuhren ihre Produktion drastisch zurÃ¼ck. In den USA stieg die Arbeitslosenquote auf 25 Prozent, in Deutschland auf Ã¼ber 40 Prozent. Ã„hnliche GrÃ¶ÃŸenordnungen wurden Ã¼berall in der industrialisierten kapitalistischen Welt erreicht. Aber auch die agrarischen und rohstoffproduzierenden LÃ¤nder wurden durch den drastischen globalen RÃ¼ckgang von Produktion und Kaufkraft in den Strudel der Krise gerissen. Und Ã¼berall sackte das Sozialprodukt dramatisch ab; in den USA um 30 Prozent und in Deutschland um mehr als 50 Prozentâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ergebnis dieser zweiten und grÃ¶ÃŸeren Welle der Weltwirtschaftskrise war ein â€žglobaler [[Deflation|deflationÃ¤rer]] Schockâ€œ. â€žIn den USA irrten nahezu mittellose Massen in ihren Ford-Autos, dem einzigen noch verbliebenen Besitz, hilflos durch das Land auf der Suche nach Gelegenheitsjobs, um ein wenig Essen und Benzin zu verdienen [â€¦]. AuÃŸer diesen bizarren mobilen [[Slum]]s entstanden in den VorstÃ¤dten auch riesige neue Elendsviertel, die nie mehr ganz verschwinden solltenâ€œ. â€žIn allen groÃŸen Industriestaaten schwoll die Zahl der Hungernden wieder anâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz zieht das Fazit, dass die Wirtsschaftskrise binnen kÃ¼rzester Zeit die sozialen Standards wieder â€žauf das Niveau des 18. und frÃ¼hen 19. Jahrhundertsâ€œ zurÃ¼ckfallen lieÃŸ. â€žDieser kapitalistische Alptraum machte natÃ¼rlich auch vor der Kultur und selbst vor den minimalsten zivilisatorischen Errungenschaften nicht halt. Reihenweise wurden SchwimmbÃ¤der, Theater und kulturelle Institutionen geschlossen, die Etats der Bibliotheken und des gesamten Bildungswesens, der KrankenhÃ¤user und der medizinischen Versorgung brutal zusammengestrichen. Die Entzivilisierung der gesamten kapitalistischen Welt nahm&lt;br /&gt;
AusmaÃŸe an, wie sie selbst noch in der ersten, inflationÃ¤ren Phase der Krise niemand fÃ¼r mÃ¶glich gehalten hÃ¤tteâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Diktaturen und â€žKrieg der Weltenâ€œ ====&lt;br /&gt;
Kurz bezeichnet es  als â€žSelbstbetrugâ€œ und  â€žGeschichtsklitterungâ€œ  der â€žbÃ¼rgerlich-demokratischen Ideologie, daÃŸ sie die nun folgende dritte Runde der Weltkatastrophe im Ãœbergang zur Zweiten industriellen Revolution von den innerkapitalistischen WidersprÃ¼chen mÃ¶glichst weitgehend abzulÃ¶sen suchtâ€œ. Die Kennzeichnung der Nazi-Diktatur als â€žAbsturz einer westlich geprÃ¤gten Zivilisation in eine Barbarei ohnegleichenâ€œ ([[Wolfgang Mommsen|Mommsen]]), â€žwie eine typische Konsensformulierung nicht nur unter zeitgenÃ¶ssischen Historikern lautet, blockt von vornherein die Frage nach einem inneren Zusammenhang, einem gemeinsamen Kontext oder einer gemeinsamen Grundlage von Marktwirtschaftsdemokratie und Nazi-Verbrechen oder Ã¼berhaupt staatsterroristischen Krisen und Modernisierungsdiktaturen der jÃ¼ngeren Vergangenheit ab, in der das barbarische Moment der â€šwestlich geprÃ¤gten Zivilisationâ€™ selber aufscheinen kÃ¶nnteâ€œ.  Die Diktaturen des 20. Jh. wÃ¼rden in der bÃ¼rgerlichen ErklÃ¤rungsweise als das schlechthin â€žAndereâ€œ und â€žFremdeâ€œ behandelt, â€ždas aus den Tiefen der Geschichte emporgestiegen ist und die dunkle, antizivilisatorische Seite des Menschen Ã¼berhaupt reprÃ¤sentiertâ€œ. Kurz hÃ¤lt dieses â€žKonstruktâ€œ fÃ¼r so â€žoffenkundig projektiv und manichÃ¤isch, daÃŸ es verdÃ¤chtig an die Struktur der Nazi-Ideologie selbst erinnertâ€œ.  Bei einer Betrachtung der gesamten Modernisierungsgeschichte liege es nahe,  â€žKapitalismus, Liberalismus und Marktwirtschaftsdemokratie nicht als Ã¼bergreifendes Positivum zu verstehenâ€œ, sondern als â€žnegative und repressive Zwangsvergesellschaftung durch die monstrÃ¶se â€šschÃ¶ne Maschineâ€™ der â€šVerwertung des Wertsâ€™â€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Diktaturen des 20. Jahrhunderts wurzelten in der kapitalistischen Produktionsweise und seien â€žErscheinungsform jener â€šeigentlichen und modernisierenden Revolution des liberalen Kapitalismusâ€™ selbstâ€œ. â€žAus dieser negativen, kritischen Perspektive kann besonders [[KZ Auschwitz-Birkenau|Auschwitz]] nur als die nicht mehr zu Ã¼berbietende Ã¤uÃŸerste Konsequenz der liberalen Ideologie in der Tradition von Hobbes, Mandeville, de Sade, Bentham, Malthus u. Co. verstanden werden [â€¦]â€œ. &lt;br /&gt;
Ihre â€žNaturalisierung und Biologisierung des Sozialenâ€œ stelle â€žeine historische Schicht von Auschwitzâ€œ dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz spricht von â€žeiner Art Dr.-Jekill-und-Mr.-Hyde-IdentitÃ¤t von Demokratie und Diktaturâ€œ.  Die westliche Nachkriegsdemokratie sei â€žnichts anderes als die fortentwickelte und zur â€šzweiten Naturâ€™ objektivierte Diktatur einer fetischistischen, in Wahrheit der menschlichen Vernunft hohnsprechenden Gesellschaftsmaschineâ€œ. In den Diktaturen des 20. Jahrhunderts habe sich â€žnur der liberale Terror des FrÃ¼hkapitalismus auf hÃ¶herer Stufenleiter der Entwicklung und mit verschobenen ideologischen Legitimationsmusternâ€œ  wiederholt. Schon in der Doktrin von Hobbes sei â€ždie IdentitÃ¤t von Liberalismus und Diktatur enthaltenâ€œ gewesen. Der â€žâ€šÃ¶konomische Terrorâ€™ des Kapitalismus sollte verinnerlicht werden, bis schlieÃŸlich das Menschenmaterial reif dafÃ¼r gemacht wÃ¤re, eine demokratische Exekution dieses Terrors an sich selbst zu vollstreckenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz weist an dieser Stelle darauf hin, dass die â€žfriedliche Marktwirtschaftâ€œ  â€žin ihren objektivierten Wirkungen mehr Menschen- und nicht zuletzt Kinderopfer gefordert hat (und weiterhin fordert) als sÃ¤mtliche Ã¤uÃŸeren Repressionen und Kriege aller modernen Diktaturen zusammengenommenâ€œ. Trotzdem wÃ¼rden â€žnur die letzteren Opfer als solche gezÃ¤hlt, wÃ¤hrend die ersteren in neutral dargestellten Statistiken gar nicht als Opfer erscheinenâ€œ.  â€žWeil die Verbindung von TÃ¤ter und Opfer nur bei Ã¤uÃŸerer Gewaltanwendung eine unmittelbare und direkt einsichtige ist, wÃ¤hrend die Ã¶konomische Gewalt in ihren gesellschaftlichen Vermittlungen verschwindet und in der liberalen Ideologie als â€šNaturgesetzlichkeitâ€™ erscheint, kÃ¶nnen sich die TÃ¤ter und Exekutoren der â€šunsichtbaren Handâ€™ sogar als politische Moralisten aufspielen, die sich nicht einmal entblÃ¶den, die Welt zu Mitleid und Hilfe fÃ¼r die Opfer ihres eigenen Tuns in seiner blinden Gesamtresultante aufzufordern. Sie kÃ¶nnen sich dabei auf die massenhafte Verinnerlichung der kapitalistischen Pseudo-Natur [â€¦] verlassen und erkennen sich selber nicht mehr als die Verbrecher und Exekutoren eines diktatorischen Zwangs, die sie real sindâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Die â€žAbdankungâ€œ des BÃ¼rgertums ====&lt;br /&gt;
Entscheidend fÃ¼r die weitere Entwicklung ist fÃ¼r Kurz der seit dem Ersten Weltkrieg erfolgende Wandel des VerhÃ¤ltnisses des BÃ¼rgertums zum â€žSystem der â€šabstrakten Arbeitâ€˜â€œ. In der Zeit davor war dies â€žfÃ¼r das â€šunterstÃ¤ndischeâ€˜ Menschenmaterial reserviertâ€œ. â€žDas alte BÃ¼rgertum hÃ¤tte sich â€žnie auf eine Stufe mit den â€šhandsâ€˜, den Fabrikarbeitern, gestelltâ€œ; eher orientierte es sich in Europa â€žan den â€šgehobenen Tischsittenâ€˜ und soziokulturellen Mustern des Adelsâ€œ.  Das Vetreter des BÃ¼rgertums begriffen sich selbst â€žnoch nicht als bloÃŸe Funktionseliten eines verselbstÃ¤ndigten Mechanismusâ€œ, hatten also â€žein scheinbar Ã¤uÃŸerliches VerhÃ¤ltnis zum System der â€šabstrakten Arbeitâ€˜â€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žDer industrielle GroÃŸkrieg mit seinen sozialen Einschmelzungsprozessen und Folgekrisen hatte&lt;br /&gt;
nun aber das bÃ¼rgerliche Honoratiorentum in jeder Hinsicht ruiniert; nicht nur sozialÃ¶konomisch,&lt;br /&gt;
sondern auch ideell und soziokulturellâ€œ. Die â€žErkenntnis, Ã¼bermÃ¤chtigen anonymen KrÃ¤ften und â€štitanischenâ€˜ MÃ¤chten eines unkontrollierbaren historischen Prozesses und einer verselbstÃ¤ndigten Gesellschaftsmaschine als bloÃŸes Objekt ausgeliefert zu sein, [...] war in das gesamte bÃ¼rgerliche BewuÃŸtsein gedrungenâ€œ. Daher konnte auch die â€žstÃ¤ndische Distanz zur industriellen â€šArbeitâ€˜ keinen Bestand habenâ€œ. Die Arbeiterbewegung verlor damit â€ždas Privileg, sich als das alleinige organisierte SelbstbewuÃŸtsein der â€šabstrakten Arbeitâ€˜ darstellen zu kÃ¶nnen. Dieses SelbstbewuÃŸtsein ging auf die nunmehr endgÃ¼ltig funktionell reduzierten Eliten Ã¼ber und erschien daher nicht mehr bloÃŸ in der linken, sozialistischen Ideologie, sondern auch in rechten, faschistischen und liberaldemokratischen Variantenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz zieht die Schlussfolgerung, dass die â€žsozialistische Arbeiterbewegung [...] in der Zwischenkriegszeit weniger an politischen und taktischen Fehlern gescheitert ist. In Wahrheit machte die Abdankung des klassischen BÃ¼rgertums die Essenz der verkÃ¼rzten sozialistischen Kapitalismuskritik fÃ¼r immer obsoletâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der â€žStaatskapitalismusâ€œ der Sowjetunion ====&lt;br /&gt;
Kurz betrachtet die Geschichte der â€ž[[Staatskapitalismus|staatskapitalistischen]] [[Sowjetunion]]â€œ als â€žPrototyp der staatsÃ¶konomischen â€šnachholenden Modernisierungâ€™ im 20. Jahrhundertâ€œ. Die Sowjetunion stand seiner Ansicht nach in einer doppelten â€žhistorischen Zwangslageâ€œ:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*  Sie konnte â€žkeinen grundsÃ¤tzlich anderen Entwicklungspfad mehr einschlagen als den vom westlichen Kapitalismus vorgezeichneten, auch wenn sie sich kapitalismuskritisch legitimierteâ€œ. Die Sowjetunion war konfrontiert mit der â€žPrÃ¤senz des kapitalistisch vorausgeeilten Westensâ€œ, â€žund zwar nicht nur in technischer Hinsichtâ€œ;  vielmehr â€žwar auch das â€šWeltbewuÃŸtseinâ€™ bereits ein kapitalistisch geformtes, das von kapitalistisch geprÃ¤gten Medien kapitalistische Kategorien und Kriterien in die Intelligenz aller Weltregionen getragen hatteâ€œ.  Der Marxismus der Sowjetideologie war so in der Sicht Kurzâ€™ â€žkeineswegs allein ein Produkt der russischen â€šUnterentwicklungâ€™ unter dem Zarenregime, sondern vor allem eine Erscheinungsform des kapitalistisch domestizierten sozialistischen und Arbeiterklassen-BewuÃŸtseins im allgemeinen (daher auch die Emphase der â€šWesternizationâ€™ bei Lenin und Stalin)â€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sie konnte â€žin einer von den Standards des zeitgenÃ¶ssischen Kapitalismus bestimmten Weltâ€œ nicht einfach bloÃŸ denselben Prozess, den der Westen durchgemacht hatte, â€žmit derselben Geschwindigkeit wiederholenâ€œ, sondern musste â€žauf dem Niveau des 20. Jahrhunderts einsteigenâ€œ.  Dieser Prozess musste â€žunter hohem Kapitaleinsatz bereits als industrieller stattfinden; und nicht nur als industrieller schlechthin, sondern unter den Bedingungen und in den Formen eines Protofordismusâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz ist daher der Meinung, dass das, was â€žheute als â€šVerbrechen des Kommunismusâ€™ [â€¦] aufgelistet wÃ­rdâ€œ, nichts anderes gewesen sei als â€ždie zeitlich komprimierte Wiederholung der frÃ¼hkapitalistischen Schreckenâ€œ.  â€žDie Hungersnot der frÃ¼hen 30er Jahre mit Millionen von Toten war die Folge einer rigiden Industrialisierungspolitik, deren Kosten besonders aus der groÃŸen Masse der LandbevÃ¶lkerung herausgepreÃŸt wurdenâ€œ. â€žDie Menschenopfer der sowjetischen Industrialisierung waren â€žeinem gewaltsamen Aufbau von (staats)kapitalistischen Industriesystemen und der Durchsetzung von Normen der â€šabstrakten Arbeitâ€™â€œ geschuldet. &lt;br /&gt;
Zur selben Zeit, als â€žder vorausgeeilte Westen im Strudel der Weltwirtschaftskrise versank und die IrrationalitÃ¤t eines entwickelten Kapitalismus sich an der massenhaften Stillegung der Produktion erwies, hatte die Sowjetunion hohe Wachstumsraten. Die aus der BevÃ¶lkerung herausgepreÃŸten Mittel verwandelten sich in Geldkapital, mit dem im Ausland InvestitionsgÃ¼ter fÃ¼r die Industrialisierung eingekauft wurdenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sowjetunion hoffte darauf, â€žsich mit den Methoden frÃ¼hkapitalistischer Grausamkeit an die Spitze der Weltentwicklung setzen zu kÃ¶nnen. Sie tat das mit der Emphase einer historischen â€šBerechtigungâ€™, nÃ¤mlich mit dem Willen der NachzÃ¼gler, sich nicht zum abhÃ¤ngigen und ausgebeuteten Hinterland der kapitalistischen Zentren degradieren zu lassen. Dieser Impuls, im Namen eines gleichberechtigten Eintritts in den industriellen Weltmarkt die Gegenwart der Zukunft aufzuopfern, trug dazu bei, den Leiden und Grausamkeiten einen relativen â€šSinnâ€™ zu verleihen und ihre mÃ¶rderischen Konsequenzen zu verdrÃ¤ngenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz konstatiert allerdings in der â€žsowjetischen â€šnachholenden Modernisierungâ€™â€œ, und in der Ideologie der â€žArbeiterbewegung und der Linken Ã¼berhauptâ€œ ein bis heute â€žuneingelÃ¶stes Momentâ€œ: den â€žTraumâ€œ von der â€žfreien und bewuÃŸten [[Selbstorganisation]]â€œ, â€žvon dem Marx einst gesprochen hatte und der sich nur dann einlÃ¶sen lÃ¤ÃŸt, wenn eine soziale Bewegung, die sich nicht mehr als das sich selbst verkaufende Vieh der ArbeitsmÃ¤rkte definieren lÃ¤ÃŸt, und eine theoretische Kritik des modernen Fetischsystems zusammenkommenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff des â€žâ€š[[Sowjet]]â€™â€œ verweise auf diesen â€žsozialen Impuls, der rasch wieder verschwand und von den BrutalitÃ¤ten der â€šnachholenden Modernisierungâ€™ aufgesaugt wurdeâ€œ.  Es  handelte sich â€žursprÃ¼nglich um die â€šRÃ¤teâ€™, die Selbstverwaltungsorgane der Produzenten mit einem Anspruch, [â€¦] alle gesellschaftlichen Angelegenheiten, den Einsatz der Ressourcen und modernen ProduktivkrÃ¤fte, einem Diskussions- und EntscheidungsprozeÃŸ unter Beteiligung aller Gesellschaftsmitglieder zu unterwerfen. Dieser Anspruch einer umfassenden Selbstorganisation brach sich in der russischen Revolution nicht allein an einer mangelnden Entwicklung der ProduktivkrÃ¤fte, sondern mehr noch daran, daÃŸ das â€šWeltbewuÃŸtseinâ€˜ unter EinschluÃŸ der sozialistischen Arbeiterbewegung bereits durchgehend kapitalistisch kontaminiert warâ€œ.  Eine â€žbewuÃŸte Diskussion und gemeinsame Entscheidung Ã¼ber die Verwendung der Ressourcen ausgerechnet in den Kategorien einer blinden, selbstzweckhaften Gesellschaftsmaschine ist jedoch eine logische und praktische UnmÃ¶glichkeit. Insofern war es nicht einfach die Aushebelung der RÃ¤te durch die â€šParteidiktaturâ€˜, die das Projekt der gesellschaftlichen&lt;br /&gt;
Selbstverwaltung zerstÃ¶rt hat [..], sondern die Fesselung des MassenbewuÃŸtseins selber in den&lt;br /&gt;
Formen kapitalistischer Reproduktionâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Entwicklung der Sowjetunion â€ždegeneriertenâ€œ die RÃ¤te â€žschnell zu einer bloÃŸen Attrappe der Selbstorganisation, indem die gesellschaftliche Reproduktion jener fordistischen Zielsetzung unterworfen wurde, welche die staatssozialistischen Protagonisten bereits verinnerlicht hattenâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Keynesianische Revolution ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Weltwirtschaftskrise glaubte - so Kurz - fast niemand mehr â€žan die Doktrin der â€šunsichtbaren Handâ€™â€œ. Es herrschte â€žin nahezu allen politischen und ideologischen Lagern eine â€šAtmosphÃ¤re der Feindschaft gegenÃ¼ber dem Kapitalismusâ€™ [â€¦], die aus bitteren Erfahrungen genÃ¤hrt warâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kurz bezog sich aber diese â€žâ€šKapitalismuskritikâ€™ der Zwischenkriegszeit nirgendwo auf&lt;br /&gt;
den Kapitalismus als (warenproduzierendes) Selbstzweck-System, sondern immer nur auf seine&lt;br /&gt;
vergangene, obsolet gewordene Form des 19. Jahrhundertsâ€œ. â€žDie kapitalistischen Grundkategorien waren im MassenbewuÃŸtsein ebenso wie in der theoretischen Reflexion bereits [..] verinnerlichtâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die â€žKritikâ€œ drÃ¼ckte sich aus im Ãœbergang â€žzu einer allgemeinen staatsÃ¶konomischen Regulation, zum Staat als wesentlichem Wirtschaftssubjektâ€œ. FÃ¼r die USA stellte â€ž[[Franklin D. Roosevelt|Roosevelts]] [[New Deal]] den tiefsten Einschnitt in ihre Wirtschaftsgeschichte darâ€œ. Roosevelt ging es mit diesem Programm darum, â€ždas durch die Krise fast halbierte Einkommen der lÃ¤ndlichen FarmerbevÃ¶kerung zu stabilisieren. Dies geschah in einer Weise, wie sie auf dem Agrarsektor immer wieder angewendet worden ist und heute z. B. das absurde Gesamtkunstwerk der Landwirtschaftspolitik in der EuropÃ¤ischen Union bestimmt: nÃ¤mlich durch Reduktion des Angebots, um die Preise fÃ¼r Agrarprodukte kÃ¼nstlich hoch zu halten. In der Form staatlicher Regulation bedeutete dies, PrÃ¤mien fÃ¼r die Reduzierung der AnbauflÃ¤che aus Staatsfonds zu zahlenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ansonsten gehÃ¶rte zu den MaÃŸnahmen des New Deal â€žvor allem die Finanzierung Ã¶ffentlicher&lt;br /&gt;
Arbeiten. Dabei handelte es sich wie in Nazi-Deutschland und in der Sowjetunion vor allem um&lt;br /&gt;
Projekte der Infrastruktur wie StraÃŸen, StaudÃ¤mme und Kraftwerke; die staatsÃ¶konomischen AnsÃ¤tze&lt;br /&gt;
der KrisenbewÃ¤ltigung gingen so Hand in Hand damit, die bislang unzureichenden logistischen&lt;br /&gt;
Rahmenbedingungen fÃ¼r die Zweite industrielle Revolution zu schaffen, insbesondere fÃ¼r den Massenkonsum von Automobilen und neuen Medienâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In  Nazi-Deutschland wurden die staatsÃ¶konomischen Eingriffe â€žweitaus  stÃ¤rker als im New Deal vorangetriebenâ€œ. Die Hitler-Administration legte â€žeine ganze Reihe von â€šArbeitsbeschaffungsprogrammenâ€™ aufâ€œ. Diese standen dabei â€žvon vornherein im Zeichen von AufrÃ¼stung und Kriegsvorbereitungâ€œ. â€žWenn Hitlers â€š[[Arbeitsschlacht]]â€™ die Wirkungen des New Deal Ã¼bertraf, so war dies einer zunehmenden RÃ¼stungskonjunktur geschuldetâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der â€žfordistische Durchbruchâ€œ war â€žnicht anders als mit den mehr oder weniger stark wiederbelebten Finanzmethoden der Kriegswirtschaft anzusteuern. Damit wurden die Grundlagen fÃ¼r einen neuen, diesmal lÃ¤ngerfristigen Umschlag des deflationÃ¤ren in einen inflationÃ¤ren Zyklus gelegt, in dem sich der kapitalistische Selbstwiderspruch bewegen und seine absolute Schranke noch einmal hinausschieben konnteâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zu diesen Konjunkturprogrammen schuf der britische Ã–konom [[John Maynard Keynes]] â€ždie dazugehÃ¶rige Theorie des â€š[[Deficit spending]]â€™â€œ. Keynes zog â€žaus den Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise den SchluÃŸ, das bis dahin gÃ¼ltige â€šklassischeâ€™ [[Saysches Theorem|Saysche Theorem]], daÃŸ das Angebot seine eigene Nachfrage schafft (also eine sich selbst Ã¼berlassene â€šunsichtbare Handâ€™ der MÃ¤rkte automatisch zum â€šGleichgewichtâ€™ der VollbeschÃ¤ftigung fÃ¼hren muÃŸ), sei falsch - oder zumindest nur ein Sonderfall in den â€šWechsellagenâ€™ der kapitalistischen Ã–konomie. Keynes stellte demgegenÃ¼ber fest, daÃŸ der Fall eines â€šnegativen Gleichgewichtsâ€™ weit unterhalb der VollbeschÃ¤ftigung eintreten kann, sobald in einer Gesellschaft â€šzuvielâ€™ Kapital akkumuliert worden ist, als daÃŸ es einen ausreichenden Anreiz zur realen Reinvestition geben kÃ¶nnteâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz bemerkt kritisch, dass Keynes selbst zugegeben habe, dass â€žes sich bei seiner Theorie â€žim Grunde nur um einen â€šAufschubâ€˜ der absoluten Grenze kapitalistischer Produktion handeln kann. Ebenso unfreiwillig enthÃ¼llt er die AbsurditÃ¤t der dem KapitalverhÃ¤ltnis inhÃ¤renten Logik. [...] Nicht umsonst wÃ¤hlt Keynes die Metapher der â€šPyramideâ€˜, denn nur in offen sinnlosen Projekten konnte der kapitalistische â€šInvestitionismusâ€˜ weitergetrieben werden: â€šZwei Pyramiden, zwei Steinhaufen fÃ¼r die Toten, sind doppelt so gut wie einer, aber nicht so zwei Eisenbahnen von London nach Yorkâ€˜ [..]. Bei anderer Gelegenheit prÃ¤gte Keynes sogar das â€šBonmotâ€˜, besser als in der Krise gar nichts zu tun sei es, â€šleere Bierflaschen mit Zehnpfundnoten in stillgelegten Bergwerken zu vergraben und sie von Unternehmern wieder ausbuddeln zu lassenâ€˜â€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žDie erste groÃŸe Runde des â€šKeynesianismusâ€˜ mÃ¼ndete in einen neuen RÃ¼stungswettlauf, den Hitlers Turbo-RÃ¼stung und offene Kriegsvorbereitung eingeleitet hatte. Da die zivile fordistische Basis noch weitgehend fehlte und auch nicht aus sich heraus durchgesetzt werden konnte, war wieder einmal der Krieg der Vater aller Dinge. Nur so konnte [...] der fordistische Durchbruch erzielt werden. Hitler war gewissermaÃŸen der Exekutor dieser mÃ¶rderischen â€šListâ€˜ einer Geschichte, die ihr dunkelstes Kapitel zu schreiben begannâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Provokation des Westens durch Hitler â€žfÃ¼hrte wenigstens dazu, daÃŸ die kapitalistischen WestmÃ¤chte ein ungeliebtes BÃ¼ndnis mit dem sowjetischen Staatskapitalismus eingehen muÃŸten. So konnte gerade noch der Absturz des Kapitalismus in eine globale Barbarei ohnegleichen verhindert werden. Das war keineswegs zwangslÃ¤ufig. Es ist sehr zu bezweifeln, ob der Judenmord der Nazis allein gereicht hÃ¤tte, um diese Konstellation herbeizufÃ¼hrenâ€œ. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žDer [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]], der eigentliche Durchbruch der Zweiten industriellen Revolution, Ã¼bertraf an Vernichtungskraft die erste, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bei weitem. [...]  Und wieder â€šglÃ¤nzteâ€˜ der industrielle Krieg auf dem nunmehr fordistischen Niveau durch eine Beschleunigung von technischen Innovationen: Radar und&lt;br /&gt;
