Still working to recover. Please don't edit quite yet.

Féderation Anarchiste/Nein zur WM des Füßetretens

Aus <a href="http://deu.anarchopedia.org/F%C3%83%C2%A9deration_Anarchiste/Nein_zur_WM_des_F%C3%83%C2%BC%C3%83%C5%B8etretens">Anarchopedia</a>, dem offenen Wissensportal für und von AnarchistInnen
Jump to: navigation, search

Nein zu der WM des Füssetretens !


L Der Skandal, gigantische Bordelle in Deutschland zu eröffnen, wird immer größer, je näher die WM kommt. Als Nebenerscheinung von großen Sportereignissen hat das Sport-Business den Prostitutionsmarkt immer begünstigt. Und die Legalisierung der Prostitution in Deutschland erlaubt nun den Kapitalisten diese Geldquelle stärker auszuschöpfen. So können in Artemis in Berlin, dem größten Bordell Europas, 650 Kunden mit 100 Prostituierten versorgt werden, und das ist nur der erste Schritt eines blühenden Marktes.

Als direkte Folge vom Bau von Artémis werden Tausende von Prostituierten der ökonomisch abhängigen Länder eingeschleust (nicht nur aus Ost-Europa sondern auch aus Latein Amerika). Es handelt sich dabei um einen echten Menschenhandel, dirigiert zugunsten der « Unternehmer» von Artémis, offizielle Zuhälter, die Frauen als Ware betrachten und die Kunden wie Konsumenten eines Supermarktes behandeln.

Diese Bordelle sind die Konsequenz einer ungleichen Gesellschaft, in der der Profit dominiert: sie sind mit Frauen, die hohe Wertschöpfung versprechen, überfüllt, denen man ein „einfaches“ Einkommen ohne jegliche soziale Absicherung in Aussicht stellt. Artémis ist der Traum für alle Chefs und vor allem die Folge der Verschlechterung der sozialen Rechte und der allgemeinen Prekarisierung. Die Prostitutionsindustrie ist derart gewinnbringend, dass die Investition von 6,4 Millionen Euro nach sechs Monaten Betrieb fast schon amortisiert ist. Die Bauträger von Artémis geben damit an, Schüler des « Mac Donald’s » Modells zu sein... Erinnern wir uns daran, dass es sich um einen der wichtigsten Märkte neben Waffen- und Drogen handelt.

Dass Deutschland und Die Niederlande die Prostitution legalisiert haben, hat das Problem nicht wesentlich geändert : die Legalisierung hat zwar dazu geführt, sich aus einer heuchlerischen Unsichtbarkeit zu begeben, aber sie hat es nicht geschafft, die Lebens- und Arbeitsumstände einer großen Anzahl von Prostituierten zu verbessern: Prekarisierung, Selbstmord, Opfer mafiöser Strukturen, Gewalt, Drogen, usw. Außerdem besteht das Risiko einer immer größer werdenden Anzahl prekarisierter Prostituierter: schon 25 % der Prostituierten von Artémis seien illegale Frauen, und die deutschen Sozialbehörden sind nicht in der Lage, eine Aufklärungsarbeit zu leisten und Untersuchungen über die gesundheitliche Prävention und die Hygiene zu machen: Ihnen wird der Zugang verwehrt.

Der deutsche Staat hat die volle Verantwortung für diese Situation, umso mehr dass diese Finanzquelle ihm erlaubt, ganz einfach Geld einzunehmen, indem er den Sextourismus fördert! In Frankreich kriminalisieren die Gesetze Sarkozys in erster Linie die Prostituierten und weniger die Zuhälter und die Freier. Die durch die liberale Wirtschaft entstandene Verarmung entwickelt die Prostitution: daher ist das beste Mittel, um gegen organisierte Bordelle zu kämpfen, der Kampf für soziale Gerechtigkeit und Reichtumsumverteilung.

Vom Prinzip her verteidigt der Staat immer die Interessen der Kapitalisten. Gegen Bordelle und Prostitution Widerstand zu leisten, heißt Widerstand gegen Kapitalismus und patriarchale Ordnung zu leisten. Für eine solidarische und gerechte Welt, und die freie Liebe!


Fédération anarchiste 2006

Kategorie:Texte