DÃ¼senflugzeug, Raketen als Vorstufe der Raumfahrt und nicht zuletzt Kernenergie und Atombombe&lt;br /&gt;
erschienen als technologische Speerspitzen einer genuin kapitalistischen Horrorform der Produktivkraftentwicklungâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žDieser neuerliche Triumph der â€šschÃ¶nen Maschineâ€˜ kostete insgesamt 55 Millionen Menschen das Leben, groÃŸe Teile Europas und Asiens wurden verwÃ¼stet. Aber merkwÃ¼rdig: Die abermaligen und ungeheuerlichen â€šKosten der Modernisierungâ€˜, die quantitativ wie qualitativ allen bisherigen Terror und Horror des Kapitalismus Ã¼bertrafen, riefen kein geistiges Echo der tiefen ErschÃ¼tterung mehr hervor wie noch die Urkatastrophe des Ersten Weltkriegs. Die zweite blutige Geburt der fordistischen Welt ging intellektuell und kulturell auf eine gespenstisch stumme Weise vor sich. Es war, als liefe das bis ins Mark demoralisierte Menschenmaterial geradezu gleichgÃ¼ltig und bereits roboterhaft kalt durch eine Feuerwand in den kommerziellen, endgÃ¼ltig entgeistigten Stumpfsinn des kommenden trostlosen Konsumparadieses hinein. Ahnungsvoll heiÃŸt es in einer zeitgenÃ¶ssischen Verszeile von Karl Kraus: Das Wort entschlief, als jene Welt erwachteâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kapitel 7: Das System der totalitÃ¤ren Weltmarkt-Demokratien ===&lt;br /&gt;
=== Kapitel 8: Die Geschichte der Dritten industriellen Revolution ===&lt;br /&gt;
=== Epilog ===&lt;br /&gt;
Das Schlusskapitel des Buches endet in der pessimistischen Prognose, dass â€žder â€šBewusstseinssprungâ€˜ nicht mehr vollzogen wird, der fÃ¼r eine neue soziale&lt;br /&gt;
Emanzipationsbewegung erforderlich wÃ¤reâ€œ, die zu einer Ãœberwindung des Kapitalismus' fÃ¼hren kÃ¶nnte. Dieser sei aber dennoch nicht Ã¼berlebensfÃ¤hig, da der Funktionsmechanismus der â€žschÃ¶nen Maschineâ€œ nicht verÃ¤nderte werden kÃ¶nne. Kurz befÃ¼rchtet als Konsequenz â€ždie unaufhaltsame Entzivilisierung der Welt, wie sie jetzt schon Ã¼berall sichtbar wirdâ€œ. Als einzige Handlungsalternative sieht er in einer solchen Situation â€žeine Kultur der Verweigerungâ€œ. Diese bedeute, â€žjede Mitverantwortung fÃ¼r â€šMarktwirtschaft und Demokratieâ€˜ zu verweigern, nur noch â€šDienst nach Vorschriftâ€˜ zu machen und den kapitalistischen Betrieb zu sabotieren, wo immer das mÃ¶glich istâ€œ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
*[http://www.exit-online.org/pdf/schwarzbuch.pdf Schwarzbuch Kapitalismus] - das Buch komplett als PDF&lt;br /&gt;
** [http://www.sozialistische-klassiker.org/Kurz/Kurz01.pdf] (alternative Quelle)&lt;br /&gt;
*http://home.pages.at/der-stoerenfried/zeitung/a02/10.htm&lt;br /&gt;
*http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/5659/1.html&lt;br /&gt;
*[http://gegenstandpunkt.com/gs/00/3/gs003195.html R. Kurz: &amp;quot;Schwarzbuch Kapitalismus - ein Abgesang auf die Marktwirtschaft&amp;quot;: Die Intellektuellenfibel fÃ¼r den Abgesang auf Kapitalismuskritik] eine marxistische Rezension des Buches in der Nummer 3/2000 der  Zeitschrift &amp;quot;[[GegenStandpunkt]]&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Robert Kurz]]: ''Schwarzbuch Kapitalismus. Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft''. Ullstein, MÃ¼nchen 2001, ISBN 3-548-36308-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch== &lt;br /&gt;
*[[Wertkritik]], [[Wert]]&lt;br /&gt;
*[[Marxismus]], [[Postmarxismus]], [[Kommunismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Rudolf_Rocker/Nationalismus_und_Kultur&amp;diff=25355</id>
		<title>Rudolf Rocker/Nationalismus und Kultur</title>
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				<updated>2006-10-02T23:54:16Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: interne Links geheilt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{sublink|Rudolf Rocker}}&lt;br /&gt;
== Entstehung und Rezeption von â€žNationalismus und Kulturâ€œ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von H. DÃ¶hring:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
â€žRudolf Rockers Buch â€žNationalismus und Kulturâ€œ ist ein wichtiger Beitrag zur politischen Philosophie, sowohl wegen seiner tiefschÃ¼rfenden und hÃ¶chst informativen Analyse vieler berÃ¼hmter Schriftsteller als auch wegen seiner glÃ¤nzenden Kritik der Staatsverehrung, des vorherrschenden und schÃ¤dlichen Aberglauben unserer Zeit.â€œ ([[Bertrand Russell]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UrsprÃ¼nglich sollte dieses Werk 1936 in Berlin erscheinen, was durch die MachtÃ¼bernahme der Nationalsozialisten verhindert worden ist. Schon vor Beginn des 1. Weltkrieges befasste Rocker sich mit den verschiedenen politischen, sozialen, kulturellen und gewerkschaftlichen Fragen seiner Zeit, was sich in zahlreichen schriftlichen Abhandlungen, sowie VortrÃ¤gen niederschlug. Seine Gedanken kulminierten dann zusammengefasst in dem Manuskript, welches er, nur wenige Tage zuvor fertig gestellt, im MÃ¤rz 1933 bei seiner Flucht aus Deutschland von Berlin Ã¼ber Potsdam, Magdeburg, Frankfurt in die Schweiz und schlieÃŸlich in die USA als einzige Habe mit sich fÃ¼hren und damit retten konnte. Besonderes Interesse daran kam aus Spanien, wo sich spanische [[Anarcho-SyndikalistInnen]] im â€žBÃ¼rgerâ€œkrieg mit dem MilitÃ¤r Francos und den stalinistischen Kommunisten Spaniens befanden. Folglich erschien die erste Ausgabe 1936 auch nicht in deutscher, sondern in spanischer Sprache in Barcelona im anarchistischen Verlag â€ž[[Tierra y Libertad]]â€œ. Ein Jahr spÃ¤ter kam eine weitere Ausgabe in New York beim Verlag â€ž[[Covici-Friede]]â€œ in englischer Sprache heraus â€“ Der deutsche Text blieb dagegen bis nach dem Krieg unverÃ¶ffentlicht. Ãœbersetzungen gab es auch ins HollÃ¤ndische, Schwedische, Portugiesische, FranzÃ¶sische und Japanische.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rockers Buch â€žNationalismus und Kulturâ€œ stallt nach den Worten seines Biographen Peter Wienand den Versuch dar, eine â€žalle Wissensgebiete umfassende philosophische Gesamtschau zu bietenâ€œ und ist damit in seiner geschichtsphilosophischen Konzeption Oswald Spenglers â€žDer Untergang des Abendlandesâ€œ sehr Ã¤hnlich. So nimmt es nicht Wunder, dass die deutsche Erstausgabe auch unter dem Titel â€žDie Entscheidung des Abendlandesâ€œ erschien. Im Gegensatz zu Spengler sah Rocker jedoch im Menschen ein eigenstÃ¤ndiges und vollwertiges Wesen, welches seine Zukunft ganz aus eigener Kraft gestalten kÃ¶nne und somit auch der Verlauf der Geschichte allein von ihm abhÃ¤ngig ist, von seinem â€žWillen zur Freiheitâ€œ.&lt;br /&gt;
Rockers Werk ist nicht nur zuerst im Ausland gedruckt, sondern auch fast nur dort gedruckt und somit auch breiteren Kreisen bekannt geworden. In Deutschland interessierten sich weder die grÃ¶ÃŸeren westdeutschen noch die ostdeutschen Verlage fÃ¼r die anarcho-syndikalistischen GedankengÃ¤nge Rockers.&lt;br /&gt;
Auch [[Albert Einstein]] und Thomas Mann kamen in den Genuss des Buches. Einstein: â€žIch finde Rockers Buch auÃŸerordentlich originell und lehrreich. Es stellt die gesellschaftlichen ZusammenhÃ¤nge Ã¼berzeugend im neuen Licht dar. Ich teile zwar nicht Rockers negative Grundeinstellung zum Staate, halte aber dieses Buch fÃ¼r sehr wichtig.â€œ&lt;br /&gt;
Thomas Mann: â€žEs freut mich aufrichtig, dieses bedeutende, tief fundierte und geistig reiche Buch zu besitzen, und ich mÃ¶chte wÃ¼nsche, dass es in viele HÃ¤nde all Ã¼ber die Welt hin gelangt.â€œ&lt;br /&gt;
Verbreitung fand â€žNationalismus und Kulturâ€œ besonders an manchen UniversitÃ¤ten Amerikas und avancierte bei mindestens vier Professoren zum Vortragsgegenstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der anarchistischen Bewegung wurden Rockers Schriften ebenso sehr als Grundlage betrachtet, wie die Gedanken [[Michail Bakunin|Bakunins]], [[Peter Kropotkin|Kropotkins]] oder [[Pierre Joseph Proudhon|Proudhons]]. [[Fritz Linow]] sprach von einem â€žStandardwerk des freiheitlichen Sozialismusâ€œ, [[Augustin Souchy]] schlug fÃ¼r den Verfasser den Friedensnobelpreis vor, [[F.A. Ridley]] charakterisierte es als â€ždie umfassendste und mit auÃŸergewÃ¶hnlichen Kenntnissen abgefasste Darstellung freiheitlicher Philosophie.â€œ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus: H. DÃ¶hring: Der Kampf der Kulturen gegen Macht und Staat in der Geschichte der Menschheit. Eine Ausarbeitung zu Rudolf Rockers Werk â€žNationalismus und Kulturâ€œ, Bremen 2002, erhÃ¤ltlich bei FAU-MAT: fau-mat@gmx.de&lt;br /&gt;
[http://www.cafe-libertad.de/mat2/assets/s2dmain.html?http://www.cafe-libertad.de/mat2]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== [[Fritz Linow:]] ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Rocker - Die Entscheidung des Abendlandes ([[Nationalismus]] und [[Kultur]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aus: &amp;quot;[[Die freie Gesellschaft]]&amp;quot;, 1. Jg. (1950), Nr. 3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem Werk legt Rudolf Rocker der deutschen Ã–ffentlichkeit eine umfassende Arbeit von auÃŸerordentlichem soziologischen Wert vor. Die von Rocker angestellten Untersuchungen sprengen den Rahmen einer bloÃŸen literarischen Betrachtung der ZusammenhÃ¤nge zwischen dem Nationalismus und der Kultur. Sie werden bei Rocker zu Fragen des Grundsatzes und der Gesinnung und erhÃ¶hen damit den Wert des Werkes noch erheblich. In unserer Zeit wirken diese BÃ¤nde als wÃ¤ren sie ihr auf den Leib geschrieben. Ohne jede trockene Theorie, mit feinem EinfÃ¼hlungsvermÃ¶gen in den umfangreichen Stoff geschrieben, haben sie nicht nur einen hohen sozialwissenschaftlichen und kulturpolitischen Wert, sondern, was noch bedeutungsvoller ist, sie haben in dieser Zeit der Entscheidungen einen geradezu enormen aktuellen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Zeit krankt an der ÃœberschÃ¤tzung der politischen Ordnung, an der Unfehlbarkeit des Staates. Sie verquickt das ganze Problem der sozialen Beziehungen mit dem Prinzip der Macht. Folglich sieht sie in den vielseitigen menschlichen Beziehungen nicht mehr Lebensfragen, die ihre Ordnung in der Vereinbarung zwischen den beteiligten Individuen finden. Sondern ist behext von dem Glauben, daÃŸ der Staat als Ausdruck der Ã¶ffentlichen Gewalt fÃ¤hig sei, diese Beziehungen zu einer guten Ordnung zu fÃ¼hren. Die staatliche Ordnung aber beruht ihrem Wesen nach auf dem stÃ¤ndigen Versuch, menschliche Rechte und Freiheiten einzuschrÃ¤nken. Als Ordnungsprinzip der Macht muÃŸ sie diese Rechte und Freiheiten gering veranschlagen und bereit sein, sie immer und Ã¼berall zu begrenzen und einzuengen. Auf dem Boden des Machtgedankens wuchern die Ideen des politischen Absolutismus und der TotalitÃ¤t des Staates. In dem Glauben an die LÃ¶sung menschlicher und sozialer Probleme durch den Staat liegt die maÃŸlose Ãœbersteigerung der Wirksamkeit des Staates, der heute tatsÃ¤chlich bestrebt ist, sich total zu machen. Das will heiÃŸen, daÃŸ er in immer neue Gebiete vorstÃ¶ÃŸt und sie seiner Kontrolle unterwirft. Der Staat soll alles, und der Staat kann alles. Er wird quasi zu einem Hexenmeister erklÃ¤rt. Programme werden zur VergrÃ¶ÃŸerung seines Einflusses auf die Gesellschaft entworfen, und in der Konsequenz mancher Staatstheorie stellt sich das Prinzip der Macht der politischen Gewalt sogar so dar, daÃŸ der Besitz der Staatsgewalt einen radikalen Wandel vom absolut Schlechten zum absolut Guten vollbringen wird, wenn nur die richtigen MÃ¤nner oder politischen Gruppen sich ihrer bedienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahrzehnten hat die Staatsidee sich fast zu einer Religion ausgewachsen und erhebt wie alle Religionen ihre AusschlieÃŸlichkeitsansprÃ¼che.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Zeit ist voll von Staatstheorien, aber sie ist auch voll von Furcht vor diesen Theorien. Es ist wohl in der Menschheitsgeschichte immer so gewesen, dass das Grauen in unmittelbarer Nachbarschaft der Hoffnung lebt. Wo heute Hoffnungen auf den Staat gesetzt werden, da steht das Gauen Pate. Irgendwie lebt das GefÃ¼hl, daÃŸ die Gesellschaft im Schlunde des Staates verschwindet. Die Gesellschaft aber reprÃ¤sentiert den Menschen, vereinfacht ausgedrÃ¼ckt: sie ist der Mensch. Der Staat aber reprÃ¤sentiert die Macht, den Willen zur Macht Ã¼ber die Gesellschaft Ã¼ber den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat ist ein gesellschaftsfremdes Element und in seiner hÃ¶chsten Ausdrucksform ein gesellschaftsfeindliches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist das Verdienst Rudolf Rockers, in seinem umfangreichen Werk der maÃŸlosen ÃœberschÃ¤tzung von [[Staat]] und [[Nation]], die ganz besonders den [[Deutsche]]n eigen ist, den Gedanken menschlichter Verantwortung entgegengestellt zu haben. Rocker ist weder Geschichtsmaterialist, noch vermag er den sogenannten wissenschaftlichen Sozialismus zu verteidigen. Dieser wissenschaftliche Sozialismus ist ihm viel zu mechanisch, er tut den Tatsachen Gewalt an, biegt sie fÃ¼r seine Zwecke zurecht und schert den gesamten sozialen EntwicklungsprozeÃŸ Ã¼ber einen Kamm. Rocker setzt dieser Auffassung die Ãœberzeugung entgegen, dass es immer der Mensch ist, der die Dinge gestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rocker ist aber auch kein Metaphysiker. Die sozialen Formen sind ihm Menschenwerk, bei ihm kreist alles um den Menschen. Es sieht das Individuum nicht zweckgebunden, er lÃ¤ÃŸt den Menschen nicht als eine Figur im Spiele stehen ohne Freiheit, ohne Willen und damit ohne Verantwortung. Der Mensch ist bei dem Autor nicht den sinnlos waltenden KrÃ¤ften ausgeliefert. So ist es nur selbstverstÃ¤ndlich, daÃŸ der Geschichts- und Sozialforscher allen fatalistischen Sinngebungen des menschlichten Sozialgeschickes mit Ã¼berzeugenden Argumenten zu Leibe geht. Er kommt zu der einzig mÃ¶glichen und einzig vertretbaren Ãœberzeugung, daÃŸ der Mensch der SchÃ¶pfer seiner Sozialsysteme ist. Im menschlichen Willen liegen die Elemente der Sozialentwicklung. Dieser Wille schafft die gesellschaftlichen Formen, gibt ihnen ihren Charakter, bestimmt ihre Wesen, verÃ¤ndert ihre Struktur.&lt;br /&gt;
Rocker stellt also den Menschen in das Zentrum seiner Geschichtsbetrachtung. Er, der Mensch, ist fÃ¼r die Gesellschaft verantwortlich. Sie stellt den Ã¤uÃŸeren, den sichtbaren Ausdruck seiner Beziehungen untereinander dar, und fÃ¼r diese Beziehungen steht die menschliche Verantwortlichkeit fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus einer solchen Gesinnung resultiert aber auch ganz logisch die Ansicht, daÃŸ der Staat die Gesellschaft verdrÃ¤ngt und damit die menschliche Kultur in Frage stellt, ferner die Ãœberzeugung, daÃŸ die menschlichen Beziehungen zu ihren Ausgangspunkten zurÃ¼ckgefÃ¼hrt werden mÃ¼ssen. Rocker ist FÃ¶deralist nicht aus opportunistischen GrÃ¼nden. Sein [[FÃ¶deralismus]] ist nicht politische Handelsware, die auf dem Markt der Machtkonstellationen zur VerhÃ¶kerung gelangt. Rocker entwickelt vielmehr den FÃ¶deralismus Proudhons konsequent weiter. FÃ¶deralismus ist fÃ¼r ihn wie fÃ¼r diesen soziale Lebensform und deshalb das prÃ¤gnanteste Ausdrucksmittel sozialer Verantwortung, zugleich aber auch die wichtigste Voraussetzung fÃ¼r eine Ãœberwindung des lebens- und gesellschaftsfremden Staatsapparates. In der Entwicklung fÃ¶derativer Formen der sozialen Verwaltung liegt die ZurÃ¼ckdrÃ¤ngung des staatlichen Allmachtprinzips und letztlich seine Ãœberwindung eingeschlossen. Die menschliche Kultur ist in der Hauptsache das Resultat freiwilliger ZusammenschlÃ¼sse. Sie zeigt immer dann ihre hÃ¶chste BlÃ¼te, wenn der Mensch dem geringsten MaÃŸ an Reglementierung unterworfen ist. Die Kultur lebt durch die Freiheit. Wo die Freiheit vom Dschungel der staatlichen BeschrÃ¤nkungsmaÃŸnahmen erstickt wird, hÃ¶rt die Kultur auf und findet ihre AblÃ¶sung durch die zivilisatorischen Resultate des Staates.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FÃ¤lschlicherweise wird die durch StaatsmaÃŸnahmen durchgefÃ¼hrte Zivilisation in immer steigendem MaÃŸe als Kultur ausgegeben. In der &amp;quot;Entscheidung des Abendlandes&amp;quot; aber ist schlÃ¼ssig nachgewiesen, dass solche Zivilisation mit Kultur nichts gemein hat, daÃŸ sie nicht einmal als Vorstufe einer solchen betrachtet werden kann. Kultur wirkt in der Freiheit, in der Freiwilligkeit, in der SolidaritÃ¤t, in den direkten Beziehungen der Menschen untereinander, sie stirbt, wo diese Voraussetzungen nicht gegeben sind oder, so sie im steigenden MaÃŸe der AblÃ¶sung durch den Befehl und das Prinzip des Gehorsams unterworfen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Die Entscheidung des Abendlandes&amp;quot; ist ein Werk von bleibendem Wert. Dem Verlag gilt Dank, daÃŸ er dem deutschen Lesepublikum diese wichtigeVerlautbarung des internationalen BÃ¼chermarktes zugÃ¤nglich machte. An diesem Verdienst ist auch die &amp;quot;Gilde freiheitlicher BÃ¼cherfreunde&amp;quot; beteiligt. Auch ihr gilt Dank fÃ¼r die Initiative, die sie fÃ¼r die Herausgabe dieses Werkes entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei BÃ¤nde freiheitlicher Geschichtsbetrachtung liegen vor uns. Sie sind eine Fundgrube fÃ¼r die Resultate geistiger Entwicklung, MÃ¤nnern, die in Vergessenheit geraten sind, gibt Rocker mit diesem Werk ihre geistige Bedeutung zurÃ¼ck. FÃ¼r den freiheitlichen Sozialismus sind diese BÃ¤nde ein Standardwerk. Mit ihrer Hilfe wird es in der Zukunft leichter sein, Standortbestimmungen der sozialen Entwicklung zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz vorzÃ¼glich die Sprache und die Darstellungsart, die schwierige geistige, politische, soziale und kulturelle Probleme auch dem weniger Belesenen, dem einfachen Manne, verstÃ¤ndlich macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein echter Rocker&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Linow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Albert Einstein ==&lt;br /&gt;
''&amp;quot;Ich finde das Buch ('Nationalismus und Kultur') auÃŸerordentlich originell und aufklÃ¤rend. Es werden in demselben viele Tatsachen und ZusammenhÃ¤nge in neuartiger Weise Ã¼berzeugend beleuchtet.&amp;quot;''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Rocker: Nationalismus und Kultur, MÃ¼nster 1999&lt;br /&gt;
H. DÃ¶hring: Der Kampf der Kulturen gegen Macht und Staat in der Geschichte&lt;br /&gt;
der Menschheit. Eine Ausarbeitung zu Rudolf Rockers Werk &amp;quot;Nationalismus und Kultur&amp;quot;, Bremen 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ãœber Rudolf Rocker:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Wienand: Rudolf Rocker. Der ,geborene' Rebell, Berlin 1981&lt;br /&gt;
Rudolf Rocker: Aus den Memoiren eines deutschen Anarchisten, Frankfurt 1973&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ErhÃ¤ltlich bei: FAU-MAT [http://www.geocities.com/syndikalist2002/ FAU-MAT]Katalog anfordern! (fau-mat@gmx.de)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [http://www.fau.org/texte/anarcho-syndikalismus/art_021112-175401  Das nationale Einheitsphantom]&lt;br /&gt;
* [http://www.graswurzel.net/252/rocker.shtml Rezension von S. MÃ¼nster]&lt;br /&gt;
* [http://projekte.free.de/schwarze-katze/texte/a57.html Rezension von Peter Wienand]&lt;br /&gt;
* [http://www.fau-bremen.tk] (groÃŸes Textarchiv)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anarcho-Syndikalismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:BÃ¼cher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<title>Category:Das Netzwerk der Herrschaft</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;EnthÃ¤lt das Werk &amp;quot;Das Netzwerk der Herrschaft&amp;quot; von Wolfi Landstreicher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<title>Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft/Die Zivilisation zerstÃ¶ren?</title>
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				<updated>2006-09-30T22:46:24Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +kat&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft}}&lt;br /&gt;
'''Nachwort: Die Zivilisation zerstÃ¶ren?'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich vermute, dass alle AnarchistInnen damit einverstanden wÃ¤ren, dass wir jeder Institution, jeder Struktur und jedem System der Herrschaft und Ausbeutung ein Ende bereiten wollen. Die Ablehnung all dieser Dinge ist schliesslich die Grundbedeutung der Anarchie. Die meisten wÃ¼rden sich also damit einverstanden erklÃ¤ren, dass diese Institutionen, Strukturen und Systeme die folgenden sind: der Staat, Privateigentum, Religion, das Gesetz, die patriarchale Familie, Klassenherrschaft u.s.w.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren haben einige AnarchistInnen damit begonnen, Ã¼ber scheinbar nÃ¤here Begriffe der Notwendigkeit der ZerstÃ¶rung der Zivilisation zu diskutieren. Dies fÃ¼hrte natÃ¼rlich zu einer Verteidigung der Zivilisation. UnglÃ¼cklicherweise war dies eine grÃ¶sstenteils sehr scharfe Debatte, die vielmehr aus Beschimpfungen, gegenseitig ungenauen Darstellungen und territorialen Streitigkeiten Ã¼ber das Eigentum des Labels ?anarchistisch? bestand als einer wirklichen Argumentation. Eines der Probleme (obwohl wahrscheinlich nicht das gewichtigste) hinter dieser UnfÃ¤higkeit, die Frage richtig zu debattieren, ist wohl, dass von beiden Seiten nur sehr wenige Individuen versucht haben, ihr VerstÃ¤ndnis von ?Zivilisation? genauer zu erlÃ¤utern. Stattdessen bleibt es ein schwammiger Begriff, der fÃ¼r die eine Seite alles Gute und fÃ¼r die andere Seite alles Schlechte verkÃ¶rpert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine prÃ¤zisere Definition der Zivilisation zu entwickeln ist es der MÃ¼he wert, zu untersuchen, wann und wo gesagt wird, dass die Zivilisation entstanden ist und welche Differenzen momentan zwischen den als zivilisiert geltenden und den als unzivilisiert erachteten Gesellschaften existieren. Eine solche Untersuchung zeigt, dass die Existenz von Viehwirtschaft, Landwirtschaft, Sesshaftigkeit, Verfeinerung der KÃ¼nste, Gewerbe und Techniken oder sogar die simplen Formen des Schmelzens von Metall nicht genÃ¼gen, eine Gesellschaft als zivilisiert zu definieren (obwohl sie die nÃ¶tige materielle Basis fÃ¼r das Entstehen einer Zivilisation enthalten). Vielmehr ist das, was vor ungefÃ¤hr zehntausend Jahren in der ?Wiege der Zivilisation? entstand und von allen zivilisierten Gesellschaften geteilt wird, den als ?unzivilisiert? geltenden aber fehlt, ein Netzwerk von Institutionen, Strukturen und Systemen, die soziale Beziehungen der Herrschaft und Ausbeutung aufzwingen. Mit anderen Worten ist die zivilisierte Gesellschaft eine, die aus folgendem besteht: Staat, Eigentum, Religion (oder in modernen Gesellschaften: Ideologie), Gesetz, der patriarchalen Familie, Warenaustausch, Klassenherrschaft ? kurz alldem, wogegen wir AnarchistInnen uns stemmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um es anders auszudrÃ¼cken ? was alle zivilisierten Gesellschaften gemeinsam haben, ist die systematische Enteignung der Leben derjenigen, die darin leben. Die (von jeglichen moralischen Untermauerungen entfernte) Kritik der Domestizierung/ZÃ¤hmung bietet ein nÃ¼tzliches Werkzeug zu diesem VerstÃ¤ndnis. Was ist Domestizierung, wenn nicht die Enteignung des Lebens durch ein zweites Wesen, welches dieses Leben danach fÃ¼r eigene Zwecke ausbeutet? Die Zivilisation ist also die systematische und institutionalisierte Domestizierung der breiten Mehrheit der Menschen einer Gesellschaft (und der Tier- und Pflanzenwelt, Anm. die eule) durch die wenigen, die durch das Netzwerk der Herrschaft bedient werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der revolutionÃ¤re Prozess der Wiederaneignung unseres Lebens ist also der Prozess unserer Entzivilisierung, des Abwerfens unserer eigenen Domestizierung. Dies bedeutet nicht, passive Sklaven unserer Instinkte zu werden (falls dies Ã¼berhaupt existiert) oder uns in der angeblichen Einheit der Natur aufzulÃ¶sen. Es bedeutet, unkontrollierbare Individuen zu werden, die Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, in freier Verbindung mit anderen selbst fÃ¤llen und ausfÃ¼hren kÃ¶nnen.&lt;br /&gt;
Daher sollte es offensichtlich sein, dass ich jegliche Modelle einer idealen Welt verwerfe (und jeder allzu perfekten Vision misstraue ? ich vermute, dass dort das Individuelle verschwunden ist). Seit die Wiederaneignung des Lebens durch Individuen, die ausgebeutet, enteignet und beherrscht wurden, die Essenz des anarchistische Ideale tragenden revolutionÃ¤ren Kampfes ist, wÃ¼rde es wÃ¤hrend des Prozesses dieses Kampfes sein, dass Menschen entscheiden, wie sie ihr Leben fÃ¼hren wollen, was sie von dieser Welt verwenden wollen, um ihre Freiheit zu vergrÃ¶ssern, MÃ¶glichkeiten zu Ã¶ffnen und zu ihrem Gefallen zuzufÃ¼gen, und was wÃ¼rde es nur fÃ¼r eine Last sein, Lebensfreude zu stehlen und die Ausbreitung der Freiheit zu untergraben. Ich sehe keine MÃ¶glichkeit, dass ein solcher Prozess ein alleiniges, universelles soziales Modell bilden kÃ¶nnte. Vielmehr entstÃ¼nden mit der Zeit unzÃ¤hlige, von Ort zu Ort drastisch variierende Experimente und VerÃ¤nderungen, die die einzelnen BedÃ¼rfnisse, WÃ¼nsche, TrÃ¤ume und Aspirationen von allen Individuen reflektieren wÃ¼rden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So lasst uns also tatsÃ¤chlich die Zivilisation zerstÃ¶ren, dieses Netzwerk der Herrschaft, aber nicht im Namen irgend eines Modells, einer asketischen Moral der Aufopferung oder einer mystischen Zersetzung in eine vermeintlich nicht-entfremdete Einheit mit der Natur, sondern vielmehr fÃ¼r die Wiederaneignung unseres Lebens, der kollektiven Wieder-Erschaffung von uns selbst als unkontrollierbaren und einzigartigen Individuen ? deshalb mÃ¼ssen wie die Zivilisation zerstÃ¶ren, dieses zehntausend Jahre alte Netzwerk der Herrschaft, das sich selbst Ã¼ber den Globus verbreitet hat - und einen wunderbaren und beÃ¤ngstigenden Ausflug in die Ungewissheit namens Freiheit einleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{cc|by-sa}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Das Netzwerk der Herrschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Wolfi_Landstreicher/Das_Netzwerk_der_Herrschaft/Warum_wir_alle_im_Gef%C3%83%C2%A4ngnis_Leben&amp;diff=25160</id>
		<title>Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft/Warum wir alle im GefÃ¤ngnis Leben</title>
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				<updated>2006-09-30T22:44:57Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +kat&lt;/p&gt;
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'''Warum wir alle im GefÃ¤ngnis Leben:''' Knast, Gesetz und soziale Kontrolle&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen Ort in dieser Gesellschaft, wo mensch sich unter stÃ¤ndiger Kontrolle befindet, wo jede Bewegung Ã¼berwacht und kontrolliert wird, wo jedeR unter Verdacht steht ausser die Polizei und ihre AuftraggeberInnen, wo allen unterstellt wird, kriminell zu sein. Ich spreche natÃ¼rlich vom GefÃ¤ngnis... Aber diese Beschreibung trifft mit stÃ¤ndig beschleunigender Geschwindigkeit auch mehr und mehr fÃ¼r Ã¶ffentliche RÃ¤ume zu. Einkaufszentren und die GeschÃ¤ftsviertel von GrossstÃ¤dten werden videoÃ¼berwacht. Bewaffnete WÃ¤chter patroullieren in Schulen, Bibliotheken, SpitÃ¤lern und Museen. Mensch wird an FlughÃ¤fen und Busstationen durchsucht. Polizei-Helikopter fliegen auf der Jagd nach Verbrechen Ã¼ber StÃ¤dten und sogar WÃ¤lder. Die Methodik der Gefangenschaft, die eins ist mit der Methodik der Polizei, wird allmÃ¤hlich der ganzen sozialen Landschaft aufgezwungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Prozess wird durch Angst ermÃ¶glicht, und die AutoritÃ¤ten rechtfertigen ihn mit unserem BedÃ¼rfnis nach Schutz ? vor Kriminellen, TerroristInnen, Drogen und Gewalt. Aber wer sind diese Kriminellen und TerroristInnen, wer sind diese Monster, die unsere von Angst erfÃ¼llten Leben stets bedrohen? Ein kurzes, vorsichtiges Nachdenken genÃ¼gt, um diese Frage zu beantworten. In den Augen der HerrscherInnen dieser Welt sind wir die Kriminellen, wir sind die Monster ? zumindest potentiell. Schliesslich sind wir diejenigen, die Ã¼berwacht und kontrolliert werden. Wir sind diejenigen, welche von den Video-Kameras verfolgt und auf Bus-Stationen durchsucht werden. Wir kÃ¶nnen uns bloss fragen, ob es die Tatsache der so leuchtenden Offensichtlichkeit ist, die die Leute so blind macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angst ist so mÃ¤chtig, dass die soziale Ordnung sogar um unsere Hilfe in unserer eigenen Ãœberwachung bittet. Eltern registrieren die FingerabdrÃ¼cke ihrer Kleinkinder bei Polizei-BÃ¼ros, die mit dem FBI verbunden sind. Ein in Florida ansÃ¤ssiges Unternehmen namens Applied Digital Solutions (ADS, zu deutsch ?Angewendete Digitale LÃ¶sungen?) erschuf den ?Veri-Chip? (aka ?Digital Angel?, zu deutsch ?Digital-Engel?), der persÃ¶nliche, medizinische und andere Informationen enthalten kann, und ist zur Implantierung unter der Haut gedacht ist. Ihre Idee ist, fÃ¼r die freiwillige Nutzung dieses Chips zu werben, natÃ¼rlich fÃ¼r Ihre eigene Sicherheit. Er mag bald mit dem Netzwerk des Satelliten des Globalen Positionierungs-Systems (GPS) verbunden sein, so dass alle, die ein solches Implantat besitzen, konstant Ã¼berwacht werden kÃ¶nnten.* ZusÃ¤tzlich gibt es Dutzende von Programmen, die Verrat und das Verpfeifen ermutigen ? ein ebenfalls an GefÃ¤ngnisse erinnernder Faktor, wo die AutoritÃ¤ten VerrÃ¤terInnen aussuchen und belohnen. NatÃ¼rlich haben die anderen HÃ¤ftlinge diesem Abschaum gegenÃ¼ber eine ziemlich andere Haltung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber all dies ist nur beschreibend, ein Bild des sozialen GefÃ¤ngnisses, das um uns herum aufgebaut wird. Ein wirkliches VerstÃ¤ndnis dieser Situation, das wir zum Kampf gegen diesen Prozess nutzen kÃ¶nnen, benÃ¶tigt eine tiefer gehende Analyse. Eigentlich basieren der Knast und die Polizei auf der Idee, dass Verbrechen geschehen, und diese Idee basiert auf dem Gesetz. Das Gesetz wird als eine objektive RealitÃ¤t portrÃ¤tiert, wodurch die Handlungen der BÃ¼rgerInnen eines Staates gerichtet werden kÃ¶nnen. Das Gesetz kreiert eine Art Gleichheit. Anatole France hat dies ironisch ausgedrÃ¼ckt, indem er darauf hinwies, dass es nach dem Gesetz Bettlern und KÃ¶nigen gleichermassen verboten ist, Brot zu stehlen und unter BrÃ¼cken zu Ã¼bernachten. Hierbei wird deutlich, dass wir vor dem Gesetz alle gleich werden, und zwar nur weil wir alle StatistInnen werden, Nicht-Seiende ohne eigene GefÃ¼hle, Beziehungen, WÃ¼nsche und BedÃ¼rfnisse. Die ObjektivitÃ¤t des Gesetzes dient der Regulierung der Gesellschaft. Die Notwendigkeit einer solchen Regulierung bedeutet, dass in ihr die BedÃ¼rfnisse aller nach der ErfÃ¼llung ihrer WÃ¼nsche nicht befriedigt werden. Sie existiert vielmehr als eine BÃ¼rde der Mehrheit. NatÃ¼rlich kann eine solche Situation nur dort existieren, wo Ungleichheit der signifikantesten Art herrscht ? die Ungleichheit im Zugang zu den Mitteln, um das eigene Leben nach eigenen Bedingungen zu gestalten. FÃ¼r diejenigen, die die Oberhand besitzen, hat dieser Staat der sozialen Ungleichheit den doppelten Namen Eigentum und Macht. FÃ¼r diejenigen, die unten sind, heisst er Armut und Unterwerfung/AbhÃ¤ngigkeit. Das Gesetz ist die LÃ¼ge, die diese Ungleichheit in eine Gleichheit verwandelt, die den HerrscherInnen dieser Gesellschaft dient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Situation, wo alle vollen und gleichen Zugang zu allem, was zur eigenen ErfÃ¼llung und zur Gestaltung ihres Lebens nach eigenen Bedingungen notwendig ist, besitzen wÃ¼rden, wÃ¼rde eine FÃ¼lle an individuellen Unterschieden blÃ¼hen. Ein weites Feld von TrÃ¤umen und WÃ¼nschen wÃ¼rde sich ausdrÃ¼cken und ein scheinbar unendliches Spektrum von Leidenschaft, Liebe und Hass, Konflikten und gemeinsamen Neigungen schaffen. Diese Ungleichheit, wo weder Eigentum noch Macht existieren wÃ¼rden, wÃ¼rde also beÃ¤ngstigende und wunderschÃ¶n unhierarchische Ungleichheit der IndividualitÃ¤t zum Ausdruck bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu werden dort, wo ein ungleicher Zugang zu den GÃ¼tern existiert, die zum Aufbauen eines eigenen Lebens notwendig sind ? d.h. wo die weite Mehrheit der Menschen ihres eigenen Lebens enteignet wurde -, alle gleichwertig, weil jedeR ein Nichts wird. Dies trifft sogar auf diejenigen zu, die Eigentum und Macht besitzen, denn ihr Status basiert nicht darauf, was sie sind, sondern darauf, was sie haben. Eigentum und Macht (die immer einer Rolle und nicht einem Individuum zueigen sind) sind alles, was in dieser Gesellschaft Wert besitzt. Die Gleichheit vor dem Gesetz dient den HerrscherInnen, weil ihr Ziel die Bewahrung der von ihnen beherrschten Ordnung ist. Die Gleichheit vor dem Gesetz versteckt soziale Ungleichheit hinter dem, was sie aufrechterhÃ¤lt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das Gesetz erhÃ¤lt die soziale Ordnung natÃ¼rlich nicht durch das Wort. Das Wort des Gesetzes wÃ¼rde ohne die physische Kraft dahinter bedeutungslos sein. Und diese physische Kraft existiert in den Zwangs- und Bestrafungssystemen: Polizei, Gerichts- und GefÃ¤ngnissysteme. Die Gleichheit vor dem Gesetz ist eigentlich ein sehr dÃ¼nnes Furnier, um die Ungleichheit beim Zugang zu den Existenz-Bedingungen, den Mitteln, um unser Leben nach eigenen Bedingungen zu gestalten, zu verstecken. Die RealitÃ¤t bricht konstant durch dieses Furnier, und seine Kontrolle kann nur durch Zwang und Angst aufrechterhalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Perspektive der HerrscherInnen dieser Welt sind wir in der Tat alles (zumindest potentielle) Kriminelle, alles Monster, die ihren ruhigen Schlaf gefÃ¤hrden, weil wir alle potentiell fÃ¤hig sind, durch den Schleier des Gesetzes durchzusehen und uns zu entscheiden, es zu ignorieren und die Momente unseres Lebens nach eigenen Bedingungen zurÃ¼ckzuholen, wann auch immer wir es kÃ¶nnen. Das Gesetz selbst (und die soziale Ordnung von Eigentum und Macht, die seiner bedÃ¼rfen) ist es also, das uns durch unsere Kriminalisierung gleich macht. Es ist also eine logische Auswirkung des Gesetzes und der sozialen Ordnung, die es produziert, dass Inhaftierung und Ãœberwachung universell werden, Hand in Hand mit der Entwicklung des globalen Supermarktes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Licht sollte es klar sein, dass kein Sinn darin besteht, Gesetze gerechter zu gestalten. Es macht keinen Sinn, die Ãœberwachung der Polizei zu ersuchen, weil jede Reform unweigerlich dem System wiedergegeben wÃ¼rde mit zahlenmÃ¤ssig ansteigenden Gesetzen, ansteigendem Level von Ãœberwachung und Kontrolle, was die Welt noch mehr wie ein GefÃ¤ngnis gestalten wÃ¼rde. Es gibt nur einen einzigen Weg, auf diese Situation zu reagieren, wenn wir unser Leben wieder fÃ¼r uns selbst haben wollen. Diese Gesellschaft anzugreifen, um sie zu zerstÃ¶ren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{cc|by-sa}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Das Netzwerk der Herrschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Wolfi_Landstreicher/Das_Netzwerk_der_Herrschaft/Eine_Familienangelegenheit&amp;diff=25159</id>
		<title>Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft/Eine Familienangelegenheit</title>
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				<updated>2006-09-30T22:43:22Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +kat&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft}}&lt;br /&gt;
'''Eine Familienangelegenheit'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kampf um die RÃ¼ckeroberung unseres Lebens ist es notwendig, jede Institution zu hinterfragen, selbst diejenigen, die in die intimsten Teile unseres Lebens reichen. TatsÃ¤chlich ist es besonders wichtig, diese Einrichtungen herauszufordern, weil ihre NÃ¤he zu uns, ihre IntimitÃ¤t, sie uns so erscheinen lÃ¤sst, als sei sie gar keine Institution, sondern vielmehr die natÃ¼rlichste Art der Beziehung. Und dann kÃ¶nnen ihre inneren TÃ¤uschungen und Listen die Arbeit verrichten und Herrschaft somit als natÃ¼rlich erscheinen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FamiliÃ¤re Beziehungen werden als gegeben akzeptiert, sogar bei den meisten AnarchistInnen. Es ist genau die IntimitÃ¤t dieser Beziehungen, die sie so natÃ¼rlich erscheinen lassen. Und die Familie wie wir sie kennen â€“ die Kernfamilie, die ideale Einheit fÃ¼r den Warenaustausch - ist bloss ein wenig mehr als ein halbes Jahrhundert alt und bereits in einem Zustand der Zersetzung. FrÃ¼here Formen von familiÃ¤ren Beziehungen scheinen die BedÃ¼rfnisse der Ã¶konomischen Notwendigkeit oder sozialer Geschlossenheit vielmehr wiederzuspiegeln als jegliche natÃ¼rliche Neigung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einrichtung der Familie geht Hand in Hand mit der Einrichtung der Heirat. Wenn die Heirat in nicht-staatlichen Gesellschaften zu einem losen Band tendiert hat, die hauptsÃ¤chlich im Aufrechterhalten gewisser Beziehungen von nahen Verwandten bestand, verÃ¤nderte sie sich mit dem Aufkommen des Staates und des Eigentums zu einer viel engeren Beziehung, eigentlich einer besitzdefinierten Beziehung. Genauer wurde die Heirat zur derjenigen Einrichtung, in welcher der Vater - als Besitzer seiner Familie - seine Tochter einem anderen Mann gab, der dann wiederum als ihr Ehemann zu ihrem neuen Besitzer wurde. Die Familie ist also die Saat der UnterdrÃ¼ckung der Frau, die sich von dort auf die ganze Gesellschaft verteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der Familie besteht noch eine weitere Hierarchie. Der Hauptzweck der Familie ist die VervielfÃ¤ltigung der menschlichen Wesen. Von der Frau wird also das GebÃ¤ren von Kindern verlangt, und die Kinder, obwohl letztlich noch im Besitze des Mannes, stehen unter der direkten AutoritÃ¤t ihrer Mutter. Dies ist der Grund, warum so viele von uns, die in s.g. â€žtraditionelleâ€œ Geschlechterrollen akzeptierenden Familien aufwuchsen, die Mutter als erste uns beherrschende AutoritÃ¤t erfuhren. Der Vater war eine ferne Gestalt, die in der Woche seine 60 bis 70 Stunden arbeitete (abgesehen vom mutmasslichen Sieg der 40-Stunden-Woche), um seine Familie mit all den Dingen, die von dieser Gesellschaft als fÃ¼r ein gutes Leben notwendig behauptet wird, zu versorgen. Die Mutter hat uns gescholten, uns den Hintern versohlt, uns unsere Grenzen gesetzt, sich bemÃ¼ht, unser Leben zu definieren â€“ wie der Manager auf dem Arbeitsplatz, der das tÃ¤gliche Gesicht des Chefs darstellt, wÃ¤hrend die Besitzerin beinahe unsichtbar bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wirkliche soziale Zweck der Familie liegt also in der VervielfÃ¤ltigung der menschlichen Wesen. Dies bedeutet nicht bloss das GebÃ¤ren von Kindern, sondern auch dieses rohe menschliche Material in ein fÃ¼r die Gesellschaft nÃ¼tzliches Wesen zu verwandeln â€“ ein loyales Subjekt, eineN guteN StaatsbÃ¼rgerIn, eineN fleissigeN ArbeiterIn, eineN leidenschaftlicheN KonsumentIn. Somit wird es notwendig, dass Mutter und Vater ihr Kind vom Moment der Geburt an zu trainieren beginnen. Es ist auf diesem Level, wo wir den plÃ¶tzlichen Ausruf â€žEs ist ein Junge!â€œ oder â€žEs ist ein MÃ¤dchen!â€œ hÃ¶ren. Das Geschlecht ist diejenige soziale Rolle, die nach der Geburt biologisch eingeschÃ¤tzt werden kann, und deshalb ist sie die erste, die durch eine Vielzahl von Symbolen aufgezwungen wird â€“ die Farben der Kinderzimmer-WÃ¤nde und der Decken, der Kleiderstil, die zum Spielen angebotenen Spielsachen, die Art Spiel, wozu sie ermuntert werden u.s.w.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber dies geschieht auch in Verbindung mit der Kindlichkeit. Statt UnabhÃ¤ngigkeit, Selbstvertrauen und der MÃ¶glichkeit, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und danach zu handeln, zu fÃ¶rdern, werden die Kinder dazu ermuntert, naiv und albern zu sein, ohne Vernunft und die FÃ¤higkeit, sensibel zu handeln. All das wird als â€žniedlichâ€œ erachtet, und â€žNiedlichkeitâ€œ gilt als erste Eigenschaft von Kindern. Obwohl die meisten Kinder ihre â€žNiedlichkeitâ€œ eigentlich ziemlich geschickt einsetzen, um die Anforderungen der Erwachsenen zu umgehen, unterstÃ¼tzt die soziale StÃ¤rkung dieser Eigenschaft nicht zuletzt Hilflosigkeit und AbhÃ¤ngigkeit, die lange genug andauert, um die soziale Konditionierung zu bewerkstelligen, damit UnterwÃ¼rfigkeit zur Gewohnheit wird. Ab diesem Punkt wird â€žNiedlichkeitâ€œ entmutigt und als Kindlichkeit verspottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit die normale Beziehung zwischen den Eltern und ihren Kindern eine besitzdefinierte und folglich eine von Herrschaft und Unterwerfung auf intimsten Level geprÃ¤gten Beziehung ist, enden die Listen, die den Kindern Ã¼berleben helfen, damit, dass sie zu gewohnten Methoden fÃ¼r die Wechselwirkung mit der Welt werden, zu einem Netzwerk von Verteidigungs-Mechanismen, das Willhelm Reich als Charakter-Bewehrung bezeichnet hat. Dies kÃ¶nnte in der Tat der grauenvollste Aspekt der Familie sein â€“ ihre Konditionierung und unsere Versuche, uns dagegen zu wehren, kann uns das ganze Leben lang beÃ¤ngstigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich tendieren die Ã„ngste, Phobien und Verteidigungen, die durch die AutoritÃ¤t der Familie in uns eingetrÃ¤ufelt wurden, dazu, uns zur VervielfÃ¤ltigung der Familienstruktur zu bestÃ¤rken. Die Wege, in denen die Eltern die UnfÃ¤higkeit der Kinder verstÃ¤rken und vergrÃ¶ssern, garantiert die Positionierung ihrer Interessen ausserhalb ihrer eigenen Reichweite, aber unter der Kontrolle der Eltern â€“ d.h. der AutoritÃ¤t. Das trifft sogar fÃ¼r Eltern zu, die ihre Kinder â€žverwÃ¶hnenâ€œ, denn solches VerwÃ¶hnen fÃ¼hrt zur Kanalisierung der WÃ¼nsche des Kindes in Richtung des Warenkonsums. UnfÃ¤hig, die eigenen WÃ¼nsche zu erkennen, lernen die Kinder schnell, einen Mangel zu erwarten und Ã„rsche zu kÃ¼ssen in der Hoffnung, zumindest ein wenig dessen, was sie wollen, abzukriegen. Die wirtschaftliche Ideologie von Arbeit und Warenkonsum ist also durch die uns in unserer Kindheit aufgezwungenen Beziehungen tief in uns eingebettet. Wenn wir die PubertÃ¤t erreichen und unser Sexualtrieb stÃ¤rker wird, fÃ¼hrt der Mangel, der uns zu erwarten beigebracht wurde, zu Ã¶konomisierten Auffassungen von Liebe und Sex. Wenn wir in eine Beziehung treten, tendieren wir dazu, sie als eine Eigentums-Beziehung zu sehen, oftmals mit symbolischen Zeichen bewehrt. Diejenigen, die ihr sexuelles Verlangen nicht angemessen ausleben, sind gebrandmarkt, vor allem wenn es MÃ¤dchen sind. Wir klammern uns an Beziehungen mit einer Verzweiflung, die die reale Seltenheit der Liebe und des VergnÃ¼gens in dieser Welt reflektiert. Und diejenigen, die so gut gelernt haben, dass sie der wahrhaften Realisierung ihrer eigenen WÃ¼nsche unfÃ¤hig sind, akzeptieren schlussendlich, dass, wenn sie diese WÃ¼nsche schon nicht besitzen oder gar wirklich erkennen kÃ¶nnen, sie immerhin die Grenzen der WÃ¼nsche der/des anderen definieren kÃ¶nnen, der/die dann im Gegenzug die Grenzen der/des anderen definiert. Es ist sicher. Und es ist elend. Es ist das Paar, die Vorstufe der Familie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verzweifelte Angst vor der Armut der Liebe vervielfÃ¤ltigt also die Bedingungen, die diese Armut aufrechterhalten. Der Versuch, mit anderen MÃ¶glichkeiten der Liebe, die der Institutionalisierung der Liebe und der WÃ¼nsche im Paar, in der Familie, in der Heirat entfliehen, zu experimentieren und diese zu erkunden, gehen dauernd gegen die Ã¶konomisierte Liebe an. Dies sollte keine Ãœberraschung sein, weil es in einer durch die Wirtschaft dominierten Gesellschaft sicherlich die geeignete Form der Liebe ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wirtschaftliche Nutzen der Familie deckt auch ihre Armut auf. In vor-industriellen Gesellschaften (und in gewissem Masse auch in industriellen Gesellschaften vor dem Aufkommen der Verbrauchsgesellschaft), bestand die wirtschaftliche RealitÃ¤t der Familie hauptsÃ¤chlich im Nutzen eines jeden Familienmitglieds im Bewerkstelligen essentieller Aufgaben fÃ¼r das Ãœberleben der Familie. Die Einheit der Familie diente also einem Zweck, der zu den GrundbedÃ¼rfnissen in Beziehung stand und dazu tendierte, Ã¼ber die Einheit der nuklearen Familie hinaus zu gehen. Aber nach dem Zweiten Weltkrieg Ã¤nderte sich im Westen die wirtschaftliche Rolle der Familie aufgrund des ansteigenden Konsums. Ihr Zweck verschob sich nun auf die VervielfÃ¤ltigung von KonsumentInnen, die die verschiedenen ZielmÃ¤rkte reprÃ¤sentierten. Die Familie wurden also zur Fabrik, um Hausfrauen, Teenager, und Schulkinder zu produzieren, also all jene Wesen, denen die MÃ¶glichkeit, ihre WÃ¼nsche zu realisieren, zerstÃ¶rt wurde, so dass sie zum Warenkonsum kanalisiert werden konnten. Die Familie selbst bleibt als Mittel zur VervielfÃ¤ltigung dieser Rollen innerhalb der individuellen menschlichen Wesen, aber seit die Familie selbst nicht mehr lÃ¤nger die Grenzen der verarmten WÃ¼nsche festsetzt â€“ die Rolle, die jetzt von Gebrauchsartikeln ausgeÃ¼bt wird -, gibt es fÃ¼r den Zusammenhalt der Familie keine wirkliche Basis mehr. Folglich sehen wir den gegenwÃ¤rtigen Horror des Zusammenbruchs der Familie ohne deren ZerstÃ¶rung. Und nur wenige Menschen sind fÃ¤hig, sich ohne sie ein vollkommenes Leben mit IntimitÃ¤t und Liebe vorzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir wirklich unser Leben in all seiner Vollkommenheit zurÃ¼ckholen wollen, wenn wir wirklich unsere WÃ¼nsche von den Ketten der Angst und den GebrauchsgÃ¼tern befreien wollen, dann mÃ¼ssen wir nach dem VerstÃ¤ndnis von allem, was uns ankettet, streben und wir mÃ¼ssen beginnen, all dies anzugreifen und zu zerstÃ¶ren. Beim Angriff auf die Einrichtungen, die uns versklaven, dÃ¼rfen wir also nicht die vertrauteste und intimste Quelle unserer Sklaverei, die Familie, vergessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{cc|by-sa}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Das Netzwerk der Herrschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Wolfi_Landstreicher/Das_Netzwerk_der_Herrschaft/Religion&amp;diff=25158</id>
		<title>Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft/Religion</title>
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				<updated>2006-09-30T22:41:49Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +kat&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft}}&lt;br /&gt;
'''Religion:''' Wenn das Heilige das Wunderbare einkerkert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist wahrscheinlich, dass die menschlichen Wesen schon immer Begegnungen mit der Welt um sie herum und Ausschweifungen ihrer eigenen Vorstellungskraft hatten, die einen wachsenden Sinn fÃ¼r das Wunderbare geweckt haben. Den Ozean zu lieben, den eisigen, minze-farbenen Mond zu verschlingen, in einem verrÃ¼ckten, entzÃ¼ckten Tanz gegen die Sterne zu springen ? dies sind die bÃ¶sen Vorstellungen, welche die mechanistische Betrachtungsweise der Welt so Ã¶de und traurig erscheinen lassen. In dieser Zeit aber hat der Gifthauch des Industrialismus mit seiner seichten, mechanistischen Logik, die der buchhalterischen Weltsicht des Kapitals entspringt, leider viele KÃ¶pfe geschÃ¤digt und dazu gefÃ¼hrt, dass die Vernunft von der Leidenschaft und die Leidenschaft von der MÃ¶glichkeit, eine eigene Form von Vernunft zu bilden und ihre eigenen Bedeutungen in der Erfahrung und Erschaffung des Wunderbaren zu finden, getrennt wurde. Deshalb wenden sich viele auf ihrer Suche nach dem Sinn der Freude und des Wunders zu den Heiligen, und vergessen dabei, dass das Heilige selbst der Kerker des Wunderbaren darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Religion ist in der Tat die Geschichte der Armut und des Staates. Diese Einrichtungen grÃ¼nden alle auf Enteignung und ergeben zusammen eine soziale Entfremdung, die Entfremdung der Individuen von ihrer MÃ¶glichkeit, ihr Leben nach eigenen Bedingungen zu fÃ¼hren. Das Eigentum raubt den Individuen der Welt den Zugriff zur materiellen UnabhÃ¤ngigkeit, indem alles in die HÃ¤nde von wenigen gelegt wird, die es einzÃ¤unen und ihm einen Preis setzen. Der Staat raubt den Individuen die MÃ¶glichkeit, ihr Leben und ihre Beziehungen nach eigenen Bedingungen zu leben, indem sie durch die Macht, die Leben von anderen zu kontrollieren, in die HÃ¤nde von wenigen gelegt wird, wodurch ihr Tun in die zur Reproduktion der Ordnung notwendigen Arbeitskraft umgewandelt wird. Auf die selbe Weise ist die Religion (und ihre gegenwÃ¤rtigen Manifestationen Ideologie und die Psychiatrie) diejenige Institution, die den Menschen seiner/ihrer MÃ¶glichkeiten beraubt, die Wechselwirkungen mit der sie umgebenden und mit der ihnen innewohnenden Welt zu interpretieren, indem sie in die HÃ¤nde einiger weniger SpezialistInnen gelegt wird, die Interpretationen erstellen, die den Interessen der Macht dienen. Die Prozesse, die der AusfÃ¼hrung dieser Enteignungen dienen, sind nicht wirklich geteilt, sondern vielmehr vollkommen miteinander verbunden und bilden ein eingebautes Netzwerk der Herrschaft, aber ich denke, dass in dieser Zeit, wo viele AnarchistInnen am Heiligen interessiert zu sein scheinen, es nÃ¼tzlich ist, die Religion als spezifische Einrichtung der UnterdrÃ¼ckung zu sehen. Seit die Verbindung zwischen Religion und Staat zumindest in westlichen Demokratien seit kurzem relativ zart ist, wenn wir in den dogmatischen AusbrÃ¼chen eines Ashcroft oder den gelegentlichen Segnungen des Papstes verbleiben, so waren Staat und Religion ursprÃ¼nglich aber zwei Gesichter eines einzelnen Wesens. Wenn die HerrscherInnen selbst keine GÃ¶tterHeiten oder HohepriesterInnen waren, dann waren sie doch durch eineN GottHeit oder HohepriesterInnen angeordnet, speziell zur Vertretung Gottes auf Erden geweiht, um in seinem oder ihrem Namen zu herrschen. Die Gesetze der HerrscherInnen waren also die Gesetze Gottes, ihre Worte waren die Worte Gottes. Es stimmt, dass sich mÃ¶glicherweise Religionen entwickelten, die die Gesetze Gottes von denen des Staates unterschieden. Diese Religionen entwickelten sich allgemein bei jungen, Verfolgung erduldenden Leuten, die aufgrund dessen das BedÃ¼rfnis hatten, sich an eine hÃ¶here Macht als die des Staates zu wenden. Diese Religionen unterstÃ¼tzten also das Konzept der Herrschaft, eines Gesetzes, das Ã¼ber die Menschen wie auch Ã¼ber die irdischen Staaten herrschte. Wenn also die antiken HebrÃ¤er ''&amp;quot;gÃ¶ttliche&amp;quot;'' von ''&amp;quot;nicht gÃ¶ttlichen&amp;quot;'' HerrscherInnen zu unterscheiden vermochten, und wenn die frÃ¼hen Christen sagen konnten: ''&amp;quot;Wir sollten Gott mehr gehorchen als den Menschen&amp;quot;'', dann waren solche Aussagen keine Aufrufe zur Rebellion, sondern zum Gehorsam gegenÃ¼ber einer hÃ¶heren AutoritÃ¤t. Die christliche Bibel wird ausdrÃ¼cklich, wenn sie sagt: ''&amp;quot;Gib Cesar, was Cesar gebÃ¼hrt&amp;quot;'' und ''&amp;quot;Unterwerft euch den existierenden MÃ¤chten, denn sie sind durch Gott verordnet&amp;quot;''. Wenn selektives Lesen von Teilen der jÃ¼disch-christlichen Schriften eine Revolte inspirieren kÃ¶nnte, dann wÃ¼rde dies kaum eine Revolte der Individuen gegen alles, was ihnen ihr Leben wegstiehlt, darstellen. Vielmehr wÃ¼rde es eine Revolte gegen einen bestimmten Staat sein mit dem Ziel, diesen mit einem auf den &amp;quot;Gesetzen Gottes&amp;quot; basierenden Staat zu ersetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Religion ist viel mehr als nur die jÃ¼disch-christliche Tradition. Deshalb ist es notwendig, das Konzept des Heiligen an sich, die Idee, welche das Herz der Religion auszumachen scheint, zu untersuchen. Diese Tage hÃ¶re ich hÃ¤ufig, dass Menschen den Verlust des Heiligen beklagen. Ich kann mir das Lachen nicht verkneifen. In dieser Welt, wo Grenzen, Schranken, ZÃ¤une, Rasierklingen, Gesetze und Verbote jeglicher Art reichlich vorhanden sind, was ist hier denn nicht heilig? was gibt es noch, das wir berÃ¼hren kÃ¶nnen, womit wir und frei aufeinander wirken und uns vergnÃ¼gen kÃ¶nnen? Aber natÃ¼rlich, ich verstehe es falsch. Die Menschen vermissen eigentlich den Mangel des Wundervollen, von Freude, von diesem ausgedehnten GefÃ¼hl, ein vibrierendes, lebendes Universum zu verzehren und davon verschlungen zu werden. Aber wenn ihnen dies fehlt, warum sprechen sie von einem Mangel an Heiligem, wenn das Konzept des Heiligen doch selbst das Wunder und die Freude von der Welt getrennt und in eigenes Reich gesteckt hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Heilige meinte nie wirklich das, was wundervoll, Ehrfurcht erweckend oder Freude bereitend war. Es meinte das, was geweiht war. Die Weihung ist genau der Prozess, der etwas vom normalen Leben - d.h. frei und gleichwertig fÃ¼r alle verfÃ¼gbar zu sein, um so genutzt zu werden, wie es als sinnvoll erachtet wird ? entfremdet, um es fÃ¼r eine spezialisierte Aufgabe zu behalten. Dieser Prozess beginnt mit dem Aufkommen von SpezialistInnen, die den Sinn der RealitÃ¤t interpretieren. Diese SpezialistInnen sind selbst geweiht, von den Aufgaben eines normalen Lebens entfremdet und durch die Opfer und Gaben derjenigen, die die RealitÃ¤t interpretieren, genÃ¤hrt. NatÃ¼rlich impliziert das Konzept, dass es Menschen mit einer speziellen Verbindung zum Sinn der RealitÃ¤t gibt, dass bloss ein Sinn existiert, der universell ist und deshalb spezieller Aufmerksamkeit und dem VerstÃ¤ndnis seiner MÃ¶glichkeiten bedarf. Diese heiligen Personen haben, erst als Schamanen und spÃ¤ter als Priester, das Individuum seiner/ihrer FÃ¤higkeit, einen eigenen Sinn zu finden, enteignet. Die eigenen poetischen Begegnungen mit der Welt werden unwichtig und die Orte, Dinge und Lebewesen werden zur reinen Laune ohne eine soziale Bedeutung reduziert. Sie werden durch heilige Orte, Dinge und Einrichtungen ersetzt, welche durch den Priester bestimmt werden und sie werden von nicht-geweihten Laien und Frauen ferngehalten, nur durch die saubere Vermittlung der Rituale prÃ¤sentiert, um zu garantieren, dass der Verstand der Herde benebelt bleibt, damit sie die gegenwÃ¤rtige BanalitÃ¤t des Heiligen nicht erkennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist exakt die Natur des Heiligen, dass die Vermittlung den GÃ¶ttern das Leben schenkt. Bei genauer PrÃ¼fung muss gefragt werden, was ein Gott denn ist, wenn nicht das Symbol einer verdrÃ¤ngten menschlichen MÃ¶glichkeit, einen eigenen Willen zu haben, fÃ¼r sich selbst handeln zu wollen und das Leben und seinen Sinn nach eigenen MassstÃ¤ben zu gestalten. Die Religion dient durch das Erschaffen von GÃ¶ttern eigentlich der herrschenden Klasse auf dem wichtigsten Wege. Sie blendet die Ausgebeuteten, so dass sie den wirklichen Grund ihrer Trennung von der MÃ¶glichkeit, die Bedingungen ihrer Existenz selbst zu bestimmen, nicht erkennen. Es ist nicht eine Frage der Enteignung oder sozialen Entfremdung, sondern der Trennung, die der Natur der Dinge innewohnt. Die gesamte Macht sei in den HÃ¤nden der GÃ¶tter, und wir kÃ¶nnten ihren Willen bloss akzeptieren und danach streben, sie so gut wie mÃ¶glich zu beglÃ¼cken. Alles andere sei SelbstÃ¼berschÃ¤tzung. Deshalb verschwindet die aktuelle Enteignung der MÃ¶glichkeiten der Menschen, ihr Leben selbst zu gestalten, hinter einem gÃ¶ttlich vorbestimmten Schicksal, das nicht bekÃ¤mpft werden kann. Und seit der Staat den Willen Gottes auf Erden verkÃ¶rpert, kann auch er nicht bekÃ¤mpft werden, sondern muss vielmehr ausgehalten werden. Die einzige Verbindung, die zu dieser heiligen Macht geknÃ¼pft werden kann, ist diejenige, die durch die Vermittlung eines religiÃ¶sen Rituals geboten wird, einer ?Verbindung?, die eigentlich das Andauern der Vermittlung auf jedem praktischen Level garantiert. Das Ende dieser Vermittlung wÃ¼rde das Ende des Heiligen und der Religion bedeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir einmal erkennen, dass es das Geweihte ? sprich die Trennung - ist, welches das Heilige definiert, wird klar, warum AutoritÃ¤t, Eigentum und all die Einrichtungen der Herrschaft heilig sind. Sie sind allesamt soziale Formen der Trennung, die Weihung der MÃ¶glichkeiten und des Wohlstandes, die einmal fÃ¼r uns alle fÃ¼r einen spezialisierten Gebrauch zugÃ¤nglich waren und die wir nun nicht mehr nutzen kÃ¶nnen, es sei denn durch die entsprechenden Rituale, die die Trennung aufrecht erhalten. Es ist im literarischen Sinne also genau zutreffend, von Eigentum als etwas heiligem und von Waren als Fetischen zu sprechen. Der Kapitalismus ist tief religiÃ¶s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der westlichen Religion war nicht eine von einfacher Akzeptanz des Heiligen und von Gott (ich besitze nicht genug Wissen, um diesbezÃ¼glich von nicht-westlichen Religionen zu sprechen). WÃ¤hrend des gesamten Mittelalters und sogar darÃ¼ber hinaus gab es ketzerische Bewegungen, die so weit gingen, die Existenz Gottes und des Heiligen anzuzweifeln. In der Sprache ihrer Zeit ausgedrÃ¼ckt, verneinten diese Bewegungen ? die freien Geister, die Adamiten, die Kanzelpauker und viele andere ? die Trennung, die die Heiligkeit definierte, beanspruchten GÃ¶ttlichkeit fÃ¼r sich selbst und eigneten sich so ihren Willen und die MÃ¶glichkeit, nach eigenen Bedingungen zu handeln und ihr Leben selbst zu gestalten, wieder an. Dies setzte sie natÃ¼rlich in eine Aussenseiter-Position mit der sie umgebenden Gesellschaft, der Gesellschaft des Staates, der Wirtschaft und der Religion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Kapitalismus in der westlichen Welt aufkam und sich durch kolonialen Imperialismus verbreitete, entstand eine Bewegung der Revolte gegen diesen Prozess. Weit davon entfernt, eine Bewegung fÃ¼r die RÃ¼ckkehr zu einer idyllisch getrÃ¤umten Vergangenheit zu sein, trug sie in sich die Samen der Anarchie und des wahren Kommunismus. Diese revolutionÃ¤re Saat spross mit grÃ¶sster Wahrscheinlichkeit durch die Wechselwirkungen von Menschen mit unterschiedlicher kultureller Herkunft, die auf verschiedene Arten enteignet worden sind ? die Armen von Europa, die ihr Land ?eingeschlossen? fanden (oder sollen wir sagen geweiht, was ja seltsamerweise ein Synonym fÃ¼r gestohlen ist?) und die auf die Strassen und die Weltmeere gezwungen wurden, AfrikanerInnen, die von ihrem Heimatland entfÃ¼hrt, von ihren Familien und Kulturen getrennt und in die Sklaverei gezwungen wurden und die indigenen VÃ¶lker, die noch im Herkunftsort kolonialisiert wurden, sie alle fanden sich enteignet und oftmals niedergemetzelt wieder. AufstÃ¤nde entland der Atlantischen KÃ¼ste (in Europa, Afrika und Amerika) waren keine Seltenheit im 16. und Anfangs des 17. Jahrhunderts und beinhalteten Ã¼blicherweise eine egalitÃ¤re Zusammenarbeit zwischen all diesen Gruppen der Enteigneten und Ausgebeuteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber meiner Meinung nach besteht eine der grÃ¶ssten SchwÃ¤chen dieser revoltÃ¤ren Bewegung darin, dass sie sich von der religiÃ¶sen Sicht der Welt niemals vollstÃ¤ndig zu befreien schien. WÃ¤hrend die kapitalistische Klasse mehr und mehr Aspekte der Welt und des Lebens aus den HÃ¤nden der Individuen enteignete, um sie fÃ¼r den eigenen Gebrauch bereit zu halten, und die nur durch die angemessene Vermittlung der Rituale der Lohnarbeit und des Warenaustausches zugÃ¤nglich wurden, konnten die meisten Rebellen den letzten Schritt der totalen Rebellion gegen das Heilige nicht machen. Sie setzten also vielmehr das eine Konzept des Heiligen gegen das andere, die eine Moral gegen die andere, und beliessen somit die soziale Entfremdung. Dies machte es mÃ¶glich, dass sich diese Revolte fÃ¼r Demokratie und humanitÃ¤ren Kapitalismus oder Sozialismus wieder erholen konnte, wo &amp;quot;das Volk&amp;quot;, die &amp;quot;Gesellschaft&amp;quot; oder &amp;quot;die menschliche Rasse&amp;quot; die Rolle Gottes Ã¼bernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religion, Eigentum, der Staat und all die anderen Institutionen der Herrschaft basieren auf fundamentalen Trennungen, die die soziale Entfremdung bedingen. Als solche errichten sie das Heilige. Wenn wir wieder fÃ¤hig sein wollen, das Wunderbare fÃ¼r uns zurÃ¼ckzunehmen, Wunder und Freude direkt nach unseren eigenen Bedingungen zu erfahren, mit Ozeanen Liebe zu machen oder mit Sternen zu tanzen, ohne GÃ¶tter oder Priester, die einschreiten, um uns dessen Bedeutung aufzuzwingen - oder einfacher gesagt, wenn wir unser Leben als unser eigenes zurÃ¼ck nehmen, es nach unserem Willen gestalten wollen - dann mÃ¼ssen wir das Heilige in all seinen Formen angreifen. Wir mÃ¼ssen die Heiligkeit von Eigentum und AutoritÃ¤t, von Ideologien und Institutionen, von allen GÃ¶ttern, Tempeln und Fetischen, gleichgÃ¼ltig worauf sie grÃ¼nden, entweihen. Nur auf diesem Wege kÃ¶nnen wir all die inneren und Ã¤usseren Welten als unsere eigenen erfahren, auf der Basis der einzigen Gleichheit, die uns interessieren kann: der gleichen Erkennung dessen, was an unser aller Einzigartigkeit so wundervoll ist. Nur auf diesem Weg kÃ¶nnen wir das Wunderbare mit all seiner SchÃ¶nheit und seinen Wundern erfahren und gestalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{cc|by-sa}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Das Netzwerk der Herrschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Wolfi_Landstreicher/Das_Netzwerk_der_Herrschaft/Eigentum&amp;diff=25157</id>
		<title>Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft/Eigentum</title>
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				<updated>2006-09-30T22:40:14Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +kat&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft}}&lt;br /&gt;
'''Eigentum: Die einschliessenden ZÃ¤une des Kapitals'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den zahlreichen LÃ¼gen, die die Herrschaft des Kapitals aufrechterhalten, steht die Idee, dass Eigentum Freiheit bedeuten soll. Die aufstrebende Bourgeoisie machte dieses Versprechen, als sie die Erde mit ZÃ¤unen jeglicher Art teilte â€“ physikalische ZÃ¤une, gesetzliche ZÃ¤une, moralische ZÃ¤une, soziale ZÃ¤une, militÃ¤rische ZÃ¤une... was immer sie als notwendig erachteten, um den ermordeten Wohlstand der Erde einzuschliessen und die grosse Masse, die, als Arbeitskraft ausgenommen, unerwÃ¼nscht war, auszuschliessen. Diese von ihrem Land â€žbefreiteâ€œ Masse war frei zu wÃ¤hlen zwischen dem Hungern und dem Verkauf ihrer Zeit an den/die MeisterIn, der/die sie kaufen wÃ¼rde. â€žFreie ArbeiterInnenâ€œ wurden sie von ihren Meistern genannt, seit die MeisterInnen es anders als bei ihren Sklaven nicht nÃ¶tig hatten, sich fÃ¼r ihr Leben verantwortlich zu fÃ¼hlen. Es war vielmehr ihre Arbeitskraft, die die MeisterInnen kauften. Ihr Leben gehÃ¶re ihnen selbst, wurde ihnen gesagt, obwohl diese ihnen eigentlich gestohlen wurden, seit die kapitalistischen Meister das Land einschlossen und diese â€žfreien ArbeiterInnenâ€œ auf die Suche nach ÃœberlebensmÃ¶glichkeiten schickten. Dieser Prozess der Enteignung, welcher dem Kapitalismus seine Entwicklung ermÃ¶glichte, setzt sich an seinem Rande fort, aber ein anderer Trick erhÃ¤lt die bourgeoise Illusion im Zentrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uns wird gesagt, dass Eigentum eine Sache ist, die mit Geld zu erstehen sei. Der LÃ¼ge nach ist die Freiheit in den Dingen, die wir kaufen, und wÃ¤chst folglich mit deren AnhÃ¤ufung. Im Streben nach dieser Freiheit, die nie ganz erreicht wird, ketten sich die Menschen an AktivitÃ¤ten, welche sie nicht wÃ¤hlten, geben jegliche Spur einer realen Wahl auf, um das Geld zu verdienen, das zum Erstehen der Freiheit gedacht ist. Und wenn ihr Leben im Dienste der Projekte, die niemals ihre eigenen waren, konsumiert ist, geben sie ihre EinkÃ¼nfte fÃ¼r Spielwaren und Unterhaltung her, fÃ¼r Therapien und Drogen, diesen BetÃ¤ubungsmitteln, die garantieren, dass sie die LÃ¼ge nicht durchschauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentum ist eigentlich nicht das Ding, das besessen wird. Es sind die ZÃ¤une â€“ die ZÃ¤une, die uns drin behalten, die ZÃ¤une, die uns draussen halten, all die EinzÃ¤unungen, wodurch uns unsere Leben gestohlen werden. Eigentum ist also hauptsÃ¤chlich eine EinschrÃ¤nkung, eine Grenze von solcher Wichtigkeit, dass sie garantiert, dass niemensch sich vollstÃ¤ndig verwirklichen kann, solange sie existiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dies vollkommen zu verstehen, mÃ¼ssen wir Eigentum als eine soziale Beziehung zwischen Dingen und Menschen sehen, die durch den Staat und den Markt vermittelt wird. Die Institution des Eigentums kÃ¶nnte ohne den Staat, der die Macht in Institutionen der Herrschaft konzentriert, nicht existieren. Ohne Gesetze, Waffen, Polizei und Gerichte wÃ¼rde das Eigentum keine reale Basis und keine es unterstÃ¼tzende Kraft haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann eigentlich gesagt werden, dass der Staat selbst der GrÃ¼nder von Eigentum ist. Was ist denn der Staat, wenn nicht ein Netzwerk von Einrichtungen, wodurch Kontrolle Ã¼ber ein bestimmtes Gebiet und seine Ressourcen behauptet und aufrechterhalten wird? Schliesslich ist jegliches Eigentum staatlich, weil es nur auf Erlaubnis und unter dem Schutze des Staates existiert. AbhÃ¤ngig von der realen Macht des Staates, kann diese Erlaubnis und der Schutz jederzeit aus jeglichen GrÃ¼nden widerrufen werden und das Eigentum geht zurÃ¼ck an den Staat. Dies soll nicht heissen, dass der Staat mÃ¤chtiger sei als das Kapital, sondern dass die zwei genug miteinander verschlungen sind, um eine einzige soziale Ordnung der Herrschaft und Ausbeutung zu errichten. Und das Eigentum ist diejenige Einrichtung, die dieser Ordnung in unserem tÃ¤glichen Leben seine Macht verleiht und uns zwecks ihrer eigenen Reproduktion zur Arbeit und zum Bezahlen zwingt. Das Eigentum ist also die Rasierklinge, das â€žKein Durchgangâ€œ-Signal, die Preis-Etikette, der Bulle und die Sicherheitskamera. Die Aussage, die sie alle in sich tragen, ist dieselbe: mensch kann ohne Erlaubnis nichts benÃ¼tzen oder geniessen, und die Erlaubnis muss durch den Staat gewÃ¤hrleistet und mit Geld bezahlt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nun keine Ãœberraschung mehr, dass die Welt des Eigentums, die durch den Markt und den Staat beherrscht wird, eine verarmte Welt ist, wo statt Zufriedenheit Mangel herrscht. Das Streben nach individueller Verwirklichung, die bei jeder Wende durch einen anderen Zaun gestoppt wird, ist durch den homogenisierenden, atomisierenden Wettbewerb um die AnhÃ¤ufung von mehr Dingen ersetzt, weil das â€žIndividuumâ€œ in dieser Welt bloss in Bezug auf seinen/ihren Besitz gewertet wird, und die unmenschliche Gesellschaft der Preismarken strebt nach der Beerdigung der SingularitÃ¤t unter den in Shops gefundenen IdentitÃ¤ten. Das Eigentum der HerrscherInnen dieser Welt anzugreifen â€“ Fensterscheiben von Banken einzuschmeissen, Polizeifahrzeuge abzubrennen, das Arbeitsamt zu sprengen oder Maschinerie zu zerstÃ¶ren - hat sicherlich seinen Wert. Wenn nichts anderes, dann verschafft es zumindest etwas Spass, und einige Aktionen dieser Art mÃ¶gen sogar spezifische Projekte der herrschenden Ordnung hindern. Aber schliesslich mÃ¼ssen wir die Institutionen der Herrschaft angreifen, jeden psychischen, gesetzlichen, moralischen oder sozialen Zaun einreissen. Dieser Angriff beginnt beim Wunsch eines jeden Menschen, sein/ihr Leben zurÃ¼ckzuholen und es nach eigenen Bedingungen zu gestalten. Jeder Moment und jeder Raum, den wir von der Produktions- und Konsumgesellschaft zurÃ¼ck stehlen, gibt uns eine Waffe, um diesen Kampf auszuweiten. Aber, wie ein Genosse geschrieben hat: â€ž...dieser Kampf muss breit gestreut sein, oder er ist nichts wert. Nur wenn Diebstahl eine breit angewandte Praxis wird, wenn sich das Geschenk gegen den Warenaustausch bewaffnet, wenn Beziehungen nicht mehr lÃ¤nger durch Gebrauchsartikel vermittelt werden und Individuen den Dingen ihren eigenen Wert geben, nur dann besitzt die ZerstÃ¶rung des Marktes und des Geldes â€“ dies ist alles eins mit der ZerstÃ¶rung des Staates und aller Hierarchie â€“ eine reale Chance. Die individuelle Revolte gegen die Eigentumswelt muss sich zu einer sozialen Revolution ausweiten, die alle ZÃ¤une herunterreissen und jede MÃ¶glichkeit zur individuellen Verwirklichung Ã¶ffnen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Das Netzwerk der Herrschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Wolfi_Landstreicher/Das_Netzwerk_der_Herrschaft/Die_Maschinerie_der_Kontrolle&amp;diff=25156</id>
		<title>Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft/Die Maschinerie der Kontrolle</title>
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				<updated>2006-09-30T22:38:54Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +kat&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft}}&lt;br /&gt;
'''Die Maschinerie der Kontrolle:''' Ein kritischer Blick auf die Technologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''â€žTechnologie zu kritisieren (...) bedeutet, ihren allgemeinen Aufbau zu betrachten, sie nicht nur als eine simple Maschinerie-Assemblage, sondern als eine soziale Beziehung, ein System zu sehen; es bedeutet zu verstehen, dass ein technologisches Instrument die Gesellschaft, welche es produziert, wiederspiegelt, und dass ihre EinfÃ¼hrung die Beziehungen zwischen Individuen verÃ¤ndert. Technologie nicht zu kritisieren bedeutet, die Unterordnung menschlicher AktivitÃ¤t gegenÃ¼ber dem Profit zu verweigern.â€œ'' -aus At Daggers Drawn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technologie entfaltet sich nicht in einem Vakuum, unabhÃ¤ngig der sozialen Beziehungen der Ordnung, die sie entwickelt. Sie ist das Produkt eines Kontextes, und spiegelt somit unvermeidlich diesen Kontext wieder. Die Aussage, dass Technologie neutral sei, hat also somit keine Basis. Es ist nicht mÃ¶glich, dass sie neutraler als die anderen Systeme ist, welche die Reproduktion der gegenwÃ¤rtigen sozialen Ordnung garantieren â€“ Regierung, Warenaustausch, Heirat und Familie, Privateigentum... Eine ernsthaft revolutionÃ¤re Analyse muss folglich eine kritische EinschÃ¤tzung der Technologie beinhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Technologie meine ich nicht einfache Werkzeuge, Maschinen oder sogar â€žeine Maschinerie-Assemblageâ€œ als individuelles Dasein, sondern ein integriertes System von Techniken, Maschinerie, Menschen und Materialien, die entworfen wurden, um diejenigen sozialen Beziehungen zu reproduzieren, die ihre Existenz verlÃ¤ngern und verbessern. Um von Beginn an MissverstÃ¤ndnisse zu vermeiden: Ich sage nicht, dass Technologie soziale Beziehungen produziert, aber dass sie dafÃ¼r entworfen ist, sie in Ãœbereinstimmung mit den BedÃ¼rfnissen des herrschenden Systems zu reproduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor der Kapitalismus dazu kam, soziale Beziehungen zu dominieren, wurden Werkzeuge, Techniken und sogar eine Anzahl von Maschinen fÃ¼r spezifische Aufgaben geschaffen und angewendet. Es gab sogar einige systematische Anwendungen von Techniken und Maschinerien, welche im wahrsten Sinne des Wortes als technologisch betrachtet werden kÃ¶nnen. Es ist interessant zu erwÃ¤hnen, dass sie dort am prÃ¤zisesten eingesetzt wurden, wo die Macht strikte Ordnung verlangte â€“ in KlÃ¶stern, in Folterkammern der Inquisition, in Galeeren, bei der Erschaffung von Monumenten der Macht, in den bÃ¼rokratischen, militÃ¤rischen und polizeilichen Strukturen der mÃ¤chtigen Reiche wie der chinesischen Dynastie. Aber sie blieben grÃ¶sstenteils nebensÃ¤chlich fÃ¼r das tÃ¤gliche Leben der Mehrheit der Menschen, welche dazu neigten, Werkzeuge und Techniken zu nÃ¼tzen, die sie selbst als Individuen oder in ihren kleinen Gemeinschaften erschufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Erstarken des Kapitalismus fÃ¼hrte die Notwendigkeit der grossangelegten Gewinnung und der Entwicklung von Ressourcen zu blutigen und unbarmherzigen Enteignungen von allem, was bisher gemeinschaftlich geteilt wurde. Diese wurden von der sich neu entwickelten, herrschenden kapitalistischen Klasse (ein Prozess, der sich durch das Errichten kolonialer Reiche international ausdehnte) und der Entwicklung eines mehr und mehr integrierten technologischen Systems, welches eine maximale Effizienz im Gebrauch der Ressourcen - ArbeitskrÃ¤fte inbegriffen â€“ ermÃ¶glichte, durchgefÃ¼hrt. Die Ziele dieses Systems waren gesteigerte Effizienz in der Gewinnung und Entwicklung von Ressourcen sowie verstÃ¤rkte Kontrolle Ã¼ber die Ausgebeuteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frÃ¼hesten Anwendungen industrieller Techniken fanden an Bord von kaufmÃ¤nnischen und Flotte-Schiffen sowie auf den Pflanzungen statt. Letzteres war eigentlich ein neues System von im grossen Stil auf Profit angelegter Landwirtschaft, die sich mit der Zeit auf Grund der Enteignung der Bauern in Europa â€“ insbesondere in England â€“ entwickeln konnte, eine Vielzahl von unter Vertrag stehenden Dienern und zu harter Arbeit verurteilter Krimineller mit sich brachte und die Entwicklung des afrikanischen Sklavenhandels, der die Menschen aus ihrem Zuhause riss und sie zur Dienerschaft zwang, ankurbelte. Ersteres basierte auch grÃ¶sstenteils auf der Enteignung der ausgebeuteten Klassen â€“ viele fanden sich entfÃ¼hrt und zur Arbeit auf einem Schiff gezwungen. Das in diesen FÃ¤llen aufgezwungene industrielle System hatte seine Basis nicht so sehr in einer Assemblage von verarbeitenden Maschinen, wie dies bei der Methode der Koordination der Arbeit der Fall ist, wo die ArbeiterInnen die RÃ¤der der Maschine darstellen und wo das Versagen einer Einzelperson die gesamte Arbeitsstruktur gefÃ¤hrdet. Aber es gab auch gewisse spezifische Aspekte, welche dieses System bedrohten. Das System der Pflanzungen, wo verschiedene enteignete Gruppen mit unterschiedlichem Wissen und Erfahrung zusammen kamen, erlaubte eine gegenseitige Beeinflussung, die ihrerseits die Basis fÃ¼r illegale Vereinigungen/VerbÃ¤nde und geteilte Revolten darstellte. SeemÃ¤nner, die auf dem Schiff unter sklaven-Ã¤hnlichen VerhÃ¤ltnissen lebten, beschafften die Mittel der Kommunikation zwischen den verschiedenen Orten, wodurch sie eine Art von Internationalismus der Enteigneten kreierten. Die HÃ¶chstleistungen der illegalen Vereinigungen und AufstÃ¤nde um die nordatlantische KÃ¼ste vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, wobei alle Rassen der Enteigneten kaum Hinweise auf Rassismus vorweisen, sind inspirierend, aber sie zwangen den Kapitalismus auch zur Weiterentwicklung seiner Techniken. Eine Kombination von rassischer Ideologie und Arbeitsteilung wurde benÃ¼tzt, um die schwarzen Sklaven und die vertraglichen Diener europÃ¤ischer Ahnen zu spalten. ZusÃ¤tzlich, weil das Kapital ohne den Transport von Waren und Ressourcen zu nichts fÃ¤hig ist, begann es sich aus wirtschaftlichen wie auch sozialen GrÃ¼nden mit Nachdruck auf die Bearbeitung von Ressourcen zu verschieben, um sie im grossen Stil zu VerkaufsgÃ¼tern zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die AbhÃ¤ngigkeit von kleinen Handwerkern fÃ¼r die GÃ¼terverarbeitung war fÃ¼r das Kapital auf unterschiedlichen Ebenen gefÃ¤hrlich. Wirtschaftlich gesehen war es langsam und ineffektiv und brachte nicht genÃ¼gend Profit in die Taschen der herrschenden Klasse. Aber ausschlaggebender war, dass die Handwerker durch ihre relative UnabhÃ¤ngigkeit schwierig zu kontrollieren waren. Sie bestimmten ihre Arbeitszeiten, ihr Tempo selbst u.s.w. Also wurde das Fabriksystem, welches sich auf Schiffen und Pflanzungen bereits als ziemlich effizient erwiesen hatte, auch auf die Herstellung von GÃ¼tern Ã¼bertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle System war also nicht nur (oder sogar hauptsÃ¤chlich) deshalb entwickelt worden, weil es zur GÃ¼terverarbeitung ein effektiverer Weg ist. KapitalistInnen sind an der Verarbeitung von GÃ¼tern nicht sonderlich interessiert. Sie sehen dies vielmehr als einen unabdingbaren Teil des Prozesses der Ausbreitung des Kapitals, des Schaffens von Profit und der Aufrechterhaltung ihrer Kontrolle Ã¼ber Wohlstand und Macht. Das Fabriksystem â€“ die Vereinigung von Techniken, Maschinen, Werkzeugen, Menschen und Ressourcen zur Technologie, wie wir sie kennen - wurde also als Mittel zur Kontrolle des unbestÃ¤ndigsten Teils des Produktions-Prozesses entwickelt â€“ des menschlichen Arbeiters. Die Fabrik ist eigentlich wie eine riesige Maschine ausgebaut, wo jeder Teil â€“ die menschlichen Teile inbegriffen â€“ mit jedem anderen Teil vollkommen vernetzt ist. Obwohl dieser Prozess weiter perfektioniert wurde, weil der Klassenkampf Ã¼ber die Zeit die SchwÃ¤chen des Systems aufzeigte, war das grundsÃ¤tzliche Ziel in der industriellen Technologie von Beginn an innewohnend. Die LudditInnen bemerkten dies, und dies war denn auch der Grund ihres Kampfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir feststellen, dass die im Kapitalismus entwickelte Technologie genau zur Aufrechterhaltung und VerstÃ¤rkung der Kontrolle der herrschenden Klasse Ã¼ber unser Leben entwickelt wurde, ist es nicht mehr Ã¼berraschend, dass die technischen Fortschritte, die nicht spezifische Antworten auf den Klassenkampf der ArbeitsplÃ¤tze waren, meist fÃ¼r militÃ¤rische und polizeiliche Zwecke verwendet wurden. Kybernetik und Elektronik besorgen die Mittel, um Informationen auf bisher unbekanntem Level zu sammeln und zu speichern, was eine weitaus umfassendere Ãœberwachung Ã¼ber eine immer Ã¤rmer werdende und potentiell rebellische WeltbevÃ¶lkerung zulÃ¤sst. Sie ermÃ¶glichen auch die Dezentralisation der Macht, ohne jegliche Herrschafts-Kontrolle einzubÃ¼ssen â€“ die Kontrolle sitzt genau in den entwickelten technologischen Systemen. NatÃ¼rlich bedeutet diese Streckung des Kontroll-Netzwerkes auch, dass es sehr zerbrechlich ist. Zerbrechliche Verbindungen sind Ã¼berall, und kreative Rebellen finden sie auch. Aber die Notwendigkeit einer Kontrolle, welche so umfassend wie mÃ¶glich ist, zwingt die Herrscher dieser Ordnung dazu, diese Risiken zu akzeptieren, in der Hoffnung, dass schwache Verbindungen schnell genug repariert werden kÃ¶nnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technologie wie wir sie kennen, dieses industrielle System integrierter Techniken von Maschinerie, Menschen und Ressourcen, ist folglich nicht neutral. Es ist ein spezifisches Werkzeug, welches gemÃ¤ss den Interessen der herrschenden Klasse erschaffen wurde und das niemals dafÃ¼r gedacht war, unsere BedÃ¼rfnisse und WÃ¼nsche zu befriedigen, sondern um die Kontrolle der herrschenden Ordnung zu erhalten und auszuweiten. Die meisten AnarchistInnen erkennen, dass der Staat, Privateigentum, das Warensystem, die patriarchale Familie und organisierte Religion grundsÃ¤tzlich dominante Institutionen und Systeme sind, welche zerstÃ¶rt werden mÃ¼ssen, wenn wir eine Welt erschaffen wollen, wo wir alle frei sind, um unser Leben nach eigenem GutdÃ¼nken zu gestalten. Es ist deshalb merkwÃ¼rdig, dass fÃ¼r das industrielle technologische System nicht dasselbe VerstÃ¤ndnis angewendet wird. Sogar in dieser Zeit, wo Fabriken keinen Platz fÃ¼r jegliche Art individueller Initiative mehr zulassen, wo Kommunikation von riesigen Systemen und Netzwerken, die fÃ¼r jede polizeiliche GeschÃ¤ftsstelle einsehbar ist, dominiert werden, und die bestimmen, wie mensch sie nutzen kann, wenn das technologische System als Ganzes vom Menschen nur ein bisschen mehr als HÃ¤nde und Augen benÃ¶tigt, ArbeiterInnen und Kontroll-InspektorInnen erhÃ¤lt, gibt es noch immer AnarchistInnen, die zur â€žÃœbernahme der Produktionsmittelâ€œ rufen. Aber das technologische System, wie wir es kennen, ist selbst Teil der Herrschafts-Struktur. Es wurde kreiert, um die durch das Kapital ausgebeuteten Menschen effizienter zu kontrollieren. Wie der Staat, wie das Kapital selbst, muss dieses technologische System zerstÃ¶rt werden, damit wir unsere Leben zurÃ¼ckgewinnen kÃ¶nnen. Was dies im Hinblick auf spezifische Werkzeuge und Techniken bedeutet, wird im Laufe unseres Kampfes gegen die Welt der Herrschaft klar werden. Aber genau um den Weg fÃ¼r die MÃ¶glichkeit der Realisierung unserer freien WÃ¼nsche zu ebnen, muss die Maschinerie der Kontrolle zerstÃ¶rt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{cc|by-sa}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Das Netzwerk der Herrschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Wolfi_Landstreicher/Das_Netzwerk_der_Herrschaft/Arbeit&amp;diff=25155</id>
		<title>Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft/Arbeit</title>
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				<updated>2006-09-30T22:37:08Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +kat&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft}}'''Arbeit: Raub des Lebens'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''â€žWas ist der Bombenanschlag auf einen Richter, die EntfÃ¼hrung eines Industriellen, das HÃ¤ngen eines Politikers, das Erschiessen eines Polizisten, das PlÃ¼ndern eines Supermarktes, die Brandstiftung am BÃ¼ro eines BevollmÃ¤chtigten, die Steinigung eines Journalisten, das Erpressen eines Intellektuellen, das PlÃ¼ndern eines KÃ¼nstlers angesichts der tÃ¶dlichen Entfremdung unserer Existenz, dem viel zu frÃ¼hen LÃ¤rm des Weckers, dem Verkehrsstau auf der Schnellstrasse, den aneinandergereihten GÃ¼tern auf den Regalen?â€œ''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wecker unterbricht deinen Schlaf erneut â€“ wie immer viel zu frÃ¼h. Du schleppst dich von deinem warmen Bett zum Badezimmer, um eine Dusche zu nehmen, dich zu rasieren und zu kacken, dann rennst du zur KÃ¼che runter, wo du Pasteten machst oder, wenn du Zeit hast, ein bisschen Toast mit Eiern und einer Tasse Kaffee. Dann eilst du zur TÃ¼r raus, um gegen den Verkehrsstau oder die vielen Menschen in der Metro anzukÃ¤mpfen, bis du endlich ankommst... bei deiner Arbeit, wo du deinen Tag mit Aufgaben verbringst, die du dir nicht selbst ausgesucht hast, in aufgezwungener Gemeinschaft mit anderen, die mit damit zusammenhÃ¤ngenden Aufgaben beschÃ¤ftigt sind, da ist die fortwÃ¤hrende Reproduktion der sozialen Beziehungen das wichtigste Ziel, was dich dazu zwingt, auf diese Art und Weise zu Ã¼berleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist nicht alles. Als Ausgleich erhÃ¤ltst du einen Lohn, eine Summe von Geld, die du (nach Bezahlen der Miete und der Rechnungen) in die Einkaufszentren tragen musst, um Nahrung, Kleider, verschiedene Notwendigkeiten und Unterhaltungswaren zu kaufen. Obwohl dies als deine â€žfreie Zeitâ€œ angesehen wird, ist auch sie eine obligatorische AktivitÃ¤t, welche dein Ãœberleben nur sekundÃ¤r garantiert, sein primÃ¤rer Grund ist wiederum die Reproduktion der sozialen Ordnung. Und fÃ¼r die meisten Menschen sind von diesen ZwÃ¤ngen freie Momente immer seltener.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der herrschenden Ideologie dieser Gesellschaft ist diese Existenz das Resultat eines sozialen Vertrages zwischen Gleichen â€“ gleich vor dem herrschenden Gesetz. Der /die ArbeiterIn, heisst es, ist damit einverstanden, seine/ihre Arbeit dem/der ChefIn fÃ¼r ein gegenseitiges EinverstÃ¤ndnis Ã¼ber den Lohn zu verkaufen. Aber kann ein solcher Vertrag als frei und gleich angesehen werden, wenn die eine Seite die ganze Macht in HÃ¤nden hÃ¤lt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir diesen Vertrag etwas genauer betrachten, wird es klar, dass es Ã¼berhaupt kein Vertrag ist, sondern die extremste und gewalttÃ¤tigste Erpressung. Am offensichtlichsten tritt dies am Rande der kapitalistischen Gesellschaft auf, wo Menschen, die fÃ¼r Jahrhunderte (oder, in einigen FÃ¤llen, Jahrtausende) nach eigenen Bedingungen gelebt haben, plÃ¶tzlich ihre MÃ¶glichkeiten zur Selbstbestimmung ihrer Lebensbedingungen vernichtet, und dies als das Werk von Bulldozern, KettensÃ¤gen, Bergbaumaschinen etc. der Herrschenden dieser Welt. Aber es ist ein Prozess, der sich Ã¼ber Jahrhunderte erstreckte, von offensichtlichem und grossflÃ¤chigem Raub von Land und Leben, der durch die herrschende Klasse erzwungen und ausgefÃ¼hrt wurde. Der Mittel beraubt, ihre Lebensbedingungen selbst zu bestimmen, kann nicht mehr ernsthaft behauptet werden, dass die Ausgebeuteten frei und gleich mit ihren AusbeuterInnen VertrÃ¤ge abschliessen kÃ¶nnen. Es ist ein klarer Fall von Erpressung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und was sind die Bedingungen dieser Erpressung? Die Ausgebeuteten werden gezwungen, Zeit ihres Lebens an ihre AusbeuterInnen im Austausch fÃ¼r das Ãœberleben zu verkaufen. Und dies ist die wirkliche TragÃ¶die der Arbeit. Die soziale Ordnung der Arbeit grÃ¼ndet auf dem auferlegten Gegensatz von Leben und Ãœberleben. Die Frage, wie jemand Ã¼berleben wird, unterdrÃ¼ckt die Art, wie jemand leben will, und mit der Zeit scheint dies alles natÃ¼rlich und mensch beschrÃ¤nkt die eigenen TrÃ¤ume und WÃ¼nsche auf die Dinge, die mit Geld gekauft werden kÃ¶nnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie auch immer, die Bedingungen der Arbeitswelt lassen sich nicht nur auf diejenigen anwenden, die eine Arbeit haben. Es ist leicht zu sehen, wie die Arbeitslosen voller Angst vor Obdachlosigkeit und Hunger von der Arbeitswelt ergriffen sind. Aber dieselben sind EmpfÃ¤nger von Staatshilfe, dessen Ãœberleben auf der Beistands-BÃ¼rokratie basiert... sogar diejenigen, fÃ¼r die die Vermeidung einer Arbeit eine solche PrioritÃ¤t bekommen hat, dass die eigenen Entscheidungen um Betrug, Ladendiebstahl, MÃ¼ll kreisen â€“ eben all den verschiedenen Wegen, um ohne einen Job durchzukommen -, sind davon ergriffen. Mit anderen Worten werden AktivitÃ¤ten, die gute Mittel zur UnterstÃ¼tzung eines Lebensprojekts sein kÃ¶nnten, selbst zu abgeschlossenen Aufgaben oder Zielen, indem das reine Ãœberleben zum Lebensprojekt wird. Inwiefern unterscheidet sich dies denn wirklich von einem Job?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber was ist denn die wirkliche Basis der Macht hinter dieser Erpressung, welche die Arbeitswelt darstellt? NatÃ¼rlich gibt es Gesetze und Gerichte, Polizei und MilitÃ¤r, Geldstrafen und GefÃ¤ngnisse, die Angst vor Hunger und Obdachlosigkeit â€“ all die sehr realen und bedeutenden Aspekte der Herrschaft. Aber sogar die staatliche Waffengewalt kann nur dann ihre Aufgaben erfolgreich durchfÃ¼hren, wenn die Menschen sich unterwerfen. Und hier finden wir die wirkliche Basis jeglicher Herrschaft â€“ die Unterwerfung der Sklaven, ihre Entscheidung, die Sicherheit der bekannten Not und Dienerschaft zu akzeptieren, statt das Risiko der ungekannten Freiheit einzugehen, also ihre Einwilligung, ein garantiertes, aber farbloses Ãœberleben zu akzeptieren im Austausch fÃ¼r die MÃ¶glichkeit eines wirklichen Lebens, das eben keine Garantien bietet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um also der eigenen Sklaverei ein Ende zu setzen, um Ã¼ber die Grenzen des blossen Ãœberlebens hinaus zu gelangen, ist es notwendig, sich fÃ¼r die Verweigerung der Unterwerfung zu entscheiden; es ist notwendig damit zu beginnen, sich das eigene Leben hier und jetzt wieder anzueignen. Durch ein solches Projekt gerÃ¤t mensch unvermeidlich in einen Konflikt mit der gesamten sozialen Ordnung der Arbeit; also muss das Projekt der RÃ¼ckeroberung der eigenen Existenz auch das Projekt der ZerstÃ¶rung der Arbeit sein. Um MissverstÃ¤ndnissen vorzubeugen: Wenn ich â€žArbeitâ€œ sage, meine ich damit nicht die AktivitÃ¤t, wodurch die Mittel der eigenen Existenz geschaffen werden (welche idealerweise niemals vom einfachen Leben getrennt sein wÃ¼rden), sondern eine soziale Beziehung, welche diese AktivitÃ¤t in eine vom eigenen Leben getrennte SphÃ¤re transformiert und sie in den Dienst der herrschenden Ordnung setzt, so dass die AktivitÃ¤t eigentlich aufhÃ¶rt, irgend eine direkte Beziehung zur Bildung der eigenen Existenz zu haben, sondern sie bloss im Reich des Ãœberlebens aufrecht erhÃ¤lt (unabhÃ¤ngig vom Grad des Konsums) durch eine Serie von Entfremdungen, von welchen Eigentum, Geld und Warenaustausch zu den wichtigsten gehÃ¶ren. Dies ist die Welt, welche wir zerstÃ¶ren mÃ¼ssen im Prozess der RÃ¼ckeroberung unserer Leben, und die Notwendigkeit dieser ZerstÃ¶rung macht das Projekt der Wiederaneignung unseres Lebens eins mit dem Projekt des Aufstands und der sozialen Revolution. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{cc|by-sa}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Das Netzwerk der Herrschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Wolfi_Landstreicher/Das_Netzwerk_der_Herrschaft/Von_Proletarisch_zu_Individuell&amp;diff=25154</id>
		<title>Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft/Von Proletarisch zu Individuell</title>
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				<updated>2006-09-30T22:35:30Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +kat&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft}}'''Von Proletarisch zu Iindividuell: FÃ¼r ein anarchistisches VerstÃ¤ndnis des Begriffes der Klasse'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die sozialen Beziehungen von Klasse und Ausbeutung sind nicht einfach. Die Vorstellungen der ArbeiterInnen, die auf der Idee einer objektiv revolutionÃ¤ren Klasse grÃ¼nden, die in Anbetracht ihrer Beziehung zu den Produktionsmitteln definiert ist, ignorieren die Masse derjenigen, deren Leben durch die gegenwÃ¤rtige soziale Ordnung auf der ganzen Welt gestohlen wurden, die aber in ihrem Produktionsapparat keinen Platz finden kÃ¶nnen. Diese Vorstellungen enden also mit der PrÃ¤sentation eines beschrÃ¤nkten und vereinfachenden VerstÃ¤ndnisses von Ausbeutung und revolutionÃ¤rer VerÃ¤nderung. Um einen revolutionÃ¤ren Kampf gegen die Ausbeutung zu fÃ¼hren, mÃ¼ssen wir ein solches Klassen-VerstÃ¤ndnis entwickeln, wie sie momentan in der Welt auch existiert, und dies ohne irgendwelche BÃ¼rgschaften zu suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz grundsÃ¤tzlich besteht die Klassengesellschaft aus denjenigen, die herrschen und denjenigen, die beherrscht werden, denjenigen die ausbeuten, und denjenigen die ausgebeutet werden. Eine derartige Gesellschaft kann nur entstehen, wenn die Menschen ihre FÃ¤higkeit, ihre Lebensbedingungen selbst zu bestimmen, verloren haben. Die essentielle Eigenschaft, die die Ausgebeuteten miteinander teilen, ist also ihre Enteignung, ihre mangelnde FÃ¤higkeit, die grundsÃ¤tzlichen Entscheidungen Ã¼ber ihr Leben zu fÃ¤llen und auszufÃ¼hren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die herrschende Klasse ist in Beziehung zu ihrem eigenen Projekt der AnhÃ¤ufung von Macht und Wohlstand definiert. WÃ¤hrend innerhalb der herrschenden Klasse bezÃ¼glich spezifischen Interessen und dem realen Wettkampf um die Kontrolle der Ressourcen und Gebiete sicherlich bedeutende Konflikte herrschen, versieht das allumfassende Projekt, welches auf die Kontrolle des sozialen Wohlstandes und der Macht, und somit des Lebens und der Beziehungen eines jeden Lebewesens, diese Klasse mit einer vereinend positiven Aufgabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ausgebeutete Klasse hat keine solche positive Aufgabe, um sich zu definieren. Vielmehr wird sie dadurch definiert, was ihr angetan, was ihr weggenommen wird. Von den Lebensarten, die die Menschen dieser Klasse kannten und mit den ihnen Nahestehenden erschufen, entwurzelt, wird die einzige Gemeinschaft, welche den Menschen dieser heterogenen Klasse bleibt, von Kapital und Staat gegeben ? die von Arbeit und Warenaustausch bestimmte Gemeinschaft, nach belieben mit nationalistischen, religiÃ¶sen, ethnischen, rassischen oder subkulturellen ideologischen Konstrukten geschmÃ¼ckt, womit die herrschende Klasse IdentitÃ¤ten kreiert, wodurch IndividualitÃ¤t und Revolte kanalisiert werden. Das Konzept einer positiven proletarischen IdentitÃ¤t hat in der Wirklichkeit keine Basis, weil die jemanden als ProletarierIn definierende IdentitÃ¤t genau die Tatsache ist, dass ihnen ihr Leben gestohlen wurde und sie zu einem Pfand in den Projekten ihrer HerrscherInnen gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorstellung der ArbeiterInnen eines proletarischen Projektes hat seine UrsprÃ¼nge in den revolutionÃ¤ren Theorien Europas und der Vereinigten Staaten (hauptsÃ¤chlich gewisse marxistische und syndikalistische Theorien). Im spÃ¤ten 19. Jahrhundert waren beide, das westliche Europa und der Osten der Vereinigten Staaten, auf dem besten Wege, vollkommen industrialisiert zu werden, und die dominante Ideologie des Fortschritts stellte die technologische Entwicklung mit sozialer Befreiung gleich. Diese Ideologie manifestierte sich in der revolutionÃ¤ren Theorie als die Idee, dass die industrielle ArbeiterInnenklasse offensichtlich revolutionÃ¤r war, weil sie in der Position stand, die unter dem Kapitalismus entwickelten ProduktionsgÃ¼ter (die als Produkte des Fortschritts Inbegriffen der Freiheit gleichkamen) zu Ã¼bernehmen und sie in den Dienst der menschlichen Gemeinschaft zu setzen. Den grÃ¶ssten Teil der Welt ignorierend (zusammen mit einem bedeutenden Teil der Ausgebeuteten der industrialisierten Gebiete), waren die revolutionÃ¤ren TheoretikerInnen nun in der Lage, ein positives Projekt fÃ¼r das Proletariat zu erschaffen, eine offensichtlich historische Mission. Die Tatsache, dass sie auf der bourgeoisen Ideologie des Fortschritts basierte, wurde ignoriert. Meiner Meinung nach hatten die LuddistInnen eine viel klarere Perspektive, indem sie den Industrialismus als ein weiteres Werkzeug der/des MeisterIn zu ihrer Enteignung erkannten. Mit guten GrÃ¼nden attackierten sie die Maschinen der Massenproduktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess der Enteignung wurde im Westen unterdessen schon lange vollendet (obwohl es natÃ¼rlich ein Prozess ist, der sogar hier immer weiter vor sich geht), aber in grossen Teilen der sÃ¼dlichen Welt steckt er noch immer in seinen frÃ¼hen Stadien. Seit der Prozess im Westen gestartet ist, gingen im Funktionieren des Produktionsapparates einige wesentliche Wechsel vor sich. Fabrikstellen fÃ¼r FachkrÃ¤fte sind grÃ¶sstenteils verschwunden, und was von einem/einer ArbeiterIn benÃ¶tigt wird ist FlexibilitÃ¤t, die FÃ¤higkeit sich anzupassen ? mit anderen Worten die FÃ¤higkeit, ein austauschbares Zahnrad in der Maschine des Kapitals zu sein. ZusÃ¤tzlich tendieren Fabriken dazu, im Produktionsprozess viel weniger ArbeiterInnen zu benÃ¶tigen, weil einerseits die Entwicklungen in der Technologie und den Management-Techniken einen stÃ¤rker dezentralisierten Produktionsprozess ermÃ¶glicht haben und andererseits, weil die mehr und mehr gefragte Fabrik-Arbeit bloss aus der Betreuung von Maschinen besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einem praktischen Level bedeutet dies, dass wir als Individuen im Produktionsprozess alle verbrauchbar, weil auch ersetzbar, sind ? dieser liebenswÃ¼rdige kapitalistische Egalitarismus, in welchem wir alle gleich Null sind! In der Ersten Welt hat dies den Effekt, dass eine stets wachsende Zahl von Ausgebeuteten zu stets unsicherer werdenden Positionen gedrÃ¤ngt wird: Tagesarbeit, TemporÃ¤r-Arbeit, Stellen im Dienst-Sektor, chronische Arbeitslosigkeit, Schwarzmarkt und weitere Formen der IllegalitÃ¤t, Obdachlosigkeit und GefÃ¤ngnis. Die gleichmÃ¤ssige Arbeit mit ihrer Garantie eines irgendwie stabilen Lebens ? selbst wenn das eigene Leben nicht einem selbst gehÃ¶rt ? macht den Weg frei fÃ¼r einen Mangel an Garantien, wo die durch einen gemÃ¤ssigten, komfortablen Konsum besorgten Illusionen nicht mehr lÃ¤nger verbergen kÃ¶nnen, dass ein Leben unter dem Kapitalismus immer am Rande der Katastrophe verbracht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Dritten Welt, wo die Menschen ihr ? wenn auch manchmal schwieriges ? Leben selbst in der Hand hatten, finden sie ihr Land und die anderen Mittel, derer sie bedÃ¼rfen, unter den FÃ¼ssen weggerissen, wenn die Maschinen des Kapitals im wahrsten Sinne des Wortes in ihr Zuhause eindringen und ihnen jegliche MÃ¶glichkeit, weiter direkt von den eigenen AktivitÃ¤ten zu leben, wegfressen. Von ihrem Leben und Land weggerissen, sind sie gezwungen, in die StÃ¤dte zu ziehen, wo nur wenig Arbeit auf sie wartet. Shantytowns entstehen rings um die StÃ¤dte, oftmals mit einer grÃ¶sseren BevÃ¶lkerung als der eigentlichen Stadt. Ohne jegliche MÃ¶glichkeit einer geregelten Arbeit, sind die BewohnerInnen dieser Shantytowns zur Bildung einer Schwarzmarkt-Wirtschaft gezwungen, um zu Ã¼berleben, doch dies dient noch immer den Interessen des Kapitals. Andere entscheiden sich in ihrer Verzweiflung zur Auswanderung und riskieren die Gefangenschaft in FlÃ¼chtlingslagern und Zentren fÃ¼r Fremde ohne Ausweis in der Hoffnung, ihre Situation zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit sind Unsicherheit und Verausgabung mit der Enteignung zusammen die in zunehmendem Masse geteilten Merkmale derjenigen, die weltweit die ausgebeutete Klasse ausmachen. Wenn dies einerseits bedeutet, dass diese Waren-Zivilisation in ihrer Mitte eine Klasse von Barbaren kreiert, die wirklich nichts dabei zu verlieren hat, sie nieder zu reissen (und dies nicht auf dem Wege, wie es sich die alten Proletariats-IdeologInnen vorgestellt hatten), dann tragen diese Merkmale auch keine Basis fÃ¼r ein positives Projekt der LebensverÃ¤nderung in sich. Die durch die von der Gesellschaft aufgebÃ¼rdeten miserablen Lebensbedingungen schÃ¼ren eine Wut, die einfach in Projekte kanalisiert werden kann, welche der herrschenden Ordnung oder zumindest den spezifischen Interessen der/des einen oder anderen HerrscherIn dient. Die Beispiele von Situationen der letzten Dekaden, wo die Wut der Ausgebeuteten geschÃ¼rt wurde, um den nationalistischen, rassischen oder religiÃ¶sen Projekten Auftrieb zu geben, die ihrerseits aber bloss wieder die Herrschaft verstÃ¤rken, sind zu zahlreich, um sie alle zu nennen. Die MÃ¶glichkeit eines Endes der gegenwÃ¤rtigen sozialen Ordnung ist grÃ¶sser denn je, aber der Glaube an dessen Unvermeidbarkeit kann nicht mehr lÃ¤nger vorgeben, eine objektive Basis zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber um das revolutionÃ¤re Projekt wahrlich zu verstehen und herauszufinden, wie es auszufÃ¼hren ist (und eine Analyse zu entwickeln, wie die herrschende Klasse es schafft, die Wut der UnterdrÃ¼ckten in ihre eigene Projekte zu lenken), ist es nÃ¶tig zu erkennen, dass Ausbeutung nicht nur bei der Produktion von Wohlstand auftritt, sondern auch in der Reproduktion der sozialen Beziehungen. Der Position jedes/r einzelnen ProletarierIn innerhalb des Produktionsapparates zum Trotz, ist es im Interesse der herrschenden Klasse, dass jedeR eine Rolle, eine soziale IdentitÃ¤t hat, welche der Reproduktion der sozialen Beziehungen dient. Rasse, Geschlecht, VolkszugehÃ¶rigkeit, Religion, sexuelle Vorlieben, Subkultur ? all diese Dinge mÃ¶gen in der Tat sehr reale und bedeutende Unterschiede reflektieren, aber alle stellen soziale Konstrukte dar, um diese Unterschiede in fÃ¼r die Beibehaltung der gegenwÃ¤rtigen sozialen Ordnung nÃ¼tzliche Rollen zu kanalisieren. In den fortgeschrittensten Gebieten der gegenwÃ¤rtigen Gesellschaft, wo der Markt die meisten Beziehungen definiert, werden IdentitÃ¤ten grÃ¶sstenteils in Bezug auf die sie symbolisierenden Waren definiert, und Austauschbarkeit wird zur Tagesordnung der sozialen Reproduktion, genau wie es in der wirtschaftlichen Produktion der Fall ist. Und dies genau, weil die IdentitÃ¤t eine soziale Konstruktion ist, und sie verkommt immer mehr zu einer verkaufbaren Ware, die von RevolutionÃ¤rInnen in ihrer KomplexitÃ¤t ernsthaft gehandhabt werden muss mit dem prÃ¤zisen Ziel, Ã¼ber diese Kategorien hinaus zu dem Punkt zu gelangen, dass unsere Unterschiede (einschliesslich derjenigen, die unsere Gesellschaft in Bezug zu Rasse, Geschlecht, VolkszugehÃ¶rigkeit etc. definieren wÃ¼rde) aus unseren Ãœberlegungen bestehen, die uns als einzelne Individuen ausmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil in unserer Lage als ProletarierInnen ? als Ausgebeutete und Enteignete - kein gemeinsames positives Projekt gefunden werden kann, muss unser Projekt der Kampf zur ZerstÃ¶rung unserer proletarischen Situation sein, um unserer Enteignung ein Ende zu bereiten. Was wir wesentlich verloren haben ist nicht die Kontrolle Ã¼ber die ProduktionsgÃ¼ter oder materiellen Wohlstand; es ist unser Leben, unsere FÃ¤higkeit, unsere Existenz in Beziehung zu unseren BedÃ¼rfnissen und WÃ¼nschen zu fÃ¼hren. Folglich findet unser Kampf Ã¼berall statt, zu jeder Zeit. Unser Ziel ist es, alles, was uns von unserem Leben trennt, zu zerstÃ¶ren: das Kapital, den Staat, den industriellen und post-industriellen technologischen Apparat, die Arbeit, das Aufopfern, die Ideologie, jede Organisation, die unseren Kampf aufzusaugen versucht, kurz: alle Systeme der Kontrolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im Prozess, diesen Kampf auf dem einzigen uns mÃ¶glichen Weg zu fÃ¼hren ? ausserhalb aller und gegen jegliche FormalitÃ¤t und Institutionalisierung -, werden wir beginnen, neue Wege zu entwickeln, welche sich auf Selbstorganisation beziehen, auf eine Gemeinschaftlichkeit, die auf den einzigartigen Unterschieden basiert, welche uns als Individuen definieren, deren Freiheit sich mit der Freiheit der anderen ausbreitet. Es ist hier, in der Revolte gegen unsere proletarischen Bedingungen, wo wir dieses gemeinsame, positive Projekt finden, das fÃ¼r jedenN von uns unterschiedlich ist: den gemeinsamen Kampf fÃ¼r die individuelle Verwirklichung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{cc|by-sa}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Das Netzwerk der Herrschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Wolfi_Landstreicher/Das_Netzwerk_der_Herrschaft/Der_Preis_des_%C3%83%C5%93berlebens&amp;diff=25153</id>
		<title>Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft/Der Preis des Ãœberlebens</title>
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				<updated>2006-09-30T22:33:45Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +kat&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft}}&lt;br /&gt;
'''Der Preis des Ãœberlebens'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles hat seinen Preis, und die Messung seines Wertes ist eine in Anbetracht von etwas allgemein Gleichwertigem bestimmte Menge. Nichts hat in sich einen Wert. Jeglicher Wert ist in Beziehung zum Markt bestimmt â€“ und der beinhaltet den Wert unseres Lebens, unseren Wert. Unser Leben wurde in Einheiten von gemessener Zeit getrennt, in denen wir gezwungen sind zu verkaufen, um danach unser Ãœberleben in der Form von StÃ¼cken gestohlener Leben anderer zurÃ¼ckzukaufen, welche die Produktion in zu verkaufende Ware verwandelt hat. Dies ist wirtschaftliche RealitÃ¤t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese unglaubliche Entfremdung hat seine Basis in der Verflechtung der drei grundsÃ¤tzlichsten Einrichtungen dieser Gesellschaft: Eigentum, Warenaustausch und Arbeit. Die diesen dreien innewohnende Beziehung bildet das System, womit die herrschende Klasse den Wohlstand, der fÃ¼r die Aufrechterhaltung der Macht notwendig ist, produziert. Ich spreche hier von der Wirtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die soziale Ordnung der Herrschaft und Ausbeutung hat ihren Ursprung in einer grundsÃ¤tzlichen, sozialen Entfremdung â€“ der Ursprung mag Spekulationen provozieren, aber seine Beschaffenheit ist ziemlich klar. Die gewaltige Mehrheit der Menschen wurden ihrer FÃ¤higkeit beraubt, ihre eigenen Lebensbedingungen zu bestimmen, ihr Leben und ihre Beziehungen nach eigenen WÃ¼nschen auszurichten, und dies damit die Wenigen an der Spitze Macht und Wohlstand anhÃ¤ufen kÃ¶nnen und die Gesamtheit der sozialen Existenz zu ihrem eigenen Vorteil nutzen kÃ¶nnen. Um dies zu garantieren, mÃ¼ssen die Menschen ihrer Mittel beraubt werden, derer sie zum Stillen ihrer BedÃ¼rfnisse und WÃ¼nsche, ihrer TrÃ¤ume und ihres Strebens bedÃ¼rfen. Dies konnte nur durch die Schliessung gewisser Gebiete und mit der AnhÃ¤ufung gewisser Dinge erreicht werden, so dass diese nicht mehr fÃ¼r alle zugÃ¤nglich waren. Aber solche Schliessungen und AnhÃ¤ufungen wÃ¼rden sinnlos sein, wenn niemand die Mittel hÃ¤tte, sie vor Raub zu schÃ¼tzen â€“ eine Macht, die andere davon abhÃ¤lt, sich etwas nehmen zu wollen, ohne um Erlaubnis zu fragen. Es ist folglich diese Form der AnhÃ¤ufung, die es notwendig macht, einen Apparat zu dessen Schutz zu erschaffen. Einmal etabliert, lÃ¤sst dieses System die Mehrheit in einer Position der AbhÃ¤ngigkeit der Wenigen, die diese Aneignung von Wohlstand und Macht durchgefÃ¼hrt haben. Um zu diesem angehÃ¤uften Wohlstand Zugang zu erhalten, sind die meisten gezwungen, einen Grossteil der von ihnen produzierten GÃ¼ter dafÃ¼r auszutauschen. Also muss ein Teil der AktivitÃ¤t, die sie ursprÃ¼nglich fÃ¼r sich selbst ausgefÃ¼hrt haben, nun fÃ¼r ihre HerrscherInnen tun, und dies lediglich, um ihr Ãœberleben abzusichern. Wenn die Macht der Wenigen wÃ¤chst, erhalten sie die Kontrolle Ã¼ber mehr und mehr Ressourcen und Arbeitsprodukte, bis die AktivitÃ¤t der Ausgebeuteten schliesslich nichts weiter darstellt, als GÃ¼ter zu produzieren, die im Gegenzug mit ihrem Lohn wieder zurÃ¼ckgekauft werden. SelbstverstÃ¤ndlich ist die Entwicklung dieses Prozesses teilweise langsam, weil sie bei jedem Schritt mit Widerstand konfrontiert wird. Es existieren noch immer Teile der Erde und des Lebens, die noch nicht durch Staat und Wirtschaft erschlossen worden sind, aber der Grossteil unserer Existenz wurde mit einem Preis-Stempel versehen, und sein Preis ist in zehn tausend Jahren geometrisch gestiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So sind also der Staat und die Wirtschaft als Aspekte der oben beschriebenen Entfremdung gemeinsam entstanden. Sie bilden ein zwei-kÃ¶pfiges Monster, welches uns eine verarmte Existenz aufzwingt, in der unser Leben in einen Kampf ums Ãœberleben verwandelt wird. Dies ist in den wohlhabenden Staaten ebenso wahr wie in denjenigen, welche durch die kapitalistische Enteignung verarmten. Was das Leben als reines Ãœberleben definiert, ist weder die Teuerung der zu einem bestimmten Preis erhÃ¤ltlichen GÃ¼ter noch das Fehlen der Mittel, um diese zu kaufen. Vielmehr ist es, dass wir dazu gezwungen werden, unser Leben zu verkaufen, unsere Energie in ein Projekt zu stecken, das wir nicht selbst gewÃ¤hlt haben, das aber denjenigen nÃ¼tzt, die uns sagen, was wir zu tun haben, und zwar fÃ¼r eine magere Kompensation, die uns erlaubt, einige wenige Notwendigkeiten und Freuden zu kaufen â€“ dies meint vielmehr Ãœberleben, egal wie viele Dinge mensch zu kaufen in der Lage sein mag. Das Leben ist nicht eine AnhÃ¤ufung von Dingen, es ist eine qualitative Beziehung zur Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses erzwungene Verkaufen des eigenen Lebens, diese Lohn-Sklaverei, reduziert das Leben zu einer Ware, zu einer Existenz, welche in messbare Teile geteilt wurde, die fÃ¼r so viel pro Teil verkauft werden. NatÃ¼rlich nicht der/die ArbeiterIn selbst, welcheR dazu erpresst wird, sein/ihr Leben zu verkaufen â€“ auf diesem Wege wÃ¼rde sein/ihr Leben niemals ausreichen. Wie kann es sein, dass dasjenige, was wirklich verloren wurde, nicht so sehr die zugewiesenen Zeiteinheiten sind, sondern die LebensqualitÃ¤t selbst? In einer Welt, wo das Leben gekauft und verkauft wird, um es gegen das Ãœberleben auszutauschen, wo die Lebewesen und Dinge, die die natÃ¼rliche Welt ausmachen, als blosse VerkaufsgÃ¼ter angesehen werden, um in der Produktion anderer VerkaufsgÃ¼ter ausgebeutet zu werden, da verkommt der Wert der Dinge und der Wert des Lebens zu einer Nummer, einem Mass, und dieses Mass ist immer in Dollars oder Pesos oder Euro oder Yen definiert â€“ das heisst in Geld. Aber kein Geldbetrag und keine Menge an GÃ¼tern, die mit Geld gekauft werden kann, kann die Leere einer solchen Existenz kompensieren, weil diese Art der Wertgebung nur durch den Entzug der QualitÃ¤t, der Energie und des Wunders vom Leben existieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kampf gegen die Herrschaft der Wirtschaft â€“ die mit dem Kampf gegen den Staat Hand in Hand gehen muss â€“ muss mit der Verweigerung dieser Quantifizierung der Existenz einhergehen, die nur dann vorkommen kann, wenn uns unser Leben gestohlen wurde. Es ist ein Kampf fÃ¼r die ZerstÃ¶rung der Institutionen der Armut, des Warenaustausches und der Arbeit â€“ nicht, um die Menschen von neuen Institutionen abhÃ¤ngig zu machen, in der die Regel des Ãœberlebens ein milderes Gesicht trÃ¤gt, aber damit wir alle unser Leben wieder als unser eigenes aneignen kÃ¶nnen und unsere BedÃ¼rfnisse, WÃ¼nsche, TrÃ¤ume und unser Streben in all ihrer unmessbaren Einzigartigkeit verfolgen kÃ¶nnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{cc|by-sa}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Das Netzwerk der Herrschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Wolfi_Landstreicher/Das_Netzwerk_der_Herrschaft/Die_Macht_des_Staates&amp;diff=25152</id>
		<title>Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft/Die Macht des Staates</title>
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				<updated>2006-09-30T22:32:13Z</updated>
		
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft}}'''Die Macht des Staates'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist heutzutage, selbst in anarchistischen Kreisen, nichts UngewÃ¶hnliches, den Staat als reinen Diener von Multinationalen, dem IWF, der Weltbank und anderen internationalen wirtschaftlichen Institutionen zu beschreiben. Dieser Perspektive folgend ist der Staat nicht im Besitze der Macht, sondern vielmehr der Koordinator der Institutionen der sozialen Kontrolle, durch welche FirmenmÃ¤chte ihre Macht aufrechterhalten. Hiervon ausgehend ist es mÃ¶glich, zur Entwicklung eines revolutionÃ¤ren, anarchistischen Projekts ziemlich nachteilig stehende Schlussfolgerungen zu ziehen. Wenn der Staat eine hauptsÃ¤chlich politische Struktur zur Aufrechterhaltung der StabilitÃ¤t wÃ¤re, die dann ihrerseits vielmehr im Dienste der grossen wirtschaftlichen MÃ¤chte stehen wÃ¼rde als eine Macht in eigenem Recht und mit eigenen durch Herrschaft und Repression aufrecht erhaltenen Interessen zu sein, dann kÃ¶nnte er in Form einer institutionellen Opposition zur Macht der Multinationalendemokratisch reformiert werden. Es wÃ¼rde bloss eine Sache des â€žVolkesâ€œ sein, eine Gegenmacht zu werden und die Kontrolle Ã¼ber den Staat zu Ã¼bernehmen. Eine solche Idee scheint der absurden Vorstellung gewisser zeitgenÃ¶ssischer Antikapitalisten zugrunde zu liegen, dass wir die Interessen von Nationalstaaten gegen die internationalen Ã¶konomischen Institutionen unterstÃ¼tzen sollten. Ein klareres VerstÃ¤ndnis des Staates ist nÃ¶tig, um diesem Trend entgegen zu wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat kÃ¶nnte nicht existieren, wenn uns unsere FÃ¤higkeit, die Bedingungen unserer Existenz als Individuen in freien Gemeinschaften untereinander zu bestimmen, nicht weggenommen worden wÃ¤re. Diese Enteignung ist die fundamentale soziale Entfremdung, welche die Basis fÃ¼r jegliche Herrschaft und Ausbeutung darstellt. Diese Entfremdung kann richtigerweise mit dem Anstieg von Eigentum (ich sage Eigentum als solches und nicht nur Privateigentum, weil schon sehr frÃ¼h ein grosser Teil des Eigentums institutionell war â€“ in Staatsbesitz) festgestellt werden. Eigentum kann als der exklusive Anspruch gewisser Individuen und Institutionen an Hilfsmitteln, RÃ¤umen und Materialien, die existenziell notwendig sind, definiert werden, womit sie fÃ¼r andere unzugÃ¤nglich werden. Dieser Anspruch wird durch explizite oder implizite Gewalt durchgesetzt. Nicht lÃ¤nger frei, zu nehmen was immer nÃ¶tig ist um das eigene Leben zu leben, sind die Enteigneten dazu gezwungen, sich den Bedingungen der selbst-bestimmten Besitzern von Eigentum anzupassen um ihre Existenz aufrecht zu erhalten, welche somit eine Existenz in Knechtschaft darstellt. Der Staat ist die Institutionalisierung dieses Prozesses, welcher die Entfremdung der FÃ¤higkeit von Individuen, die Bedingungen ihrer eigenen Existenz zu bestimmen, zur AnhÃ¤ufung von Macht in den HÃ¤nden von wenigen verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Versuch zu bestimmen, ob die AnhÃ¤ufung von Macht oder die AnhÃ¤ufung von Wohlstand den Vorrang hatte, als der Staat entstand, ist nichtig und unnÃ¶tig. Jetzt sind sie sicherlich beide grÃ¼ndlich integriert. Es scheint nicht wahrscheinlich, dass der Staat die erste Institution war, die Eigentum angehÃ¤uft hat um unter seiner Kontrolle ÃœberschÃ¼sse zu erschaffen, Ãœberschusse, die ihm wirkliche Macht Ã¼ber die sozialen Bedingungen geben, unter denen seine Subjekte existieren mussten. Diese Ãœberschusse erlaubten es ihm, verschiedene Institutionen zu entwickeln, die seine Macht verstÃ¤rkten: militÃ¤rische Institutionen, religiÃ¶se/ideologische Institutionen, bÃ¼rokratische Institutionen, polizeiliche Institutionen und so weiter. Somit kann der Staat von seinen UrsprÃ¼ngen her, als Kapitalist in eigenem Recht gesehen werden, mit eigenen spezifischen wirtschaftlichen Interessen, die prÃ¤zise dazu dienen, seine Macht Ã¼ber die Bedingungen der sozialen Existenz zu garantieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie jeder Kapitalist versieht der Staat einen spezifischen Dienst mit einem Preis. Oder genauer, der Staat erbringt zwei wesentlich verbundene Dienste: den Schutz von Eigentum und den sozialen Frieden. Er bietet den Schutz von Privateigentum durch ein System von Gesetzen, welche dieses definieren und limitieren, und durch Waffengewalt werden diese Gesetze durchgesetzt. Eigentlich kann gesagt werden, dass Privateigentum nur dann wirklich existieren kann, wenn staatliche Einrichtungen vorhanden sind, um es vor denen zu beschÃ¼tzen, die sich einfach nehmen, was sie wollen â€“ ohne diesen institutionellen Schutz gibt es einen klaren Konflikt von individuellen Interessen. Das ist der Grund, warum Stirner Privateigentum als eine Form von sozialem oder staatlichem Eigentum beschrieben hat, das von einzelnen jedoch verachtet wird. Der Staat besorgt auch den Schutz der â€žGewÃ¶hnlichenâ€œ vor externen Dieben und vor seitens des Staates als Missbrauch bestimmtes Verhalten durch Gesetz und Waffengewalt. Als einziger BeschÃ¼tzer jeglichen Eigentums innerhalb seiner Grenzen â€“ eine Rolle, welche durch das staatliche Gewaltmonopol aufrechterhalten wird - , etabliert er eine konkrete Kontrolle Ã¼ber all dieses Eigentum (natÃ¼rlich auf seine reellen MÃ¶glichkeiten bezogen, diese Kontrolle auszuÃ¼ben). Daher besteht der Preis fÃ¼r diesen Schutz nicht nur aus Steuern und verschieden Formen obligatorischer Dienste, sondern auch aus der Ãœbereinstimmung der Rollen, die notwendig ist fÃ¼r den sozialen Apparat, der den Staat aufrechterhÃ¤lt und die Akzeptanz von, im besten Falle, einer Beziehung von Vasallentum zum Staat, welcher jegliches Eigentum oder jeden Ã¶ffentlichen Raum â€žin Ã¶ffentlichem Interesseâ€œ jederzeit beanspruchen kann. Die Existenz von Eigentum verlangt den Schutz des Staates, und die Existenz des Staates erhÃ¤lt Eigentum, aber letztlich immer als Staatseigentum, egal wie â€žprivatâ€œ es angeblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat beschÃ¼tzt das Eigentum durch die dem Gesetz innewohnende, implizite Gewalt und durch die explizite Gewalt von MilitÃ¤r und Polizei, und dies sind dieselben Mittel, wodurch er den sozialen Frieden aufrecht erhÃ¤lt. Die Gewalt, wodurch die Menschen ihrer MÃ¶glichkeiten, das Leben nach eigenen Bedingungen zu gestalten, enteignet werden, ist nichts geringeres als ein sozialer Krieg, welcher sich durch die soziale Ordnung tÃ¤glich manifestiert, und zwar in einem meist schrittweise (aber manchmal auch so schnell wie eine Polizeikugel) vor sich gehenden Gemetzel derjenigen, die ausgebeutet, ausgeschlossen und marginalisiert werden. Wenn angegriffene Menschen beginnen, ihren Feind zu erkennen, reagieren sie hÃ¤ufig mit einem Gegenangriff. Die staatliche Aufgabe, den sozialen Frieden zu gewÃ¤hrleisten, ist also ein Akt des sozialen Krieges der Regierenden gegen die Regierten â€“ die UnterdrÃ¼ckung und Vorbeugung von jeglichen solchen Gegenangriffen. Die Gewalt der Regierenden gegen die Regierten ist sozialem Frieden innewohnend. Aber ein sozialer Friede, welcher einzig auf brutaler Gewalt grÃ¼ndet, ist immer unsicher. FÃ¼r den Staat ist es notwendig, den Menschen die Idee in den Kopf zu setzen, dass sie in der fortwÃ¤hrenden Existenz des Staates und in der sozialen Ordnung, die er gewÃ¤hrleistet, Anteil haben. Dies mag wie im alten Ã„gypten geschehen, wo religiÃ¶se Propaganda den Gottesstatus des Pharaos gewÃ¤hrleistete, um die Erpressung zu rechtfertigen, dass er vom ganzen Ã¼berschÃ¼ssigen Getreide Besitz ergreifen konnte und damit die Population in Zeiten des Hungers absolut von seinem guten Willen abhÃ¤ngig machte. Oder es mag in der Form von staatlichen Institutionen fÃ¼r demokratische Teilnahme stattfinden, welche eine feinere Form der Erpressung darstellt, wodurch wir verpflichtet sind teilzunehmen, wenn wir uns beklagen wollen, wo wir aber auch verpflichtet sind, den â€žWillen des Volkesâ€œ zu akzeptieren. Hinter all diesen Formen der Erpressung - ob fein oder offensichtlich â€“ stehen aber trotzdem immer Waffen, GefÃ¤ngnisse, Soldaten und Polizisten, und dies ist die Essenz des Staates und des sozialen Friedens. Der Rest ist bloss Furnier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Staat als Kapitalist betrachtet werden kann (in dem Sinne, dass er Macht in einem dialektischen Prozess durch die AnhÃ¤ufung von Ã¼berschÃ¼ssigem Wohlstand vergrÃ¶ssert), ist der Kapitalismus, wie wir ihn mit seinen â€žprivatenâ€œ wirtschaftlichen Situationen kennen, eine relativ neue Entwicklung, die mit dem Beginn der modernen Ã„ra verbunden werden kann. Diese Entwicklung hat sicherlich einige bedeutende VerÃ¤nderungen in den Dynamiken der Macht produziert, seit ein bedeutender Teil der regierenden Klasse jetzt nicht mehr direkter Teil des Staatsapparates sind (abgesehen davon, dass sie BÃ¼rgerInnen sind wie all diejenigen, die sie ausbeuten). Aber diese VerÃ¤nderungen bedeuten nicht, dass der Staat von den zahlreichen globalen wirtschaftlichen Einrichtungen unterworfen, oder dass er fÃ¼r das Funktionieren der Macht zweitrangig wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Staat selbst ein Kapitalist ist, mit seinen eigenen Ã¶konomischen Interessen, welche es zu verfolgen und aufrecht zu erhalten gilt, dann besteht der Grund fÃ¼r eine funktionierende GewÃ¤hrleistung des Kapitalismus nicht darin, dass er den anderen kapitalistischen Institutionen untergeordnet ist, sondern er muss seine wirtschaftliche StÃ¤rke gegenÃ¼ber anderen Kapitalisten aufrecht erhalten, um die eigene Macht zu gewÃ¤hrleisten. Vor allem schwÃ¤chere Staaten enden damit, den globalen Interessen untergeordnet zu werden, und dies aus dem selben Grund wie mit kleineren Firmen dasselbe passiert, weil sie nicht die StÃ¤rke besitzen, ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Die grossen Staaten spielen eine mindestens so bedeutende Rolle in der Bestimmung der globalen wirtschaftlichen Politik wie die grossen Unternehmen. Es sind also eigentlich die Waffen des Staates, welche diese Politik erzwingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Macht des Staates liegt in seinen legalen und institutionellen Monopolen auf Gewalt. Dies gibt dem Staat eine sehr konkrete materielle Macht, wovon die globalen wirtschaftlichen Institutionen abhÃ¤ngig sind. Institutionen wie die Weltbank und der IWF beherbergen nicht nur Abgeordnete von allen bedeutenden StaatsmÃ¤chten in allen entscheidungstragenden Prozessen; sie sind ebenfalls von der militÃ¤rischen Macht der mÃ¤chtigsten Staaten abhÃ¤ngig, um ihre Politik aufzubÃ¼rden - die Bedrohung von physischer Gewalt muss immer hinter wirtschaftlicher Erpressung stehen, wenn sie denn funktionieren soll. Mit der realen Macht der Gewalt in ihren HÃ¤nden werden die grossen Staaten kaum als Diener der globalen wirtschaftlichen Institutionen funktionieren. Eher ist ihre Beziehung in reiner kapitalistischer Manier eine von gegenseitiger Erpressung, welche zum Wohle der ganzen regierenden Klasse akzeptiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZusÃ¤tzlich zu seinem Gewaltmonopol kontrolliert der Staat viele der Netzwerke und Institutionen, welche fÃ¼r das GeschÃ¤ft und die Produktion notwendig sind. Autobahn- und Eisenbahn-Systeme, HÃ¤fen, FlugplÃ¤tze, Satelliten- und Glasfaser-Systeme, die fÃ¼r Kommunikations- und Informations-Netzwerke notwendig sind, sind allgemein staatlich betrieben und stets Subjekt staatlicher Kontrolle. Wissenschaftliche und technologische Forschung, die fÃ¼r neue Entwicklungen in der Produktion notwendig sind, sind Ã¤usserst abhÃ¤ngig von den Erleichterungen staatlich gefÃ¼hrter UniversitÃ¤ten und des MilitÃ¤rs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folglich ist die Macht von Unternehmen abhÃ¤ngig von staatlicher Macht, um sich selbst zu erhalten. Es ist nicht eine Frage, ob mensch sich der einen zur anderen Art Macht unterordnet, aber die Entwicklung eines wesentlichen Machtsystems, das sich selbst als eine zwei-kÃ¶pfige Hydra des Kapitals und des Staates manifestiert, nÃ¤mlich einem System, das als Ganzes funktioniert, um Herrschaft, Ausbeutung und die Bedingungen, die die herrschende Klasse uns zur Aufrechterhaltung unserer Existenz aufzwingt, zu gewÃ¤hrleisten. In diesem Kontext werden Institutionen wie der IWF und die Weltbank am besten als die Mittel verstanden, wodurch die verschiedenen staatlichen und privaten MÃ¤chte ihre AktivitÃ¤ten koordinieren, um die Einheit der Herrschaft Ã¼ber die ausgebeuteten Klassen inmitten des Wettbewerbs wirtschaftlicher und politischer Interessen zu gewÃ¤hrleisten. Also dient der Staat nicht diesen Institutionen, sondern vielmehr dienen diese Institutionen den mÃ¤chtigsten Staaten und KapitalistInnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
FÃ¼r diejenigen unter uns, die die ZerstÃ¶rung der sozialen Ordnung suchen, ist es also nicht mÃ¶glich, den Nationalstaat gegen die KapitalistInnen auszuspielen und dabei irgendetwas zu erreichen. Ihr grÃ¶sstes Interesse ist dasselbe, nÃ¤mlich die gegenwÃ¤rtige Ordnung der Dinge aufrecht zu erhalten. FÃ¼r uns ist es notwendig, den Staat und den Kapitalismus mit all unserer Macht anzugreifen, sie als die zwei-kÃ¶pfige Hydra der Herrschaft und UnterdrÃ¼ckung zu erkennen, die wir zerstÃ¶ren mÃ¼ssen, wenn wir die MÃ¶glichkeit, unsere Lebensbedingungen selbst zu gestalten, jemals zurÃ¼ckgewinnen wollen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{cc|by-sa}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Das Netzwerk der Herrschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
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		<title>Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft</title>
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&lt;div&gt;{{sublink|Wolfi Landstreicher}}&lt;br /&gt;
{{Wolfi Landstreicher/Das Netzwerk der Herrschaft}}&lt;br /&gt;
''Anarchistische Analysen der Institutionen, Strukturen und Systeme der Herrschaft und Ausbeutung, um sie zu debattieren, zu entwickeln und danach zu handeln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von [[Wolfi Landstreicher]],&lt;br /&gt;
ins deutsche Ã¼bersetzt durch die eule (dieeule a-im-kreis riseup punkt net)''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==EinfÃ¼hrung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgende Abhandlung untersucht einige der zahlreichen Institutionen, Strukturen, Systeme und Beziehungen der Herrschaft und Ausbeutung, welche unsere gegenwÃ¤rtige Existenz bestimmen. Diese AufsÃ¤tze beabsichtigen weder, umfassende oder letzte Antworten zu geben, sondern vielmehr Teil einer Diskussion zu sein, von welcher ich hoffe, dass sie in anarchistischen Kreisen auf die Entwicklung einer spezifisch anarchistischen, theoretischen Erforschung unserer RealitÃ¤t zielt. Ein grosser Teil der gegenwÃ¤rtigen Analysen anarchistischer Kreise ist von marxistischen und postmodernen Kategorien und Konzepten abhÃ¤ngig. Diese mÃ¶gen nÃ¼tzlich sein, sie jedoch a priori zu akzeptieren, ohne die soziale RealitÃ¤t in Beziehung zu unseren spezifisch anarchistischen, revolutionÃ¤ren Projekten zu erforschen, zeigt intellektuelle Faulheit. So hoffe ich, dass wir damit beginnen kÃ¶nnen, die Welt in Beziehung zu unseren eigenen Projekten, TrÃ¤umen und WÃ¼nschen zu diskutieren, dabei sicherlich alle Analysen verwendend, die uns nÃ¼tzlich erscheinen, um damit unser eigenes theoretisches und praktisches, revolutionÃ¤res Projekt zu erschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{cc|by-sa}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Das Netzwerk der Herrschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:BÃ¼cher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
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		<title>Parlament</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Allgemein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Parlament (abgeleitet von altfranz.: parlement = Unterredung, bzw. von franz.: parler = reden) stellt in [[reprÃ¤sentative Demokratie|reprÃ¤sentativen Demokratien]] das oberste Organ eines Gemeinwesens ([[Staat|Staaten]], StaatenbÃ¼nde, Verwaltungseinheiten oder Kolonien/sonstige abhÃ¤ngige Gebiete) dar. In Gemeinwesen mit anderen Regierungsformen nehmen Parlamente unter UmstÃ¤nden einen niederen Rang ein oder sind auf eine rein beratende Funktion beschrÃ¤nkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau/Funktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mitglieder der Parlamente (Abgeordnete) werden entweder durch Wahlen bestimmt (Beispiel Bundestag) oder von anderen Instanzen des Gemeinwesens ernannt (Beispiel Bundesrat). Ihre Hauptaufgabe besteht im Erarbeiten von Gesetzen, Reglementierung des Staatshaushaltes und oft auch die Wahl des Regierungsoberhauptes. Abgeordnete Ã¤hnlicher politischer Ansichten schlieÃŸen sich zu Fraktionen zusammen, um ihre â€žSchlagkraftâ€œ zu erhÃ¶hen. Diese Fraktionen hÃ¤ngen nicht zwangslÃ¤ufig von der ZugehÃ¶rigkeit zur selben [[Partei]] ab.&lt;br /&gt;
Ein Abgeordneter ist entweder nur sich selbst verpflichtet ([[freies Mandat]]) oder er ist an Weisungen seiner UnterstÃ¼tzer, z.B. der [[Partei]] die ihn zur [[Wahl]] gestellt hat, gebunden ([[imperatives Mandat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Situation in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Bundesrepublik Deutschland]] schreibt das [[Grundgesetz]] das freie Mandat vor. Faktisch jedoch werden die Entscheidungen von den Spitzenpolitikern der Parteien getroffen, in deren Sinne die einzelnen Abgeordneten abstimmen.&lt;br /&gt;
Interessanterweise spiegelt sich die Unterteilung der Abgeordneten in Spitzenpolitiker und HinterbÃ¤nkler im Plenum des Bundestages dadurch wieder, dass die Abgeordneten der hinteren Reihen keine Tische zur VerfÃ¼gung stehen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch lassen sich Vorformen der modernen Parlamente bis in die ferne Vergangenheit nachweisen. Der Senat der RÃ¶mer, das Thing der Germanen oder die StÃ¤ndeversammlungen Englands und Frankreichs sind nur einige Beispiele. Die AnfÃ¤nge des modernen [[Parlamentarismus]] in Deutschland werden in der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche gesehen. Auf dieses Parlament grÃ¼nden sowohl unsere heutige Parteienlandschaft, als auch unser Links-Mitte-Rechts-Schema zur Einteilung politischer AnsÃ¤tze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritikpunkte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HÃ¤ufig kritisiert werden die vielfÃ¤ltigen Verflechtungen zwischen den Parlamenten und anderen gesellschaftlichen Gruppen ([[Lobbyismus]]), sowie die zunehmende Tendenz Entscheidungen von willkÃ¼rlich zusammengesetzten Kommissionen (â€œWenn ich nicht weiss, was ich machen soll, mach ich eine Kommissionâ€) treffen zu lassen. Allgemein nicht infrage gestellt wird jedoch die Gleichsetzung von [[Parlamentarismus]] und [[Demokratie]]. Wobei noch die Antwort auf die Frage aussteht, inwieweit ein System in dem das [[Volk]] alle 4 bis 5 Jahre das Parlament neu strukturiert und den Rest der Zeit vollkommen von jeder Form der politischen Willensbildung und Einflussnahme ausgeschlossen ist, tatsÃ¤chlich eine â€œHerrschaft des Volkesâ€ darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staat]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Parlament&amp;diff=25091</id>
		<title>Parlament</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Allgemein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Parlament (abgeleitet von altfranz.: parlement = Unterredung, bzw. von franz.: parler = reden) stellt in reprÃ¤sentativen [[Demokratie|Demokratien]] das oberste Organ eines Gemeinwesens ([[Staat|Staaten]], StaatenbÃ¼nde, Verwaltungseinheiten oder Kolonien/sonstige abhÃ¤ngige Gebiete) dar. In Gemeinwesen mit anderen Regierungsformen nehmen Parlamente unter UmstÃ¤nden einen niederen Rang ein oder sind auf eine rein beratende Funktion beschrÃ¤nkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau/Funktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mitglieder der Parlamente (Abgeordnete) werden entweder durch Wahlen bestimmt (Beispiel Bundestag) oder von anderen Instanzen des Gemeinwesens ernannt (Beispiel Bundesrat). Ihre Hauptaufgabe besteht im Erarbeiten von Gesetzen, Reglementierung des Staatshaushaltes und oft auch die Wahl des Regierungsoberhauptes. Abgeordnete Ã¤hnlicher politischer Ansichten schlieÃŸen sich zu Fraktionen zusammen, um ihre â€žSchlagkraftâ€œ zu erhÃ¶hen. Diese Fraktionen hÃ¤ngen nicht zwangslÃ¤ufig von der ZugehÃ¶rigkeit zur selben [[Partei]] ab.&lt;br /&gt;
Ein Abgeordneter ist entweder nur sich selbst verpflichtet ([[freies Mandat]]) oder er ist an Weisungen seiner UnterstÃ¼tzer, z.B. der [[Partei]] die ihn zur [[Wahl]] gestellt hat, gebunden ([[imperatives Mandat]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Situation in Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Bundesrepublik Deutschland]] schreibt das [[Grundgesetz]] das freie Mandat vor. Faktisch jedoch werden die Entscheidungen von den Spitzenpolitikern der Parteien getroffen, in deren Sinne die einzelnen Abgeordneten abstimmen.&lt;br /&gt;
Interessanterweise spiegelt sich die Unterteilung der Abgeordneten in Spitzenpolitiker und HinterbÃ¤nkler im Plenum des Bundestages dadurch wieder, dass die Abgeordneten der hinteren Reihen keine Tische zur VerfÃ¼gung stehen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliches ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch lassen sich Vorformen der modernen Parlamente bis in die ferne Vergangenheit nachweisen. Der Senat der RÃ¶mer, das Thing der Germanen oder die StÃ¤ndeversammlungen Englands und Frankreichs sind nur einige Beispiele. Die AnfÃ¤nge des modernen [[Parlamentarismus]] in Deutschland werden in der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche gesehen. Auf dieses Parlament grÃ¼nden sowohl unsere heutige Parteienlandschaft, als auch unser Links-Mitte-Rechts-Schema zur Einteilung politischer AnsÃ¤tze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritikpunkte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
HÃ¤ufig kritisiert werden die vielfÃ¤ltigen Verflechtungen zwischen den Parlamenten und anderen gesellschaftlichen Gruppen ([[Lobbyismus]]), sowie die zunehmende Tendenz Entscheidungen von willkÃ¼rlich zusammengesetzten Kommissionen (â€œWenn ich nicht weiss, was ich machen soll, mach ich eine Kommissionâ€) treffen zu lassen. Allgemein nicht infrage gestellt wird jedoch die Gleichsetzung von [[Parlamentarismus]] und [[Demokratie]]. Wobei noch die Antwort auf die Frage aussteht, inwieweit ein System in dem das Volk alle 4 bis 5 Jahre das Parlament neu strukturiert und den Rest der Zeit vollkommen von jeder Form der politischen Willensbildung und Einflussnahme ausgeschlossen ist, tatsÃ¤chlich eine â€œHerrschaft des Volkesâ€ darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staat]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Projekte:Hausbesetzung:Bildergalerie&amp;diff=25081</id>
		<title>Projekte:Hausbesetzung:Bildergalerie</title>
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				<updated>2006-09-29T21:44:27Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Berlin, KÃ¶pi ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://squat.net/de/berlin/bilder/koepid.jpg von der Ferne]&lt;br /&gt;
*[http://squat.net/de/berlin/bilder/koepig.jpg der Garten]&lt;br /&gt;
*[http://squat.net/de/berlin/bilder/koepi.jpg der Eingang]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berlin, RigaerstraÃŸe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://squat.net/de/berlin/bilder/rigaer83.jpg Haus von vorne]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berlin, Umsonstladen, Brunnenstr. 183 ==&lt;br /&gt;
*[http://www.umsonstladen.info/img/uladenneu.jpg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== MÃ¼nster, Uppenbergschule ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://squat.net/de/gallery/muenster/muenster_e.html Frontalansicht]&lt;br /&gt;
*[http://squat.net/de/gallery/muenster/muenster_m.html Eingangshalle]&lt;br /&gt;
*[http://squat.net/de/gallery/muenster/muenster_g_small.jpg ...typische Probleme?]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heidelberg, Casa Loca ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.autonomes-zentrum.org/CasaLoca-Haus1.jpg Haus von vorne]&lt;br /&gt;
*[http://media.de.indymedia.org/images/2004/02/73821.jpg Grafiti zu Casa Loca]&lt;br /&gt;
*[http://media.de.indymedia.org/images/2004/02/73823.jpg nach der RÃ¤umung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hamburg, Rote Flora ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.nadir.org/nadir/initiativ/roteflora/bildserien/img/das_haus/f_nachts.jpg bei nacht]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dresden, Luther-Platz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Menge Bilder sind auch in den Indymediaartikeln zu finden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://www.de.indymedia.org/2004/11/100032.shtml indy: Stille Besetzung wird laut]&lt;br /&gt;
*[http://de.indymedia.org/2004/12/100522.shtml indy: besetzte HÃ¤user gerÃ¤umt]&lt;br /&gt;
*[http://de.indymedia.org//2004/12/100917.shtml indy: Demo fÃ¼r ein Soziales Zentrum]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== KÃ¶ln, Pingutopia, einige Wochen im Sommer 2004 ==&lt;br /&gt;
*[http://media.de.indymedia.org/images/2004/08/89133.jpg Das Ende der NormalitÃ¤t]&lt;br /&gt;
*[http://media.de.indymedia.org/images/2004/08/89135.jpg Garten]&lt;br /&gt;
*[http://media.de.indymedia.org/images/2004/08/89136.jpg Inforaum]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Winterthur ein Wochenende 2003 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://ch.indymedia.org/images/2004/03/19698.jpg Besetztes Hochhaus]&lt;br /&gt;
*[http://ch.indymedia.org/images/2004/03/19696.jpg Infobar im Hochhaus]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weiteres bei ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[http://squat.net/de/berlin/gallery/index.html Bilder auf www.squat.net]&lt;br /&gt;
*[http://squat.net/de/links.html Links zu Besetzen HÃ¤usern auf www.squat.net ]&lt;br /&gt;
*[http://de.indymedia.org/freiraeume/ Nachrichten zu FreirÃ¤umen bei Indymedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zurÃ¼ck zur Seite -&amp;gt;[[Projekte:Hausbesetzung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hausbesetzung|Bildergallerie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fotos]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
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		<title>Jeff Monson</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Image:Jeff Monson.jpg|right|thumb|Jeff Monson]]&lt;br /&gt;
'''Jeff Monson''' (* 18. Januar 1971) ist ein [[AnarchistInnen|Anarchist]] und Kampfsportler aus [[Olympia]], [[Washington]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit seiner Zeit als Student beschÃ¤ftigt er sich mit libertÃ¤ren Ideen. Er selbst sieht sich als [[Anarcho-Kommunismus|Anarchokommunisten]] und ist Mitglied in der Unionistischen [[IWW]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Beruf ist der professionelle Kampfsport. Er ist u.a. ein Wrestler und 'Abu Dhabi Combat Club' Champion. Bei seinen KÃ¤mpfen verbindet er verschiedene Kampfsportarten miteinander. Seine Spitznamen im Sport sind &amp;quot;The Snowman&amp;quot;, &amp;quot;Nacked Monson&amp;quot; (nach einem Vorfall in Abu Dhabi) und &amp;quot;The Anarchist&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Seine politischen AktivitÃ¤ten liegen hauptsÃ¤chlich in der Soliarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktionen==&lt;br /&gt;
*Am 23. Mai 2006 beteiligte sich Monson an einer Blockade des Olympia Hafens durch Anti-Kriegs AktivistInnen. Diese wollten das Einladen von MilitÃ¤rfahrzeugen verhindern. Bis auf Monson und eine weitere Person wurde die Blockade gerÃ¤umt. Die Polizei musste nach einer Stunde die Fahrzeuge schlieÃŸlich umleiten. Jeff erklÃ¤rte der Polizei: ''Wenn ihr versucht mich festzunehmen, werde ich Widerstand leisten''. (http://community.livejournal.com/anarchists/1812280.html)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate ==&lt;br /&gt;
*''Die Verfassung ist nur ein StÃ¼ck Papier.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://jeffmonson.com/ Jeff &amp;quot;The Snowman&amp;quot; Monson] Offizielle Seite&lt;br /&gt;
*[http://www.groundandpound.de/interviews/interview_110106_monson_de.html Interview auf Deutsch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:AnarchistInnen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sport]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Rumpelpunk&amp;diff=25045</id>
		<title>Rumpelpunk</title>
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				<updated>2006-09-28T22:15:14Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +Kat, kleine Ergänzung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Rumpelpunk ist eine gÃ¤ngige Bezeichnung fÃ¼r schlampig gespielten, grobschlÃ¤chtigen Punk, der das alte Punk-Motto &amp;quot;Everybody can play!&amp;quot; aufgreift und den Dilettantismus zum Kunstwerk erhebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft wird das Attribut Rumpelpunk von dritten vergeben und ist abwertend gemeint. Die Band [[Stasi GorÃ¤ng]] verwendet den Begriff jedoch absichtlich als Provokation an die Adresse dieser qualitÃ¤tsverwÃ¶hnten Durchschnittspunks, die sich mit Musikrichtungen wie [[Emo]] und [[Ska]] immer mehr vom rauen Charme des ursprÃ¼nglichen Punk entfernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Band [[49 PLZ]] bezeichnet ihre Musik ebenfalls als Rumpelpunk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=49_PLZ&amp;diff=25044</id>
		<title>49 PLZ</title>
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				<updated>2006-09-28T22:10:46Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: interner Link&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''49 PLZ''' (Abk.: ''49 Pfennig Leberzirrhose'') ist eine 2005 gegrÃ¼ndete duisburger Punkband.&lt;br /&gt;
Ihre Musik bezeichnet die Band selbst als [[Rumpelpunk]], was darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist, das die Band musikalisch sehr auf Geschwindigkeit und simple Akkordfolgen ausgerichtet ist. Die Texte sind satirisch-kritisch bis vÃ¶llig unpolitisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bandbesetzung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Andi Asilette (Bass)&lt;br /&gt;
* Bully Bulldog (Gittare/Stimme)&lt;br /&gt;
* Freddy Fassbier (Trommel)&lt;br /&gt;
* Volker Vollstramm (Stimme/Alkoholmissbrauch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Diskographie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisher hat die Band nur einige Tonqualitativminderwertige HÃ¶rproben und eine DVD von einem vÃ¶llig verunglÃ¼ckten Auftritt zustande bekommen. &lt;br /&gt;
Zu den (lokal) bekanntesten liedern der Band zÃ¤hlen die Songs ''Senile Revolution'' und ''(Fuck the fucking) Government''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[http://www.49plz.de.vu Website der 49 PLZ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Band]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Polizeidienststellen_(MV)&amp;diff=25043</id>
		<title>Polizeidienststellen (MV)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=Polizeidienststellen_(MV)&amp;diff=25043"/>
				<updated>2006-09-28T22:06:30Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +kat&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Pasewalk''' Am Markt 7 17309 Pasewalk &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Anklam''' FriedlÃ¤nder StraÃŸe 13 17389 Anklam &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neubrandenburg''' DarrenstraÃŸe 3 17033 Neubrandenburg &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Demmin''' Clara-Zetkin-StraÃŸe 14a 17109 Demmin &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Waren''' Am MÃ¼hlenberg 2 17192 Waren &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neustrelitz''' TÃ¶pferberg 7 17235 Neustrelitz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Demmin''' Clara-Zetkin-StraÃŸe 14a 17109 Demmin &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Neustrelitz''' TÃ¶pferberg 7 17235 Neustrelitz &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''GÃ¼strow'''  Schwaaner StraÃŸe 24 18273 GÃ¼strow&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ludwigslust''' Grabower Allee 2c 19288 Ludwigslust &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Wismar''' Rostocker StraÃŸe 80 23970 Wismar &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Parchim''' Wallallee 3219370 Parchim&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polizei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=G8_schauspielerisch_nachstellen&amp;diff=25042</id>
		<title>G8 schauspielerisch nachstellen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://deu.anarchopedia.org/index.php?title=G8_schauspielerisch_nachstellen&amp;diff=25042"/>
				<updated>2006-09-28T22:00:15Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Firebird: +kat&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Beschreibung''': Eine Gruppe von Menschen stellt einen G8 Gipfel in der FussgÃ¤ngerzone oder einem gut besuchten Platz nach. Dazu nehmen die G8 Kritiker ihre Positionen als Minister, Polizisten oder Gegendemonstranten ein. Dann handeln die einzelnen Personen so, dass die Inhalte, die vorher besprochen wurden, den Zuschauern vermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ziele:'''&lt;br /&gt;
Die Aktion zielt darauf ab,&lt;br /&gt;
-den Widerstand gegen den G8-Gipfel kreativ und mit Humor der BevÃ¶lkerung nahezubringen.&lt;br /&gt;
-die Rolle des Staates und der Repressionsorgane verstÃ¤ndlich zu machen&lt;br /&gt;
-die eigentliche Funktion des Gipfels bloÃŸzustellen, anzugreifen und dessen ungerechte         Struktur deutlich zu machen&lt;br /&gt;
-und vieles mehr ist mÃ¶glich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Ablauf:'''&lt;br /&gt;
Mensch braucht nicht zu viele Personen als Demonstranten, Polizisten oder Minister einzusetzen. Es ist durchaus denkbar, dass der Gipfel nicht vollstÃ¤ndig reprÃ¤sentiert ist. Es kÃ¶nnen durch lustige Details Minister ausgelassen werden. Mit Schildern wie &amp;quot;Bin gerade Morden&amp;quot;, &amp;quot;Die Weltwirtschaft gehÃ¶rt sowieso mir&amp;quot; oder &amp;quot;GrÃ¼nde gerade meinen eigenen G1&amp;quot; kÃ¶nnen erstens die Personenanzahl reduziert und zweitens politische Bestrebungen oder Eigenschaften der G8-Mitglieder dargestellt werden. Die Polizei (unsere) und die Gegendemonstranten sollten aber trotzdem mindestens genauso viele oder mehr Personen betragen wie die Ministerrunde. AuÃŸerdem wÃ¤re es sinnvoll, wenn mindestens 3 oder 4 Menschen als AuÃŸenstehende das Geschehen verfolgen und dokumentieren. Diese Personen kÃ¶nnen auch als UnterhÃ¤ndler mit der Polizei und dem Ordnungsamt fungieren. Ansonsten kann die Polizei auch kreativ mit einbezogen werden.&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
Ort und Material:'''&lt;br /&gt;
Am wichtigsten sind natÃ¼rlich die Schauspieler, und es muss dafÃ¼r gesorgt werden, dass die Minister entsprechend platziert und erkennbar gemacht werden (z.B. durch Fahnen, Farben, Symbole...) Mit rotem Band oder Kreide wird die rote Linie gekennzeichnet. Diese wird durch die Polizei bewacht. Die Polizisten sind mit SchaumstoffknÃ¼ppeln und einem KostÃ¼m ausgestattet. Sie schlagen willkÃ¼rlich auf die Menge ein (das Verhalten der Polizei sollte vorher in der Gruppe festgelegt worden sein). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''HUMOR UND FREUDE SIND Ã„USSERST ERWÃœNSCHT!!!!''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der schwierigen AusfÃ¼hrung dieser Aktion aufgrund der groÃŸen Anzahl an benÃ¶tigten Personen wÃ¤re es eine sehr Ã–ffentlichkeitswirksame Aktion worÃ¼ber leicht viele Inhalte direkt zum G8 vermittelt werden kÃ¶nnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:G8]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aktionen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Firebird</name></author>	</entry>

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